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Festpredigten
Entstehung
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greift es um sich, wo es einmal Platz gefunden hat.Einer fallt ihm nach dem andern in die Hände. Je-nen reißt gedankenlose Nachahmung dahin; dieser er-gibt sich ihm frcywillig, damit er nicht ein Sonder-ling scheine, und um seiner Gewissenhaftigkeit willenverlacht werde. Jener findet die Gestalt, in der essich zeigt, zu angenehm, dieser die Versprechungen,die es im Munde führt, zu wichtig, als daß er Lusthaben könnte zu widerstehen. Bep jenem wird durchden Anblick der Sünde die Begierde geweckt; bey die-sem wird sie zur Leidenschaft entflammt. Bey jenemwird durch den Umgang mit Lasterhaften der Abscheugegen das Böse unterdrückt, das sittliche Gefühl ab-gestumpft; dieser laßt sich durch schwache Gefälligkeitund die Künste der Ueberredung bethören. Cs istgar nicht zu verwundern, daß die Verwüstungen,welche das Laster errichtet, sehr ausgebreitct sind.

Sie sind endlich-auch sehr traurig. Dasherrliche Bild der Menschheit erscheint uns durch sieverunstaltet und geschändet. Die wichtigsten Güterwerden der Menschheit durch sie entrissen werden. Esist der traurigste Zustand, in den sie durch die Ver-wüstungen des Lasters versinkt. Man muß da auf sieanwendcn, was der Prophet vom jüdischen Volkesagt: das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz istrnatt, von der Fußsohle bis auf das Haupt ist nichtsGesundes an ihm. Allenthalben zeigen sich Gebre-chen; allenthalben bluten Wunden; allenthalben istNoth, wo Freude seyn sollte. Das Meiste undSchlimmste hiervon ist des Lasters Frucht, und alles