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Entstehung
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300
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ZOO -

zu angeordnet ist, daß er unsre Blicke auf das öffent-liche Wohl, auf die Quellen und Hindernisse desselben,die in unserm Verhalten liegen, wie überhaupt aufunsre Denkart und Handlungsweise lenke. Wir sollenheute unsre Gemüthsbeschaffenheit in ihren unausbleib-lichen Folgen, zugleich als Staatsbürgerund als Chri-sten , in Erwägung ziehen. Es ist nicht möglich, daßwir hierin zu einem richtigen und sichern Urtheile ge-langen, ohne die Frage nach dem unter uns herrschen-den Geiste zu beantworten.

Wollt Ihr wissen, was Ihr zu halten habt vondem sittlichen Zustande der Welt, wie sie euch zu-nächst umgibt: so müsset Ihr nach dem Geiste forschen,der hier herrschend ist. Es kann seyn, daß sich dieMenschen durch mancherlei- Dinge rühmlich auszeich-nen, daß sie an Kenntnissen, an Feinheit der Sitten,an Bequemlichkeit und Genüssen viel gewonnen haben.Aber das berechtigt Euch noch nicht, Euer Zeiralterglücklich zu preisen, und seinen Zustand als einen herr-lichen und beueidenswerthen darzustellen. Hat derGeist der Thorheit und des Leichtsinns sich seiner be-mächtigt, fängt der Geist der Ungebundenheit schonan sich zu regen: wahrlich so sind jene Vortheile nichtden Rede wehrt, und alles, was aus ihnen Guteshervorgehen könnte, wird dieser unselige Geist verder-ben, und in Mittel der Zerstörung verwandeln. EinZeitalter wird nicht anders groß, als durch seineWeisheit, seinen Ernst, seine Charakterstärke unddurch seine Sitten- Erst dann dürfet Ihr Euer Zeit-alter loben, erst dann dürfet Ihr wünschen, daß es