Tuch um dcu Kopf. Am erfreulichsten sahen die Kinder aus.Alle sind ungcmein reinlich, gesund und kernig. Uebrigensgewinnt man den gemeinen Russen immer mehr lieb. Es sindwahre Naturkinder und unleugbar voller Anlagen. Sie habenfast alle eine sehr muntere Laune und die Kutscher sind im be-ständigen Singen und Rufen. Sie sprechen ordentlich mit denPferden in dichterischen Phrasen alS: Fort, meine Kleinen,rasch wie die Vogel in der Luft; oder: Lauft, Kinder, damit ihrzu Haus kommt und euch ausruht. Und es ist, als wenn diePferde es verständen, denn so wie der Kerl so etwas sagt,laufen sie immer rascher als vorher. Wiäsma ist ein großerOrt mit vielen Kirchen, deren man 20 zählt. Die Stadt hatsehr gelitten, die meisten massiven Häuser liegen noch in Schutt.Wie die Vegetation noch zurück ist, zeigt der einliegende Zweigeines aufblühenden Pflaumenbaums. Die Stadt treibt vielenHandel. Ein Hauptartikcl ist Pfefferkuchen, von dem ichDir eine Probe schicke. Mein Wirth, mit dem ich mich leidernicht unterhalten konnte, war ein ungemein guter gastfreierMann, der eine recht hübsche Frau und allerliebste Kinderhatte. In der Stube, worin ich geführt wurde, hingen eineMmge Heiligenbilder und 2 Madonnen, von denen nur dieKöpfe und Hände gemalt, das übrige aber übergoldetes Sil-berblech war. Wir fuhren Abends weiter, weil die folgendeTagereise nicht weniger als 3lN Meile betrug. Bis hieherwar das Wetter vortrefflich gewesen. Zwar etwas rauh,denn des Nachts fror uns in der Regel ein wenig, aberzum Reisen war es nicht unangenehm. Nur vom Staubewaren wir etwas incommodirt. In der Nacht vom lötenzum 16ten änderte es sich, es fing an zu regnen, wurde immerkälter und gegen Morgen ging der Regen förmlich in Schnee
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Seite
186
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