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wenige Stunden auch erst von dem ersten Morgendesselben verflossen seyn mögen: so hat cs doch schonviele und große Leiden gesehen — still duldende, lautklagende, muthlos dahin sinkende, mit ihrer Nothangestrengt ringende Menschen. Denket nicht IhrUnglücklichen, die Ihr diese Bemerkung auf Euch ver-wenden dürfet, daß es immer so bleiben, daß jederMorgen dieses Jahres Euch so antreffen werde. O,vieles wird sich andern, vielleicht alles. Fasset Muthund erwartet das Beste. Hoffet Linderung, HoffetGenesung Ihr Kranken, Unterstützung ihr Armen,Aufmerksamkeit Ihr Vergessenen, Aufnahme IhrVerstoßenen, Versöhnung Ihr Verhaßten, beßre Ta-ge ihr sorgenvollen Hausvater und bekümmerten Müt-ter. Es ist wohl keiner unter uns, dem nicht etwasfehlte, dem nicht irgend ein Gedanke Kummer verur-sachte. Lasset auch uns, meine Brüder, getrost indie Zukunft blicken; sie wird heilen, erretten und ver-bessern.
Vieles hat der Mensch zu verlieren, um so mehrje reicher und glücklicher er ist. Von wessen Herzenhat sich nicht schon vieles losgeriffen, was er mit Weh-muth dahin schwinden sah? Wir leiden Verluste anunserm Vermögen, an unsrer Ehre, an unfern Ab-sichten und Unternehmungen und an theuern innigstgeliebten Menschen. Bald beraubt uns der Zufall,-ald eigene Thorheit, bald die Unvorsichtigkeit und derEigenutz andrer, bald die Nothwendigkeit, welcheralles Irdische unterworfen ist. Die meisten dieserVerluste sind bitter. Daß uns gerade dasselbe wieder