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Festpredigten
Entstehung
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466
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Jahr mit deinem Gute, und speisest deine Kinder anden Tafeln des Ueberflusses. Du hast uns in diesemJahre wieder väterlich bedacht. Unsre Besorgnissesind beschämt , unsre Erwartungen übertroffen, unserVertrauen ist gestärkt. Reichlich hat der Landmannin seine Scheunen gesammelt. Welche leichtsinnige,welche gedankenlose Menschen waren wir, wenn unsreFreude nicht überginge in dankbare Rührung, wennwir nicht mit bewegten Herzen an dich dächten, von' dem alles herrührt, der uns durch alles von seinerLiebe versichert. Reiche und Arme, Hohe und Nie-drige, Beglückte und Elende warten auf dich. Wiralle leben von den Schätzen, die deine Hand ausspen-dct. Für uns alle bekleidest du die Natur mit Blu-men und Früchten. Unsre Arbeiten und unsre Reich,thümer helfen uns nichts, wenn du nicht Regen undSonnenschein zur rechten Zeit giebst, wenn du nichtwachsen und ernten läffest. Nein, wir wollen dich,freundlicher Geber, nicht vergessen, wenn wir deineGaben genießen. Wir wollen sie nie in üppigerSchwelgerey mißbrauchen. Stäts sollen sie unsStärkung und Antrieb seyn, williger und besser unsrePflicht zu thun.

Auch unfern Brüdern öffne sich heute in Liebe un-ser Herz. Wir sind alle, Herr, deine Kinder. Al-len läffest du deine Sonne scheinen; für alle fällt be-fruchtender Regen auf das Land. Möchten wir esdenn auch alle gut und treu mit einander meynen.Möchte sich in uns allen der edle Trieb des Wohl-thuns mächtig regen, und weit umher seine Segnun-