61
von der Nothwendigkeit, den verloren gegangenen Kricgsruhmdes preußischen Heeres auf gesetzlichem Wege wieder herzu-stellen, d. h. mit dem königlichen Herrn und Kriegsfürsten ander Spitze, hielten ihn fern von verschiedenen Verbindungenund Verirrungen jener Zeit, von denen so Mancher, auchvon den Besten, in den ungemessenen Eifer für die Befreiungdes Vaterlandes, verlockt wurde. In diesem Jahre avancirteWitzleben zum ctatömäßigen Major und marschirte nachBreslau, wohin der König seine Garden entsendete und, durchdie politischen Conjuncturen genöthigt, bald auch sein Hof-lager verlegte. Hier im Centralpunkte all der wichtigen Er-eignisse, die zu den Vorbereitungen leiteten, die von hierauszur Befreiung Preußens und Deutschlands getroffen wurden,führte Witzleben ein geistig aufgeregtes Leben. Im Umgängemit vielen der bedeutendsten Männer jener Epoche, mit denendie Zeitereignisse vielseitig besprochen wurden, schärfte und er-weiterte sich sein politischer Blick, und es wurde dadurch beiihm die Grundlage gelegt, zu der großartigen Anschauungder innern sowohl, wie der äußeren Verhältnisse des Vater- ,landes, die er in seinem späteren Wirkungskreise auf mannig-fache Weise entwickelte. Ungeachtet dieser, einen Mann vonGeist und Kraft lebhaft bewegenden Beziehungen, entfremdeteer nicht dem praktischen Dienst, fand vielmehr darin einenSporn, denselben in dem Geiste zu leiten und zu betreiben,den der nahende große Kampf erheischen dürste; entzog ihnnicht seiner kleinen Häuslichkeit, und er fand am Abend Er-holung an der Seite seiner Gemahlin, von den Mühen undAufregungen des Tages.
Nun war das 1813 Jahr angebrochen; die, dem preu-ßischen Volke ewig theuren Worte des Königs an sein Volk,
4 ^