Druckschrift 
Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80

weniger vollständig und so sehr seine Körperkräfte angestrengt,sein Gemüth und sein Geist altcrirt und aufgereizt wurden,war ihm lange Zeit hindurch niemals Ermüdung anzusehen.Daß solches nur mit unglaublicher Willenskraft und Selbst-verläugnung geschehen konnte, und den ohnehin leidendenKörper immer mehr zerstören mußte, fällt selbstredend in dieAugen.

Alles dieses behinderte Witzlebcn nicht den Regungen seinesGemüths und seiner gränzenlosen Thätigkeit zu folgen und sichsogar auch allen solchen Vereinen anzuschließen, die für dasallgemeine Beste zu wirken bemüht sind. Sie alle hatten anihm nicht nur eine Stütze sondern auch ein thätiges Mitglied.Dagegen bekämpfte er alle diejenigen mit Entschiedenheit, vonderen heilsamen Wirken in der gedachten Richtung er nichtüberzeugt war und bei welchen er das Verfolgen von Privat-intercssen und eigennützigen Zwecken zu bemerken Gelegenheithatte.

Im Jahre1831 wurde Witzleben zum Generallieutenant er-nannt. Seine Gesundheit hatte abwechselnd bald leichtere,bald ernstere Krankheitsanfälle, die seine Familie, seine Freunde,seinen Arzt mit Besorgniß erfüllten, zu überstehen gehabt, ihnaber nur immer auf ganz kurze Zeit, oft nur auf wenigeTage, seinen Geschäften entzogen. Erst als diese Krankheits-anfälle sich öfterer wiederholten, immer ernsterer Natur wurden,ließ er sich endlich bewegen, im Jahre 1832 von dem Königesich einen Gehülfen zu erbitten, um dadurch mehr glühe zuerlangen, und etwas Ernsteres für seine Herstellung zu unter-nehmen. Leider! auch jetzt geschah solches nicht in dem er-forderlichen Maaße. Kaum war eine Linderung seiner Leidenerzielt, so stürzte er sich von Neuem rücksichtslos in den Stru-