278
fie hätten diefelben auch nicht eine einzige Vorfiel hin g,aber bei iveitem nicht alle Menfchen haben dicfelbe inihrer freien Gewalt, um durch fie zwekmäfsig zu er-fchallen, oder, wenn auch in einer glüklichen Minu-te das verlangte Bild wie ein Blitzfitrahl vor ihre Seelefich hellte, daflelbe feft zu halten, es zu unterfuchen,und es heb zu jedem beliebigen Gebrauche unauslösch-lich einzuprägen. Von diefem Vermögen hängt es ab,ob m,Tn mit, oder ohne Geilt philofophire. Die Wif-Icnfchaftslehre ift von der Art, dafs fie durch denblof-len Buchhaben gar nicht, fondern dafs he lediglichdurch den Geih hcli mittheilen läfst; weil ihre Grund-ideen in jedem, der he ftudirt, durch die fchaffendeEinbildungskraft felbit hervorgebracht werden mühen;wie es denn bei einer auf dielezten öriinde dermenfeh-liclien Erkenntnifs zurükgehenden Wihenfchaft nichtanders feyn konnte, indem das ganze Geschäft desmenschlichen Geiltes von der Einbildungskraft ausgeht,Einbildungskraft aber nicht anders, als durch Einbil-dungskraft aufgefafst werden kann. In wem daherdiese ganze Anlage schon unwiderbringlich erschlafftoder getödtet ih, dem wird es freilich auf immer un-möglich bleiben, in diese Wihenfchaft einzudringen;aber er hat den Grund dieser Unmöglichkeit gar nichtin der Wihenfchaft felbft, welche leicht gefasst wird,wenn he überhaupt gefasst wird, fondern in feinemeignen Unvermögen zu suchen.
So
Die Wihenfchaftslehre soll den ganzen Menfchenerschöpfen; he lässt daher lieh nur mit der Tota-lität feines ganzen Vermögens auiFaflen. Sie kannnicht allgemeingeltende I’hilofophie werden, fo
lan-