durch die Schrecken, die sie uns unaufhörlich einjagt,an uns ausübt. Wir alle seufzen unter derselben,und viele unter uns erfahren sie auf eine fürchterlicheArt. Denn ist eS nicht fürchterlich, daß tausendMenschen in ihrer Niedrigkeit verschmachten, von Sor-gen verzehrt, von der. Noth aufgerieben werden?Dieser Druck verschwindet dem größten Theile nach,wenn wir unsre Blicke auf Jesum, den Auferstandc-nen, richten. Auch er hat ihn erfahren von Jugendauf bis an sein Ende, wie Einer unter uns. Aberhat das wohl den göttlichen Adel im Mindesten schwa-chen können? Hat er uns nicht eine Macht des freyenMillens, die durch diesen Druck nicht verhindert wer-den kann, gezeigt? War er nicht dessen ungeachtet
der Heilige Gottes? Wurde er nicht eben durch sei-'ne Wiederbelebung auf das feperlichstc dafür erklärt?Unser Verhaltniß zu Gott bleibt dasselbe, so großauch die Abhängigkeit ist, in welcher wir uns befinden.Nur der äußere Mensch trug an Jesus Knechts gestalt',nur dieser äußere Mensch wurde mißhandelt und ge-tödtet; der innere blieb frey und göttlich groß, nichtskonnte ihn beugen und einschränken; selbst der Todvermochte nichts an ihm. Auch in uns wohnt etwas,wodurch wir über alle Gewalt des Schicksales erhabensind, etwas Unantastbares und Unzerstörbares; auchwir sind des Geistes theilhaftig, wodurch der Aufer-standene über alles triumphirte.
Darum können uns unsre Schicksaleauch nicht demüthigen. Freylich, wenn irgendetwas mit der Würde, deren wir uns rühmen, zu