halfen die Frauen der Reichen aus der Verle-genheit: sic gaben ihren Schmuck her, danicht zureichte, was der öffentliche Schaiz dar-bot 3). Noch weiter, als Camillus, ging in derVereinigung vermeintlicher Frömmigkeit mitHärte gegen Ueberwundne Kypselus , ein mäch-tiger Bürger von Korinth. Er strebte nach derAlleinherrschaft über die Vaterstadt. Da gelobteer dem Jupiter, wenn der Anschlag gelänge,ihm zehenlweise das ganze Vermögen der Ko-rinther darzubringen. Die Herrschaft gelang.Nun erprefste er im ersten Jahre von jedemEinwohner den zehnten Theil des Vermögens,im. zweiten wieder so viel, und so zehen Jahrenacheinander, bis das strafbare Gelübde erfülltwar. Merkwürdig ist, dafs die Korinther nichtunwillig in dieser Reihe von Jahren ihrenZehenten hingaben, weil ihnen dabei volleHandelsfreiheit gelassen wurde 4)
§• 9-
Der Staat.
Nicht selten haben Steuern ihre Fortdauer,wenn auch die Bestimmung derselben aufgehörthat. Wo die Priesterschaft, die seit uralter Zeitim Besitze des Zehenten gewesen war , aufgehört
3) Lir. V, 21—23. 25.
4) Pscudo-Arislot. oscon, 1. II, e, 2. §, I. ed. Schneid,