Dünn, m. Z., besteht die wahre Weisheit desMenschen, , daß er in allen Stücken ans das Endesieht. Dies gilt so wohl von nnsern Urt heilenals von unserm Betragen und von unfern Hoff-nungen. Der beurtheilt die Dinge recht,welcher nicht bloß bep der sinnlichen Vorstellung, beyden ersten Eindrücken und bey dem, was sie ihm jetztgewahren stehen bleibt, sondern die Wirkungen der-selben in die Zukunft verfolgt, und darnach forscht,ob er sie da noch besitzen, ob sie ihn da noch glücklichoder nicht vielmehr elend machen, ob er sie da nochfür das halten wird, was sie ihm jetzt zu seyn scheinen.Der handelt vernünftig, welcher sich nicht da-mit begnügt, daß das, was er thut, ihm jetzt ange-nehm sey, und für jetzt seinen Vortheil bewirke, son-dern auch darauf denkt, daß er noch späterhin Freu-de daran habe, daß es ihn nie gereue, ihm nie Schan-de, Kummerund Verdruß zuziehe, ihm nie größereLeiden verursache, und ihm nie größerer Vortheile be-raube, der alle seine Geschäfte mit dem Fleiße, mitder Vorsicht und mit dem Nachdenken treibt, daß ersich ein glückliches Ende davon versprechen darf. Derbesitzt den wirksamsten Trost, der, wenn ihnjetzt das Glück verlaßt, auf eine künftige beßre Zeitrechnet, der, wenn er sich jetzt umgeben sieht mitDingen, die ihm unangenehm sind, eine günstigeVeränderung abwarten kann, und der, wenn seineHoffnungen ihn noch so oft getauscht haben, doch im-mer den Glauben behalt, Laß sie noch einmal in Er-füllung gehen werden.
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