selbst verheißen. Diese konnte also keine andre, alseine geistige seyn. Der persönliche Meister war fürsie verschwunden; aber der Meister von Gott gesandt,der erhabene Zeuge der Wahrheit, der göttliche Leh-rer der Lugend blieb ihnen immer gegenwärtig.Wenn sie jetzt in stiller-Rührung sein Gedächtnißmalfeyerren; dann mochten sie sich noch zuweilen dessenerinnern, was er ihnen gewesen war; aber weit mehrmußte ihnen seine sittliche Hoheit, seine überirrdischeWürde, sein großer Zweck, seine edelmüthige Auf-opferung, seine heiligende und tröstende Lehre vor-schweben ; weit mehr mußten sie sich mit dem beschäf-tigen , wodurch er sich den Weg zur Verherrlichringgebahnt hatte; weit mehr mußte das ihr Herz bewe-gen, was ihn der ganzen Welt wichtig machte, undwas auch auf ihr Leben veredelnd wirken sollte. Sogewöhnten sie sich immer mehr, das Sichtbare vomUnsichtbaren zu unterscheiden, und auf das Letztereihren Geist ganz zu richten. So verschwand immermehr, was in ihrer Wertschätzung sinnlich und eigen-nützig gewesen war, und von nun an wurde ihre An-hänglichkeit reine Verehrung.
Der frühe Hingang Jesu hatte fürseine Jünger, zweytens, den Gewinn,daß sie durch denselben zu einem frucht-baren Nachdenken über die Sache Jesuaufgefordert wurden, und zu vollständi-gen Aufschlüssen über dieselbe gelangten.So lange Jesus noch unter ihnen war, beschäftigteer ihr Herz viel zu sehr, als daß ihr Verstand frcy