im Stande, dazu können sie nur dann die zweckmäßig»sien Entschließungen fassen, wenn sie den herrschendenGeil? ergründet haben.
Nehmet alles zusammen, was die Feyer diesesTages unter Christen au°zeichnen'soll; nennt ihn einenTag frommer Betrachtungen, einen Tag ernster Ge-fühle, oder einen Tag edler Entschließungen: in jederHinsicht wird es sich zeigen, daß Ihr ihn nicht wür-dig feyern könnt, ohne Euch die Frage zu beantwor-ten : was für ein Geist herrscht unteruns? Ihr wisset, worauf cs bey der Beantwortungdieser Frage ankommt. Schauet um Euch her, bli-cket in das eigne Herz, und entscheidet dann selbst.Ueberall trefft Ihr Thatsachen und Kennzeichen an,die Euer Urtheil erleichtern müssen. Ihr werdet Euchvergebens anstrengen, die Erscheinungen weg zu läug-nen, die vernehmlich genug auf Thorheit undLeichtsinn in vielen Stücken hindeuten, und die unsfürchten lassen, bald werde auch der Uebermuth inwilder Ungebundenheit hervortreten. Doch ich willnicht anklagcn; ich will Euch nur auffordern, nurbitten, in dieser wichtigen Angelegenheit, auf derunser gesellschaftliches und sittliches, unser zeitlichesund ewiges Wohl beruht, unparthepisch zu unter-suchen , und dann zu bedenken, was zu Eurem Frie-den dient. Keiner freue sich doch des unheiligenund verderblichen Geistes, so glanzend und vielver-sprechend er auch einherschreitet; keiner lasse sich vonihm bethören zu eiteln Hoffnungen. Jeder traureüber ihn, und fürchte seinetwegen für das Heil der