Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

359

Text.

Joh. 16 v. 7.

Aber ich sage euch die Wahrheit: es isteuch gut, daß ich hingehe.

Jesus hatte die Traurigkeit bemerkt, worin dieNachricht, er werde sie bald verlassen, seine Jüngerversenkt hatte. So wie der Zustand ihres Herzensjetzt noch wav, konnte es nicht anders sepn: sie muß-ten darüber bestürzt und sehr bewegt werden. Erwollte sie nicht ohne Trost lassen, und setzt deswegenhinzu: es ist euch gut, daß ich hingehe. Unddas konnte er, der Wahrheit gemäß, so sehr es auchden Anschein des Gegentheils hatte. Der früheHingang Jesu war für seine Jüngersehr nützlich, und so kann auch uns derfrühe Tod der Unsrigen eine Wohltharwerden. Von bepden wollen wir uns jetzt zu über-zeugen, dadurch unfern Glauben und unsre Ruhe zubefestigen, und den Wachschum des Guten bey unszu befördern suchen.

I.

Jesus versichert seine Jünger, es fep ihnengut, daß er hingehe. Er deutet damit zunächstauf die wundervolle Veränderungen, die mit ihnenVorgehen, ihre Einsichten läutern und berichtigen, ihreKraft erhöhen, ihren Muth befeuern , ihren Willenläutern und stärken sollte. Diese Veränderung sitzter mit seinem Hingange in genaue Verbindung.Denn so ich nicht hin gehe, fügt er hinzu,