wir alle andern vergeblich bekämpfen. Die gründlicheBeßrung muß davon ausgehen, daß wir uns von sei-nem Einflüsse frey machen, daß wir nach eigner Ein-sicht wählen, und mit eigner Kraft handeln, daß wirerwachen zum vernünftigen Ernste, daß wir uns selbstbinden an die heilsamen Vorschriften der Pflicht unddes Anstandes. Ist der unter uns herrschende Geistein Geist des Leichtsinnes, der Thorheit und Unge-bundenheit: dann haben die Bcssergesinnten sehr dar-auf Rücksicht zu nehmen, daß sie diesen Geist nichtauf irgend eine Weise begünstigen; dann müssen siesich manches versagen, was sie sich sonst erlaubt hätten,damit sich niemand, nur mit einigem Scheine, auf sieberufen könne; dann müssen sie vorzüglich solche Re-den und Handlungen meiden, die den Verdacht erwe-cken, als seyen auch sie von jenem Geiste angesteckt;dann müssen sie ihren Mitbürgern und Zeitgenossenein desto strengeres Bcpspiel in allen Tugenden zeigen,die jener Geist zu vernichten droht — der Thorheiteine desto höhere Weisheit, dem Leichtsinnigen einendesto größern Ernst und der Ungcbundenhcit eine destogrößere Mäßigung, Einfalt und Rcinigkeit der Sittenentgegensetzen. Doch dabey dürfen sie es nicht be-wenden lassen. Sie sollen auch die Verkehrtheit be-kämpfen ; sie sollen die Gebrechen, die sic um sich herantreffen, heilen; sie sollen aus alles, was sie errei-chen können, wirken; sie sollen überall warnen, rathcn, belehren, ausmuntern, und überall Wohlfahrt,Erleuchtung, Sittlichkeit und echte Gottesvcrehrungzu verbreiten suchen. Dazu sind sic aber nur dann
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