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Festpredigten
Entstehung
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361
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gen Verhältnisse, worin er zu ihnen stand, und durchdie Liebe, die er ihnen zeigte, zu viel gewesen, da-rum hatten sie auf das, was er der Welt sepn sollte,nicht sehr geachtet. Und wenn die Einfachheit undeinleuchtende Wahrheit seines Unterrichtes, die Vor-trefstichkeit seines Charakters, die Zeichen seiner Hä-hern Abkunft und die Würde und Festigkeit seinesThuns ihr schlichtes, unverdorbenes Gemüth nicht un-gerührt lassen konnten: so mischte sich doch in alle ih-re Empfindungen das irdische Bild des Freundes undWohlthaters; sie waren nicht im Stande, das Aeu-ßerliche vom Innerlichen, das Sinnliche vom Geisti-gen zu trennen. Selbst von eigennützigen Erwartun-gen dürfen wir sie nicht ganz frey sprechen. Sie ver-rathen es selbst, daß sie auf auszeichnende Belohnun-gen, auf die höchsten Ehrenstellen in seinem Reicherechneten. So durfte es nicht bleiben, wenn derGeist ihres Herrn in sie übergehen, wenn sie sich zuseinen würdigen Verehrern, zu wahrhaft edeln undreligiösen Menschen bilden, wenn sie seinen Zweck zudem ihrigen machen, wenn sie sein Werk glück-lichfortsetzen, und sich willig für ihn aufopfern soll-ten. Dann mußte seine wahre Größe, abgesondert vor?allem Sinnlichen und Zufälligen sich ihnen enthüllen;sie mußten für diese seine Größe ganz begeistert wer-den; der Freund mußte verschwinden, und der Ret-ter der Welt an seine Stelle treten. Das war es,was der Hingang Jesu bey ihnen bewirkte. Das sinn-liche Verhaltniß hörte nun auf, und doch standen sienoch mit ihm in Gemeinschaft. So hatte er es ihnen