Castellö, jetzt zu Cascrnen eingerichtet. Die Stadt ist großund hat einzelne schöne Gebäude, ist aber sonst eng gebaut.Vor allen prai^gt der Dom, ein in seiner Art einziges Gebäude.Ich kann Dir nicht beschreiben, wie erhaben der Eindruck war,den das Innere dieses Tempels auf mich gemacht hat. Anseiner äußern Structur, vornehmlich an seiner vordem Fayade,die im griechischen Styl, mit dem Character des ganzen Ge-bäudes in Widerspruch steht, und dann an der unendlichenMasse von kleinen Thürmen, Baldachinen und Spitzen aufdem Dache ließe sich wohl etwas tadeln, aber das Ganze im-ponirt immer sehr, um so mehr, als es ganz aus weißemMarmor besteht. In der Kirche selbst ist kein Kunstwerk vonbesonderer Bedeutung, und sie ist in dieser Hinsicht mit denvenetianischen gar nicht zu vergleichen. Bemerkenöwerth istdas Grab des heiligen Carl Boromee, der in einem gläsernenSarge in einer unterirdischen Kapelle liegt, die ungemein reichmit silbernen und vergoldeten Basreliefs verziert ist. Vondem Dache der Kirche, auf dem man bequem herumgehen kann,genießt man eine köstliche Aussicht über die Lombardei undeinen Theil der Alpen. Man sieht das eisbekränzte zackigeHaupt des Monte Rosa und die ganze Masse des Simplonmit seinen Gletschern. Außerdem ist dieses Dach eine wahreWelt in architektonischer Hinsicht: unzählige Thürme, alle mitStatuen verziert, von denen eine immer auf jeder Spitze.Man rechnet, daß jetzt schon über 5000 Statuen auf dem Ge-bäude befindlich und vielleicht fehlen beinahe noch eben so viel.Es wird noch immer fort gearbeitet, jetzt aber sehr langsam,Unter Napoleon ist viel geschehen. Von den andern KirchenMailands ist keine einer ganz besondern Bemerkung werth.Man findet in Italien, so weit ich es gesehen, eine Menge
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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