irgend eines übermüthigen oder schwachgeistigeuStaatskünstlers. Wollte man die linke Rheinseitefranzösisch werden lassen, würde unser Vaterlanddann nicht an einer seiner lebensreichsten Stellenverwundet? Würde die Hauptquelle seines Wohl-standes ihm nicht entzogen, sein seit Jahrtausendenbesessenes, mit dem Blute unzähliger Landessöhnewiedererkämpftes Gebiet?
Was daS Schlimmste wäre, das Heiligthumunsrer Ehre würde geschändet, unsre Unabhängig-keit würde untergraben. Tenn die linke Rhein-seite kann nicht unters ocht werden, oh-ne die rechte eben falls den Anmaßun-gen der Uber macht preis zu geben. Wieunwidersprechlich dieser Satz, hat Deutschlandwährend der Fremdherrschaft im vollsten Maßeerlebt, und zwar nirgend drückender, als an denUfern des Rheines. Nicht minder schmerzlich habenalle Staaten die hiermit in Verbindung stehen-de Wahrheit empfunden: die UnterjochungDeutschlands hat die Unterjochung Eu-ro p a's zur unausbleiblichen Folge. Die-se Wahrheiten wurden durch eine zwanzigjährigebittere Erfahrung zu Hauptgrundsätzen der aus-übenden Staatskunst erhoben und bedürfen als welt-bekannte Thatsachen keines Beweises.
Oder wie? Hätten die Menschen seitdem ihreBesinnungskraft verloren? Sollten sie die Ränke