Druckschrift 
Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

49

Witzlebcn war wieder ganz wozu ihu die Natur bestimmthatte Soldat; glücklich iu der Vereinigung mit vielen ihmwerthen Kameraden, unter den Augen seines angebetetenköniglichen Herrn, in einer angemessenen Thätigkeit. Diesergab er sich mit aller Energie seines festen Charakters undeinem Feuereifer hin, der besondere Nahrung fand in den ausdem Unglück des Vaterlandes geborenen neuen Ideen zur an-derwciten Organisation des Heeres. Mit aller Lebhaftigkeit sei-nes Geistes, mit der ganzen Klarheit seines scharfen Verstandesnahm er diese Ideen in sich auf und gestaltete sie zur Wirk-lichkeit bei der Ausbildung der ihm anvertrauten Compagnie.Aber nicht der praktische Frontedienst allein beschäftigte ihn,auch gründliche militairische Studien betrieb er und dasnächste Ergebniß derselben war eine gediegene Abhandlungüber den leichten Dienst, die den vollen Beifall des Generalsv. Scharnhorst erhielt und ohne Zweifel Veranlassung war,daß er 1808 als Stabscapitain zum neuformirten Garde-jägerbataillon versetzt wurde.

Von jetzt ab war die besondere Aufmerksamkeit seinesKönigs auf ihn gerichtet, der, als gründlicher Menschenken-ner, erkannt hatte, daß Witzlcben zu etwas Höherem befä-higt sey.

Der Lebendigkeit seines Geistes sagte der leichte Dienstder Jäger ganz besonders zu, und mit dem regsten Eifer trater seinen neuen Wirkungskreis an. Mit den Garden kam er1810 nach Berlin zurück, woselbst er jede dienstfreie Stundeseiner wissenschaftlichen und musikalischen Ausbildung mit dembesten Erfolge widmete. Vorzugsweise studirte er NapoleonsFeldzüge in Italien und Oestreich. Seiner höheren musika-

4