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Festpredigten
Entstehung
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130
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IZO

Geschlecht der Menschen, wie häufig bemerken wiran dir fast jede Spur deiner erhabenen Abkunft unddeiner Aehnlichkqit mit Gott vertilgt! In welche Nachtdes Aberglaubens begraben, an welche Ketten derKnechtschaft gefesselt, in welche Rohheit und Laster-haftigkeit versunken, von welchen Uebeln umringt,von welchen Qualen verfolgt, welchen Beraubungenunterworfen, erblicken wir dich in einzelnen Völkern!Und überall, selbst in den gesegnetesten Landern, inden glücklichsten Verfassungen, ist es noch nicht so,wie es seyn sollte, ist noch genug was unsern Unwil-len, unsern Abscheu und unser Mitleiden rege macht.Lasset uns hoffen; lasset uns das neue Jahr mit derHoffnung anfangen, es werde auch hierin besser wer-den, die Wahrheit werde auch dahin Vordringen, woes jetzt noch dunkel ist, die Tugend werde auch da ihrReich gründen, wo jetzt noch das Laster auf dem Thro-ne sitzt, die Unbequemlichkeiten und Drangsale wer-den allmahlig aufhören, womit tausende unsrer Brü-der kämpfen müssen; die Knechtschaft werde sich all-mählich in Frepheit verwandeln, überall werde dasGute fortschreiten, Raum gewinnen und siegen, und-überall werde offenbar werden der herrliche Adel derMenschheit.

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Das sind die Hoffnungen, mit welchen wir dasneue Jahr anfangen sollen. Doch es kann uns we-nig helfen, sie zu kennen, wenn wir nicht auch mitden Bedingungen derselben bekannt sind, wenn wirnicht wissen, was uns berechtige, uns denselben zu