99
Hieraus gehen denn, in Verbindung mit der politischen Ten-denz des Zeitalters, die schiefen anmaßenden Urtheile derjungen Leute über Gegenstände hervor, von welchen sie kaumdie Schalen kennen. Es ist daher gewiß sehr richtig, aufeine solidere wissenschaftliche Bildung der Jugend ein beson-deres Augenmerk zu wenden, und ich habe mich oft des Wun-sches nicht erwehren können, wenn die jungen Altdeutschenden guten Vorfahren etwas nachmachen wollten, sie statt derlangen Haare lieber das tiefere Wissen von ihnen wählenmochten, was unter denselben wohnte. Für den Theil derJugend, der seine Bildung hiernach vollendet hat, d. i.namentlich für Studenten ist in dieser Hinsicht nichts mehr zuthun. Sie tragen den Stempel der mangelhaften Zeit, undmair kann sich nur darauf beschränken, den Nachtheilen zu be-gegnen, die solche Erziehung haben können. Etwas davonhat sich auf der Warrburg offenbart, und wenn ich gleich dieMeinung nicht theile, diesem Vorfall einen tiefen politischenZweck unterzulegen, so ist es doch gewiß nöthig, die Wieder-holung zu verhindern. Ich hege die Ueberzeugung, daß dieMaaßregeln, die in dieser Angelegenheit getroffen sind — undwovon die wirksamsten, die ausgesprochene Mißbilligung seynwird, — im Verein mit den Schritten des wcimarischen Hofes,den Zweck nicht verfehlen werden.
Bevor ich es wage, meine Ansichten über die Vorschlägeim Betreff der Landwehr auszusprechcn, kann ich das schmerz-liche Gefühl nicht unterdrücken, was mich beim Lesen derSchlußbemcrkung jener trüben Denkschrift ergriff. Nachdem,gewiß in der besten Absicht, jedoch unläugbar mit zu düstern