reich begabten Menschen kennen lernen. Später las ich dasTagebuch. Jm October kam Witzleben nochmals aus einige Tagenach Paris; ich sahe ihn flüchtig im Museum und dann nochin der Semiramis von Pörtogallo; die Catalani gab die Se-miramis wunderbar herrlich. In dieser Darstellung trug sichein den französischen Charakter scharf bezeichnendes Zwischen-spiel zu, welches mitzutheilen mir noch gestattet seyn möge.
Die Ouvertüre sollte eben beginnen, als ein Gemurmelim Publikum entstand, welches einem heranziehenden Unge-witter nicht unähnlich war; es nahm mit jedem Moment zuund bald ertönte das bedeutungsvolle: ü la ports, ü Irr porto !Viele schrien mit, ohne wohl zu wissen wem es galt, auch ichkonnte es noch nicht ermitteln. Das Gebrüll wurde wirklichdem Donner gleich, alles wendete sich zur königlichen Loge,in welcher zwei Männer in blauen Ueberröcken standen, indenen ich sogleich Herzog Wellington und seinen Adjutantenerkannte; wahrscheinlich wußten es diese auch noch nicht, daßihnen das ä la porte gelte. Doch die Demonstrationen nachder königlichen Loge wurden so deutlich und bedenklich, daßden Engländern wohl endlich der Spectakel klar wurde, sieihre Unschicklichkeit fühlten, im Ueberrock in der königlichenLoge erschienen zu sein und sich also schnell zu entfernen, fürdas zweckmäßigste hielten. Die Ruhe war darauf sogleichhergestellt und ohne Unterbrechung ging die meisterhafte Dar-stellung zu Ende. Anderen Tages kam im ckournal «le Uar-isdie Bemerkung: „daß, wenn die Franzosen auch besiegt unddie Sieger im Besitz der Hauptstadt wären, so dürsten sie sichdoch nicht für so gedcmüthigt halten, daß sie die Person ihresKönigs — selbst nicht durch einen glorreichen Feldherrn ver-unglimpfen ließen." Eine sehr schwache Entgegnung ent-