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Bürgen, daß wir göttlichen Geschlechtes sind, wennman solche Gefühle und solche Gesinnungen Schwär-merei) nennen darf? Was hilft es denn, an etwasUnsichtbares zu glauben, uns zu einer Religion zu be-kennen, wenn diese nicht unser Herz erheben, wennsie uns nicht in entscheidenden Augenblicken entflam-men darf, wie Heldenmuth, Liebe zur Freiheit undzum Vaterlande andre entflammt hat? Sollen denndie Menschen für alles glühen — nur für das Höchstenicht? Oder soll man alle Gluth aus ihrem Herzenweg nehmen, und sie bloß einem kalten Verständeüberlasten? Nein, es war nicht Schwärmerei), waseinen Stephanus beseelte; aber es war Erhöhungseines ganzen Wesens, Wie besonnen ist nicht seineRede, wie besonnen sein Handeln, und welche Klar-heit des sittlichen Gefühles herrscht in dem Gebcthe fürseine Feinde! Wollen wir aufrichtig seyn: dannmüssen wir gestehen, daß wir uns nichts Schönereswünschen können, als zu sterben, wie Stephanusstarb.
Was war es denn nun, das diese Wir-kungen bey Stephanus hervorbrachte?Das Feuer seines Temperaments, die Lebhaftigkeitseiner Einbildungskraft und die besvndre Lage, woriner sich befand, die ganz-dazu geeignet war, beydes inBewegung zu letzen, mochten einiges dazu beytragen,aber wahrlich sie konnten nicht alles wirken. Es muß-te doch etwas da seyn, wovon er ergriffen wurde, wasseine Einbildungskraft anregte, was in der bedräng-ten Lage seinem Geiste diese Richtung und Festigkeit