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Indem wir also die, Forderung des Apostels inBeziehung bringen auf die herrschende Denkart: soverwandelt sie sich zuvorderst in die Ermahnung: ent-reisset euch' der Trägheit und Verdros-senheit in geistigen Angelegenheiten.Reichrhum der Erkenntnis und des Lebens der Wahr-heit wird bey denen angetroffen, die voll Geistes sind.Dürfen wir uns dessen rühmen? Zwar kann manes r.nserm Zeitalter nicht abstreiten, daß mancherlei)Kenntnisse, die sonst nur das Eigenthum wenigerAuserwählten waren, jetzt im allgemeineren Umlaufesind, und sich fast durch alle Stande verbreitet haben.Aber'wir würden uns sehr übereilen, wenn wir dar-aus auf große Aufklärung und ein großes Maß vonWahrhcitseinsicht schließen wollen. Es zeigt- sich nurgar zu deutlich,- daß bey den meisten das Wissen,das sie so stolz macht, nichts ist, als eine rohe Massevon Dünkel», verworrenen, unzusammenhangendenBegriffen, von halb wahren und ganz falschen Mey-nungen, die sie auf Treue und Glauben angenommenhaben. Fragt^man nach erleuchteten Einsichten in dieerhabensten und wichtigsten aller Wahrheiten, in dieWahrhei-en der Religion, in welchen der Geist vor-züglich sein Wesen hat: so darf man sie fast nur beydenen wenigen suchen, die ein höherer Trieb beseelt,oder deren Berufes mit sich bringt, daß sie sich dar-um bemühen; wahrend man sonst fast überall Un-wissenheit und Jrrthümer antrifft. Verlangt man garWayrheit, die den Geist ergriffen ha' , und m ihmlebendig geworden ist: so wird man nur selten Be-