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Festpredigten
Entstehung
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entrücken. Wir vertrauen mehr auf unsre Kräfte,auf unsre Besitzungen und auf ungewisse Zufalle alsauf ihn. So kann keine Warme für Gott, keinerechte Anhänglichkeit an ihn und keine Willigkeit ihmzu gehorchen in uns entstehen. Die Welt besitzt un-ser Gcmüth, und Gott bleibt davon ausgeschlossen.Soll das anders werden: dann müssen ungewöhnlicheUmstande auf uns wirken, Umstande die uns mit sanf-ter oder erschütternder Gewalt zu Gort hinziehen.Und ein solcher Umstand ist der frühe Tod eines ge-liebten Menschen. Hier bedarf unser Herz des Tro-stes, und findet ihn nirgends als im Gedanken anGott, nirgends als in der Ueberzeugung: der Gatte,der Vater, die Mutter, das Kind, der Freund, densch betraure, ist nach Gottes Rath hingegangen, derHerr hat ihn abgefordert, und zum bessern Leben ge-führt, bey dem Herrn werde ich ihn einst wieder fin-den. Können wir aber die Kraft dieser Ueberzcugungfühlen, ohne daß unsre Religiosität dadurch vermehrtwerde, und der Gedanke an Gott großem Einflußauf unser Leben gewinne? Oft gerathen die Men-schen durch den frühen Tod der Ihrigen in sehr be-denkliche Umstande. Ein Vater stirbt von seinenKindern weg, und laßt sie in Armuth zurück; es istkein Versorger mehr da, und auch nichts übrig geblie-ben , wovon sie leben könnten. Auf Erden sehen siesich vergebens nach etwas um, wovon sie sich Hülfeversprechen dürfen; sie finden nichts als ihren hoff-nungslosen , schrecklichen Zustand. Soll sich jetzt nichtihr Blick gen Himmel richten, sollen sie sich nicht an