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Festpredigten
Entstehung
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321
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Ein Verdorben, das so groß, so weitverbreitetund so traurig ist, wie die Verwüstungen des Lastersdarf uns nicht gleichgültig lasten, besonders an einemTage, wie der gegenwärtige ist. Auf uns selbst, aufGott und seine Anstalten, auf das, was das Heil un-sers Geschlechtes nothwendig macht, und was wir vondemselben hoffen dürfen, muß sich hier unsre Aufmerk,samkeit lenken. In jeder von diesen Hinsichten ist dieBetrachtung der Verwüstungen, welche das Laster un-ter uns anrichtet, lehrreich und crmunterungsvoll.

Vor allem muß sie uns antreiben,das Laster zu fliehen, und gegen seineAnsteckungen auf unsrer Huth zu seyn.Ist das Laster in dem Maße das Verderben derLeute, daß es in allen Verhältnissen die größtenund traurigsten Zerrüttungen stiftet, daß es die edel-sten Bande auflöst, die schönsten Freuden vergiftet,Leiden ohne Zahl allenthalben verbreitet, und allenSegen in Fluch verwandelt: dann muß es uns dochcinleuchten, wie sehr cs mit.der ganzen Einrichtungunsers Wesens in Widerspruch/-steht, und wie geringalles äußerliche Uebel ist, gegen das Uebel, welchesdas Laster in sich trägt, wodurch es eine so-fruchtbareQuelle des Elendes ist; dann können wir keinen Au-genblick zweifeln, daß nur die Verblendung der Sin-ne und die Bethörung der Leidenschaften uns an ihmkonnten Wohlgefallen finden lassen; dann müssen wireinsehen, daß wir unser Wohl immer verfehlen wer-den , so lange wir dem Laster dienen, daß wir erst