Druckschrift 
Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

stände diese Vorzüge schars und richtig aus, und gewann da-durch für sein späteres Leben und Wirken eine Basis, die vonden heilbringendsten Folgen war. Im Jahre 1799, im nochnicht vollendeten sechzehnten Lebensjahre, verließ WitzlebeNdas Pageninstitut und trat als Fähnrich ins erste BataillonLeibgarde zu Potsdam in das praktische Leben ein. Nun-mehr, in strenger Schule, sich ganz dem Dienste widmend,ermangelte er keinesweges, was damals eben nicht häufigvorkam, auch seinem Geiste Nahrung zu reichen durch dasStudium militairischer Schriftsteller. Wir wollen gerade nichtbehaupten, daß solches schon mit besonderem Erfolge gesche-hen: denn in so früher Jugend, ohne angemessene Anleitung,werden dergleichen Studien weder mit der erforderlichen Aus-wahl, noch mit der nothwendigen Stätigkeit betrieben; undan dieser Anleitung hat es ihm theilweise gefehlt, worüber erin späterer Zeit oft sich geäußert. Nichts desto weniger sinddiese Ansänge als Merkmale ehrenhafter Bestrebungen fürseine Ausbildung anzusehen. Mit diesen Bestrebungen gin-gen diejenigen Hand in Hand, die geeignet waren, seinenvon Natur kräftigen und gedrungenen Körper, für das an-strengende Kricgsleben immer mehr abzuhärten. Hierüber er-zählen seine Zeitgenossen manchen charakteristischen Zug. Sounter anderem: daß er Monate lang von der kärglichsten Kostlebend, in keinem Bette, sondern auf dem nackten Fußbodenseines Zimmers, nur mit seinem Mantel bedeckt, geschlafen;oft nur wenige Stunden und sich dann mit Heiterkeit aufge-rafft zu irgend einer neuen Thätigkeit, besonders zur Jagd.

1802 zum Secondelieutenant ernannt, marschirte Witz-leben 1806 mit den Garden ins Feld und theilte mit ihnendie Schicksale der preußischen Armee nach den unglücklichen