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Festpredigten
Entstehung
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ne traurige Ernte und großen Mangel fürchten. DerArme dachre oft traurig, daß wohl für ihn wenigoder nichts wachsen werde. Aber auch dieses Jahr batder Herr die Ernte treulich behütet. Wir haben alleUrsache, zufrieden zu seyn mir dem, was die Erde ge-tragen hat, und dürfen so gar noch auf einen gerin-gern Preis der Lebensbeürfnisse hoffen. Denke kei-ner, das sey etwas, worüber der Landmann undhöchstens der Arme sich freuen könne. Nein, füruns alle, in welchem Stande wir leben, und von wel-chen Geschäften wir uns ernähren, ist das Fest der^Ernte ein Fest der Freude. Was hilft uns unserGold, wenn nichts dafür zu haben ist? Erhalt nichtjeder Erwerb erst dadurch größten Thftls seinen Wehrt,daß man Früchte der Erde gegen ihn enttäuschen kann?Welches Elend würde entstehen, und sich über allesverbreiten, wenn einmal die Natur ihren mütterli-chen Schooß verschlösse, und uns ein J,ahr leer ausge-hen ließe! O, ein jeder unter uns, der nicht ganzin thierischem Stumpfsinne lebt, muß heute sich freu-en. Es ist nicht eine bloß sinnliche Freude, nichrbloßFreude über Essen und Trinken und was sonst zumUnterhalt des Körpers gehört, wozu wir heute ver-anlaßt werden; es ist auch Freude über die Erleichte-rung, welche der Segen des Feldes so vielen unsrerBrüder bringen wird, die den harten Druck der Zeitlange gefühlt haben; es ist Freude darüber das derHungrige sich wieder sättigen kann, und daß schwereSorgenlasten von Vater - und Muttecherzen hinweggehoben werden; es ist Freude über das Leben und