wirken. Der Unterschied ist nur der, daß er im Mittelpunkt stehtund auf das Ganze blickt, die einzelnen Verschiedenheiten (soweit er dessen bedarf) kennen und beide berücksichtigen kann;derjenige aber, der sich allein oder vorzugsweise mit dem Theilebeschäftigt, die Einheit des Ganzen weder zu übersehen, imStande ist, noch gleich geneigt seyn wird, den Theil demGanzen unterzuordnen. Es ist allerdings möglich, daß es derCentralbehörde an Sachkenntniß oder an Geneigtheit zu scho-nender Rücksicht fehle. Aber kann nicht auch die Provinzial-behörde zu einseitig urtheilen und zu parteiisch wirken?Fehler können und werden von allen Seiten vorgeben.Der Unterschied aber ist nur der, daß die Vermeidungdes zu befürchtenden Fehlers auf der Ccntralstellung dochan sich nicht überhaupt, auf der Provinzialstellung kaummöglich ist, und daß, wenn an beiden Orten gleich großeFehler vorgehen, derjenige, welcher die Einheit stört, tiefer indas Leben des Staats eingreift. Die Einheit ist leicht undunwiederbringlich verletzt: denn sie ist eine Idee, eine in dieHandlungen der Regierung gelegte Modifikation, und daherleicht zu zerstören. Die lebendigen Kräfte der Mitglieder desStaats vertheidigen sich selbst. Sie widerstehen oder sucheneinen rettenden Ausgang. Selbst übel berechnete Einwirkungauf sie, richtet also nicht so vielen Schaden an ihnen an undfast wäre dann der Schade unwiederbringlich gemacht worden.Ist dies Raisonnement richtig, so ist die unmittelbare Folgedavon die, daß Central- und Provinzialbehörden niemalsgleichen Antheil an der Regierung überhaupt haben können.Versteht man nun unter Ministern die obersten Regierungs-chefs, so kann es, richtigen Begriffen nach, meines Erachtens,keine Provinzialminister geben. Der Name ist ein Wider-
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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