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schwersten zu unterdrücken sind. Ist es nicht, alshörten wir einen Verklärten, der alle Schwachen derirdischen und sterblichen Natur schon ausgezogen, des-sen Seele sich ganz aufgelöst hat in himmlische Lie-be? Ein größeres Schauspiel gibt es nicht, alswenn ein Sterbender mit diesen Gesinnungen aus derWelt geht. Wie verschwindet da vor unserm erstaun-ten Geiste das Erschütternde und Demüthigende, wasmit der Auflösung unsers Körpers verbunden ist —die Grausamkeit, womit die Natur ihr letztes Rechtan uns übt, und die Schmach, die vielleicht unsreletzten Augenblicke bedeckt! Vergeben ist groß undEhre dem Menschen; aber dem Nacheschnaubenden,mit wilder Wuth auf uns eindringenden, unser Blutfordernden, und an unfern Qualen sich weidendenFeinde vergeben: das ist göttlich. Zu solcher Höhekann uns nur das Ehristenthum erheben.
Als er das gesagt hatte, entschlief er.Wie treffend ist das ausgedrückt! Mas konnte derTod dem frommen Jüngling in dieser Gemüthsver-fassung, ihm, dessen Seele schon bey Gott war, an-ders sepn, als ein sanftes Entschlummern. O, dubist nicht bitter, Zerstörer unsrer irdischen Hülle, demder so sterben kann; mit sanfter Hand lösest du daSletzte Band auf, was uns an die Erde und ihre Qua-len knüpft, an Freundeshand führst du uns hinüberzu den Seligen Gottes.