» Grundlage der gelammten Wiflenfchaftslehre als Handfclirift für feine Zuhörer von IOHANN GOTTLIEB FICHTE. n« nueiuaa Leipzig, bei Chriltian Ernß Gabler. V. Vorrede, Ich würde vor diefem Buche, das nicht eigentlich für das Publikum bestimmt war7 demfelben nichts zu Tagen gehabt haben, wenn es nicht, fogar ungeendigt, auf die indiskreteste Weife vor einen Theil deflelben wäre gezogen worden. Ueber Dinge der Art vor der Hand nur soviel! — Ich glaubte, und glaube noch, den Weg entdekt zu haben, auf welchem die Philosophie )(% steh fich züm Range einer evidenten Wißenfchaft erheben mufs. Ich kündigte dies *) bescheiden an, legte dar, wie ich nach dieser Idee gearbeitet haben wurde, wie ich nun nach veränderter Lage nach ihr arbeiten müßte, und fing an den Plan ins Werk zu fetzen, Dies war natürlich. Es war aber eben so natürlich, daß andre Kenner, und Bearbeiter der Wiflen- fchaft meine Idee untersuchten, prüften, be- urtheilten, daß fie, fie mochten nun innere oder äußere Gründe haben, fich den Weg nicht gefallen zu laßen > den ich die Wißenfchaft führen wollte, mich zu widerlegen suchten. Aber wozu es dienen sollte, das was ich behauptet, geradezu ohne alle Prüfung zu verwerfen, höch- i’cens fich die Mühe zu nehmen, es zu verdrehen, jede Gelegenheit herbeizuziehen, um es auf die leidenfchaftlichfie Weife zu schmähen, und zu verschreien, läßt fich nicht einfehen. Was *) In fl.'r Schrift : lieber den Begriff der I / >' r ifJ'e?i[chafts- lenre , oder der Jo^cnnnnten Fhilojophie: Weimar im Verlage des Inuaftrie Comptoirs. 1794. V Was mag doch jene Beurtheiler To ganz aus ihrer Fällung gebracht haben? Sollte ich von Nachbeterei, und Seichtigkeit mit Achtung fprechen, da ich diefelben doch gar nicht achte? Was hätte dazu mich verbinden Folien? — besonders da ich mehr zu thun hatte, und vor mir jeder Stümper ruhig Feinen Weg hätte gehen mögen, wenn er mich nicht nö'thigte durch Aufdeckung Feiner Stümperei mir FelbftPlaz zu machen. Oder hat ihr Feindseliges Benehmen noch einen andern Grund ? — Für ehrliche Leute Fey folgendes getagt, für welche allein es einen Sinn hat,— Was auch meine Lehre Fey, ob ächte Philosophie, oder Schwärmerei, und Unfinn, Fo verschlägt dies meiner Person nichts, wenn ich redlich geforscht habe. Ich würde durch das Glük, die erftere entdekt zu haben, meinen persönlichen Werth Fo wenig gehoben , als durch dasUnglük, neue Irrthümer auf die Irrthümer aller Zeiten aufgebaut zu haben, denselben er- X 3 nie- -iy VI ■i... -3 ;.y\- niedrigt glauben. An meine Perfon denke ich überall nicht: aber für die Wahrheit bin ich entflammt, und was ich für wahr halte, das werde ich immer fo Itark, und fo entscheidend Tagen, als ich es vermag. Im gegenwärtigen Buche, wenn'man die Schrift: Grundrifs des Eigenthümlicben der Wif- fenfchaftslehre in Rükfcht auf das theoretifche Vermögen mit dazu nimmt, glaube ich mein Syriern fo weit verfolgt zu haben, dafs jeder Kenner fowohl den Grund, und Umfang deflelben, als auch die Art, wie auf jenen weiter aufgebaut werden muSs, vollständig überleben könne. Meine Lage erlaubt mir nicht, ein bestimmtes Verfprechenabzulegen, wann und wie ich die Bearbeitung deflelben fortfetzen werde. Die Darstellung erkläre ich felbftfür höchst unvollkommen, und mangelhaft, theils weil Sie för meine Zuhörer, wo ich durch den mündlichen Vortrag nachhelfen konnte, in einzelnen Bo- VII Bogen, fo wie ich für meine Vorlegungen einesbedurfte, erscheinen mufste; theils weil ich eine fefte Terminologie— das bequemfte Mittel für Buchfläbler jedes Syftem feines Geifteszu berauben, und es in ein troknes Geripp zu verwandeln — fo viel möglich zu vermeiden suchte. Ich werde diefer Maxime, auch bei künftigen Bearbeitungen des Syftems, bis zur endlichen vollendeten Darftellung delfelben, treu bleiben. Ich will jezt noch gar nicht zubauen, sondern möchte nur das Publikum veranlaßen, mit mir den künftigen Bau zu überschlagen. Man wird aus dem Zusammenhänge erklären, und lieh erft eine Ueberficht des Ganzen verfchaffen müden, che man lieh einen einzelnen Satzfcharf beftimmt; eine Methode, die freilich den guten Willen vorausfezt, dem Syfteme Gerechtigkeit wiederfahren zu laßen, nicht die Abficht, nur Fehler an ihm zu finden, X 4 Ich VIII Ich habe viele Klagen über die Dunkelheit, und Unvprftändlichkeit des bis jezt auswärts bekannten Theils diefcsBuchs, wie auch der Schrift: lieber den Begriff der IFffenfchafts lehre , gehört. Gehen die die leztere Schrift betreffenden Klagen insbefondre auf §. 8. derselben, fo kann ich allerdings Unrecht gehabt haben, dass ich die bei mir durch das ganze Syftern beftimmten Grundsätze deflelben hingab, ohne das Syftem,* und mir von denLefern und Beurtheilern die Geduld veriprach, alles so unbcftimmt zu laden, als ich es geladen hatte. Gehen fie auf die ganze Schrift, fo bekenne ich im Voraus, dass ich im Fache der Spekulation für diejenigen nie etwas verftändliches werde schreiben können, denen fie unverftändlichwar, Ift jene Schrift die Grenze ihres Verftehens, fo ift fie die Grenze meiner Verftändlichkeit; unsre Geifter find durch diefe Grenze von einander geschieden, und ich ersuche fie mit dem Leien meiner Schriften nicht die die Zeit zu verderben, — Habe dieses Nicht- verftehen einen Grund, welchen es wolle, es liegt in der WifTcnfchaftslehre felbft ein Grund, warum fie gewiflenLefern immer unverftändlich bleiben mufs: der, dafs fie das Vermögen der Freiheit der Innern Anfchauung vorausfezt, — Dann verlangt jeder philofophifche Schriftfieller mit Recht, dafs der Lefer den Faden desRäfon- nements feft halte, und nichts vorhergegangenes vergeflen habe, wenn er bei dem folgenden ficht. Etwas, das unter dielen Bedingungen nicht verftanden werden könnte, und nicht noth- wendig richtig verftanden werden müßte in diesen Schriften—■ ift mir wenigftens nicht bekannt; und ich glaube allerdings, dafs der Verfafler eines Buchs felbft bei Beantwortung diefer Frage eine Stimme habe. Was vollkommen klar gedacht worden ift, ift verftändlich; und ich bin mir be- wufst, alles vollkommen klar gedacht zu haben, fo dafs ich jede Behauptung zu jedem )( 5 be- beliebigen Grade der Klarheit erheben wollte, wenn mir Zeit, und Raum genug gegeben ift. Befonders halte ich für nöehig zu erinnern, dafs ich nicht alles Tagen, fondern meinem Le- fer auch etwas zum Denken überladen wollte. Es find mehrere Misverftändnifie, die ich ficher vorausfehe, und denen ich mit ein paar Worten hätte abhelfen können. Ich habe auch diefe paar Worte nicht gefagt, weil ich das Selbftdenken unterftützen möchte. Die Wiflenfchaftslehre foll fich überhaupt nicht auf dringen, fondern fie Toll Bedürfnifs feyn, wie fie es ihrem Verlader war. Die künftigen Beurtheiler diefer Schrift cr- fuche ich auf das Ganze einzugehen, und jeden einzelnen Gedanken aus dem Gesichtspunkte des Ganzen anzufehen. Der Hallifche Recenfent äudert feine Vermuthung, dafs ich blofs einen Scherz habe treiben wollen; die andernBeurthei- ler der Schrift; Ueber den Begriff der Waffen- fchafts- XI fchaftslehrc, fcheinendies gleichfalls geglaubt zu haben; fo leicht gehen fie über die Sache hin, und fo fpashaft find ihre Erinnerungen, als ob fie Scherz durch Scherz zu erwiedern hätten. Ich kann zu Folge der Erfahrung, dafs ich beim dreimaligenDurcharbeiten diefes Syjftema meine Gedanken über einzelne Sätze deflelben jedesmal anders modificirt gefunden, erwarten, dafs fie bei fortgefeztem Nachdenken fich immer weiter verändern und bilden werden Ich werde felbft am forgjfiltigften daran arbeiten, und jede brauchbare Erinnerung von andern wird mir willkommen feyn. — Ferner, fo innig ich überzeugt bin, dafs die Grundfätze, auf welchen diefes ganze Syftem ruht, unumftö'fslich find, und fo ftark ich auch hierund da diefeUeberzeugung mit meinem vollen Rechte geäußert habe, fo wäre es doch eine .mir bis jezt freilich undenkbare Möglichkeit, dafs fie dennoch umgeftofien würden. Auch das würde mir willkommen feyn, weil XII weil die Wahrheit dadurch gewinnen würde.. Man laffe fich nur ein auf diefelben, und versuche es, fie umzuftoffen. Was mein Syftem eigentlich fey, und unter welche Klaffe man es bringen könne, ob achter durchgeführter Kriticismus, wie ich glaube, oder wie man es fonft nennen wolle, thut nichts zur Sache. Ich zweifle nicht, dafs man ihm mancherlei Namen finden, und es mehrerer einander gerade zuwider laufenden Ketzereien beschuldigen werde. Dies mag man; nur verweise man mich nicht an alte Widerlegungen, fondern widerlege felbft, Iena zur Oftermeffe 1795. Er- N ■Mcvnr) E r ft e r T h e i 1.. Grundfätze der gelammten WifTenfchaftslehre. §. i. Erßer , fchlechthin unbedingter Grundfaz. \Y7 W ir haben den abfolnterften, fchlechthin unbedingten Grundfaz alles menschlichen WiilVn aufzufu- chen. Beweifen , oder beJUmmen lafst er lieh nicht, wenn er abfolaterfter Grundfaz feyn foll. Er foll diejenige Tkathanälung ausclritcken; die unter den etnpirifchen Beftiminungen unfers Bewuft- A 2 feyns fcyns nicht vorkommt, noch Vorkommen kann, Io rill ein vielmehr allem Bewuftfeyn zuin Grunde liegt, und allein es möglich macht. Bei Darstellung diel'er Thathandluiig ift weniger zu befürchten , dafs man ficlx etwa dabei dasjenige nicht denken werde, was man lieh zu denken hat — dafür ift durch die Natur unfers Geiftes schon geforgt — als, daTs man lieh dabei denken werde, was man nicht zu denken hat. Dies macht eine , Reflexion über dasjenige , was mau etwa zunäcß dafür halten könnte, und eine Abflnaktion von allein, was nicht wirklich dazu gehört, nothwendig. 8elbft vermittelst dieser abftrahirenden Reflexion nicht — kann Thatfache des Bewufstfeyns werden, was an sich keine ift; aber es wird durch iie erkannt, dafs man jene Thathandlung , als Grundlage alles Be- wiiftfeyns, nothwendig denken miilfe. Die Gesetze, nach denen man jene Thathandlung fielt als Grundlage des menschlichen Wißen schlechterdings denken muss, oder — welches das gleiche ift — die Regeln, nach welchen jene Reflexion angeftellt wird, find noch nicht als gültig erwiesen, sondern fts werden stillschweigend, als bekannt, und ausgemacht, vorausgefezt. Erft tiefer unten werden fte von dem Grundsätze, deilen Aufhellung blofs unter Bedingung ihrer Richtigkeit richtig ift, abgeleitet. Dies ift ein Zirkel; aber es ift ein unvermeidlicher Zirkel. (8. über den Begriff d. W. L. §. y.) Da er nun unvermeidlich, und frei zugeftanden ift, fo darf man auch bei Aufstellung des höchflen Grundsatzes auf alle Gefetze der allgemeinen Logik lieh berufen. Wir miiflen auf dem -Wege der anzuftellenden Reflexion von irgend einem Satze ausgehen, den uns Jeder ohne Widerrede zugiebt. Dergleichen Sätze dürfte es wohl auch mehrere geben. Die Reflexion ift frei; und es kommt nicht darauf an, von welchem lhmkte fie ausgeht. Wir wählen denjenigen, von welchen aus der Weg zu unferm Ziele am kurzelten ift. So wie diefer Satz zugeftanden wird, mufs zugleich dasjenige, was wir der ganzenWiflenfchaftslehre zum Grunde legen wollen, alsThathandlung zugeftanden feyn : und es mufs aus der Reflexion fleh ergeben, ricifs es als folche, zugleich mit jenem Satze , zugeftanden fey. — Irgend eine Thatfaclie des empirifehen Bewufstfeyns wird aufgeftellt; und es wird eine empi- rifche Beftimmung nach der andern von ihr abgesondert, fo lange, bis dasjenige, was fleh schlechthin felbft nicht wegdenken und wovon sich weiter nichts abfondern lässt, rein zurückbleibt. 1) Den Satz A iß A (soviel als A — A, denn das ift die Bedeutung der logischen Copula) giebt Ieder Zu; und zwar ohne lieh im geringften darüber zu bedenken: man anerkennt ihn für völlig gewiss und ausgemacht. Wenn aber Iemand einen Beweifs desselben fordern sollte, fo würde man fleh auf einen solchen Beweifs gar nicht einlassen, sondern behaupten, jener Satz £ty fthleckthin, d. i, ohne allen weitern Grund, gewiss : und indem man dieses, ohne Zweifel mit allgemeiner Beiftimmung, thnt, schreibt man lieh das Vermögen zu, etwas fchlechtkin z:t fetzen . 2) Man fezt, durch die Behauptung, dafs obiger Satz an (ich gewifs fey nicht, dafs A fey, Der Saz A iß A ift gar nicht gleichgeltend dein: A iß, oder; es iß ein A. ( Seyti , ohne Prädikat gefezt, drückt etwas ganz anders aus, als feyn mit einem Prädikate, worüber weiter unten). Alan nehme an , A bedeute einen in zwei gerade Linien eingefchlofsnen Raum, Io bleibt jener Saz immer richtig: ob gleich der Saz A iß, offenbar fallch wäre. Sondern man fezt: wenn A fey, fo fey A. Mithin ift davon ob überhaupt A fey, oder nicht, gar nicht die Frage. Es ift nicht die Frage vom Geheilte des Satzes , fondern blofs von feiner Form; nicht von dem , wovon man etwas weifs , fondern von dem, was man weifs, von irgend einem Gegenftande i welcher es auch feyn möge. Mithin wird durch die Behauptung, dafs der obige Saz schlechthin gewifs fey, das feftgefezt, dafs zwilchen jenem IFenn , und diefem So ein nolhwendiger Zufammenhang fey; und der nolhwendige Zufcimmcn- hang zwifchen beiden ift es, der fehle chthin, und ohne allen Gnnd gefezt wird. Ich nenne dielen nothwen- digen Zufammenhang vorläufig ~ X. • 5 ) In Riikficht auf A felbft aber, ob es fey, oder nicht, ift dadurch noch nichts gefezt. Es entsteht alfo die fraget unter wenn ei izci....giing; ,j i ueuu n, a) X wenigstens ift im Ich, und durch das Ich gefezt — denn das Ich ift es, welches im obigen Satze urtheilt, und zwar nach X, als einem Gefetze, ur- theilt; theilt; welches mithin dem Ich gegeben, und da es schlechthin und ohne allen weitern Grund aufgeftellt wird, dem Ich durch das Ich felbft gegeben feyn iiiufs. b) ob, und wie A überhaupt gefezt fey, wißen wir nicht; aber da X. einen Zufammenhang zwischen e.inem unbekannten Setzen des A, und einem, unter der Bedingung jenes Setzens, absoluten Setzen desselben A bezeichnen soll, fo ift, wenigflens in fofern jener Zufammenhang gefetzt wird, A in dem Ich, und durch das Ich gefezt, fo wie X. — X ift nur in Beziehung auf ein A. möglich; nun ift X. im Ich wirklich gefezt: mithin inufs auch A, im Ich gefezt feyn, infofern X. darauf bezogen wird, c) X. bezieht ftch auf dasjenige A, welches im obigen Satze die logische Stelle des Subjekts einnimmt, eben fo , wie auf dasjenige , welches im Prädikate fteht; denn beide werden durch X vereinigt. Beide alfo find, infofern lie gefezt find, im Ich gefezt; und das im Prädikate wird, unter der Bedingung, dafs das im Subjekte gefezt fey, schlechthin gefezt; und der obige Saz lässt demnach lieh auch fo ausdriieken; Wenn A. im Ich gefezt ift, fo iß es gefezt; oder — fo iß es, 4) Es wird demnach durch das Ich vermitteln X. gefezt; A fey für das urtheilende Ich , fehlechthin , und lediglich Kraft feines Gefezt fey ns im Ich überhaupt; das heilst: es wird gefezt, dafs im Ich, — es fey nun insbesondre fetzend, oder urtheilend , oder was es auch fey — etwas fey, das ftch ftets gleich, stets Ein und eben dasselbe fey ; und das schlechthin gefetzte X. A bf lässt 8 läfst fich auch fo ausdrücken: Icii ,_ Ich; Ich bin Ich. » 51 Durch (liefe Operation ’fi'nd Vvir fchon unvermerkt zu dein Satze : Ich bin ( zwar nicht als Ausdruck* einer Thqthandlnng, aber doch einer Jhat jache), ange- kpimiien. Denn , , X ift schlechthin gefezt; das iffc Thatfacbe deS eni- pirifchen Bewufstfeyns. Nun ift X gleich dein Shi/.h':' Ich bin Ich: mithin ift auch dieser schlechthin geffez't. Aber der Sät: Ich bin Ich, hat eine ganz ander0. Bedeutung, als der Saz A ift A. — Ne ml ich der lez- tere hat nur unter einer gewilfen Bedingung einen Gehalt. Wenn A. gefezt ift, fo ift es freylich als A, mir dem Prädikate A. gefezt. Es ift aber durch jenen Saz noch gar nicht ausgemacht, ob es überhaupt gefezt, mithin, ob es mit irgend einem Prädikate gefezt fey. Der Saz: Ich bin Ich, aber gilt unbedingt, und schlechthin, denn er ift gleich dem Satze X.; er gilt' nicht nur der Foprin, er gilt auch feinem Gehalte nach. In ihm ift das Ich, nicht unter Bedingung, sondern schlechthin, mit dem Prädikate der Gleichheit mit sich selbst gefezt'; es iß alfo gefezt; und der Saz läfst fich auch ausdrücken ; Ich bin, Diefer Saz: Ich bin, ift bis jezt nur auf ;eine Thatfacbe gegründet, und hat keine andre Gültigkeit, als die einer Thatfacbe. Soll der Saz A ~ A (oder beftimmter, dasjenige was in ihm schlechthin gefezt ift ~ X) gewifs feyn, fo nnifs auch der Saz: Ich bin, gewifs feyn. Nun ift es Thatfacbe des empirischen Bewufstfeyns, dafs wir genöthigt find, X. für schlechthin hin gewifszü halten; mithin'auch den Saz: Ich bin — auf welchen X. lieh gründet. Es ift demnach Erklär rungsgiumd aller Thatfachen des empirifchen Bewufstfeyns, dafs tvor allem Setzen im Ich vorher das Ich felbft gefezt fey-. — (Aller Thatfachen, Tage ich: und das hängt vom Beweife des Satzes ab, dafs X. die höchste Thatfache des empirifchen Bewufstfeyns fey, die allen' ztim Grunde liege , und in allen enthalten fey: welcher wohl ohne allen Beweifs zugegeben werden dürfte, öhnerachtet die ganze Wiffenfchafts-» lehre fich damit-befchäftiget, ihn zu erweifen). 6) Wir gehen auf den Funkt zurülc; von welchem wir ausgingen. a ) Durch den Saz A rr A. wird geurtheilt. Alles Urtheilen. ^aher ift laut des empirifchen Bewufstfeyns ein Handeln'des menschlichen Geiftes ; denn es hat alle Bedingungen der Handlung im empirifchen Selbftbe- wufstfeyn, welche zuin Behuf der Reflexion, als bekannt und ausgemacht, vorausgefezt werden muffen. h) Diesem Handeln nun liegt etwas auf nichts höheres, gegründetes, neinlick X ng Ich bin, zutu Grunde. c) Demnach ift das fchlechihin gefezte , und auf fich felbft gegründete — Grund eines, gewijfen (durch die ganze Wiffenfchaftslehre wird fielt ergeben, alles ) Handelns des menschlichen Geiftes, mithin fein reiner Charakter; der reine Charakter der Thätigkeit an fich: abgelehen von den befondern empirifchen Bedingungen derselben. A 5 Alle Alfo das Setzen des Ich durch lieh felblt ilt die reine Thätigkeit deffelben. — Das Ich fezt fielt felbfl, und es ift , vermöge diefes blofsen Setzens durch fielt felbft; und umgeh ehrt: Das Ich iß , und es.J.ezt fein Seyn, vermöge feines blofsen Seyns. — Es ift zugleich das Handelnde, und das Produkt der Handlung;, das Thätige, und das, was durch die Thätigkeit hervorgebracht wird; Handlung, und That find Eins und eben dailelbe; und daher ift das: Ich bin, Ausclruk einer Thathandlung; aber auch der einzigen möglichen, wie lieh aus der ganzen Willenfchaftslehre ergeben lnufs, 7) Wir betrachten jezt noch einmal den Saz: Ich bin Ich. a) Das Ich ift fehlechtbin gefezt. Man nehme an , dafs das im obigen Satze in der Stelle des formalen Subjekts *) flehende Ich das Jchlechthin gefezte; das in . der So ift es auch allerdings der logischen Form jedes Satzes nach. In dem Satze A =r A ift das eilte A dasjenige , welches im Ich, entweder schlechthin, wie das Ich felbft, oder aus irgend einem Grunde, wie jedes beftimmte Nicht - Ich gefezt wird. In diesem Geschäfte verhält sich das Ich als absolutes Subjekt; und man nennt daher das eilte A. das Subjekt. Durch das zweite A wird dasjenige bezeichnet, welches das lieh felbft zum Objecte der Reflexion machende Ich, als in fleh gefezt, vorfindet, weil es dasselbe erft in lieh gefezt hat. Das lu theilen- de Ichprädicirt etwas, nicht eigentlich von A, sondern von sich selhft, dass es nemlich in fleh ein A vorfinde: und daher heilst das zweite A das Prädikat. — So bezeichnet im Satze A = B. A das, was jetzt gefezt wird ; B dasjenige, was als gefezt, lchott der Stelle des Prädikats aber das /eyende bedeute; fo wird durch das schlechthin gültige Urtheil, dals beide rollig Eins feyen ausgesagt, oder schlechthin geleit; das Ich fey, weil es fielt gefeit habe. b) Das Ich in der erstem, und das in der ?weiten Bedeutung lohen fielt schlechthin gleich feyn, Mau kann demnach den obigen Saz auch nmkehren, und Tagen: das Ich fezt sich felblt, schlechthin weil es ift. Es fezt fielt durch fein blofses Seyn, und iß durch fein blofses Gefeztl'eyn. ,, Und dies macht es denn völlig klar, in welchem Sinne wir hier das Wort Ich brauchen , und führt uns auf eine bestimmte Erklärung des Ich, als absoluten Subjekts. Dasjenige deffen Seyn ( IFefen ) blos darin befiehl, dafs es /ich felbft als jeyend , fezt, ist das Ich, als absolutes Subjekt. So wie es lieh fezt, ift es; und fo wie es ifi, J'ezt es sich; und das Ich ift demnach für das Ich schlechthin, und notltwendig. Was für sich feibß nicht ift, ift kein Ich. (Zur Erläuterung! Man hört wohl die Frage aufwerfen; was war ich wohl, ehe ich zuin Selbstbewusst fey n kam? Die natürliche Antwort darauf ift: ich war gar nicht; denn ich war nicht Ich. Das Ich ift nur insofern; inwiefern es fielt feiner bewusst ift. — Die Möglichkeit jener Frage gründet fielt auf eine Verwirrung zwilchen dem Ich als Subjekt', und dem Ich als Objekt der Reflexion des absoluten Subjekts, fchon angetvoffen wird. — Ift dvükt den Uebergsng des Ich vom Setzen zur Reflexion über das gefezte aus. 12 jekts, und ift an fich völlig unftatthaft. Das Ich /teilt lieh feibft vor, nimmt infofern lieh felbft in die Form der Verkeilung auf, und ift erft nun Etwas, ein Objekt; das Bewufstfeyn bekommt in diefer Form ein Subftrat, welches iß, auch ohne wirkliches Bewufst- feyn, und noch dazu körperlich gedacht wird. Man denkt lieh einen solchen Zufland , und fragt: lEas war damals das Ich; d. h. was ift das Subftrat des Bewufst- feyns. Aber auch dann denkt man unvermerkt das ' abfolute Subjekt, als jenes Subftrat anfehauend, mit hinzu’, man denkt alfo unvermerkt gerade dasjenige hinzu, wovon man abltrahirt zu lieben vorgab; und widerspricht sich felbft. Man kann gar nichts denken, ohne fein Ich, als fich feiner felbft bewirfst, mit hinzu denken; man kann von feinen Selbftbewufstfeyn nie abftrahirpn: mithin find alle Fragen von der obigen Art nicht zu beantworten, denn he find, wenn man sich felbft wohl verlieht, nicht aufzuwerfen). 8) Ift das Ich nur infofern es lieh fezt, fo ift es auch nur für das fetzende, und fezt nur für das fey ende — Das Ich iß für das Ich — fezt es aber fich felbft, schlechthin, fo wie es ift, fo fezt es fich noth- wendig, und ift notliwendig für das Ich. Ich bin nur für Mich ; aber für Mich bin ich notliwendig. (indem ich sage für Mich, letze ich schon mein Seyn). q) Sich fel’oß fetzen, und Seyn, find, vom Ich gebraucht, völlig gleich. Der Saz: Ich bin, weil ich mich felbft gelezt habe, kann demnach auch fo airsgedrückt werden: Ich bin fchlechthin , weil ich bin . Ferner Ferner, das lieh fetzende Ich, nnd das feyende Ich find völlig gleich, Ein und eben da Heike. Das Ich ift dasjenige, als was es lieh fezt; und es fezt lieh als dasjenige , was es ift. AIfo : Ich bin fchlechthin, ■was ich bin, xo) Der unmittelbare Ausdruk der jezt entwikel- ten Thathaudlung wäre folgende Formel: Ich' bin fchlechthin, d i. ich bin fchlechthin, weil ich bin ; und bin fchlechthin, w as ich bin ; beides fii r das Ich. Denkt man lieh die Erzählung von diefer That- bandlung an die Spitze einer Wiffenfchaftslehre, fo multe fie etwa folgendermaafsen ausgedrükt werden : Vas Ich Jezt urfprünglich fchlechthin fein eignes Seyn. Wir find von dem Satze A “ A ausgegangen; nicht, als ob der Saz : Ich bin, fich aus ihm er weilen liefse, fondern weil wir von irgend einem, im empiri- fchen Bewufstfeyn gegebnen gewif/en , ausgehen rauften. Aber felbft in unfrer Erörterung hat fich ergeben, dafs nicht der Saz: A ZU A den Saz Ich bin, fondern dafs vielmehr der leztere den elftem begründe. Wird im Satze Ich bin von dein beftinnnten Gehalte, dem Ich, abftrahiert, und die blofse Form, welche mit jenem Gehalte gegeben ift, die Form der Folgerung vom Gefetztfeyn auf das Seyn , übrig geladen; wie es zum Behuf der Logik (S. Begriff d. W. L. §, 6.) ge- fche- fchehen muTs; To erhält man als Gnmdfax der Logik den Saz A “ A, der nur durch die Wiß'enfchaftsleh- re erwiefen und beftimmt werden kann. Erwiefen: A iftA, weil das Ich, welches A gefezt hat, gleich ift demjenigen, in welchem es gefezt ift: beßimmt; alles was ift, ift nur infofern , als es im 1, h gefezt ift, und außer dem Ich ift nichts. Kein mögliches A im obigen. Satze (kein Ding') kann etwas anders feyn, als ein im Ich gefeztes. Abftrahiert man ferner von allem Urtheilen, als beftiunnten Handeln, und fieht blofs auf die durch je* ne Form gegebne Handlungstri des menfchlichen Gei. ft es überhaupt, fo bat inan die Kategorie der Realität. Alles, worauf der Saz A “ A anwendbar ift, hat, M- tuiefern derjelbe darauf anwendbar iß , Realität. Dasjenige, was durch das blofse Setzen irgend eines Dinges (eines iin Ich gefezten) gefezt ift, ift in ihm Realität, ift fein Wefen. (Der Maimonfche Skepticismus gründet fich zulezt auf die Frage über unfre Befugnils zur Anwendung der Kategorie der Realität. Diele Befugnifs läfst fich aus keiner andern ableiten, fondern wir find dazu fchlecht- hin befugt. Vielmehr müllen aus ihr alle möglichen übrigen abgeleitet werden; und leib ft der Maimonfche Skepticismus fezt fie unvermerkt voraus, indem er die Richtigkeit der allgemeinen Logik anerkennt. - Aber es läfst lieh etwas aufzeigen, wovon jede Kategorie l’elbft abgeleitet ift: das Ich, als abfolutes Subjekt. Für alles mögliche übrige, worauf lie angewendet werden follj mufs gezeigt werden, dafs aus dem Ich Rea- Realität darauf übertragen werde : — dafs es feyn muffe, wofern das Ich fey.- Auf unfern Saz. als absoluten Grundfaz alles Wif- fens hat gedeutet Kant in feiner Deduktion der Kategorien; er hat ihn aber nie als Grundfaz bestimmt auf» gestellt. Vor ihm hat Kartes einen ähnlichen angegeben : cogito . ergo sum, welches nicht eben der Unter- faz , und die Schlufsfolge eines Syllogifin feyn mufs, delfen Oberfaz hiefse: quodcunque cogitat, eft: sondern welches er auch lehr wohl als unmittelbare That- fache des Bewufstfeyns betrachtet haben kann. Dann hiefse es foviel, als cogitans sum, ergo sum (wie wir lagen würden, sum, ergo sum). Aber dann ift der Zufaz cogitans völlig überflüssig; man denkt nicht nothwendig, wenn man ift, aber man ift nothwendig, wenn man denkt. Das Denken ift gar nicht das We- fen , sondern nur eine befondre Bestimmung des Seyns ; und es giebt ausser jener noch manche andere Bestimmungen unfers Seyns. — Reinhold stellt den Saz der Vorstellung auf, und in der Karteüfchen Form würde fein Grundfaz heifsen: Piepraesento , ergo sum, oder richtiger repraesentans sum , ergo sum. Er geht um ein beträchtliches weiter, als Kartes; aber, wenn er nur die Wissenschaft selbst, und nicht etwa blofs die Propädevtik derselben aufstellen will, nicht weit genug; denn auch das Vorstellen ift nicht das Wefen des Seyns, sondern eine befondre Bestimmung desselben; i € ben; und es giebt. aulfer diefer noch andere Beltim- mungen unfers Seyns ob ße gleich durch das Medium der l'orfleihmg hindurch gehen miijfen , um zum empiri - fchen Bewufstfeyn zu gelangen. Ueber unfern Saz, in dem angezeigten Sinne, hinansgegangen ift Spinoza. Er läugnet nicht die Einheit des empirifchen Bewufstfeyns, aber er läugnet gänzlich das reine Bewufstfeyn. Nach ihm verhält lieh die ganze Reihe der Verheilungen eines empirifchen Subjekts zum einzigen reinen Subjekte, wie eine Verheilung zur Reihe. Ihm ift das Ich (dasjenige, was Er Sein Ich nennt, oder ich mein Ich nenne) nicht fchlechthin, weil es ift; fondern weil etwas anderes ift. — Das Ich ift nach ihm zwar für das Ich — Ich, aber er fragt, was es für etwas aulfer dem Ich feyn würde. Ein fclches „aulfer dem Ich“ wäre gleichfalls ein Ich, von welchem das gefezte Ich (z.B, mein Ich) und alle mögliche fezbare Ich Modificationen wären. Er trennt das reine, und das empirifche Bewufstfeyn. Das erftere fezt er in Gott, der feiner hch nie bewufst wird, da das reine Bewufstfeyn nie zum Bewufstfeyn gelangt; das lezte in die behindern Modificatio- neu der Gottheit. So aufgeftellt ift fein Sy hem völlig ccnfequent, und unwiderlegbar, weil er in einem Felde hch befindet, auf welches die Vernunft ihm nicht weiter folgen kann; aber es ift grundlos ; denn was berechtigte ihm denn über das im empirifchen Bewufstfeyn gegebne reine Bewufstfeyn hinaus zu gehen? — — Was ihm auf fein Sy Item trieb, läfsthch wohl aufzeigen: nemlich das notkwendige Streben, die hüchfte Einheit in der menschlichen Erkenntnifa her» *7 hervorzubringen. Diefe Einheit ift in feinem Sy- ftem; und der Fehler ift blofs darin, dafs er aus theoretischen Vernunftgründen zu fchliefsen glaubte, wo er dochblos durch ein praktisches Bediirfnifs getriebeii wurde: dafs er etwas wirklich gegebnes aufzuftellen glaubte, da er doch Blofs ein vorgeftektes , aber nie zu erreichendes Ideal aufftellte. Seine hochfte Einheit, werden wir in der Wiflenfchaftslehre wieder finden; aber nicht als etwas, das ifl, sondern als etwas, das durch uns hervorgebracht werden füll, aber nicht kam:. — — Ich bemerke noch, dafs man, wenn man das Ich bin überschreitet, nothwendig auf den Spino- zismus kommen mufs! (dafs das Leibnizifche System, in feiner Vollendung gedacht, nichts anders fey, als Spinozismus, zeigt in einer sehr lefenswerthen Abhandlung : lieber die Progreßen der Philosophie u. f. w. Salomo Maimon. ) und dafs es nur zwei völlig confe- quente Systeme giebt; das Kritische, welches diefe Grenze anerkennt, und das Spinozische, welches fie überspringt. §. 2 . Zweiter , feinem Gehalte nach bedingtet Grundfaz. Aus dem gleichem Grunde, aus welchem der erste Grundfaz nicht bewiesen, noch abgeleitet werden konnte, kann es auch der zweite nicht. Wir gehen daher auch hier, gerade wie oben, von einer That- fache des empirischen Bewuftfeyns aus, und verfahren mit derselben aus der gleichen Befugnifs auf die gleich« Art. B 1) Der iS ■ ■■'.-i 1) Der Saz : — A nicht ZZ A, wird ohne Zwei» Fel von Jedem für völlig gewifs und ausgemacht anerkannt, und es ift kaum zu erwarten, dafs Jemand den Beweifs deifelben fordre. 2 ) Sollte aber dennoch ein solcher Beweifs möglich feyn, fo könnte er in unferm Systeme (dessen Richtigkeit an lieh freilich noch immer bis zur Vollendung der Wiflenfchaft problematisch ist) nicht anders , als aus dem Satze: A — A, geführt werden. 3) Ein solcher Beweifs aber ift unmöglich. Denn fetzet das äufl'erfte, dafs nemlich der ausgestellte Saz dem Satze: — A ~ _ A , mithin — A irgend ei. nem im Ich gefezten Y. völlig gleich fey, und er nun soviel heiffe, als: wenn das Gegentheil Von A gefezt Ist, fo ist es gefezt: fo wäre hier der gleiche Zusammenhang (~ X. ) schlechthin gefezt, wie oben; und es wäre gar kein vom Satze A ~ A abgeleiteter, und durch ihn bewiefner Saz, sondern es wäre dieser Saz selbst. » . Und fo steht denn auch wirklich die Form diefes Satzes, insofern er blofser logischer Saz ist, unter der höchsten Form, der Förmlichkeit überhaupt, der Einheit des Bewußfeyns. 4) £s bleibt gänzlich unberührt die Frage: Ift denn, und unter welcher Bedingung der Form der blo£~en Handlung ist denn das Gegentheil von A. ge. fezt. Diese Bedingung ist es, die steh vom Satze ^ ^ müsste ableiten lassen, wenn der oben aufge- flellte Saz selbst ein abgeleiteter feyn sollte. Aber eine dergleichen Bedingung kann steh aus ihm gar nicht ergeben, da die Form des Gegenfetzens in der Form des , .V ...V -s des Setzens fo wenig enthalten wird, dafs fie ihr vielmehr felbft entgegengefezt ift. Es wird demnach ohne alle Bedingung, und schlechthin entgegengefezt, — A ift als solches, gefezt, schlechthin, weil es ge- fezt ift. Demnach kommt unter den Handlungen des Ich, fo gewiss der Saz — A nicht — A, unter den That- fachen des empirischen Bewultfeyns vorkommt, ein Entgegensetzen vor; und dieses Entgegensetzen ift feiner blofsen Form nach eine fc.lechthin mögliche, unter gar keiner Bedingung flehende, und durch keinen hohem Grund begründete Handlung, (Die logi/che Form des Satzes als Satzes fleht, ( wenn der Saz ausgestellt wird — A ~ _ A) unter der Bedingung der Identität des Subjekts, und des Prädikats (d. i. des vorßeliendm , und des als versteh ^end vorgeflellten Ich; S. 10. d. Anmerk.) Aber felbft die Möglichkeit des Gegenfetzens an fleh fezt dielden- tität des Bewuftfeyns voraus; und der Gang des in dieser Funktion handelnden Ich ift eigentlich folgender: A (das schlechthin gefetzte) — A, (dem , worüber re- flektirt wird). Diefem A als Objekte der Reflexion, wird durch eine absolute Handlung entgegengefezt _ A, und von diefem wird geurtheilt, dafs es auch dem schlechthin gefezten-jA entgegengefezt fey, weil das erftere dem leztern gleich ift; welche Gleichheit fich (§. 1.) auf die Identität des fetzenden, und des reflek- tirenden Ich gründet. — Ferner wird vorausgefezt, dafs das in beiden Handlungen handelnde, und über beide urtheilende Ich das gleiche fey. Könnte diefes B a felbft 90 felbft in beiden Handlungen fich efitgegengefezt feyn, fo würde — A feyn — A. Mithin ift auch derüeber- gang vom Setzen zum Entgegenfetzen nur durch die Identität des Ich möglich). 5) Durch diele abfolute Handlung nun, und fchlechthin durch lie, wird das entgegengefezte, infofern es ein entgegengele/.tes ift (als blofses Gegenthcil überhaupt) gefezt. Iedes Gegentheil, infofern es das ift, ift fchlechthin, kraft einer Handlung des Ich, und aus keinem andern Grunde. Das Eiitgegengefeztfeyn überhaupt ift fchlechthin durch das Ich gefezt. 6 ) Soll irgend ein — A gefezt werden, fo mufs ein A gefezt feyn. Demnach ift die Handlung des Entgegenfetzens in einer andern Rücklicht auch bedingt. Ob überhaupt eine Handlung möglich ift, hängt von einer andern Handlung ab ; die Handlung ift demnach der Materie nach, als ein Handeln überhaupt, bedingt ; es ift ein Handeln in Beziehung auf ein anderes Handeln. Dafs eben fo , und nicht anders gehandelt wird, ift unbedingt; die Handlung ift ihrer Form, (in Abftcht des Wie ) unbedingt. (Das Entgegenfetzen ift nur möglich unter Bedingung der Einheit des Bewuftfeyns des fetzenden, und des entgegenfetzenden. Hinge das Bewuftfeyn der erften Handlung nicht mit dem Bewuftfeyn der zweiten zufammen; fo wäre das zweite Setzen kein Gegen- fetzen, fondern ein Setzen fchlechthin. Erft durch Beziehung auf ein Setzen wird es ein Gegenfetzen). 7 ) Bis y) Bis jezt ift von der Handlung, als bloßer Handlung, von der Handlungsari geredet worden. Wir gehen über zum Produkte derlelben ~ — A. Wir können im _ A abermals zweierlei unterscheiden ; die Form delTelben, und die Materie. Durch die Form wird bestimmt, dafs es überhaupt ein Gegen- theil fey (von irgend einem X ). Ift es einem bestimmten A. entgegengefezt, fo hat es Materie', es ift irgend etwas bestimmtes nicht. 8) Die Form von _A wird bestimmt durch die Handlung schlechthin; es ift ein Gegentheil, weil es Produkt eines Gegenfetzens ift: die Materie durch A; es ift nicht, was A ift; und fein ganzes Wefen besteht darin, dafs es nicht ift, was A ift. — Ichweifs von — A, dafs es von irgend einem A das Gegentheil fey. Was aber dasjenige fey, oder nicht fey, von welchem ich jenes weifs, kann ich nur unter der Be* dingung willen, dafs ich A kenne. 9) Es ift ursprünglich nichts gefezt, als das Ich; und dieses nur ift schlechthin gefezt (§. 1). Demnach kann nur dem Ich schlechthin entgegengefezt werden. Aber das dem Ich entgegengefezte ift — Nicht - Ich. 10) So gewiss das unbedingte Zugeftehen der absoluten Gewissheit des Satzes : _ A nicht — A unter den Thatfachen des empirischen Bewuftfeyns vorkommt : fo gewifs wird dem Ich fchlechthin entgegengefezt ein Nicht - Ich. Von diesem ursprünglichen Entgegensetzen nun ift alles das, was wir fo eben vom Ent- B 3 ge- gegenfetzen überhaupt getagt haben, abgeleitet; und es gilt daher von ihm ursprünglich: es ift alfo der Form nach schlechthin unbedingt, der Materie nach aber bedingt. Und fo wäre denn auch der zweite Grundfaz alles menschlichen Willens gefunden. i r) Von allein , was dem Ich zukommt, mufs kraft der blolsen Gegenfetzung dein Wicht-Ich das Gegen- theil zukonunen. (Es ift die gewöhnliche Meinung, dass der Begriff des Nicht-Ich ein diskurfiver, durchAbftraktion von allen Vorgeftellten entftandner Begriff fey. Aber die Leichtigkeit dieser Erklärung lässt ftch leicht dar- thun. Sa wie ich irgend etwas yorßellen foll, mufs ich es dem Verheilenden entgegensetzen. Nun kann und mufs allerdings in dem Objekte der Vorstellung irgend ein X, liegen, wodurch es Ach als ein Vorzu- ftellendesj nicht aber als das Verheilende entdekt: aber da-fs alles, worin dieses X. liege, nicht das Vorhellende , sondern ein Vorzuhellendes fey-, kann ich durch keinen Gegenstand lernen; vielmehr giebt es nur unter Voraussetzung jenes. Gesetzes erß überhaupt einen Gegenstand), Aus dem materialen Satze j Ick bin entftand durch Abstraktion vonfeinem Gehalte der blofs formale, und logische; A zz A. Aus dem im gegenwärtigen §. auf* gehellten entsteht durch die gleiche Abstraktion der lo- löbliche Saz: — A nicht ~ A , den ich den Saz des Gegenfetzens nennen würde. Er ift hier noch nicht füglich zu beftünmen, noch in einer wörtlichen For 1 mel auszndrücken; wovon der Grund Achim folgenden §. ergeben wird. Abftrahirt inan endlich von der beftimmten Handlung des Urtheilens ganz, und fieht blos auf die Form, der Folgerung vom Entgegengefezt- feyn auf das Nicht- Seyn, fo hat man die Kategorie der Negation. Auch in diele ift erft im folgenden §. eine deutliche Einftcht möglich. H. 3. Dritter, feiner Form nach bedingter Grundfaz,, Mit jedem Schritte, den wir in untrer WilTen- fchaft vorwärts thun, nähern wir uns dem Gebiete, in welchem Ach alles erweitert läfst. Im erften Grundsätze füllte, und konnte gar nichts erwiefen werden; er war der Form sowohl als dem Gehalte nach unbedingt , und ohne irgend einen hohem Grund gewifs. Im zweiten liefs zwar die Handlung des Entgegenfetzens Ach nicht ableiten; wurde aber nur Ae ihrer blofsen Form nach unbedingt gefezt, fo war ftreng erweifslich, dafs das Entgegengefezte ~ Nicht - Ich feyn müfste. Der dritte ift fall durchgängig eines Beweifes fähig, weil er nicht, wie der zweite dem Gehalte, sondern vielmehr der Form nach, und nicht wie jener, von Einem, sondern von Zwey Sätzen bestimmt wird. Er wird der Form nach bestimmt, und ift blofs dem Gehalte nach unbedingt — heilst: die Aufgabe für die Handlung, die durch ihn aufgeftellt wird, ift B 4 be- beftimmt durch die vorhergehenden z\vei Sätze gegeben, nicht aber die Löfung derselben. Die Ieztere geschieht unbedingt, und schlechthin durch einen Machtfpruch der Vernunft. Wir heben demnach mit einer Deduktion au, und gehen mit ihr, fo weit wir können. Die Unmöglichkeit, iie fortzufetzen, wird uns ohne Zweifel zeigen, wo wir fie abzubrechen , und uns auf jenen unbedingten Machtfpruch der Vernunft, der sich aus der Aufgabe ergeben wird, zu berufen haben, A) i) Insofern das Nicht-Ich gefezt ift, ift das Ich nicht gefezt; denn durch das Nicht-Ich wird das Ich völlig aufgehoben. Nun ift das Nicht-Ich im Ich gefezt: denn es ift entgegengefezt; aber alles Entgegenfetzen fezt die Identität des Ich, in welchem gefezt,' und dem gefezten entgegengefezt wird , voraus. Mithin ift das Ich im Ich nicht gefezt, info- fern das Nicht - Ich darin gefezt ift. D) Aber das Nicht-Ich kann nur infofern gefezt werden , in wiefern im Ich (in dem identischen Bewufifeyn) ein Ich gefezt ift, dem es entgegengefezt werden kann. Nitn foll das Nicht-Ich im identischen Be- Wufstfeyn gefezt werden. Mithin mufs in demselben. insofern das Nicht- Ich gefezt feyn foll, auch das Ich gefezt feyn, 3) Beide 5) Beide Schlufsfolgen find fich entgegengefezt : beide find aus dem zweiten Grundfatze durch eine Analyfe entwickelt, und mithin liegen beide in ihm, Alfo ift der zweite Grundfaz fich felbft entgegengefezt, und hebt fich felbft auf. 4 ) Aber er hebt fich felbft nur infofern auf, inwiefern das gefezte durch das entgegengefezt« aufgehoben wird, mitliiq, in wiefern er felbft Gültigkeit hat. Nun foll er durch fich felbft aufgehoben feyn, und keine Gültigkeit haben. Mithin hebt er fich nicht auf. Der zweite Grundfaz liebt fich auf; und er hebt fich auch nicht auf. 5) Wenn es fich mit dem zweiten Grundfatze fo verhält, fo verhält es fich auch mit dem erften nicht anders. Er hebt fich felbft auf, und hebt fich auch nicht auf. Denn Ift Ich — Ich, fo ift alles gefezt, was im Ich gefezt ift. Nun foll der zweite Grundfaz im Ich gefezt feyn, und; auch nicht im Ich gefezt feyn. Mithin ift Ich nicht ~ Ich, fondern Ich ZU Nicht-Ich, und Nicht-Ich — Ich. B) Alle diefe Folgerungen find von den aufgeftell« ten Grundfätzen, nach den als gültig vorausgefeztent Reflexionsgefetzen abgeleitet; fie müflen demnach richtig feyn. Sind fie aber richtig, fo wird die Identität des Bewufstfeyns, das einige abfolute Fundament un- B 5 fers 20 fers Willens aufgehoben. Hierdurch nun wird itnfre Aufgabe beftimmt, Es Toll nemlich irgend ein X. gefunden werden , vermitteln delfen alle jene Folgerungen richtig feyn können, ohne dafs die Identität des Bewufstfeyns aufgehoben werde. 1) Die Gegenfätze, welche vereinigt werden Tollen, find im Ich, als Bewufstfeyn. Demnach inufs auch X. im Bewufstfeyn feyn. 2 ) Das Ich fowohl, als das Nicht-Ich find beides Produkte urfpriinglicher Handlungen des Ich, und das Bewufstfeyn felbft ift ein folches Produkt der erften urfprünglichen Handlung des Ich, des Setzens des Ich durch lieh felbft. 3) Aber, laut obiger Folgerungen, ift die Handlung. deren Produkt das Nicht-Ich ift, das Entgegenfetzen, gar nicht möglich ohne X, Mithin mufs X, felbft ein Produkt, und zwar ein Produkt einer urfprünglichen Handlung des Ich feyn. Es giebt demnach eine Handlung des menfchlichen Geistes ~ Y. deren Produkt — X. ift, 4 ) Die Form diefer Handlung ift durch die obige Aufgabe vollkommen beftimmt. Es sollen durch fie das entgegengefezte Ich, und Nicht» Ich vereinigt, gleich gefezt werden, ohne dafs fie fielt gegenseitig aufheben. Obige Gegenfätze sollen in die Identität des einigen Bewusst» feyns aufgenommen werden. 5 ) 5) Wie dies aber gefchehen könne , und auf welche Art es möglich feyn werde, ift dadurch noch gar nicht bestimmt; es liegt nicht in der Aufgabe, und labst sich aus ihr auf keine Art entwickeln, Wir muhen demnach, wie oben, ein Experiment machen, und uns fragen: wie lallen A und — A, Seyn , und Nicht - Seyn, Realität, und Negation sich zufammen denken, ohne dafs fie lieh vernichten', und aufheben? 6) Es ift nicht zu erwarten, dafs irgend jemand diefe Frage anders beantworten werde, als folgender maafsen ; sie werden floh gegenseitig einfcliränken. Mithin wäre, wenn diefe Antwort richtig ift, die Handlung Y. ein Einfcliränken beider Entgelt ge fezter durch einander; und X, bezeichnet e die Schranken- (Man verliehe mich nicht fo, als ob ich be- hauptete, der Begriff der Schranken fey ein analytischer Begriff, der in der Vereinigung der Realität mit der Negation liege, und sich aus ihr entwickeln liefse. Zwar find die entgegen- gefezten Begriffe durch die zwei ersten Grund* fätze gegeben; die Forderung aber dafs, fiever- einigt werden sollen, im ersten enthalten. Aber die Art wie sie vereinigt werden können, liegt in ihnen gar nicht, sondern fie wird durch ein befondres Gefez unfers Geistes bestimmt, das durch jenes Experiment zum Bewuftfeyn her vorgerufen werden sollte.) 7) Aber 28 7) Aber im Begriffe der Schranken liegt mehr, als das gefachte X. es liegt nehmlich zugleich der Begriff der Realität, und der Negation , welche vereinigt werden, darin. Wir muffen demnach um X. rein zu bekommen, noch eine Abftrak- tion vornehmen. L) Etwas einfchränken heilst: die Realität desselben durch Negation nicht gänzlich, sondern nur zum Tkeil au f liehen. Mithin liegt im Begriffe der Schranken aufser dem der Realität, und der Negation noch der der T Heilbarkeit (der Quantitäts - fähigkät überhaupt, nicht eben einer beflimmten Quantität.) Dieser Begriff ist das gesuchte X. und durch die Handlung Y. wird demnach fchlechthin das Ich jowohl als das Nicht-Ich t heilbar gefezt , q) Ich Jowohl als Nicht - Ich wird thcilbar gejezt; denn die Handlung Y. kann der Handlung des Gegenfetzens nicht nachgehen d. i. he kann nicht betrachtet werden , als durch dieselbe erst möglich gemacht; da , laut obigen Beweises, ohne fie das Gegensetzen lieh felbft aufhebt, und mithin unmöglich ist. Ferner hann fie nicht vorhergehen ; denn fie wird blofs vorgenommen, um die Entgegensetzung möglich zu machen, und die Theilbarkeit ist nichts, ohne ein theil- bares. Alfo geht fie unmittelbar in und mit ihr vor; beide find Eins, und eben Dasselbe, und werden nur in der Reflexion unterschieden. So wie dem Ich ein Nicht - Ich entgegengef'ezt wird, wird demnach das Ich, dem entgegenge- fezt fezt wird, und das Nicht-Ich, das entgegen- gefezt wird , tlieilbar gefezt, C) Iezt haben wir blofs noch zu unterfuchen, ob durch die aufgeftellte Handlung die Aufgabe wirklich gelöft, und alle Gegenfätze vereinigt find. j) Die erste Schlufsfolge ist nunmehr folgender- maafsen bestimmt. Das Ich ist im Ich nicht gefezt, infofern, d. i. nach denjenigen Theilen der Realität, mit welchen das Nicht-Ich gefezt ist. Ein Theil der Realität, d. i. derjenige der dem Nicht-Ich beigelegt wird, ist im Ich aufgehoben, Diefem Satze witierfpricht der zweite nicht. In fofern das Nicht-Ich gefezt ist mufs auch das Ich gefezt feyn, nehmlich fie find beide überhaupt als theilbar ihrer Realität nach, gefezt. Erft jezt, vermittelst des aufgeftellten Begriffes kann man von beiden Tagen : fie find etwas. Das abfolute Ich des ersten Gruudfatzes ist nicht etwas, (es hat kein Prädikat, und kann keins haben), es ist fchlechthin, was es ist, und dies läfst (ich nicht weiter erklären. Iezt vermittelst diefes Begriffs ist im Bewufstfeyn alle Realität; und von diefer kommt dem Nicht-Ich diejenige zu, die dem Ich nicht zu kommt, und umgekehrt. Beide find etwas; das Nicht-Ich dasjenige , was das Ich nicht ist, und umgekehrt. Dem abfoluten Ich entgegengefezt, ('welchem es aber nur in fofern es vorgestellt wird, nicht in fofern es an fich ist, entgegengefezt werden kann, wie fich zu feiner Zeit zeigen wird) Ist das Nicht- Ich Ich fchlechtlrin Nichts ; dem einfihrankbaren Ich entgegengefezt ift es eine negative Grö/se. 2) Das Ich Toll lieh felbft gleich, und dennoch sich felbft entgegengefezt feyn. Aber es ill sich gleich in Abficht des Bewulstfeyns, das Bewufst- feyn ift einig: aber in diel ein Bewufstfeyn ift ge- fezt das-abfolute leb, als untheilbar; das Ich hingegen, welchem das Nicht-Ich entgegengefezt wird, als theilbar. Mithin ill das Ich, in sofern ihmein Nicht-ich entgegengefezt wird, felbft entgegengefezt dem ab feinten Ich. Und fo find denn alle Gegenfätze vereinigt, unbefchadet der Einheit des Bewufstfeyns; und dies ift gleichfam die Probe, dafs der ausgestellte Begriff der richtige war, Dl Da unsrer, erft durch Vollendung einer Wifien- fchaftslehre erweifsbaren Voraussetzung nach nicht mehr als Ein schlechthin unbedingter, Ein dem Gehalte nach bedingter, und Ein der Firm nach bedingter Grundfaz möglich ift: fo kann es aufserden aufgeftell- ten weiter keinen geben. Die Al affe defsen , was unbedingt, und schlechthin gewifs ift, ift nunmehr erschöpft ; und ich würde fie etwa in folgender Formel aus drücken: Ich fetze im Ich dem theilbaren Ich ein theilbar es Nicht - Ich entgegen. Ueber diele Erkenntnifs hinaus geht keine Philosophie ; aber bis zu ihr zurukgehen soll jede gründliche Philosophie ; und fo wie fie es thut, wird fie Wiilenlchafts- lelir«. Alles was von nun an im byfteme des menschlichen Ol liehen Geißes Vorkommen foll, mufs fich aus dem auf- geßellteu ableiten lalsen. i) Wir haben die entgegengefezten IchundNicht- Ich vereinigt durch den Begriff der Theilbar- barkeit. Wird von dem beßimmten Gehalte, dem Ich, und Nicht-Ich abftrahirt, und die blofse Form der Vereinigung entgegengefnzter durch den Begriff der Theilbarkeit übrig gelaffen, fo haben wir den logifchen Saz, den man bisher den des Grundes nannte: A zum Theil ~ — A und umgekehrt. Iedes Entgegengefezte iß feinem Entgegengefezten in Einem Merkmale — X gleich; und: jedes Gleiche iß feinem Gleichen in Einem Merkmale “ X entgegengefezt. Ein folches Merkmal “ X heifst der Grund, im er- flen Fall der Beziehung^- im zweiten der Un- terfcheidungs - Grund : denn Entgegengefezte gleich fetzen, oder vergleichen, nennt man beziehen ; gleichgefezte entgegenfetzen heifst, fie unterfcheiden. Diefer logifche Saz wird bewie- fen, und beflimmt durch unfern aufgeftellten materialen Grundfaz» Bewiefen: denn a) Alles entgegengefezte ~ — A iß entgegengefezt einem A, und diefes A ift gefezt. Durch 52 Durch das Setzen eines — A wird A aufgehoben, und doch auch nicht aufgehoben. Mithin wird es nur zum Theil aufgehoben; und ftatt des X in A, welches nicht aufgehoben wird, ift in _ A nicht _ X, sondern X felblt gefezt: und alfo ift A ~ _ A in X. Welches das erste war. b) Alles gleichgefezte A — B) ift lieh felblt gleich, kraft feines Gefeztfeyns im Ich. A — A. B — B. Nun wird gefezt B — A, mithin ift B durch A nicht gefezt; denn wäre es dadurch gefezt, fo wäre es ~ A und nicht ~ B. (Es wären nicht Zwei gefezte , sondern nur Ein gefeztes vorhanden). Ift aber B durch das Setzen des A nicht gefezt, fo ift es infofern ~ _ A; und durch das Gleichfetzen beider wird weder A noch B, sondern irgend ein X gefezt, welches ZU X. und — A. und — B. ift. Welches das zweite war Hieraus ergiebt lieh, wie der Saz A ~ B gültig feyn könne, der an lieh dem Satze A — A widerspricht. X ~ X. A — X. B ~ X. mithin A — B, infofern beides ift — X : aber A ~ _ B infofern beides ift rz — X. Nur in Einem Theile find Gleiche entge- gengefezt, und Eiitgegengengefezte gleich. Denn wenn fie lieh in mehrern Theilen ent- ge- gegengefezt wären, d. i. wenn in den Entgegen- gefezten felbft entgegengefezte Merkmahle wären, fo gehörte Eins von beiden zu dem, worin die verglichenen gleich lind, und lis wären mithin nicht entgegengefezt; und umgekehrt. Jedes begründete Urtheil hat demnach nur Einen Bezie- hungs - und nur Einen Unterfcheidungsgrund, Hat es mehrere, fo ift es nicht Ein Urtheil > Binder n mehrere Urtheile. 2) Der logifche Saz des Grundes wird durch den obigen materialen Grundfaz beflimmt, d. i. feine Gültigkeit wird felbft eingefcliränkt; er gilt nut für einen Theil untrer Erkenntuifs. Nur unter der Bedingung, dafs überhaupt ver- fchiedene Dinge gleich, oder entgegengefezt werden, werden fiein irgend einem Merkmahle entgegengefezt, oder gleich gefezt. Dadurch aber wird gar nicht ausgefagt, dafs fchlechthin und ohne alle Bedingung alles, was in, unferm Be- wufstfeyn Vorkommen könne, irgend einem andern gleich, und einem dritten entgegengefezt werden muffe. Ein Urtheil über dasjenige, dem nichts gleich, und nichts entgegengefezt werden kann, fleht gar nicht unter dem Satze des Grundes , denn es fleht nicht unter der Bedingung feiner Gültigkeit; es wird nicht begründet, hindern es begründet felbft alle mögliche Urtheile; es hat keinen Grund, fondern es giebt felbft den Grund alles begründeten an. Der Gegenftaml fol- clier Urtheile ift das abfolute Ich, und alle Ur- C theile theile, deren Subjekt daffelbe ift, gelten fchlecht- hin und ohne allein Grund; worüber unten ein mehrere*. 3) Die Handlung, da man in Verglichenen das Merkmahl auffucht, worin fie entgegengefezt find, heifst da s cmtithetifche Verfahren; gewöhnlich das cmalytifche , welcher Ausdruck aber weniger bequem ift , theils, weil er die Meinung übrig lässt, dafs man etwa aus einem Begriffe etwas entwickeln könne, was man nicht erft durch eine Synthefis hineingelegt, theils, weil durch die elfte Benennung deutlicher bezeichnet wird, dafs dieses Verfahren das Gegentheil vom Synthetischen fey. Das fynthetifche Verfahren nemlich besteht darin, dafs man in Entgegengefezten dasjenige Merkmahl auffuche; worin sie gleich find. Der blofsen logi- fchen Form nach, welche Von allem Inhalte der Erkenntnis*, fo wie von der Art, wie man dazu komme, völlig abftrahirt, helften auf die erster« Art hervorgebrachte Ürtheile, antithetische oder verneinende, auf die Ieztere Art hervorgebrachte synthetische oder bejahende Ürtheile. Sind die logischen Regeln, unter denen all« Antithefis und Synthesis ftelit, von dem dritten Grundsätze der Miffenschaftslehre abgeleitet, fo ift überhaupt die Befugnis* aller Antithefis und Synthefis von ihm abgeleitet. Aber wir haben in der Darstellung jenes Grundsatzes gesehen, dafs die ursprüngliche Handlung, die er ausdrückt: die des VerbindensEntgegengefezter in einem Drit- Dritten, nicht möglich war, ohne die Handlung des Entgegenfetzens; und dafs diele gleichfalfi nicht möglich war, ohne die Handlung des Verbindens : dafs alfo beide in der That unzertrennlich verbunden und nur in der Reflexion zu tin- terfcheiden find. Hieraus folgt, dafs die logifchen Handlungen, die auf jene ursprünglichen fleh gründen, und eigentlich nur besondere nähere Beftiminimgen derfelben ßnd , gleichfals nicht, eine ohne die andere, möglich feyn werden. Keine Antithefls ist möglich ohne eine Syttthefis; denn die Antithefls besteht ja darin , dafs in Gleichen das entgegengefezte Merkmahl aufgefucht wird; aber die Gleichen wären nicht gleich, Wenn fle nicht erft durch eine fwithetifche Handlung gleich- gefezt wären. Iii der blofsen Antithefls wird davon abftrahirt, dafs fle erd durch eine folcha Handlung gleichgefezt Worden ! fle werden schlechthin als gleich, ununterfiicht wo er, angenommen; blofs auf das entgegengefezte in ihnen wird die Reflexion gerichtet und dieses dadurch zum deutlichen und klaren Bewufsrhyn erhoben. — So ist auch umgekehrt keine Synthesis möglich, ohne eine Antithelis. Entgegengefezte sollen vereiniget werden: fle w ren aber nicht erttgegengefezt, wenn fle es nicht durch eine Handlung des Ich waren. Von welcher in der Synthelis abftrahirt wird, um blols den ße* ziehungsgrund durch Reflexion zum Bewul’stfeyn zu erheben. — Es giebt demnach überhaupt dem Gehalte nach gar keine blols analytische Ur- theile; und inan kömmt blofs durch fle nicht nur G £ nicht nicht weit, wie Kant Tagt, fondern man kömmt gar nicht von der Stelle, 5) Die berühmte Frage i welche Kant an die Spitze der Kritik der reinen Vernunft ftellte: wie find fynthetifche Urtheile a priori möglich? — ift jezt auf die allgemeinfte und befriedigendfte Art beantwortet. Wir haben im dritten Grundfatze eine Synthefis zwischen den entgegengefezten Ich und Nicht-Ich, vermitteln der gefezten Theil- barkeit beider, vorgenommen, über deren Möglichkeit lieh nicht weiter fragen, noch ein Grund derfelben anfiihreu läfst; fie ift fchlechthin möglich, man ift zu ihr ohne allen weitern Grund befugt. Alle übrigen Synthefen, welche gültig feyn follen, muffen in diefer liegen; fte miiffen zugleich in und mit ihr vorgenommen worden feyn: und fo, wie dies bewielen wird, wird der überzeugendfte Beweis geliefert, dafs fte gültig lind, wie jene, 6) Sie mtißhi alle in ihr enthalten feyn: und dies zeichnet uns denn zugleich auf das biftiunnle- fte den Weg vor, den wir in u nie rer VViffen- fcliaft weiter zu gehen haben. — Synthefen follen es feyn, mithin wird inner ganzes Verfahren von nun an, (wenigftens im theoretifclien Theile der Wiffenfchaftslehre, denn im praktischen ift es umgekehrt, wie lieh zu feiner Zeit zeigen wird), fynthetil'ch .feyn; jeder Saz wird eine Synthefis enthalten. — Aber keine Sjnthefis ift möglich, ohne eine vorhergegangene Antithelis, von 3 ? von welcher wir aber, infofern fie Handlung ift, abftrahiren, und blofs das Produkt derselben, das Entgegengefezte, auffuchen. Wir miiflen demnach bey jedem Satze von Aufzeigung Entgegen- gefezter, welche vereinigt werden tollen, ausgehen. — Alle aufgeftellten Synthefen sollen in der höchsten Synthefis. die wir eben vorgenommen haben, liegen, und sich aus ihr entwickeln lallen. Wir haben demnach in den durch fie verbundenen Ich und Nicht-Ich, insofern fie durch dieselbe verbunden find, übriggebliebene entgegen gefezte Merkmahle aufzufuchen , und fie durch einen neuen Beziehungsgrund, der wieder in dem höchften aller Beziehungsgründe enthalten feyn mufs, zu verbinden: in den durch diele erfte Synthefis verbundenen Entgegengefezten abermals neue Entgegengefezte zu suchen, diele durch einen neuen, in dem erft abgeleiteten enthaltenen Beziehungsgrund zu verbinden; und dies fortzufetzen , fo lange wir können; bis wir auf Entgegengefezte kommen, die fich nicht weiter vollkommen verbinden lallen, und dadurch in das Gebiet des praktischen Theils übergehen. Und fo ist denn unser Gang feft und sicher und durch die Sache felbll vorgeschrieben, und wir können im voraus willen, dafs wir bey gehöriger Aufmerksamkeit auf unfern Weg gar nicht irren können. 7 ) So wenig Antithefis ohne Synthefis, oder Synthefis ohne Antithefis möglich ift; eben fo wenig find beide möglich ohne Thefis: ohne ein Setzen schlechthin, durch welches ein A (das Ich) keinem C 5 an- andern gleich und keinem andern entgegengefezt, sondern blofs schlechthin gefezt wird. Auf unser Syftem bezogen giebt diefe dem Ganzen Haltbarkeit und Vollendung; es mufs ein Syftem und Ein Syftem feyn; das Entgegengefezte tnul's verbunden werden, lo lange noch etwas Entgegengefezte® ift, bis die abfolute Einheit hervorgebracht fey; welche freilich, wie fielt zn feiner Zeit zeigen wird, nur durch eine geendete Annäherung zum Unendlichen hervorgebracht werden könnte, welche an lieh unmöglich fit, — Die Noth wendigkeit, auf die beftimtnte Art entgegenzufetzen, und zu verbinden, beruht unmittelbar auf dein dritten Grundsätze: die Nothwendigkeit, überhaupt zu verbinden, auf dem erften, höchften , schlechthin unbedingten. Die Form des Syftems gründet sich auf die höch- He Synthefis ; dafs überhaupt ein Syftem feyn falle, auf die abfolute Thefis. — So viel zur Anwendung der gemachten Bemerkung auf unfer Syftem Überhaupt; aber noch giebt es eine andere noch wichtigere Anwendung derselben auf die Form der Urtheile, die aus mehrern Gründen liier nicht übergangen werden darf. Neuilicb, fo wie es antithetische und synthetische Urtheile gab, dürfte der Analogie nach, es auch wohl thetifche Urtheile geben , welche in irgend einer Bestimmung den erftern gerade entgegengefezt feyn würden, betulich die Richtigkeit der beiden erften Arten fezt einen Grund . und zwar einen doppelten Grund, einen der Beziehung und einen der Unterscheidung voraus, welche beide aufgezeigt werden können, und wenn das Urtheii bewiesen werden foll, fall, aufgezeigt werden muffen. (z. B. der Vogel ift ein Thier: Hier ift der Beziehungsgrund auf welchen reflektirt wird, der beftimmte Begriff des Thieres, dafs es aus Materie, aus organifirter Materie, aus animalifch belebter Materie beftehe; der Unterfcheidungsgrund aber, von welchem abftra- hirt wird, die fpecififche Differenz der verfehle- denen Thierarten, ob fie zwey oder vier Füfse, Federn, Schuppen oder eine behaarte Haut haben. Oder: eine Pflanze ift kein Thier: hier ift der Unterfcheidungsgrund, auf welchem reflektirt wird, die fpecififche Differenz zwilchen der Pflanze und dem Thiere j der Beziehungsgrund aber, von welchem abftrahirt wird, ift die Orga- nifation überhaupt). Ein thetifches Urtheil aber würde ein folches feyn, in welchem etwas keinen» andern gleich und keinem andern entgegenge- fezt, fondern blofs fleh felbft gleich gefezt würde: es könnte mithin gar keinen Beziehung*- oder Unterfcheidungsgrund voraus fetzen: fondern da* Dritte, das es der logifchen Form nach, doch vorausfetzen mufs, wäre blos eine Aufgabe für einen Grund. Das urfprünglichehöchfte Urtheil die- fer Art ift das: Ich bin, in welchem vom Ich gar nichts ausgefagt wird, fondern die Stelle des Prädikats für die mögliche Beftimmung des Ich ins Unendliche leer gelaffen wird. Alle Urtlieile, die unter diefem, das ift, unter dem abfoluten Setzen des Ich enthalten find, find von der Art; (wenn fie auch nicht allemal wirklich das Ich zum logifchen Subiekt hätten.) z. B. der Men Ich ift frei' Entweder betrachtet man diefes Urtheil als ein po- C 4 fiti- 4 » fidves, (in welchem Falle es heißen würde: der Menfch gehört unter die Klaffe der freien Wefen) fo feilte ein Beziehungsgrund angegeben werden, zwilchen ihm und den freien Wefen, der als Grund der Freiheit in dem Begriffe der freien Wefen überhaupt, und dem des Menfchen insbefondere enthalten wäre; aber weit entfernt, dafs fich ein Solcher Grund Sollte angeben laffen» läßt fich nicht einmal eine Klaffe freier Wefen aufzeigen, Oder man betrachtet es als ein negatives, fo wird dadurch der Menfch allen Wefen, die unter dem Ge- fetze der Naturnothwendigkeit liehen, entgegen- gefezt; aber dann müfstefich der Unterfcheidungs- grund zwilchen notlnvendig und nicht nothwen- dig angeben, und es miifste fich zeigen laffen, dafs der ieztere in dem Begriffe des Menfchen nicht, aber wohl in dem der entgegengefezten Wefen läge; und zugleich miifste fich ein Merkmahl zeigen laffen, in welchem beide übereinkämen. Aberder Menfch, infofern das Prädikat der Freiheit von ihm gelten kann, d. i. in fofern er abfolut und nicht vorgeftelltes noch vorllellbares Subjekt ift, hat mit den Naturwefen gar nichts gemein und iß ihnen alfo auch nicht entgegengefezt. Dennoch füllen laut der logifchen Form des Urtheils, welche pofitiv ift, beide Begriffe vereinigt werden; fie find aber in gar keinem Begriffe zu vereinigen , fondern blofs in der Idee eines Ich, def- fen Bewufstfeyn durch gar nichts aufser ihm bestimmt würde, Sondern vielmehr felbft alles aufser ihm durch fein bloffes Bewufstfeyn beftimmte: welche Idee aber felbft nicht denkbar ift, indem fie für 4 * für uns einen Widerfpruch enthält. Dennoch aber iftfie uns zum höchftenpraktifchen Ziele auf- geftellt. Der Menfch Toll lieh der, an lieh unerreichbaren Freiheit ins Unendliche immer mehr nähern. — So ift das Gefchmacksurtheil: A ift fchön, (soviel als in A ift ein Merkmahl, das im Ideal des Schönen auch ift) ein th.etifch.es Urtheil; denn ich kann jenes Merkmahl nicht mit dem Ideale vergleichen, da icii das Ideal nicht kenne. Es ift vielmehr eine Aufgabe meines Geiftes, die aus dem absoluten Setzen deflelben herkommt, es zu finden, welche aber nur nach einer vollendeten Annäherung zum Unendlichen gelöfet werden könnte. — Kant und feine Nachfolger haben daher diele Urtheile lehr richtig unendliche genannt, ob gleich keiner, soviel mir bewusst ift, lie auf eine deutliche und bestimmte Art erklärt hat. 8) Für irgend ein bestimmtes thetifches Urtheil lässt lieh also kein Grund anführen; aber das Verfahren des menschlichen Geiftes bey thetifchen Urtheil en überhaupt ift auf das Setzen des Ich schlechthin durch sich selbst, gegründet. Es ift nützlich und giebt die klarste und beftimmtefte Einsicht in den eigen- thiimlichen Karakter des kritischen Syftems, wenn man diele Begründung der thetifchen Urtheile überhaupt mit der antithetischen und synthetischen vergleicht. Alle in irgend einem Begriffe, der ihren Un- terfcheidungsgrund ausdrückt, Entgegengefezte kommen in einem hohem (allgemeinem, umfallen- C 5 dem 4 - li.,. .... .'w dem) Begriffe überein, den man den Gattungsbegriff nennt: d. i. es wird eine Synthefis voraus« gefeit, in welcher beide enthalten , und zwar infofern fie fich gleichen, enthalten find. (z. B. Gold und Silber find als gleich enthalten in dem Begriffe der Metalle, welcher den Begriff, worin beide entgegengefezt werden, als etwa hier die bestimmte Farbe, nicht enthält. Daher die logliche Regel der Definition , dafs fie den Gattungsbegriff, der den Beziehungsgrund und die fpeci* fifche Differenz, die den Unterfcheidungsgrund enthält, angeben muffe. — Hinwiederum alle Gleich- gelezten find in einem niedem Begriffe, der irgend eine besondere Beffimmung ausdruckt, von welcher in dem Beziehungsurtheile abftrahirt wird, entgegengefezt, d. i. alle Synthesis lezt eine vorhergegangene Antithefis voraus, z. B. In dem Begriffe Körper wird abftrahirt von der Verschiedenheit der Farben, der beffimmten Schwere, des Gefchmacks, des Geruchs u. f. w. und nun kann alles, was den Raum füllt, undurchdringlich ift, und irgend eine Schwere hat, ein Körper feyn, fo entgegen, ge lezt es auch in Abficht jener Merkmahle unter fich feyn möge. — (Welche Bestimmung allgemeinere oder fpeciellere, und mithin welche Begriffe höhere oder niedere feyen, wird durch die Wiffen- fchaftslehre befi-immt. Durch je weniger Mittelbegriffe überhaupt ein Begriff von dem höchsten, dem der Realität, abgeleitet ift, deßo höher; durch je mehrere, defto niederer ift er. Bestimmt ift Y. ein niederer Begriff als X, wenn in der Reihe feiner \ -r;,- H feiner Ableitung vom böchßen Begriffe X vor- frpmrnt: und t'o auch umgekehrt). IVlit dem schlechthin gefezten , dem Ich, verhält es fich ganz anders. Es wird demfelben ein Nicht« Ich gleich gefezt, zugleich, indem es ihm entge- gengefezt wird , aber nicht in einem höhern Begriffe, (der etwa beide in fich enthielte und eine frohere Synthefis oder wenigfteus Thefis vorausfetzen wurde) wie es fich bey allen übrigen Vergleichungen verhält, sondern in einem niedern. Das Ich wird selbst in einen niedern Begriff, den der Theilbarkeit, herabgefezt, damit es dem Nicht- Ich gleich gefezt werden könne; und in demselben Begriffe wird es ihm auch entgegengefezt. Hier ist alfo gar kein Hcraa/fteigen, wie sonst bei jeder Synthefis , sondern ein HerctbReigen. Ich lind Nicht - Ich, fo wie sie durch den Begriff der gegenseitigen EinTchränkbarkeit gleich und entge- gengefezt werden , find selbst beide etwas (Acci- denzen) im Ich, als theilbarer Subftanz; gefezt durch das Ich, als absolutes unbefchränkbare* Subjekt, dem nichts gleich ist, und nichts entgegengefezt ist. — Darwin muffen alle Urtheile , deren logisches Subjekt das einTchränkbare oder bestimmbare Ich, oder etwas das Ich bestimmendes ist, durch etwas höheres beschränkt oder bestimmt feyn : aber alle Urtheile, deren logisches Subjekt das absolut unbestimmbare Ich ist, können durch nichts höheres bestimmt werden, weil das absolute Ich durch nichts höheres bestimmt wird, sondern ste find schlechthin durch frch leibst begründet und bestimmt. Dar« 44 • i'V," Darin befteht nun das Wefen der kritifchen Phi- lofophie, da5s ein absolutes leb als schlechthin unbedingt und durch, nichts höheres bestimmbar ausgestellt werde und wenn diese Philosophie aus diesem Grund ratze konfequent folgert, fo wird fie Wiffenfchaftslehre. Im Gegentheil ist dieienige Philofophie dogmatifch , die dem Ich an sich etwas gleich und entgegenfezt und dieses geschieht in dem höher feyn füllenden Begriffe des Dinges (Ens) der zugleich völlig willkührlich als der schlechthin höchße ausgestellt wird. Im kritifchen Syftem ift das Ding, das im Ich gefezte; im dogmatischen dasjenige , worinne das Ich felbft gefezt ift: der Kriticism ift darum immanent, weil er alles in das Ich fezt; der Dogmatism transfcendent, weil er noch über das Ich hinausgeht. In sofern der Dogmatism konfequent feyn kann, ift der Spinocism das konsequentes!« Produkt desselben. Verfährt man nun mit dem Dogmatism nach feinen eigenen Grundsätzen, wie man allerdings soll, fo fragt man ihn, warum er doch fein Ding an sich ohne einem hohem Grund annehme, da er bey dem Ich nach einem hohem Grunde fragte; warum denn üicfs als abfolut gelte, da das Ich nicht ab fohlt feyn tollte. Dafür kann er nun keine Be- fugnifs aufweilen und wir verlangen demnach mit Recht, dafs er nach feinem eigenen Grundsätze, nichts ohne Grund anzunehmen, wieder einen hohem Gattungsbegriff für den Begriff des Dinges an sieh anführe und wieder einen hohem für diesen und fo ins Unendliche fort. Ein durchgeführter Dogmatism läugnet demnach entweder, dafs unser Wif- v-V 45 Wißen überhaupt einen Grund habe, dafs überhaupt ein Syftern im menschlichen Geilte fey; oder er -widerspricht lieh felbft. Durchgeführter Dogma- tism ift ein Scepticism, welcher bezweifelt, dafs er zweifelt; denn er mufs die Einheit des Bewufst- feyns und mit ihr die ganze Logik aufheben: er ift mithin kein Dogmatism, und widerspricht sich felbft, indem er einer zu feyn vorgiebt *). (So fezt Spinoza den Grund der Einheit des Bewufstfeyns in eine Subftanzj in welcher es sowohl der Materie (der bestimmten Reihe der Vorstellung) nach, als auch der Form der Einheit nach nothwendig bestimmt ift. Aber ich frage ihn, was denn dasjenige fey, was wiederum den Grund der Nothwendigkeit dieser Substanz enthalte, *) Es giebt nur zwei Syfteme, das kritifche und das dogmatifche Der Scepticism, fo wie er oben beftimmtwird, würde gar kein Syftern feyn: denn er läugnet ja die Möglichkeit eines Syftems überhaupt. Aber diese kann er doch nur fyftcmatifch läugnen, mithin widerspricht er sich felbft und ift ganz vernunftwidrig. Es ift durch die Natur des menschlichen Geiftes schon dafür gesorgt, dafs er auch unmöglich ift. Noch nie war lernend im Ernfte ein solcher Sceptiker. Etwas ander? ift der kritifche Scepticism, der des Haine , des Maimen , des Aeneßdenns, der die Unzulänglichkeit der bisherigen Gründe aufdeckt, und eben dadurch andeutet, wo haltbarere zu finden find. Durch ihn gewinnt die Willenfchaft allemal, wenn auch nicht immer an Gehalte, doch ficher in der Form — und man kennt die Vortheile der Wissenschaft schlecht, wenn man dem scharfsinnigen Sceptiker die gebührende Achtung versagt. halt«) fowohl ihrer Materie ''den verschiedene» in ihr enthaltenen Vorftelhmgsreihen) als ihrer Form nach ( nach welcher in ihr ciLe mögliche Vorflellimgsreihen erfchöpft teyn und ein voll- fländiges Ganzes ausmachen Folien). Fur diefa Nothwendigkeit nun giebt er mir weiter keinen Grund an, Fondern lagt: es fey schlechthin fo; und er Tagt das , weil er gezwungen ilt, etwas ab- foluterftes, eine höchste Einheit, anztinehmen: aber wenn er das will, fo hätte er ja gleich bejr der ihm im Eewulsifeyn gegebenen Einheit Flehen bleiben Folien, und hätte nicht nöthig gehabt, eine noch höhere zu erdichten, wozu nichts ihm trieb)» Es würde (ich fchlechterdibgs flicht erklären laiTen, wie jemals ein Denker entweder über das Ich habe hinausgehen können , oder wie er, nachdem er einmal darüber hinausgegangen, irgendwo habe fülle flehen konntien, wenn wir nicht ein praktisches Datum als vollkommenen Erklärungsgrund dieser Erscheinung anträfen» Ein praktisches Datum war es, nicht aber ein theoretisches, wie man zu glauben schien, das den Dogmatiker über das Ich hinaustrieb; flemlich das Gefühl der Abhängigkeit unseres Ich* in fo ern es praktisch ift, Von eihem Ichlechterdings nich unter unlerer Ge- fezgebung flehenden üni in 'oferti freien Ni< ht-Ich: ein praktisches Datum, nöthigte ihn aber wiederum irgendwo fülle zu flehen; nemlich das Gefühl einer nothwendigen Ünterordnung und Einheit alles Nicht-Ich unter die praktischen Gesetze des Eh; W«ü- 47 Welche aber gar nicht etwa als Gegenftand eines Begriffes etwas ift, das da ift, sondern als Gegenftand einer Idee, etwas das da feyn foll und durch Uns hervorgebracht werden foll, wie lieh zu feiner Zeit zeigen Wird, Und hieraus erhellet denn zulezt, dafs überhaupt der Dogmatism gar nicht ift, was er zu feyn vor- giebt, dafs wir ihm durch obige Folgerungen unrecht gethan haben und dafs er lieh lelbft unrecht thut, wenn er dieselben lieh zuzieht. Seine hödh- fte Einheit ift wirklich keine andere als die des Be- wufstfeyns und kann keine andere feyn und fein Dingiftdas Subftrat! derTheilbarkeit überhaupt oder die höchfte Subftanz, worinne beide , das Ich und das Nicht-Ich (Spinoza’s Intelligenz und Ausdehnung J gefezt find. Bis zum reinen absoluten Ich, weit entfernt darüber hinauszugehettj erhebt er lieh gar nicht: er geht, wo er am weiteften geht, wie in Spinoza’s Syftem, bis zu unferm zweiten und dritten Gmndfatze, aber nicht bis zum erften fchechthin unbedingten; gewöhnlich erhebt er bei Weitem fo hoch fich nicht. Der kritischen Philofophie War es aufbehalten, diesen lezten Schritt zu thuu Und die Wiffenfchaft dadurch zu vollenden, Der theoretische Th eil unserer Wiffenfchaftslehre, der auch nur aus den beiden lezten Grundsätzen entwickelt Wird, indem hier der erfte blos eine regulative Gültigkeit hat, ift wirklich, wie fich zu fei. Her Zeit zeigen wird, der fyftematifche Spinozis- tnus; nur dafs eines leden Ich felbft die einzige höchfte Subftanz ift; aber unser Syftem fügt einen prak- 4 « I ;‘i praktifchen Theil hinzu, der den erften begründet und beftimmt, die ganze Wißenfcliaft dadurch vollendet, alles, was im menfchlichen Geifte angetroffen wird, erfchöpft und dadurch den gemeinen Menfchenverftand, der durch alle Vor - Lautliche Philofophie beleidigt, durch unter theoretisches Syftem aber ohne jemalige Hofhung der Versöhnung , wie es scheint, mit der Philofophie entzweit wird, vollkommen mit derselben wiederausföhnt. g) Wenn von der befiimmtea Form des Urtheils, dafs es ein entgegenfetzendes , oder vergleichendes, auf einen Unterfcheidungs- oder Beziehungsgrund gebautes iff, völlig abftrahirt, und blofs das allgemeine der Handlungsart — das, eins durch das andere zu begrenzen , — übrig gelaffen wird, haben wir die Kategorie der Beßitnmmg (Begrenzung, bei Kant Limitation). Neuilich ein Setzen der Quantität überhaupt, fey es nun Quantität der Realität, oder der Negation, heilst Beftiui- mung. 1 Zwei- :~* r 7-,- Zweiter Theii Grundlage des the oretifchen Wiflens. §. 4 . Erßer Lehrfatz, Jjjhe wir unfern Wegantreten, eine kurze Reflexion über dentelben! — Wir haben nun drei logil'che Grundfätze; den der Identität, welcher alle übrigen begründet; und dann die beiden, welche fleh felbft gegenseitig an jenem begründen, den des Gegenfe- tzens , und den des Grundes aufgeßellt. Die beiden leztern machen das fynthetifche Verfahren überhaupt erft möglich; Hellen auf und begründen die Form deflelben. Wir bedürfen demnach, um der formalen Gültigkeit unfers Verfahrens in der Reflexion sicher zu feyn, nichts weitst. — Eben fo ift in der ersten fyn- D the* So thetifchen Handlung, der Grundfynthefis (der des Ich und Nicht-Ich) ein Gehalt für alle mögliche künftige Sytithefen aufgeftellt, und wir bedürfen auch von dieser Seite nichts weiter- Aus jener Grundfyntbtfis mufs alles lieh entwickeln 1 affen, was in das Gebiet der Wiffenfchaftslehre gehören füll. Soll fleh aber etwas aus ihr entwickeln lallen, fo muffen in den durch fie vereinigten Gegriffen noch andre enthalten liegen, die bis jezt nicht aufgeftellt find und uufje Aufgabe ilt die, fie zu finden. Dabei verfährt man nun auf folgende Art. — Nach §. 3. entliehen alle fynthetifche Begriffe durch Vereinigung Entgegengefezter. Man müfte demnach zu für- derft folclie entgegengefezte Merkinahie der aufgeftell- ten Begriffe (hier des Ich, und des Nicht Ich, info- fern fie als fr h gegenseitig bestimmend gefezt find) auffuchen; und dies geschieht durch Reflexion, die eine willkührlithe Handlung unfers Gelftes ilt: — Sluffliehen , fagte ich; es wird denlnach vorausgefezt, dafs fie fchon vorhanden find , und nicht etwa durch unlre Reflexion eilt gemacht, und erkünstelt werden (welches überhaupt die Reflexion gar nicht vermag) d li. es wird eine ursprünglich nothwendige antitheti* fche Handlung des Ich vorausgefezt- Die Reflexion hat diele antithetische Hatidhing aufznfiellen : und fie ilt insofern zuförderft analytisch. Nemlich entgegengefezte Merkmahle, die in einem bestimmten Begriffe m A enthalten find, als ent ge- gengefezt durch Reflexion zum deutlichen Bewufifeyu erheben, heilst, den Begriff A anafyfiren. Hier abeir ift ift insbefondre zu bemerken, dafs lir.fre Reflexion einen Begriff anal) firt, der ihr noch gar nici.t gegeben iff, sondern erft durch die Analyfe gefunden werden foll; der anal)llue Begriff ift bis zur Vollendung der Analyfe — X. Es ent fleht die Frage! wie kann ein unbekannter Begriff analyfirt werden? Keine antithetifche Handlung, dergleichen doch Für die Möglichkeit der Analyfe überhaupt vorausge- fezt wird, ift möglich, Ohne eine fyntlifetifche; und zwar keine bestimmte antithetifche, ohne ihre be- ftimmte fynthetifche. (§. 3) Sie find beide innig vereinigt; eine lind eben dieselbe Handlung, und Werden biofs in der Reflexion unterschieden. Mithin iiifst Von der Antitheils lieh auf die Synthefls fchüehen; das dritte, Worin die beiden entgegengefezten vereinigt find , lässt fich gleichfalls aufffelieii: nicht als Produkt der Reflexion > sondern als ihr Fund! aber als Produkt jener ursprünglichen synthetischen Handlung des Ich; die darum, als Handlung, nicht eben zun! empirischen Bewnfsifeyn gelangen uiufs, eben fo Wenig, als die bisher ausgestellten Handlungen. Wir treffen alfo von jezt an auf lauter synthetische Handlungen, die aber nicht wieder schlechthin unbedingte Handlungen find, wie die er Ke in. Durch unsre Deduktion aber wird bewiesen , dass es Handlungen, und Handlungen des Ich lind. Nerhlicli, fie lind es fo gewiss, fo gewiss die erste S;nthefis, aus der lie entwickeltwerden, und mit der lie Eins, und dalielbe äüsiiiachen , eine ift; und diefe ilt eine, fo gewiss als die hoch Ke Thathiuidliing des ich durch die es lieh ielbft iezt, eine ift, — Die Handlungen> Weiche anf- D ä, ae- geßellt werden, find fynthetifch ; die Reflexion aber, welche he aufftellt, iß amlijtifch. lene Autifhefen aber, die fiir die Möglichkeit einer Analyfe durch Reflexion vorausgefeit worden, muffen , als vorhergegangen > d. i. als folche gedacht werden , von welchen die Möglichkeit der aufzuzeigenden fyntlietifchen Begriffe abhängig iß. Keine Anti- thefis aber iß möglich ohne Synthefis. Mithin wird eine höhere Synthefis als fchon gefckehen vorausge- fezt; und unfer erftes Gefchäft inufs feyn, diefe auf- zufuchen, und he beßinunt aufzuftellen. Nun inufs zwar eigentlich diefelbe fchon im vorigen §. aufge- ßellt fern. Es könnte heb aber doch finden, dafs vve. gen des Ueberganges in einen ganz neuen Theil der Wiffenfchaft doch noch etwas befonderes dabei zu. erinnern wäre, A. Beßimmung des zu itnatyfirenden fyntlietifchen Satzes. Das Ich fowohl als das Nicht-Ich, lind, beide durch das Ich, und im Ich, gel'ezt, als durcheinander gegeufeitig befchränkbar, d. i. fo , dafs die Realität des Einen die Realität des Andern aufhebe, und umgekehrt. (§, 5.) In (liefern Satze liegen folgende zwei. 1 ) Das Ich fezt das Nicht-Ich, ais bejehränkt durch das Ich. Von duffem Satze, der in der Zukunft, und zwar im praktifchen Theile untrer Wiffenfchaft eine grolse Rolle fpielen wird, läfst, wie es wenigftens fch ent, Je "V ' fcheint, vor der Hand lieh nocli gar kein Gebrauch machen. Denn bis jezt ift das Nicht-Ich Nichts; es hat keine Realität, und es läfst demnach lieh gar nicht denken, wie in ihm durch das Ich eine Realität aufgehoben werden könne, die es nicht hat; wie es eingeschränkt werden könne , da es nichts ift. Alfo fcheint diefer Sa z wenigftens To lange, bis dem Nicht-Ich auf irgend eine Weife Realität bej’gemeiTen werden kann, völlig unbrauchbar. Der Saz, unter welchem er enthalten ift: der: das Ich und Nicht-Ich fcliränken fich gegenfeitig ein , ift zwar gefezt: aber ob auch der eben jezt anfgeftel'lte durch ihn gefezt, und in ihm enthalten fey, ift völlig problematisch. Das Ich kann auch blos, und lediglich in der Riikficht vom Nicht- Ich eingeschränkt werden, als es daffelbe erft felbll eingeschränkt hat; als das Einfehränken erft vom Ich. ansgegangen ift. Vielleicht schränkt das Nicht-Ich gar nicht das Ich an fich, sondern nur das Einfckrän- lten des Ich ein; und fo bliebe der obige Saz doch., wahr und richtig, ohne daTs dem Nicht-Ich eine absolute Realität zugefchrieben werden muffe, undlohne dass der oben problematisch ausgestellte Saz in ihm enthalten wäre. 2) liegt in jenem Satze folgender: das Ich fezt ßch felbfl , als bc/chränkt durch das Nicht-Ich. Von diefem läfst fich ein Gebrauch machen; und er mufs angenommen werden als gewiss, denn er läfst fich aus dem oben aufgestellten Satze ableiten. Das Ich ift gefezt, zu für der ft als abfolute, und dann als eiwfchränkbare einer Quantität fähige Reali- D 3 tat, 54 tat, und zwar als eintchränkbar- durch das Nicht-Ich. Alles dies aber ist gefezt durch das Ich; und diefes find denn die Momente unfers Satzes. (Es wird steh zeigen. 1) dafs der leztere Saz den, theoretischen Theil der Willenfchaftslehre begründe — jedoch erst nach Vollendung desselben, wie das bei'in fyn» thetischen Verträge nicht anders feyn kann. 2) dafs der elftere, bis jezt problematische Saz den praktischen Theil der Wiirenfchaft begründe. Aber da er selbst problematisch ist, st» bleibt die Möglichkeit eines solchen praktischen Theils gleichfalls problematisch. Hieraus gellt nun, 5) hervor, warum die Reflexion vom theoreti;-. feilen Theile ausgehen müsse; ohngeachtet steh im Verfolg /.eigen wird, dafs nicht etwa das, theoretische Vermögen das praktische, sondern dafs umgekehrt das. praktische Vermögen erst das theoretische möglich mache, (dafs die Vernunft an steh blos praktisch fey , und dafs sts erst in der Anwendung ihrer Gefetze auf ein ste einschränkendes Nicht-Ich theoretisch werde), — Sie ist es darum, weil die Denkbarkeit des praktischen Grundsatzes steh auf die Denkr barkeit des theoretischen Grundsatzes gründet. Aber von der Denkbarkeit ist ja doch bei de» Reflexion die Rede. 4) geht 4) gellt daraus hervor, dafls die Eintheilung der Wiff nfchaftslehre in die theoretische, und praktifche die wir hier gemacht haben, blofs problematisch ift; (aus. welchem Grunde wir fie denn auch nur s» im Vorbeigehen machen nullten, und die fchaife Grenzlinie die noch nicht als solche bekannt ift, nicht riehen konnte). Wir willen noch gar nicht, ob wir den theoretischen Theil vollenden, oder ob wir nicht vielleicht auf einen Widerspruch ftofsen werden, der schlechthin unauflösbar ift; um fo viel weniger können wir willen , ob wir von dem theoretischen I'lieile aus in einen besondern praktischen werden getrieben werden), B) Syntlteßs der in dem außgeßeilten Satze, enthaltnen Gegenjätze überhaupt , und im allgemeinen , Der Saz: das Ich fezt fich, als beftimmt durch das flicht -.Ich , ift fo eben vom, dritten Grundsätze abgeleitet worden; soll jener gelten, fo mufs auch Ergehen; aber jener muss gelten, fo gewiss die Einheit des Be- wiifstfeyns nicht aufgehoben werden , und das Ich nicht aufhören soll Ich zu feyn. (§. 3. > Er felbft muss demnach fo gewiss gelten , als die Einheit des Bewuftfeyns nicht aufgehoben werden folh Wir haben ihn zuförderft zu ana.lv Aren. d. i. zu fehen, ob, und was für Gegensätze in ihm enthalten feyen. Das Ich fezt lieh , als befiimmt durch das Nicht- Ich, Alfo das Ich soll nicht bestimmen, sondern es soll be- D 4 ftnnmt ftimmt werden ; das Nicht-Ich aber foll bestimmen ; der Realität des Ich Grenzen fetzen. Demnach liegt in nnfertn aufgestellten Satze zuförderft folgender: Das Dicht - Ich beßimmt (thätig) das Ich (welches infofern leidend ist). Das Ich fezt fielt als bestimmt, durch abfohite Thätigkeit. Alle Thätigkeit mufs, fo viel wir wenigstens bis jezt ein leben, vom Ich ausge- hen. Das Ich hat steh leihst; es hat das Nicht-Ich, es hat beide in die Quantität ge fezt. Aber das Ich fezt steh als bestimmt, steifst offenbar foviel, als das Ich befiimmt fielt. Demnach liegt in dem aufgestellten Satze auch folgender : Das Ich befiimmt fiieh felbfl , (durch abfolute Thätigkeit.) Wir abßrahiren vor der Hand noch gänzlich davon, ob etwa jeder von beiden Sätzen steh leibst wi- derfpreche, einen innern Widerfpruch enthalte, und demnach steh felbft aufhebe. Aber foviel ist fogleich einleuchtend, dafs beide einander gegenfeitig wider- fprechen; dafs das Ich nicht thätig feyn könne , wenn es leidend feyn foll, und umgekehrt. (Die Begriffe der Ihätigkeit, und des Leidens find freylich noch nicht, als entgegengefezte, abgeleitet und entwikelt; es foll aber auch weiter nichts au« dielen Begriffen, als entgegengefezten gefolgert werden ; man hat steh diefer Worte hier blofs bedient » um steh deutlich zu machen. Soviel ist offenbar , dafs in dem einen der entwikelten Sätze bejahet werde, was der andere verneint, und umgekehrt; und fo etwas ist doch wohl ein Widerfpruch). Zwei Zwei Satze, die in einem und ebendemfelban Satze enthalten find, widersprechen einander, fie heben fich demnach auf: und der Saz, in dem fie enthalten find, hebt fich lelbfi auf. Mit dem oben aufgeftellten Satze ift es fo beschallen. Er hebt demnach fich felbß auf. Aber er darf fich nicht auf heben , wenn die Einheit des Bewulstfeyns nicht aufgehoben werden foll: wir muffen demnach Tuchen, die angezeigten Gegen» Tatze zu vereinigen ; (d. h. nach dem obigen nicht: wir Tollen in unsrem Geschäfte der Reflexion durch eine JCünltelei einen Vereinigungspunkt für fie erdichten; Tendern, da die Einheit des Bewulstfeyns, zugleich aber jener Saz, der fie aufzuheben droht, gefezt ift, fo mufs der Vereinigungspunkt fchon in unferm Bewufstfeyn vorhanden feyn, und wir haben durch Reflexion ihn nur zu fuchen. Wir haben fo eben einen synthetischen Begriff zz X, der wirklich da ift, analyfirt; und ans den durch die Analyse gelunchten Gegensätzen Tollen wir Tchliefsen, was für ein Begriff das unbekannte X. Tey). Wir gehen an die EÖlung unsrer Aufgabe. Es wird indem einen Satze bejahet, was in dem andern verneint wird. Realität und Negation find es demnach, die fich aufheben ; und die fich nicht auflieben, sondern vereinigt werden Tollen, und dieses geschieht (§. 3 ) durch Einschränkung oder Bestimmung. In sofern gesagt wird : das Ich bestimmt fich felbft» wird dem Ich abfoiute Totalität der Realität zugefchrie- ben. Das Ich kann fich nur als Realität bestimmen, denn es ift gefezt als Realität schlechthin , (§. i.) und D5 e s es ift in ihm gar keine Negation gefezt. Dennoch follt es durch fielt felbft beftünint fevn ; das kann nicht lieifsen, es hebt eine Realität in fielt auP; denn dadurch würde es unmittelbar in VViderPjiruch mit fich Pelblt ver- fezt; Pondern es mufs heifsen: das Ich beftimmt die Realität und vprmittelft delfelben fich felbft. Es lezt alle Realität als ein abfolutes Quantum Aufser diefer Realität giebt es gar keine. DiefeKealität ift gefezt ins Ich. Das Ich ift demnach beftimmt, infoferu die Realität beftimmt ift. Noch ift zu bemerken, daPs dies ein abPolutet Akt des Ich ift; eben der leihe, der § 3 vorkomtnt wo das Ich Pich Pelbft als Quantität Pezt; und der hier, um der Folgen willen, deutlich und klar aufgeftellt werden inufte. Das Nicht Ich ift dem Ich entgegengefezt; und in ihm ift Negation, wie im Ich Real tat. Ift in das Ich abfolute Totalität der Realität gePezt: Po tnuPs in das Nicht-Ich nothwendig abfolute Totalität der Negation gefezt werden; und die Negation felbft mufs als abfo- Jute Totalität gefezt werden. Beides,, die abfolute Totalität der Realität im Ich, ynd die abfolute Totalität der Negation im Nicht-Ich feilen vereinigt werden durch Beftimmung. Demnach bfßimmt lieh das Ich zum Tkeü, uud es wird beßimmt zum lheiL Aber beides. Toll gedachtwerden. alsS'w’sund eben Daffelbe, d. h. in eben der Rücklicht. in der das Ich beftimmt wird, fall es fich beftixnmen, und in ebender Rük- ———- 5g Rift ficht, in der es fich bestimmt, Toll es bestimmt werden. Das Ich wird bestimmt, heifst: es wird Realität in ihm aufgehoben, Wenn demnach das Ich nur einen T neil von der absoluten Totalität der Realität in fich. fect, so hebt es dadurch den Reit jener Totalität in fich auf: und fezt den der aufgehobenen Realität gleichen Theil der Realität, vermöge des Gegen Fetzens (ß. 2.) und der Gleichheit der (Quantität mit fich felblt. (§. 3.) Ein Grad ift immer ein Grad; es fey ein Grad der Realität, oder der Negation. (Theiletz. R. die Totalität der Realität in to gleiche Theile; fezt deren 5. in das Ich; fo find nothwendig 5 Theile der Negation in das Ich gefezt), So viele Theile der Negation das Ich in fich f?zt» fo viele Theile der Realität fezt es in das Nicht Ich; welche Realität in dem entgegengefezten djeRealität in ihm eben aufhebt. (Sind z. B. 5. Theile der Negation in das Ich gefezt, fo find 5 Theile Realität in das Nichte Ich gefezt), Demnach fezt das Ich Negation in fich, in sofern es Realität in das Nicht-Ich fezt, und Realität in fich, in sofern es Negation in das Nicht-Ich fezt; es fezt fich demnach fielt befiimnend , infofern es bestimmt wird ; unbestimmt werdend, insofern es fich beßimmt: und die Aufgabe ilt, infofern fie oben aufgegeh?n war, geloht. (Infofern fie aufgegeben war; denn noch immer bleibt die Frage unbeantwortet, wie das Ich Negation in 6o in fich, oder Realität in das Nicht-Ich fetzen könne; und es ift fo viel als nichts gefchehen, wenn diele Fragen lieh nicht beantworten lallen. Dies wird darum erinnert, damit niemand fielt an die anfcheinendeRichtigkeit und Unzulänglichkeit untrer Auflöfurig ftofse). Wir haben fo eben eine neue Synthefis vorgenom- men. Der Begriff, der in derselben aufgeftellt wird, ift enthalten unter dem hohem Gattungsbegriffe der Beßimmung-, denn es wird durch ihn Quantität gefezt. Aber wenn es wirklich ein andrer Begriff, und dis durch ihn bezeichnete Synthefis wirklich eine neue Syn- thefis feyn foll, fo mufs fich die fpecififche Differenz deffelben vom Begriffe der Bestimmung überhaupt; es mufs fich der Unterfcheidungsgrund beider Begriffe auf« zeigen laffen. — Durch Beßimmung überhaupt wird blofs Quantität feftgeßzt; ununterfucht wie, und auf welche Art: durch unfern eben jezt aufgeftellten synthetischen Begriff wird die Quantität des Emen durch die feines Entgegen]ezten gefezt, und umgekehrt. Durch die Beftimmung der Realität oderNegation des Ich wird zugleich die Negation oder Realität des Nicht-Ich be- ftimmt; und umgekehrt. Ich kann ausgehen von welchem der Eutgegengefezten; wie ich nur will; und habe jedesmal durch eine Handlung des Beftimmens zugleich das andere bestimmt, Diele bestimmtere Beftimmung könnte man füglich Wtchßlbeßnnnmngixizeda. der Analogie von Wechselwirkung,) nennen. Es ift das gleiche was bei Kant Relation heilst. C. Sgn- C. Syntheßs durch IFechfdbeßimmmg der in dem er- ßen der enfgegeugeß zten Sdtze Jeibß enthciltnen Gegen falze. Es wird lieh, bald zeigen, dafs durch die Syn- thefis, vermitteln der W echfelbeftimmung für die Lö- fuug der Ilauptfchwierigkeit an fich, nichts beträchtliches gewonnen ift. Aber für die Methode haben wir feiten Fufs gewonnen. Sind indem zu Anfänge des §. aufgeftellten Haupt- Tatze alle Gegenfätze enthalten, welche hier vereinigt werden sollen; und fie sollen darin enthalten feyn, laut der oben gemachten Erinnerungen über die Methode: find sie ferner im Allgemeinen zu vereinigen gewesen durch den Begriff der Weclifelbellimmung; fo muffen nothwendig die Gegensätze, die in den schon vereinigten allgemeinen Sätzen liegen, fclion mittelbar durch VVechfelbeftimmung vereinigt feyn. Sowie die behindern Gegensätze enthalten find unter den aufgeftellten allgemeinen; fo mufs auch der synthetische Begriff, der fie vereinigt, enthalten feyn unter dem allgemeinen Begriffe der Wechfelbeltimmung. Wir haben demnach mit diesem Begriffe gerade fo zu verfahren, wie wir eben mit dem Begriffe der Beßimmung überhaupt verfuhren. Wir bestimmten ihn selb ff, d.h. wir schränkten die Sphäre feines Umfangs ein auf eine geringere Quantität durch die hinzugefiigte Bedingung, dass die Quantität des Einen durch fein entgegenge- feztes beliimmt werden feile, und umgekehrt, und fa erhielten wir den Begriff der VVechfelbeftimmung. Laut des fo eben geführten Beweises haben wir von nun an dreien Begriff ftlbff näher 2u beftimmen, d.!. feine 62 s: • • ::?S feine Sphäre durch eine befondre hirizngefügte Bedingung einznrchränken; und fö bekommen wir fyn- tlietirche Begriffe, die unter dem höher« Begriff, der Weclifelbeftiinmung enthalten find, Wir werden dadurch in den Stand gefezt, diefö Begriffe durch ihre fcharfe Grenzlinien zu befiiinmeri, fo dafs die Möglichkeit, fie zu verwechseln, und aus dem Gebiet ries einen in daS Gebiet des andern über zu fchweifen. schlechthin abge r chriitten Werde. Ieder Fehler entdektfich sogleich durch den Mangel an scharfer Bestimmung, Das Nicht ■‘ Ich Ioll heftinmien das Ich , d. h. es soll Realität in demselben atikheben. Das aber ift nur unter der Bedingung möglich, dafs es in fich lelbft denjenigen Theil der Realität habe, den es im Ich aufhebeii foll. Alfo — das Nicht-ich hat in fich fe'.hfl Realität. Aber alle Realität ift in das Ich grfizt , das Niriit- jchaber ift dem Ich entgegengefezt; mithin ift in dasselbe gar keine Realität * hindern lauter Negation gefeit. Alles Nicbt-Ich ift Negation ; und es hat mithin gar kei* üe Realität in fich Beide Sätze heben einander gegenseitig auf. Beide find enthalten in dem Satze: das Nicht-lch bestimmt das ich, lener Saz hebt demnach fich selbst auf. Aber jener Saz ist enthalten in dem eben äufge- ftellten Haiiptfatze; und dieser in dem Satze drir Einheit des Pewufstfeyns; wird er aüfgetoben, so wird der HaUptfaz in dein er enthalten ift, Und die Einheit deS 65 de 1 : Bp\vn r strpyns , in Speicher diefpr pnthaltpn ifl:, aufgehoben. Er kann fich demnach nickt aiifüeben. hindern die Gegenffitze, die in ihm liegen, mühen lieh vei einigen lallen, i") Der WiderTpriirli ifl nirbt etwa leben durch den Begriff der Wechfelbeftimmung aufgelöst. Setzen wir die abfolute Totalität der Realität als mithrHmr; die als eine solche, die vermehrt oder vermindert werden kann (und selbst die Befugnils dieses zn thuri, ift noch nicht deducirt) fo können wir freilich willkehrlich Theile derselben ab/dehen. und müssen fie unter dielet Bedingung nothwendigin das Nicht Ich setzen ; fo viel ist durch den Begriff der Wechrelbeffiminnng gewonnen. Aber wie kommen wir denn dazu, Theile von der Realität des Ich abzuziehen? Das ift die noch nicht beriihrteFkäge — die Reflexion fezt freilich laut desGe- fetzes der ^'echlelbeffimmung, die in Einem aufgehobne Realität in das entgegPhgefeztg, und umgekehrt; wenn ße erst irgendwo Realität aufgehoben hat. Aber was iff denn dasjenige, dafs fie be'echtigt, oder nöthigt, überhaupt eine Wechfelbeftimmüng vorzunehmen ? Wir erklären uns beftimmter! — Es ift in das Ich schlechthin Realität gefezt. Im dritten Grundsätze, u nd fo eben ganz bestimmt würde das Nicht-hh als ein Quantum gefezt: aber jedes Quantum ift Etwas-, mithin auch Realität. Demnach foll das Nicht Ich Negation ; - also gleichsam eine volle Negation, (eine negative Grö* fsej feyn. Nach dem Begriffe der blofsen Relation nun ift es Völlig gleichgültig, welchem von beiden entgegenge- l’eztert fezteti man Realität, und welchem man Negation zur schreiben wolle- Es hängt davon ab, von welchem der beiden Objekte die Reflexion ausgeht. So ift es wirklich in der Mathematik, die von aller Qualität völlig abftrahirt, und lediglich auf die Quantität lieht. Ob ich Schritte Rükwärts oder Schritte Vorwärts po- fltive Gröfsen nennen wolle, ift an fleh völlig gleichgültig; und es hängt lediglich davon ab, ob ich di« Summe der erftern, oder die der leztern als endliches Resultat aufstellen will. So in der Wiffenfchaftslehre. Was im Ich Negation ift, ift im Nicht-Ich Realität, und umgekehrt; fo viel, weiter aber auch nichts, wird durch den Begriff der Wechfelbeftiinmung vorgefchrie- ben. Ob ich nun das im Ich Realität oder Negation nennen wolle, bleibt ganz meiner Willkühr überladen: es ist blos von relativer *) Realität die Rede. Es zeigt fleh demnach eine Zweideutigkeit in den Begriffe der Realität felbft, welche oben durch den Begriff der Wechfelbeftiminung herbeigeführt wird. Läfst diefe Zweideutigkeit fleh nicht heben, fo ift die Einheit des Bewufstfeyns aufgehoben: das Ich ift Realität, und das Niclit-Ich ift gleichfalls Realität; und beide find nicht mehr entgegengefezt, und das Ich ift nicht ~ Ich* sondern ~ Nicht-Ich, L) Soll *) Es ift merkwürdig, dafs im gemeinen Sprachgebrauchs das Wort relativ ftets richtig, ftets von dem gebraucht worden, was blofs durch die Quantität unterschieden ift, und durch weiter nichts unterschieden werden kann; und dafs man dennoch gar keinen beftimiiiten Begriff mit den Worte Relation, Von welchem jenes ablkmmt, verbunden. 2 ) Soll der anfgezeigte Wider fpruch befriedigend gelöf’t werden, l'o muls vor allen Dingen jene Zweideutigkeit gehoben werden, hinter welcher er etwa veiftekt feyu und kein wahrer, sondern nur ein scheinbarer Widei'fpruch feyu könnte. Aller Realität Quelle ift das Ich. Erft durch und mit dem Ich ist der Begriff der Realität gegeben. Aber das Ich iß, weil es fielt fetzt, und Jetzt fth , weil es iß. Demnach find Jicit fetzen, und Seijn Eins und eberi- daffelbe. Aber der Begrif des Jichjetzcns; und der Thii- tigkeit überhaupt lind wieder Eins und ebeudaffelbe. Allo — alle Realität ist tkätig ; und alles thätige ift Realität. Thätigkfit ist poßtiie (im Gegeufaz gegen blofs relative') Realität.- (Es ift sehr nöthig,- den Begrif der Thätigkeit fich hier ganz rein zu denken. Es kann durch de in eiben nichts bezeichnet werden, was nicht in dein absoluten Setzen des Ich durch lieh leib 1t enthalten' ift; nichts,' was nicht unmittelbar im Satze: Ich bin, liegt. Es ift demnach klar, dafs nicht nur von allen £,t. ‘rlbedingitn- gen, sondern auch yoti allem Objekte der Thäligkeit völlig zu abftfahireri ilt. Die Thäthandimig des Ich,- indem es lein eignes Seyh fezt, geht gar nicht auf vih Objekt, sondern lie geht in ftch selbst zurück. Erft dann, wenn das Ich lieh feibft vorfiellt, wird es Objekt. - Die Einbildungskraft kann lieh fioweriicli Enthalten, das leztere Merkinaäi, das des Oojekts, in! den reinen Begrif der Thätigkeit mit einzumilchen : es ift aber genug, dafs man vor der 'Baulebung derselben gewarnt ift, damit man wenigftens in den Folgernn- & gen 66 gen von allem, was von einer folcheü Eimnifchitfig herftanunen könnte, abftrahire). 5) Das Ich Toll be'ftimrti't feyta , d. h. Realität, oder wie diefer Begrif fo eben beftiinmt worden, T,Tätigkeit foll in ihm aufgehoben feyn. Mithin ift in ihm das Gegenfheil der Thätigkeit geleit. Das Gegentheil der Thätigkeit aber heifst Leiden. Leiden ift po/itiveNe^i- tion, und ift infofern der blofs relativen entgegengefezh (Es wäre zu wiinfehen, dzfs das Wort Leiden we» Niger Nebenbedeutungen hätte. Dafs hier nicht aii fchtnerzhafte Empfindung tu denken fey, braucht WOhl nicht erinnert zlr werden. Vielleicht aber das, dafs von allen Zeitbedingungen , ferner bis jezt noch von aller das Leiden verurfachenden Thätigkeit in dem sntgegengefezten zu abftrahiren fey. Leiden ift die blofse Negation des fo eben aüfgeftellten reinen Begriffs der Thätigkeit; und zwar die quantitave, da er Telbft quantitativ ift; denn die blofse Negation dör Thätigkeit, von der Quantität derfelben abftraliirt — o Wäre Ruhe. Alles itn Ich, was nicht unmittelbar im : Ich bin liegt; nicht unmittelbar durch das Setzen des Ich durch fich felbft, gefezt ift, ift für daifelbfc Leideil (Affektion überhaupt). 4 ) Soll, wenn das Ich irti Zußände des Leidens ift, die abfolute Totalität der Realität beibfehalten werden , fo mirfs nothwendig» vermöge des Gefetzes der Wechfelbeftinunung, ein gleicher Grad der Thätigkeit in das Nicht-ich übertragen werden. Und Und lo ift denn der obige Widerfpfuch gelöf’t. bas Nicht Ich hat als folches an fielt keine Realität-, aber es hat Realität, infofern das Ich leidet; vermöge des Ge- fetzes der Wechfelbeftiitimung. DieferSaz: das Nichl- I'ch hat , soviel wir wenigstens bis jezt einseben, für das Ich , nur infofern Realität , in/ofem das Ich afßcirt iß-, und aufs er der Bedingung einer Affektion des Ich hat es gar keine, ift um der Folgen willen fehr wichtig. 5) Der jezt abgeleitete fynthetifche Begriff ift enthalten unter deth höhetn Begriffe der Wechfelbeftim- huing; denn es wird in ihm die Quantität des Einen, des Nicht Ich, beßimmt durch die Quantität feines eut- gegengefezten, des Ich. Aber er ift von ihm auch fpe- cififch verschieden. Nemiich im Begriffe der Wechfel- beltimiriüng war es völlig gleichgültig, welches der beiden eiitgegbngefezten durch das andere bestimmt wurdet welchem von beiden die Realität, und welchem die Negation zügefchi ieben Wurde. Es wurde die Quart- iität, — aber weiter äuchnichts, als die blole Quantität be- ftimmt. Ih der gegenwärtigen Synthefis aber ift die Verwechselung nicht gleichgültig; sondern es ift bestimmt, welchem von den beiden Gliedern des Gegensatzes Reälität, und nicht Negation, und welchem Negation, und nicht Realitä'tzuzüfchreiben fey; Es Wird demnach durch die gegenwärtige Synthefis gefezt Thd- iigkeit, und Lwär der gleiche Grad der Thätigkeit in das Einfe; fö Wie Leiden in fein entgegengefeites gefezt wird; und umgekehrt. Diefe Synthefis wird genehnt die Synthefis det Wirkjamkeit (Kaufalität). Dasjenige, welchem Ttuitig - heit iugefchrieben wird, und insofern nickt Leiden, & Z heilst' 63 heifst die Urfache (Ur-Realität, pofilive fchlecbthinge- fezte Realität, welches durch jenes Wort tieffmul aus- gednikt wird:) dasjenige, dem Leiden zugefchrieben wird , und infofern nickt Thätigkeit heifst das bewirkte, (der Effekt, mithin eine von einer andern abhängende und keine Ur-Realität). Beides in Verbindung gedacht heifst eine Wirkung. Das bewirkte füllte man nie Wirkung nennen. (In dem Begriffe der Wirkfamkeit, wie er fo eben' deducirt worden, ift völlig zu abrtrahiren von den empirifchen Zeitbedingungen; und er lässt auch ohne lie fuh recht wohl denken. Theils ift die Zeit noch nicht deducirt, und wir haben hier noch gar nicht das Recht, uns ihres Begriffs zu bedienen; theils ift es überhaupt gar nicht wahr, dafs man fielt die Ur fache, als solche, cl. i. inlofern fie in der bestimmten Wirkung thätig ift, als dem bewirkten in der Zeit vorhergehend denken muffe-, wie fielt einst bei’tn Schematifmus zeigen wird. Ur fache und bewirktes feilen ja vermöge der fynthetifchen Einheit als Ein, und eben daffelbe gedacht werden. Nicht die Urfache', als solche, aber die Subftanz, welcher die Wirkfamkeit zugefchrieben wird, geht der Zeit nach der Wirkung vorher, aus Uriinden, die sich zeigen werden. Aber in diefer Rük- fitht geht auch die Subftanz, auf welche gewirkt wird» dem nt ihr bewirkten der Zeit nach vorher. D. Syn* 6g D. Synthefis durch TVechfelbtßimmmg 'der in dem zweiten der entgegengefezten Sätze enthaltenen Gegen/ätze. Der als in unTerm Hauptsätze enthalten aufgeftellte zweite Saz: das Ich fezt Sich, als beftimmt, d. i. es beftiimnt Sich, enthält SelbSt Gegenfätze; und hebt Sich demnach auf. Da er aber Sich nicht aufheben kann, ohne dafs mittelbar auch die Einheit des ßewufstfeyns aufgehoben werde , haben wir durch eine neue Syn- thelis die Gegenlatze in ihm zu vereinigen. a) Das Ich beftimmt Sich ; es ift das beßimmende, mnd demnach tliätig. b) Es beftimmt Sich; es ift das beßhmnt werdende, und demnach leidend. Alfo ift das Ich in einer und ebenderselben Handlung thätig und leidend zugleich; es wird ihm Realität und Negation zugleich zugefchrie- ben, welches ohne Zweifel ein Widerspruch ift. Diefer Widerspruch ift zu lösen durch den Begriff der Wechfelbeftimmung; und er würde allerdings vollkommen gelöf’t feyn, wenn Statt der obigenSätze Sich folgender denken iiefse: das Ich beßimmt durch Thätig - heit fein Leiden; oder durch Leiden feine Thätigkeit. Dann wäre es in einem und ebendemselben Zultande tliätig und leidend zugleich: Es ift nur die Frage: ob t und wie obiger Saz Sich denken laffe ? Für die Möglichkeit aller Bestimmung überhaupt (alles Messens) mufs ein MaasStab feftgefezt feyn. Dieser Maasftab aber könnte kein andrer feyn, als das Ich E 3 felbft, felbft, weil urfpninglich nur das Ich schlechthin ge« fezt ilt. Aber in das Ich ifl Realität gefezt. Mithin muss das Ich als abfolute Totalität (mithin als ein Quantum, in welchem alle Quanta enthalten find, und welches ein Maas f-iir alle feyn kann) der Realität gefezt feyn; und zwar ursprünglich und schlechthin; wenn die fct eben problematisch aufgestellte Synthefis möglich feyn, und der Widerspruch befriedigend gelöf’t werden soll, Alfo j) Das Ich fezt schlechthin, ohne irgend eineig Grund, und unter keiner möglichen Bedingung abf&* lutt Totalität der Realität, als ein Quantum, über welches > schlechthin kraft dieses Setzens kein grösseres möglich ift; und dieses absolute Maximum der Realität fezt es in ftch felbft. — Alles, was im Ich gefezt ift, ift Realität: und alle Realität, welche ift, ift im Ich gefezt (§. i). Aber diefe Realität im Ich ift ein Quantum, und zwar ein schlechthin gefeztes Quantum (). Z). 2) Durch und an diesem schlechthin gefezten Maasstabe soll die Quantität eines Mangels der Realität (eines Leidens) beftiinmt werden. Aber der Mangel ift Nichts; und das Mangelnde ift nichts. Mithin kann derselbe nur dadurch beftiinmt werden, dafs das Uebrige. der Realität bestimmt werde. Alfo, das Ich kann nur die eingeschränkte Quantität feiner Realität bestimmen; und durch deren Bestimmung ift denn auch zugleich die Quantität der Negation beftimmt. (Ver- sjiittelft des Begrifs der Wechfelbeftimmung), ^Wir- abftrahiren hier noch gänzlich von. der Be* ftimmung der Negation, als Gegenf.itze der Realität an fielt, im. Ich: und richten, untre Aufmerkfamkeit felofs auf Beftiinmung eines Quantum der Realität, das kleiner ift, als die Totalität). 5) Ein der Totalität nicht gleiches Quantum Rea- lität, ift felbft Negation, netnlich Negation der Totalität. Es ift als beschränkte Quantität der Totalität entgegen- gefezt; alles entgegengefezte aber ift Negation delfen, dem es entgegengefezt ift. Iede beftimmte Quantität iß Nicht-Totalität, 4 ) Soll aber ein solches Quantum der Totalität ent- gegengefezt , mithin mit ihr verglichen (nach den Regeln aller Synthefis und Antithefis) werden können, fo tnufs ein Beziehungsgrund zwilchen beiden vorhanden feyn; und diefer ift denn der Begrif der Theilbarkeit (§. 3). In der absoluten Totalität find keine Theile; aber fie kann mit Theilen verglichen, und von ihnen rniter- fchieden werden: und hierdurch läfst denn der obige Widerfpruch lieh befriedigend löfpn. 5) Um dies recht deutlich einzulehen, reflektiren ■wir auf den Begrif der Realität. Der Begrif der Realität ift gleich dem Begriffe der. Thätigkeit, Alle Realität ift in das Ich gefezt heilst: alle Thätigkeit ift in dasselbe gefezt; und umgekehrt; alles im. Ich ift Realität; heilst: das Ich ift nur thätig; es ift blofs Ich, in wiekerne es th: tig ift ; und inwiefern es nicht thätig ift, ift es Nicht-Ich, E 4 Alles 72 . - ' ‘V - ■■"V, t ' .. • Alles Leiden ift Nicht- Thätigkeit. Das Leiden läfst demnach gar nicht anders lieh beftimmen, als dadurch, dafs.es auF die Thätigkeit bezogen wird. Das entfprjcbt nun allerdings unfrer Aufgabe, nach welcher vennitte’ft der Thätigkeit, durch eine Wech- felbeftiminung, ein Leiden beftimint werden foll. 6) Leiden bann nicht auf Thätigkeit bezogen werden, aufs er unter der Bedingung, dafs es einen Beziehungsgrund mit dem leihen habe. Das aber kann kein andrer feyn, als der allgemeine Beziehungsgrund der Realität und Negation der Quantität. Leiden ift durch Quantität beziehbar auf Thätigkeit heilst: Leiden iß ein Quantum Thätigkeit. 7) Um fich ein Quantum Thätigkeit denken zu können, mufs man einen Maasftab der Thätigkeit haben: die Thätigkeit überhaupt, (was oben abfolute Totalität der Realität hiefs). Das Quantum überhaupt ift das Maas. 8) Wenn in das Ich überhaupt alle Thätigkeit ge- fezt ift, fo ift das Setzen eines Quantum der Thätigkeit , Verringerung derfelben; und ein folclies Quantum ift infofern es nicht alle Thätigkeit ift, ein Leiden; ob es an fich gleich Thätigkeit ift. 9) Demnach wird, durch das Setzen eines Quantums der Thätigkeit, durch Entgegenfetzung deftelben gegen die Thätigkeit nicht infofern lie Thätigkeit überhaupt , fondern infofern fie alle Thätigkeit ift, ein Leiden gefezt; d. i. jenes Quantum Thätigkeit, als fol- «hes ches wird felbft als Leiden gefezt; und als folches beßimmt. ( Beßimmt , Tage ich. Alles Leiden ift Negation der Thätigkeit, durch ein Quantum Thätigkeit wird die Totalität der Thätigkeit negiert. Und insofern das geschieht, gehört das Quantum unter die Sphäre des Leidens. — Wird es überhaupt als Thätigkeit betrachtet; ko gehört es nicht unter die Sphäre des Leidens, sondern ist von ihr ausgeschlossen). 10) Es ift jezt ein X ausgezeigt worden, welches Realität, und Negation, Thätigkeit und Leiden zugleich ift. a) X ift Thätigkeit , insofern es auf das Nicht-Tch bezogen wird. weil es gefezt ift in das Ich, und in das fetzende, handelnde Ich. b) X ift Leiden, insofern es auf die Totalität des Hau« delns bezogen wird. F.s ift nicht das Handeln überhaupt, sondern es ift ein beßimmt es Handeln : eine unter der Sphäre des Handelns überhaupt enthaltne befondre Handelsweife, (Ziehet eine Zirkellinie — A, fo ift die ganze durch fie eingelchlolfene Fläche ~X entgegengefezt der unendlichen Fläche im unendlichen Raume, welche ausgeschlossen ift. Ziehet innerhalb des Umkreises, ypn A eine andere Zirkellinie ~ß, fo ift die durch dieselbe eingefchlofsne Fläche ~ Y zuförderft in dem Unikreife von A eingefchloffen, und zugleich mit ihm entgegengefezt der unendlichen durch A ausgefchlofsnen Fläche, und infofern der Fläche X völlig gleich. In- E 5 sofern fiofern ihr fie aber betrachtet als eingefchlofsen durch B, ift fie der ausgefchlofsnen unendlichen Flache, mithin auch demjenigen Thpije der Fläche X, der nicht in ihr liegt, entgegengefezt. Alfo, der Raum Y ift fich felbft entgegengefezt; er ift nemlich entweder ein Theil der Fläche X oder er ift die für fich felbft bfliehende Fläche Y). Ich denke, ift znfö.rderft ein Ausdruck der Thätigkeit; das Ich ift denkend , und infofern handelnd ge- fezt. Es ift ferner ein Ausdruck der Negation, der Einfchränkung, des Leidens; denn denken ift eine be- fondre Beßinnnnng des Seyns; und im Begriffe deffel- ben werden alle übrige Arten des Seyns ausgefchloffen. Der Begriff des Denkens ift demnach fich felbft entga- gengefezt; er bezeichnet eine Thätigkeit, wenn er bezogen wird auf den gedachten Gegenftand : er bezeichnet ein Leiden, wenn er bezogen wird auf das Seyn überhaupt: denn das Seyn nmfs eirigefchränkt werden, wenn das Denken möglich feyn fofi, ledes mögliche Prädikat des Ich bezeichnet eine Einfchränkung deffelben. Das Subjekt: Ich, ift das fchleclithin thätige, oder feyende, Durch das Prädikat; (z. B ich Helle vor, ich ftrebe u. f f.) wird diefe Thätigkeit in eine begrenzte Sphäre eingefchloffen. (Wie und wodurch diefes gefchehe, davon ift hier noch nicht die Fraget li) Iezt lässt fich vollkommen einfehen, wie das (ch durch, und vermitteln feiner Thätigkeit fein Lei» den beltiitunen, und wie thätig und leidend zugleich gleich feytn könne. Es ift beßimmend, infofem es durch abfolute Spontaneität fich unter allen in der abfo.luten Totalität feiner Realitäten enthaltnen Sphären in eine feeftimmte fezt; und infofern blofs auf dieses abfoluta Setzen reflektirt, von der Grenze der Sphäre aber ab.-, ftrahirt wird. Es ift beflimmt, infofern es als in diefer beftiinmten Sphäre gefezt, betrachtet, und yon der Spontaneität des Setzens ab ftrahirt wird. 12) Wir haben die ursprünglich synthetische Handlung des Ich, wodurch der aufgeftellte Widerspruch, gelöf’t wird, und dadurch einen neuen synthetischen Begrif gefunden, den wir noch etwas genauer zu unterhielten haben. Er ift, eben fo vyie.der vorige, der. der Wirksamkeit, tzine näher beftimrjjte Wechfelbeftimmung; und wir y/erden in beide die vollkommenste Einsicht erhalten, yvenn wir fie mit jener, fo wie unter sich feibft, vergleichen. Nach den Regeln der Bestimmung überhaupt müßten i) beide der Wechfelbeftimmung gleich 2) derselben entgegengefezt 3 ) einander gleich, insofern fie jener entgegengefezt find 4) einer dem andern entge? jengefezt feyn a). fie find,der, Weohrelbeftimmimg darin gleich, daf? in beiden, fo wie in jener, bestimmt wird Thätig- keit durch Leiden, oder Realität durch Negation, (welches, eben das. ift) und. umgekehrt. k) Sie find beide ihr entgegengefezt. Denn in der Wechfelbeftimmung wird nur. überhaupt ein Wechsel fei gefezt; aber nicht bestimmt. Es ift völlig Frei geladen, ob man von der Realität zur Negation, oder von dieser zu jener ubergeben wolle. In den beiden zulezt abgeleiteten Syntbefen aber ist die Ordnung des Wechsels feftgcfezt, und bestimmt. c) Eben darin, dass in beiden die Ordnung feftge- fezt ist, lind fie steh gleich. d) In AbFiclit der Ordnung des Wechsels find sich beide entgegengefezt. Im Begriffe der Kaufalität wird dieThätigkeit durch Leiden; in dem fo eben abgeleiteten wird das Leiden durch Thätigkeit bestimmt, io) Insofern das Ich betrachtet wird, als den ganzen schlechthin bestimmten Umkreis aller Realitäten mnfaffend, ilt es Subßanz. Inwiefern es in eine nicht schlechthin beftitnmte Sphäre (wie und wodurch fie bestimmt werde, bleibt vor der Hand ununterfucht,) dieses Umkreises gefezt wird; insofern ist es accidentell; oder es iß in ihm ein Accidens. Die Grenze, welche diefe befqndre Sphäre von dein ganzen Umfange ab- fchneidet, ilt es, welche das Accidens zum Accidens macht. Sie ist der Beziehungsgrund zwischen Substanz und Accidens. Sie ilt im Umfange; daher ift das Accidens in, und an der Substanz: fie schliefst etwas vorn ganzen Umfange aus; daher ift das Accidens nicht Subftanz. 14) Iteiae Substanz ift denkbar, ohne Beziehung auf ein Accidens: denn er ft durch das Setzen möglicher Sphären in den absoluten Umkreis wird das Ich Substanz; ftanz; erft durch mögliche Accidenzen entftehen Realitäten ; da aufserclein alle Realität fchlecbthin Eins feyn würde. - Die Realitäten des Ich find leine Hand- lungsweifen: es ift Subfianz, inwiefern alle möglichen Haridlungs weifen (Arten zu feyn,) darin gefezt werden. Kein Accidens ift denkbar ohne Suhftauz; denn tun zu erkennen, dafs etwas eine beßimmtc Realität fey, nuifs ich es auf die Realität überhaupt beziehen. Die Subfianz ift aller TVechfel im allgemeinen gedacht: das Accidens ift ein beßimmtesdas mit einem andern wechfelnden wechjelti Es ift urfp'riinglich nur Eine Subfianz; das Ich: In diefer Einen Subfianz find alle mögliche Acciden- zen, alle alle mögliche Realitäten gefezt. — Wie mehrere in irgend einem Merkmale gleiche Accidenzen der einigen Subfianz zusammen begreiffen, und felbft als Subftanzen gedacht werden können, deren Accidenzen durch die f'erfchiedenheit jener Merkmale unter fich, die neben der Gleichheit Statt findet, beftiuunt werden, "werden wir zu feiner Zeit fehen. Anmerkung. Ünunterfuclit, und völlig im Dunkeln ift geblieben theils diejenige Thäti'gkeit des Ich, durch welche es fich felbft als Subfianz, und Accidens unterfcheidet, und vergleicht; theils dasjenige, was das Ich veranlasst, diele Handlung vorzunehmen; welches leztere, foviel wir aus der erften Synthefis vermUthen können, wohl- eine' Wirkung des Nicbt-Ich feyn dürfte. Es Es ift demnach, wie das bey jeder Synthefis zu geTchehen pflegt, in der Mitte alles richtig vereinigt, und verknüpft; nicht aber die beiden äuf- ferften Enden. Diefe Bemerkung zeigt uns von einer neuen Seite das Gefchäft der Wiffenfchaftslehre; Sie wird immer fortfahren Mittelglieder zwilchen die Entgegengesetzten eihzufcliieben; dadurch aber Wird der Widerspruch nicht vollkommen gelöf’t, fondern nur weiter hinaus gefetzt. Wird zwischen die vereinigten Glieder, von denen fleh bei näherer Untersuchung findet, dafs fle dennoch nicht Vollkommen vereinigt find, ein neues Mittelglied ieingefchoben, fo fällt freilich der zulezt aufgezeigte Widerfprüch weg; aber um ihn zu lösen» mufte man neue Endpunkte annehmen, welche abermals entgegengefezt find, und von neuem vereinigt werden rnüflen; Die eigentliche, höchfte, alle andere Aufgaben unter fleh enthaltende Aufgabe ifi die: wie das Ich auf das Nicht-Ich; oder das Nicht-Ich auf das Ich unmittelbar einwirken könne, da fie beide einander völlig entgegengefezt feyn sollen. Man fchiebt zwischen beide hinein irgend ein X , auf welches beide wirken, wodurch fie denn auch zugleich mittelbar auf einander feibft wirken. Bald aber entdekt man, dafs in diefem X doch auch wieder irgend ein tunkt feyn miiiTe, in welchem Ich und Nicht-Ich unmittelbar zulamihentref- Um diefes zu verhindern fchiebt inan Zwilchen fchen lind statt der fcliarfen Grenze ein netaes Mittelglied ~Y ein. Aber es zeigt fich bald, dafs in diefem eben Io wie in X ein Punkt feyn müfle; in welchem die beiden entgegengefezten ficb unmittelbar berühren. Und fo würde es ins unendliche Fortgehen, wenn nicht durch einen absoluten Machtfpruch der Vernunft ; den nicht etwa der Philofoph thut, sondern den er nur aufzeigt — durch Den: eS fall, da das Nicht-Ich mit dem Ich auf keine Art fich vereinigen lässt, überhaupt kein Nicht-Ich feyn, der Knoten zwar nicht ge- löf’t, aber zet fchnitten würde. Man kann die Sache nöch Von einer andern Seite anFtzhen. — Insofern das Ich durch das Nicht- Ich eingeschränkt wird, ist es endlich, an fich aber, fo wie es durch feine eigne absolute Thä- tigkeit gefezt wird, ist es unendlich. Dieses beide in ihm, die Unendlichkeit, und die Endlichkeit Tollen vereinigt werden. Aber eine solche Vereinigung ist an fich unmöglich. Lange zwar wird der Streit durch Vermittelung geschlichtet; das unendliche begränzt das endliche* Zulezt aber, da die völlige Unmöglichkeit der gefuchten Vereinigung fich zeigt, mufs die Endlichkeit überhaupt aufgehoben werden; alle Schränken müssen verschwinden. das unendliche Ich mufs als Eins, und als Alles allein übrig bleiben. Setzet in dem fortlaufenden Räume A im Punkte in Licht, und im Punkte n Finßernifs, f 0 uiuEs ßothwendig, da der Raum stetig, und Zwilche« feilen in und n kein hiatus ift, zwifchen Leiden Punkten irgendwo ein Punkt o fe>n, welcher Licht und Finfternifs zugleich ift welches lieh widerspricht. — Ihr fetzet zwifclun beide ein Mittelglied, Dämmerung . Sie gehe von p bis q, fo wird in p die Dämmerung mit dem Lichte, und in q mit der Finfternifs grenzen. Aber dadurch habt ihr blos Aufschub gewonnen; den Wider- fpruch aber nicht befriedigend gelöf’t. Die Dämmerung ift Mischung des Lichts mit Finfternifs. Nun kann in p das helle Licht mit der Dämmerung nur dadurch grenzen , dafs der Punkt p Licht, und Dämmerung, zugleich fey; und da die Dämmerung nur dadurch vom Lichte unterschieden ilt, dafs fie auch Finfternifs ift; — dafs er Liclit und Finfternifs zugleich fey. Eben fo im Punkte q.—■ Mithin ift der Widertprüch gar nicht anders auf- zulöfen, als dadurch: Licht, und Finfternifs find überhaupt nicht entgegengefezt; sondern nur den Graden nach zu unterscheiden. Finfternifs iftblofs eine sehr geringe Quantität Licht. — Gerade fo verhält es sich zwilchen dem Ich, und dem! Nicht- Ich. E. Synthetifche Vereinigung des zwifchen den beiden cmfgeftellten Arten der WechJelbejiimmung Statt findenden üegen/atzes. Das Ich fezt Jich , als beflimmi durch das Dicht - /c/t, war der Hauptfaz, von welcl em wir ausgiengen; welcher nicht aufgehoben werden Konnte, ohne dafs die Einneit des Bewulstfeyns zugleich- aufgehoben wurde. Aber Aber es lagen in ihm Widerfprüche, die wir zu löfen hatten. Zuförderft entftand die Frage : wie kann das Ich beßimmen, und beßimmt werden zugleich, — welche fo beantwortet wurde: beßimmen und beßimnil werden find vermittelst des Begrifs der VVechfelbehinnnung eins und eben dalfelbe; fo wie demnach das Ich-ein bestimmtes Quantum der Negation in lieh fezt, I'et:.* es zugleich ein bestimmtes Quantum der Realität in das Nicht-Ich und umgekehrt. Hier blieb zu fragen übrig. wohin soll denn die Realität gefe/t werden, in das Ich, oder in das Nicht-loh, — welches vermittelst des Begrifs der Wirksamkeit fo beantwortet wurde: in das Ich Toll Negation oder Leiden, und, nach der Regel der WechrelbeHiminung überhaupt, das gleiche Quantum Realität oder Thätigkeit in das Nicht-Ich gefezt werden. — Aber wie kann doch ein Leiden in das Ich gefezt werden, — wurde weiter gefragt, und es wurde hierauf vermittelst des Begrifs der Subflantiahtät geantwortet: Leiden und Findigkeit im Ich find eins, und eben dallelbe, denn Leiden ifl: blos ein geringstes Quantum der Thätigkeit. Aber durch diefe Antworten haben wir uns in einen Zirkel verflochten. Wenn das Ich einen kleinern Grad der Thätigkeit in sich fezt, fo fezt es dadurch freilich ein Leiden in sich, und eine Thätigkeit in das Nicht- Ich. Aber das Ich kann kein Vermögen haben, schlechthin einen niedern Grad der Thätigkeit in flehen fetzen j denn es fezt, laut des Begrifs der Stibftantialität, alle Thätigkeit in fich; und es fezt nichts in lieh, als Thätigkeit. Mithin müfte dem Setzen des niedern Grades der Thätigkeit im Ich eine Thätigkeit des Nicht-Ich vorhergeheu; diefe miifte eilt wirklich einen Tiieil der F Tfcä- Thätigkeit des Ich vernichtet haben , ehe das Ich einen kleinern Tlieil derfelben in heb fetzen könnte. Aber diefes iß eben fo unmöglich, da vermöge des Begrifs der Wirksamkeit dem Nicht - Ich nur infofern eineThä- tigkeitzugefclirieben werden kann* in wie fern in das Ich ein Leiden gefezt iß 4 Wir erklären uns, vor der Hand nicht eben in fcliulgerechter Form, noch deutlicher über den Hauptpunkt, der in die Frage kommt. Man erlaube mir in defsden Begriff derZeit als bekannt vorauszufetzen.— Setzet, als den erften Fall nach deiiiblofsen Begriffe der Wirksamkeit, dafs die Einfchrähkung des Ich einzig und allein von der Thätigkeit des Nicht-Ich herkomme. Denkt euch, dafs im Zeitpunkte A das Nicht-Ich nicht auf das Ich einwirke, fo iß im ich alle Realität, und gar keine Negation, und es ift mithin, nach dem obigen, keine Realität in das Nicht-Ich gefezt. Denkt euch ferner, dafs im Zeitpunkte B das Nicht-Ich mit 5 Graden der Thätigkeit auf das Ich einwirke * fo find * vermöge des Begrifs der Wechfelheßimmung allerdings 3 Grade der Realität im Ich aufgehoben, und ftatt deren 5 Grade Negation gefezt. Aber dabei verhält das Ich lieh blofs leidend ; die Grade der Negation find in ihm freilich gefezt; ab et fie find auch blofs gefezt. — fiir irgend ein intelligentes Wefen außer dem Ich, welches Ich und Nicht-Ich in jener Wirkung beobachtet, und nach der Regel der Wechfelheßimmung beurtheilt, nicht aber für das lehfelbfti Dazu wurde erfordert, dafs es leinen Zuftand im Momente A mit dem im Momente B vergleichen, und die verfchiednen Quanta feiner Thätigkeit in beiden Momenten unter- fcheideH 83 fcheiden könnte : und wie diefes möglich fey, ift noch hiclit gezeigt worden. Das Ich wäre im angenommener! Falle* allerdings eingeschränkt* aber es wäre feiner Einfchräuknng lieh nicht bevvufst. Das Ich wäre, um es'in den Worten unfeies Satzes zu Tagen , allerdings befluirhit ; aber ; fezte /ich nicht i als bestimmt sondern irgend ein Wefen äuil'er ihm könnte es als bestimmt fetzeii Oder fetzet als den zweiten Fall nach dembiofseii Begriffe der Siibltantialität * dafs das Ich schlechthin itnd unabhängig von aller Einwirkung des Nicht* Ich ein Vermögen habe * willkührlith ein vermindertes Quantum der Realität in fich zu fetzen ; die ^ oraüsfetziing des traiisfeeudentaleh Idealismus, und namentlich der prä- flabilirten Harmonie, welche ein solcher Idealismus iß* Davon* dafs diele Voraüsfetziing schon dem ab» folnterften Grundfätze widerspreche , wird hier gänzlich abfträhirt* Gebt ihm auch noch das Vermögen, diese verminderte Quantität mit der absoluten Totalität zu vergleichen* und an ihr zu mellen. Setzet unter dieser Voraussetzung das Ich im Momente A mit ä Grad verringerter Tliäiigkeit; iui Momente B mit 3 Grad; fö lässt fielt recht wohl verstehen , wie das Ich in beiden Momenten fielt als eingeschränkt, und zwar ini Momente B als mehr eingeschränkt * denn iin Mö- mente A beiirtheiien könne; aber es lässt fielt gar nicht feinft.-hen * wie es diele EinfchränkUng auf Etwas tut Nicht- Icii* als die Urfäcite derselben beiielien könne. Vielmehr miilte es fich selbst als die Ütfaclie derselben, betrachten. Mit den Vorten nuferes Satzes: das Icli fezte daun a lerdings lieh als bestimmt* äbernicht als beliiiümt durch dai Nicht - leih ( Die Befugniis jeher Beziehung auf f ä fein 84 eTNicht-Ichläugnet allerdings der Idealist, und er i(t infofern confequent: aber dieTliatfaclie desBeziehens kann nicht läugnen, und noch ift es keinem eingefallen, fie zu läugnen. Aber dann hat er diele zugefiandene Thatfache, abftrahirt von der Befugnifs derselben, doch wenigftens zu erklären. Das aber vermag er aus feiner" Voraussetzung nicht, und feine Philofophie ift demnach unvollständig. Nimmt er etwa gar das Da- feyn der Dinge au Her uns noch daneben an. wie es in der präftabilirten Harmonie geschieht, fo ift er über dies inkonsequent ) Beide Synthefen, abgesondert gebraucht erklären demnach nicht, was fie erklären sollen, und der oben gerügte Widerspruch bleibt: fezt das Ich lieh als bestimmt , fo wird es nicht beftimmt durch das Nicht - leb , wird es befilmmt durch das Nicht-Ich, fo fezt es fielt nicht als beftimmt. I. Wir stellen jezt diesen Widerspruch ganz bestimmt auf. Das Ich kann kein Leiden in fielt fetzen, ohne Thätigkeit in das Nicht-Ich zu fetzen; aber es kann keine Thäii^koit in das Nicht-Ich fetzen , ohne ein Leiden in lieh tu fetzen : es kann keines ohne das andere; es kamt keins schlechthin , es kann demnach keinsvon beiden. Alfo i) Das Ich fezt nicht Leiden in fielt, insofern es Thätigkeit in das Nicht-Ich fezt; noch Thätigkeit in das Nicht-Ich, insofern fcs Leiden in fielt fezt: es fezt überhaupt nicht: ( Nicht die Bedingung wir di geläugnet, sondern das Bedingte, welches wohl zu merken ift. Nicht die Hegel der Wechsel- 85 Wechfelbeftimmung überhaupt, als folehe; aber die Anwendung derselben überhaupt auf den gegenwärtigen Fall wird in Anspruch genommen.) Wie fo eben bewiesen worden. 2) Aber das Ich soll Leiden in lieh fetzen , und insofern Thätigkeit in das Nicht-Ich; und umgekehrt: laut ' Folgerung aus den oben schlechthin gefeiten Sätzen. Ih Im eilten Satze wird geläugnet, was im zweiten behauptet wird. Beide verhalten lieh demnach wie Negation und Realität. Negation und Realität aber werden vereinigt durch Quantität. Beide Sätze muffen gelten; aber lie muffen beide nur zum Thcil gelten. Sie muffen fo gedacht werden : l) Das Ich fezt zum Thal Leiden in fich, infofern es Thätigkeit in das Nicht-Ich fezt; aber es fezt Zum "Lheil nicht Leiden in fleh, infofern es Thätigkeit in das Nicht-Ich fezt: und umgekehrt. o) Das Ich fezt nur zum Taeil Leiden in das Nicht-Ich, infofern es Thätigkeit in das Ich., und zum Taeil nicht Leiden in das Nicht-Ich, infofern es Thätigkeit in das Ich fezt. (Das würde aufgeftell- termaafsen heiffen : Es wird eine Thätigkeit in das Ich gefezt, der gar kein Leiden imNicbt-Ich entgegen, gefezt wird, und eine Thätigkeit in das Nicht-!cli, der gar kein Leiden im Ich ent- gegengefezt wird. Wir wollen (liefe Art der Thätigkeit vor der Hand unabhängige Thätigkeit nennen, bis wir fle näher kennen lernen. F 2 III. 86 III. Aber eine Wehe unabhängige Thätigkeit im Ich , und Nicht - Ich widerrpricht dem Gefetze des Entge« genfetzens welches jezt durch das Gefez der Wpchfel- beltimttiung näher heftimint ift; fie widerspricht also» insbefondre dem Begrifle der VVechselbestimmung, der in unsrer gegenwärtigen Utitepfuchung herfchen4 -st. Alle Thätigheitim Trh bestimmt ein Leiden im Nicht - Ich. und umgekehrt. Laut des Begrifsder VVech- felhehiminung. — Jetzt eben aber ist der Saz ‘ »ukgestellt: Eine gewisse Thätigkeit im Ich bestimmt kein Lei« den im Nicht-ich; und eine gewisse Thätigkeit iin Nicht-Ich beftimmt kein Leiden im Ich, weh eher sich zu dem obigen verhält, wie Negation zur Realität. Demnach find beide zu vereinst« gen durch Bestimmung, d. i. beide können nux zuin Theil gelten. Der obentteliende Saz, dem widerfpro.chen wird, ist der Saz der Wechfelbeftimmung. Die Cer soll um zum Theil gelten, d. i. er Joll selbst be« ftimmt fe-ine.Gültigkeit soll dpreh eine Regel in einen gewissen Umfang eingefchloflen werden. Oder, um uns auF eine andere Art anszttdrticken, die un ih'iängige Thätigkeit des Ich , und des Nicht-Ich ist uur in einem gewiffm Sinne unah« hängig. Dies wird fogleieh klar werden. Denn IV. Es roll im Tch eine Thätigkeit feyn > die ein Lei* den im Nicht- Ich beftimmt, und durch dalTelbe bestimmt wird ; und umgekehrt eine Thätigkeit im Nicht-Ich, die ein Leiden im Ich beftimmt, und durch dalfelbe beftimmt wird ; laut des obigen. Auf diefe Thätigkeit und Leiden ift der Begriff der Wech- felbeftimnning anwendbar. Es roll zugleich in beiden eine Thätigkeit Teyn, die durch kein Leiden des andern beftimmt wird; wie fo eben poftulirt worden, um den lieh zeigenden Widerfpruch löfen zu können. Beide Sätze Tollen bei einander beftehen können ; fie muffen demnach durch einen Tynthetifchen Begriff als in einerund eben derfelbenHandlung vereinigt gedacht werden können. DieTer Begriff aber kann kein anderer Teyn , als der der Wechfelbeftimmung Der Saz, in welchem beide vereinigt gedacht Würden , wäre folgender; Durch fVtchfel- Thun, und Leiden (das durch Wech- relbeftimmung lieh gegenteilig befthnmendeThun und Leiden) wird die unabhängige Thätigkeit-, und durch die unabhängige Tlwtigkeit wird umgekehrt: Wechfel - Thun, und Leiden beftimmt. Wenn dieTer Satz lieh behaupten Tollte , To wäre klar i) in welchem Sinne die unabhängige Thätigkeit des Ich, und die des Nicht - Ich fielt gegenfeitig bestimmten; und in welchem nicht. Sie beltim- men fielt nicht unmittelbar; aber fie beftimmen F 4 lieh lieh mittelbar, durch ihr im Wechfel begriffenes Thun, und Leiden. 2) Wie der Satz der Wechfelbeftimmung zugleich gültig fern könne, und auch nich gültig feyn könne. Er ist anwendbar auf Wechfel, und unabhängige Thätigkeit; aber er ift nicht anwendbar auf unabhängige Thätigkeit, und unabhängige Thätigkeit an lieh- Wechfel und unabhängige Thätigkeit liehen unter ihm, nicht aber unabhängige Thätigkeit, und unabhängige Thätigkeit. \yir reflektiren jezt über den Sinn des oben aufge- ftellten Satzes. Es liegen in ihm folgende drei. i ) Durch Wechfel - Thun, und Leiden wird eine unabhängige Thätigkeit beftimmt. 2) Durch eine unabhängige Thätigkeit wird ein Wechfel - Thun, und Leiden beftimmt. 5) fleide werden gegenfeitig durcheinander beftimmt, und es ifl gleichgültig, ob man von Wechfel- Thun, und Leiden zur unabhängigen Thätigkeit, oder ob man umgekehrt von der unabhängigen Thätigkeit zu Wechfel - Thun, und Leiden übergehe. I. Den ersten Saz betreffend haben wir zuförderß zu unterfuchen, was heilst es überhaupt: eine unabhängige hängige Thätigkeit wird durch ein WechTel- Thun beftinnnt; dann haben wir ihn auf die vorliegenden Fälle anzuwenden. 1 ) Durch Wechfel - Thun, und Leiden wird überhaupt eine unabhängige Thätigkeit beftimmt. — Es ist erinnert, dafs wir damit umgehen den Be-, grif der Wechfelbeftiinmung felblt zu beftimmen, d. i. den Umfang feiner Gültigkeit durch eine Hegel zu beschränken. Beßimmiing aber gefchielit durch Aufzeigurig des Grundes. So .wie der Grund der Anwendung diefes Satzes angegeben wird, wird dieselbe zugleich beschränkt, Nemlich nach dem Satz der Wechfelbeftimmung wird unmittelbar durch das Setzen einer Thätig- keit in dem Einen Leiden in feinem, entgegenge- fezten gefezt nud umgekehrt. Nun ist aus dem Satze des Gegenfetzens zwar klar, dafs, wenn Überhaupt ein Leiden gefezt werden füll, dasselbe in das Entgegengefezte des thätigen gefezt wer- den muffe: aber die Frage, warum überhaupt ein, Eeiden gefezt werden foll, undes nicht bei der Thätigkeit in dein Einen fein Bewenden haben könne, d. i. warum überhaupt eine Wechfefbe- ftimmung vorgehen solle , ist dadurch noch nicht beantwortet. — Leiden und Thätigkeit, als solche , find entgegengefezt; doch foll unmittelbar durch Thätigkeit Leiden, und umgekehrt, gefezt werden , mithin muffen fie, laut des Satzes der Be- ftimtnpng , in einem dritten ~ X auch gleich feyn, (welches dritte denUebergang vom Leiden zur F 5. Thäp 99 Thätigte!t, und umgekehrt möglich mache, ohne dafs die Einheit des Bevvuftfeins unterbrochen werde, noch in ihr, dafs ich fo läge, ein hiatus entliehe.) Diefes dritte ift der Bezielmmgsgrimd zwifchen Thun und Leiden im Wechfel (§.5.) Vieler Beziehungsgrund ist nicht abhängig von der Wechfelbeflimmung ; sondern he ist von ihm abhängig ; er wird nicht möglich, durch he, aber he wird erlt durch ihn möglich. Er wird demnach in der Reflexion zwar gefezt durch die \Vecbfelbeftimmuug , aber als von ihr, und dem, was vermittelst ihrer wechselt, unabhängig. Es wird ferner in der Reflexion durch den Wech- fel Inßimmt, d. i. wenn die Wechselbestimmung gefezt ist, fo wird er in diejenige Sphäre gefezt, welche die Sphäre der W'echfelbeflimmung in lieh Fasst; e's wird gleichsam durch ihn ein gröberer Umkreifs um den der Weclifeibeflimmung gezogen, umt ihn durch denselben lieber zu flellen. Er füllt die Sphäre der Bestimmung überhaupt» die Wechfelbeflimmung aber nur einen Theil derselben ; wie Ichon aus dem obigen klar ist ; hier aber zum Behuf der Reflexion in Erinnerung ge^ bracht werden mufs. Dieser Grpnd ist eine Realität; oder, wenn die Wechfelbeflimmung als Handlung gedacht wird, eine Thätigkeit. — So wird durch Wechfelbe- fiiinrriung überhaupt eine unabhängige Thätigkeit beltiuimt, (Es t (Es ist aus dem obigen gleichfalls bekannt, daf$ der Gr ind aller Weclifelbeltiminung die abfolu- te Totalität der Realität ist, Diefe darf überhaupt nicht aufgehoben werden, und darum mufs dasjenige Quantum derselben, das in einem aufgehot ben wird, in l’eip entgegengefeztes gefezt werden), S) Wir wenden diesen allgemeinen Saz an auf die befondern unter ihm enthaltneu, und gegenwärtig vorkommenden Fälle, a) Vermitteln des Wechfelbegrifs der Wirltfamkeit. wird durch ein Leiden des Ich gefezt eine Thätigkeit des Nicht-Ich. vieles ift eine von den angezeigten Arten des Wechsels: durch fie füll eine unabhängige Thätigkeit gefezt Und bestimmt feyn, Pie Wechfelbeftimmung geht aus yom Leh den Das Leiden iß gefezt; durch, und vermittelst des Leidens wird die Thätigkeit gefezt. Das Leiden ift in das 'ch gefezt. Es ift im Begriffe der Wechfelbeflimmung vollkommen gegründet, dafs, wetin dielein Lpi* den eine Thätigkeit entgegengefezt werden solle, dieselbe in das entgegengefefte des Ich, in das Nicht-Ich gefezt werden muffe, — In diesem Lebergauge giebt es allerdings auch, und tnufs es geben, ein Glied des Zufammen- hangs; oder einen Grund, der hier ein B§zie^ hungsgruud ift. Diefer ift bekanntermaafsen die Quantität, die ihr selbst im Ich, und Nicht-: Ich 92 Ich, — in Leiden, und Thätigkeit gleich ift. Sie ift der Relalionsgruml, den wir aber fchiklich den idealen Grund nennen können. AlTo das Leiden im Ich ift der ideale Grund der Thätigkeit des Nicht Ich. — Das je?tgeprüfte \ erfahren war durch die Regel der Wechfelbeftimmung vollkommen berechtigt. Eine schwierigere Frage ift folgende: foll denn auch, und warum foll denn überhaupt die Reg, I der Wechfelbeftimmung hier angewendet werden? Dafs die Thätigkeit in das Nicht Ich gefeit werde, wird ohne Bedenken zugeftanden, aber warum wird denn überhaupt Thätigkeit gefezt? Liefe Frage inufs nicht wieder durch den Saz der Wechfelbeftira- mitng, fondern durch den hohem Saz des Grundes beantwortet werden. Es iß in das Ich ein Leiden gefezt, d. i. ein Quantum feiner Thätigheit ift aufgehoben. Diefes Leiden oder (liefe Verminderung der Thätigkeit mufs einen Grund haben; denn,das aufgehobne foll ein Quantum feyu; jedes Quantum aber wird durch ein anderes Quantum beftitnmt, vermöge delfen es weder ein kleineres, noch ein größeres, fondern gerade diefes Quantum ift; laut des Satzes der Bestimmung ($. 5 ). Im Ich kann der Grund (liefet Verminderung nicht liegen; denn das Ich fezt in lieh nur -tat* 93 mir , Thäligkeit, und nicht Leiden; es fezt fich blofs als feyend, nicht aber als nicht feyeud (§. I. . Iin Ich liegt der Grund nicht; diefer Satz ift, kraft des Gegenfetzens, nach welchem dem Nicht-Ich zukommt, was dem Ich nicht zukommt (j. 2.) gleich geltend mit folgenden: Im Nicht-Ich liegt der Grund der Verminderung. Hier ift nicht mehr von der hlofsen Quantität die Rede, sondern von der Qualität; das Leiden wird dem Wefen des Ich, infofern es im Seyu beliebt, entgegengefezt, und nur info- fern konnte der Grund dellelhen nicht in das Ich, sondern mufte in das Nicht-Ich gefezt werden. Das Leiden wird gefezt, als der Realität entgegengefezte Qualität, als Negation (nicht blofs als ein geringeres Quantum der Thätigkeit, fieheB. in unfenn §.). Der Grund einer Qualität aber heilst Real-Grund. Eine vom Wechfel unabhängige, für die Möglichkeit desselben fchon vorausgefezte Thätigkeit des Nicht-Ich ift Real-Grund des Leidens; und wird gefezt, damit wir einen Real-Grund desselben haben. — Es wird alfo durch den obigen Wechfel gefezt eine vom Wechfel unabhängige , durch ihn vorausgefezte Thätigkeit des Nicht-Ich. (Theils weil wir hier auf einem der lichten Punkte angekommen find , von welchen aus man das ganze Syftem lehr bequem überleben kann; kann; theils auch, um dem dögiriatifchea Realismus auch auf die kurze Zeit nicht eine Beftätigting zu Iaffen , die er aus dem obigen Satze ziehen könnte, machen Wir nochmals ausdriiklich bemerkbar, dafs der Schliffs auf feinen Real-Grund im Nicht-Ich lieh darauf gründe, dafs das Leiden im >ch etwas qucili * tatives fey; (welches man in der Reflexion auf den blofsen Satz der Wirkfainkeit allerdings annehmen miffs,) dafs er demnach nicht weiter gelte , als jene Vorausfetziing gelten kann. — Sowie wir den > Weiten VVechl'elbe- griff, den der Subftantialitiit, iinterfncheii werden, wird fielt zeigen . dafs in der Reflexion über ihn das Leiden gar nicht als etwas qualitatives, fondern Idols als etwas quan- titatives gedacht werden köhiie, als blolse Verminderung derThatigkeit; dafs demnach in diefer Reflexion, wo der Grund wegfällt, auch das begründete Wegfällt, und das Nicht- ch wieder blofs idealer ' rund wird. Dafs ich feskurz läge: geht die Erklärung der Verheilung, d i, die gelammte spekulative Philofo- phie davon aus, dafs dasNicht-lch als Urfäcbe der Vorstellung j lie als fein Elh kt gefezt wird; fo ift dallelbe Real - Grund von Allen $ es ift fchlechthiii . weil es ift Und was es ift; (daS Spinozifche Fatum) das Ich felbft ift blofs fein Accidens deffeiben, und gar nicht Substanz; Und wir bekommen den materialen Spinozismj der ein dogmatifcher Realismus ift; ein Sy- flem, das den Mangel der höchsten möglichen Ab- ——— sä Abftraktion, der vom Nicbt-Tcb , vorausfezt, und, da es nicht den lezten Grund aufftellt,vöilig ungegründet ift. — Geht iin Gegentheil die Erklärung der Verkeilung daVon aus, dafs das Ich die Subftanz derselben ^ fie aber fein Accidens fey, fo ift das Nicht-Ich gar nicht Real, sondern blofs Ideal- Griind derselben: es hat demnach gar keine Reähtät aufser der Vorstellung, es ift nicht Subftanz, nichts für sich behebendes i schlechthin gefeztes, sondern ein bloßes Accidens des ich. Jri diefeiii Syfterhe ließe ßch ftir die Einschränkung der Realität im Ich * ( für die Ailektion, wodüich eitle Vorstellung entsteht), gar kein Grund angeben. Die Untersuchung über denselben ist hier völlig abgefchnitten. Ein solches System wäre ein dogmatischer Idealifmus, welcher allerdings die höchfte Abflraktion VOr- genomineii hat, und daher vollkommen begründet ist, Dagegen aber ist er ünvollständig i weil er nicht alles erk ärt, Was erklärt werden foli. Demnach ist die wahre Streitfrage des Realifmus und des Idealismus die, welchen Weg man in Erklärung der Vorstellung nehmen solle, fcs wird sich zeigen * däfs itn theoretischen 1 heile unsrer Wißenfchaftslehre diele Frage völlig unbeantwortet bleibt, d. i. fie wird dahin beantwortet; beide Wege find richtig; iriah ist unter 1 einer ge wißen Bedingung genüthigt den einen, und unter der entgegeiigefezten Berlin, gung den andern zu geuen ; und dadurch durch Wird denn die menschliche, d. h. alle endliche Vernunft in Widerspruch sieh selbst verfezt, und in einem Zirkel befangen. Ein Syftem in welchem dieses gezeigt wird, ift ein britischer Idealismus, welchen Kant am konfequenteften, und vollftändigften aufgeftellt hat. lener Widerstreit der Vernunft mit steh selbst mufs gelöfst werden, wenn es auch nicht leben in der theoretilchen WilTenfchaftslebre möglich wäre: und da das abfoluteSeyn des Ich nicht aufgegeben Werden kann , so müfs der Streit zum Vortheileder lezten Eolgerungsart entschieden werden, eben fo wie im dogmatischen Idealismus (nur mit dem Unterschiede^ dass unser Idealismus nicht dogmatisch, sondern praktisch ist, nicht bestimmt, was iß sondern was feyn /olle). Diefs muss aber auf eine solche Art geschehen, dafs erklärt werde, was erklärt Werden lost; weiches der Dogma- tism nicht vermochte. Die verminderte Thä- tigkeitdes Ich muss aus dem Ich selbst erklärt Werden , der lezte Grund derselben mufs in das Ich gefezt werden. Dies geschieht dadurch dafs das Ich welches in dieser Rückficht praktisch ist, gefezt wird, als ein solches, welches den Grund der Existenz des Nicht Ich, das die Thatigkeit des intelligenten Ich verwundert, in steh selbst enthalten Jolle: eine unendliche Idee, die selbst nicht gedacht werden kann, durch welche demnach das zuerklä- tende nicht sowohl erklärt, als vielmehr gezeigt wird, dafs , und warum es nicht zu er- klä- klären Fey; der Knoten nicht fowohl gelöf’t, als in die Unendlichkeit hinaus gefeztwird.) Es wurde durch den Wechfel zwischen Leiden des Ich und Thätigkeit des Nicht - Ich eine unabhängige Thä'tigkeit des leztern ge- fezt; fie wird durch eben denselben Wechfel auch beßimmt , fie wird gefezt, um ein im ich gefeztes Leiden zu begründen; ihr Umfang erftrekt fich demnach auch nicht weiter, als der Umfang des leztern fich erftrekt. Esgiebt gar keine ursprüngliche Realität und Thätigkeit des Nicht-Ich für das Ich, als insofern das leztere leidet. Kein Leiden im Ich, keine Thätigkeit im Nicht-Ich: gilt auch da » wo von dieser Thätigkeit, als von einer vom Begriffe der Wirksamkeit unabhängigen Thätigkeit, welche Real-Grundift, geredet wird. Lelbft das Ding an fich ift nur insofern, inwiefern in das Ich wenigltens die Möglichkeit eines Leidens gefeztwird: ein Kanon» der er ft in dem praktifchen Theile* feine vollkommene Bestimmung, und Anwendbarkeit erhält, b) Vermittelst des Begriffs der Subftantialität wird durch Thätigkeit im Ich ein Leiden in ebendemselben gefezt und beftimmt. Beide find im Wechfel begriffen ; ihre gegenseitige Bestimmung ift die zweite Art der oben ausgestellten Wechfelbeftimmuög} und auch durch dielen Wechfsi foll eine von ihm unabhängige» G und und in ihm nicht mit begriffene Thätigkeit gefez.t und beftitnmt werden. An fich. find Thätigkeit und Leiden entgc- gengefezt; und es kann, wie wir oben gesehen haben, allerdings durch eine tind ebert diefelbellandlung, durch welche ein beltiunntes Quantum Thätigkeit in das Eine gefeit wird, das gleiche Quantum Leiden in fein entgegen« gefeites gefeit werden, und umgekehrt. Aber dafs nicht in entgegenfezie, fondern in Ein und ebendaffelbe durch Eine, und eben die- felbe Handlung Thätigkeit und Leiden gefeit twerde, ift widersprechend. Nun iß: zwar diefer Widerfprtich fchon eben bei Deditclion des Begrifs der Subftantialität überhaupt dadurch gehoben , dafs das Leiden an lieh und feiner Qualität nach gar nichts anderes als Thätigkeit; der Quantität nach aber eine mindere Thätigkeit fein soll, als die Totalität; und fo liefs lieh denn im allgemeinen gar wohl denken, wie eine mindere Quantität an absoluter Totalität gern elfen, und dadurch, dafs fie derselben an Quantität nicht gleich ift, als eine mindere gefezt werden könne» Der Beziehungsgrund beider ist jezt Thätigkeit. Die Totalität sowohl als die Nicht« Totalität beider ift Thätigkeit. • Aber auch in das Nicht - Ich wird Tliätig- keit, und zwar gleichfals eine der Tolalität nicht gleiche, fotidern befchränkte Thätigkeit gefezt. Es entfteht demnach die Frage; wodurch soll eine beschrankte Thätigkeit des Ich von einer beschränkten Thätigkeit des Nicht-Ich unterschieden werden; das heisst nichts geringeres, als, wie soll unter diesen Tedingungen Ich und Nicht-Ich überhaupt noch unterschieden werden; denn der Unter- fcheidungs - Grund des Ich Und Nicht-Ich > vermöge dessen das erftere thätig, das anders leidend feyn sollte, ift weggefällen. Wenn eine solche Unterscheidung nicht möglich ift, ist auch die geforderte Wech- feibeßiininung nicht möglich: und überhaupt keine von allen abgeleiteten Bestimmungen tnöglich. Die Thätigkeit des Nicht-Ich wird bestimmt durch das Leidendes Ich; das Leiden des Ich aber wird beftimmt durch die nach derVerminderung übriggebliebene Quantität feiner Thätigkeit. Hier wird ja für die Möglichkeit einer Beziehung auf die absolute Totalität der Thätigkeit des Ich vorauSge- l'ezt, dass die verminderte Thätigkeit Thätigkeit des Ich; eben desselben Jehfey, in welches absolute Totalität gefezt ist. — Verminderte Thätigkeit ist entgegengefezt der Totalität derselben : die Totalität aber ift in das Ich gefezt: alfo sollte, tiach der obigen Re* gsl der Gegenfetzung, das entgegengefezte der Q 3 Tota- Totalität oder die verminderte Thätigkeit in das Nicht- Ich gefezt werden. Würde fie aber dahin gefezt, fo wäre fie mit der absoluten Totalität durch gar keinen Beziehungsgrund verbunden; die Wechfelbeftinunung fände nicht Katt, und alles bis jezt abgelei- dete würde aufgehoben. Mithin mufs die verminderte ' T 'hätigkeit, die als Thätigkeit überhaupt auf Totalität nicht beziehbar fein würde, noch einen Charakter haben, der den Beziehungsgrund abgeben könne; einen solchen, wodurch fie zur Thätigkeit des Ich werde, und schlechthin nicht Thätigkeit des Nicht-Ich feyn könne. Diefer Charakter des Ich aber, der dem Nicht Ich gar nicht zugefchrieben werden kann, ift das Setzen fclilechtfiin, und ohne allen Grund (§. i.) lenever- minderteThätigkeit iniifte demnach abfolut feyn. Aber abfolut und ohne Grund heilst (§, 3.) gänzlich unbeschränkt; und doch Toll jene Handlung des Ich beschränkt feyn. Hierauf ift zu antworten: blofs insofern fie überhaupt ein Handeln ilt, und nichts weiter, soll fie durch keinen Grund, durch keine Bedingung beschränkt feyn; es kann gehandelt werden, oder auch nicht; die Handlung an fich geschieht mit abfoluter Spontaneität; aber insofern fie auf ein Objekt gehen foll, ill fie be- gränzt; es konnte nicht gehandelt werden; (olingeaclitet der Affektion durch das Nicht- , ich, Ich, (wenn min fich einen Augenblik eine fol- ehe ohne Zueignung des Ich durch Reflexion möglich denken will) aber wenn einmal gehandelt wird, fo mujs die Handlung eben auf disfes Objekt gehen, und kann auf kein anderes gehen, Demnach wird durch die angezeigte Wech- felbeftimmung eine unabhängige Thätigkeit gefezt. Nemlich die im Wechfel begrifne Thätigkeit ift felbft unabhängig , aber nich* infofern fie im Wechfel begriffen ift , sondern infofern fie Thätigkeit ift. Insofern fie in den Wechfel kommt, ift fie eingeschränkt, und insofern ein Leiden. Diele unabhängige Thätigkeit wird ferner durch den Wechfel, nemlich in der blofsen Reflexion, beftimmt. Um den Wechfel möglich zu machen, mufte die Thätigkeit als absolut angenommen werden; al o es ift ausgestellt (nicht absolute Thätigkeit überhaupt , fon- dern abfolute Thätigkeit, die einen Wecbjel be~ fiiimnt. (Sie heilst Einbildungs raft , wiefich zu feiner Zeit zeigen wird). Eine solche aber ift blofs insofern gefezt, inwiefern ein Wechfel zu bestimmen ift; un 1 ihr Umfang wird demnach durch den Umhng diefes Wechsels felbft bestimmt. 6 3 II * *02 II. Durch eine unabhängige Thätighcit wird ein Weck- fei-Thun, und Leiden beßimmt: dies i(t der zweite Saz, den wir zu erörtern haben. Wir haben i) diesen Saz überhaupt zu erklären, und feine Bedeutung von der des vorhergehenden fcharf zu unterscheiden. In dein vorigen Satze wurde vom Wechsel ausgegangen; er wurde, als geschehend,.vorausge- lezt; es war demnach gar nicht von Form desselben , als eines blossen Wechsels (eines Uebergehen von einem zum andern), sondern von der Materie desselben, von den im Wechsel begriffenen Gliedern, die Rede. Soll ein Wechfel vorhanden feyn — fo wurde oben im* allgemeinen gefolgert — fo muffen Glieder vorhanden feyn, die verwechfelt werden können. Wie find diefa möglich ? — und fo zeigten, wir als den Grund derselben eine unabhängige Thätigkeit auf. Hier aber wird nicht vom Wechfel aus, sondern von demjenigen aus was den Wechlel als- Wechfel, und feiner blossen Form nach, als ein Heb ergehen von einem zum andern, erft möglich macht, zum Wechfel fortgegangen. Dort war vom Grunde der Materie, hier ift vom Grunde der Form des Wechsels die Rede. Auch dieser formale Grund des Wechsels soll eine unabhängige Thätigkeit feyn; und diese Behauptung haben yvir hier zu erweisen. Wir. i 1VZ Wir können den Unterfcheidungsgrund der Form des Wechfels von feiner Matprie noch deutlicher angeben, wenn wir auf unfre eigne Heile* xion reflektiren wollen. Im erften Falle wird der Weck fei als gef che* hend vorausgefezt; es wird demnach von der Art, wie er gefchehen möge, völlig abftrahirt; und Talofs auf die Möglichkeit der im Wechfel begriffenen Glieder reflektirt. — Der Magnet zieht das Eifen : das Elfen wird vom Magnete gezogen: find zwei Sätze die mit einander wechfeln, d. i. durch deren einen der andere gefezt wird. Dies ift vorausgefeztes und als begründet vorausgefez- tes Faktum; und es wird daher nicht gefragt; wer einen durch den andern fetze; und wie es überhaupt mit dem Setzen eines Satzes durch den andern zugehe; foudern es wird blos gefragt, Warum unter der Sphäre der Sätze, die einer ftatt des andern gefezt werden können , eben jene beiden enthalten find. In beiden mufs etwas liegen, das fie gefcliickt macht verwechfelt werden zu kür^ neu ; diefes, alfo das Materiale, was fie zu Wech- felfätzen macht, ift aufzufuchen. Im zweiten Falle wird auf das gefchehen des Wechfels felbft reflektirt, mithin von den Sätzen» unter denen geweclifelt wird, völlig abftrahirt. Die Frage ift nicht mehr die: mit welchem Rechte wird mit jenen Sätzen gewechfelt; foudern, wie wird überhaupt gewechfelt. Und da findet fich denn, dafs eia intelligentes Wefen aufl'er dem Ei- G fen fen und dem Magnete vorhanden feyn müJTe, das beide beobachte, die Begriffe beider in feinem Be- wuftfeyn vereinige, und genöthigt fey, dem einen das entgegengefezte Prädikat vom Prädikate des andern (ziehen, gezogen werden) zu geben. In - dem elften Falle geschieht eine einfache Reflexion über die Erfcheinung, — die des Beobachters; im zweiten geschieht eine Reflexion über jene Reflexion, — die des Philofophen über die Art des Beobaclitens. Nachdem nun einmal ausgemacht ift, das? dis unabhängige Thätigkeit, welche wir suchen, die Form des Wechfels, nicht aber feine blofse Materie bestimmen solle; fo verhindert uns nichts durch hevriflifche Methode in unsrer Reflexion vom Wechfel auszugehen , indem die Untersuchung dadurch um ein grofses erleichtert wird, St) Wir wenden jezt den nunmehr im allgemeinen erklärten Saz an auf die einzelnen unter ihm ent- haltnen Fälle. a) In dem Wechsel der IPirkfamheit wird durch ein Leiden ira Ich eine Thätigkeit im Nicht- Ich gefezt, d. i. es wird eine gewisse Thätigkeit in das Ich nicht gefezt, oder demselben entzogen, und dagegen gefezt in das Nicht-Ich. Um die blofse Form dieses Wechsels rein zu bekommen; muffen wir abflra- hiren sowohl von dem, was gefezt wird, der Thätigkeit; als von den Gliedern, in welche nicht gefezt, und gefezt wird, vom Ich und Nicht- -—io5 Nicht - Ich : und fo bleibt uns als reine Form übrig) ein Setzen durch ein Nicht - Setzen: oder ein Uebertragen. Dies alfo ift der formale Charakter des Wechfels in der Synthefis der Wirksamkeit: mithin der materiale Charakter der Thätigkeit, welche wechselt, (in aktiver Bedeutung, die den Wechiel vollzieht.) Diese Thätigkeit ift unabhängig von dem Wechsel, der durch fie möglich und von ihr vollzogen wird; und sie wird nicht erft durch ihn möglich. Sie ift unabhängig von den Gliedern des Wechsels als folchen; denn erft durch fie find es wechselnde Glieder; fie ift es, die dieselben verwechselt. An lieh mögen beide auch ohne dieselbe immer feyn; genug, fie find ifolirt, und flehen in keiner Wechfelverbin- dung. Aber alles Setzen ift der Charakter des Ich; mithin kommt jene Thätigkeit des Uebertra- gens , für die Möglichkeit einer Bestimmung durch denBegrif der Wirksamkeit, dem Ick zu. Das Ich überträgt Thätigkeit in das Nicht-Ich aus dem Ich; hebt also insofern Thätigkeit in fielt auf; und das heilst nach dem obigen; es fezt durch Thätigkeit in ficli ein Leiden. Inwiefern das Ich thätig ift im Uebertragen der Thätigkeit auf das Nicht- Ich: insofern ift das Nicht-Ich leidend; es wird Thätigkeit auf dasselbe übertragen, G 5. (Man (Man lafle fich nicht vor der Zeit dadurch Hören, dafs dieser Saz aufgeftelltermaafsen dem erften Grundfatze, aus welchem nunmehr bei Erörterung des nächfivorhergehen- den Satzes eine von allem Wechfel unabhängige Realität des Nicht-Ich. (8. g5.) gefolgert ift, widerspricht. Genug er dielst durch richtige Folgerungen aus erwiesenen Ford ersetzen , so gut, als derjenige, dem er widerspricht. Der Vereinigungsgrund beider wird den zu feiner Zeit ohne alles nnfer willkiihr- liches Zuthun ergeben. Man lafle nicht unbemerkt, da Ts oben ge“ sagt wurde : diele Thätiglceit ist unbhängig von dem Wechfel , der durch de möglich wird. Es könnte darum doch noch einen andern geben > der nicht erst durch de möglich würde. Mit allen Einschränkungen, die der ausgestellte Saz erleiden dürfte, haben wir durch ihn wenigstens soviel gewonnen, dass das Ich sogar; inwiefern es leidet, auch tliätig fein müsse, wenn auch eben nicht blofs thä- tig; und es könnte leicht feyn, dass dieses ein lehr wichtiger Gewinn wäre, der alle Mühe der Unterfuchung reichlich belohnte. b) Im Wechfel der Siibflantialität l oll, vermitteln abloluter Totalität Thätigkeit als begränzt gefe/t werden: d. i. dasjenige an absoluter Totalität, was dpreh die Grenze ausgeschlossen 107 . fen wird, wird gefezt, als durch das Setzen der begrenzten Thätigkeit nicht gefezt, als in derselben mangelnd: mithin ift der blofs formale Charakter dieles Wechfels ein Nicht-Setzen vermittels eines Setzens. Das mangelnde wird gefezt, in der abfoluten Totalität; es wird nicht gefezt in der begrenzten Thätigkeit; es wird gefezt, als nicht gefezt im Wechfel. Vom Setzen fchlechthin , und zwar von einem Setzen der abfoluten Totalitätwird ausgegangen; laut des oben aufgeftellten Begrifs der Suhftantialität. Der materiale Charakter derjenigen Hand>- lung , welche dielen Wechfel felbft fezt, nrufs demnach gleiclifals feyu ein. Nicht - Setzen durch ein Setzen ; und zwar durch ein abfolutes Setzen. Woher das Nicht - gefezt- 'feyn in der begrenzten Thätigkeit, die dann als fchou gegeben betrachtet wird, kommen, und was es l'eyn möge, das dalfelbe begründet; davon wird hier gänzlich abftrahirt. Die begrenzte Handlung ift da, das wird vorausgeiezt, und wir fragen nicht darnach , wie fie an lieh da feyn möge; wir fragen blofs, wie fie mit der Unbegrenztheit wechfeln möge. Alles Setzen überhaupt, und ganz insbesondere das abfolute Setzen kommt dem Ich zu; die Handlung, welche den vorliegenden Wech- fel felbft fezt, geht vom abfoluten Setzen aus ; ift demnach eine Handlung des Ich. Dieftz Diefe Handlung oder Thätigkeit des Ich ift völlig unabhängig von dem Weclifel, ■ der durch fie erlt gefezt wird. Sie felbft fezt das eine Glied des Wechsels, die abfolute Tola- tät, schlechthin, und vermitteln dieses fezt fie erst das andere Glied desselben, als verminderte Thätigkeit; als kleiner, denn die Totalität. Wo die Thätigkeit als solche berkommen möge, davon ift nicht die Frage, denn als laiche ift sie nicht Glied des Wechsels ; blofs als verminderte Thatigkeit ift fie dies, und das wird fie erft durch das Setzen der absoluten Totalität nnd durch die Beziehung darauf, Die aufgezeigte unabhängige Thatigkeit geht aus vom Setzen; aber das Nicht-Setzen ist es, worauf es eigentlich ankommt: wir können demnach dieselbe insofern ein Ent- dufsern nennen. Es wird ein bestimmtes Quantum der absoluten Totalität von der als vermindert gefezten Thatigkeit ausgeschlossen ; als nicht in derselben, sondern als aufser ihr befindlich betrachtet. Man lalle den charakteriftifchen Unterschied dieses Entäufserns von dem io eben aufgestellten Uebertragen nicht unbemerkt. Bey dem leztern wird allerdings auch etwas aus dem Ich aufgehoben, aber davon wird abfira- hirt, und eigentlich blofs darauf reflektirt, dafs daffelbe in das entgegengefezte gefezt wird, — wird. — Hier hingegen wird blofs ausge- fchloffen. Ob das ausgefchlolfene in etwas anderes gefezt werde, und welches diese andere feyn möge, das gehört wenigstens hieher nicht. Der anfgezeigten Thätigkeit des Entäuf- ferns mufs ein Leiden entgegengefezt feyn; lind fo ist es allerdings, neulich ein Theil der absoluten Totalität wird entäufsert; wird, gefezt, als nicht gefezt. Die Thätigkeit hat ein Objekt; ein Theil der Totalität ift dieses Objekt. Welchem Subftrate der Realität dieTe Verminderung der Thätigkeit, oder diefes Leiden zukomme, ob dem Ich, oder dem Nicht-Ich, davon ist hier nicht die Frage; und es liegt viel daran, dass man nichts weiter folgere, als das , was aus dem ausgestellten Satze zu folgern ist, und die Form des Wechsels in feiner ganzen Reinheit auffalle. (Jedes Ding ist, was es ist; es hat diejenigen Realitäten, welche gefezt find, fo wis dallhlbe gefezt ist. ArrA i,§. 1.) Es ist irgend etwas ein Accidens delfelben, heilst zu förderst : diefes Etwas ist durch das Setzen desselben nicht gefezt; es gehört nicht zu dem Welen delfelben, und ist von feinem Ürbe- griffe auszufchliefsen. Diese Bestimmung des Accidens ist es, die wir jezt erklärt haben. In einem gewissen Sinne wird aber hinwiederum das Accidens dem Dinge zugefchrieben» und lind in daffelbe gefezt. Was es damit für eine Bewandnifs habe > werden wir zu feiner Zeit gleichfalls fehen.) In. Beydes , der Wechfel, und die von ihm unabhängige Thätigkeit feilen fich felbft gegenfeitig beftim- tnen. Gerade wie bisher haben wir znförderft: zu un- terfuchen, was aiefer Saz im allgemeinen heifsen möge: und dann ihn auf die befondern untef ihm ent- haltnen Fälle anzuwenden. 1) In der unabhängigen Thätigkeit fowohl, als im Wechfel haben wir wieder zweyerley unterfchie- den ; wir haben untef fchieden die Form des Wech- fels von feiner Materie; und nach Maasgabe dieser Unterscheidung eine unabhängige Thätigkeit» welche die erftere bestimmt, von einer andern» welche in der Reflexion durch die zweytebestimmt Wird. Man kann demnach den zu erörternden Saz nicht geradezu fo wie er ausgestellt ift, der Uuterfiichung unterwerfen; denn wenn wir jezt vom Wechfel reden, ift es zweydeutig, ob wir auf die Form d elf eiben oder auf feine Materie Riikficht nehmen: fo auch bey der unabhängigen Thätigkeit. Demnach inufs znförderft in beyden heydes vereinigt werden: das aber kann nicht anders geschehen, als durch die Synthefis der Wech- felbeftimmung. Mithin Wulfen in dem ausgestellten Satze wieder folgende dre.y enthalten feyns *s) Die Von der Form des Wechfels unbhangi- ge Thätigkeit beftimriit die von der Materie unabhängige, und umgekehrt, d. i. beide beltimmcn fl'ch gegenseitig, und find fyiithe- tifch vereiniget. (8) Die Form des Wechfels beftinunt die Materie desselben, und umgekehrt, d. i. beide bestimmen sich gegenseitig, und find synthetisch vereinigt. Und nun erlt lä/.st fielt der Lar. verstehen, und erörtern: y) Der Wechsel, ( als synthetische Einheit) bestimmt die unabhängige Thätigkeit, (als synthetische Einheit) und umgekehrt, d. i* beide bestimmen fich gegenseitig, und find selbst synthetisch vereinigt. fc) Diejenige Thätigkeit, welche die Form des Wechfels , oder den Wechfel als folchenbeftimmen, vcoi ihm aber schlechthin unabhängig feyn soll, ist ein Uebergehen von einein im Wechfel begriffenen Gliede zum andern , als Uebergehen (nicht etwa als Handlung überhaupt) diejenige, welche die Materie desselben bestimmt, ist eine solche, welche dasjenige in die Glieder fezt, was möglich macht, dass von einem zu dem andern übergegangen werden kann. — Die leztere Thätigkeit giebt das oben ( S. 89. ) gesuchte X., das in beiden Wechselgliedern enthalten ist, und mir in beiden enthalten feyn kann, nicht aber in • einem einzigen; das es unmöglich macht mit dem Setzen des einen Gliedes (der Realität, oder der Negation) fich lieh zu begnügen, fondern uns nÖthigt, zugleich das andere zu fetzen, weil es die - .Unvoll- ftändigkeit des einen ohne das andere zeigt; — dasjenige an welchem die Einheit des Bewuft- feyns fortläuft, und fortlaufen mufs» wenn in ihm kein Hiatus entliehen foll; gleichfam den Leiter delTelben. Die erllere Thätigkeit ist das Bewull. feyn felbft, infofern es über die Wechfelglieder an diefem X fortläuft— Eins ist, ob es gleich feine Objekte, diele Glieder, wechfelt, und fis nothwendig wechfeln mufs, wenn es Eins fern foll. Das erftere beftimmt das leztere, würde heifsen ; dasUebergehen felbft begründet dasjenige, woran es übergeht; durch das blofse Uebergehen wird das Uebergehen möglich. Das leztere beftimmt das erftere, würde heifsen: das, woran übergegangen wird, begründet das Uebergehen als Handlung; dadurch, dafs jenes gefeztwird, wird unmittelbar das Uebergehen felbft gefezt. Beides beftimmt fich gegenfeitig, heilst demnach : durch das blofse Uebergehen wird dasjenige in die Wechfelglieder geTezt, vermittelnd elfen übergegangen werden kann; und dadurch, dafs fie als Wechfelglieder gefezt werden , wird unmittelbar zwilchen ihnen gewechfelt. Das Uebergehen wird möglich, dadurch, dafs es gefchieht; und es ist nur infofern möglich, als es wirklich gefchieht. Es ist durch fich felbft begründet; es gefchieht fchlechthin weil es gefchieht, und ift eine abfolu- te Handlung, ohne allenBeftimmungsgrund, und ohne ohne aEe Bedingung aufler ihr felbft — Der Grund liegt im Bewuftfein felbft, und nicht außer demselben, dafs es von einem Glieds züm andern übergeht. Das Bewuftfeyn , schlechthin darum , weil es Bewuftfeyn ift, niufs übergehen; und es würde in ihm ein Hiatus entliehen, wenn es nicht überginge, schlechthin darum, weil es dann kein Bewuftfeyn wäre. ß) Die Form des Wechfels, und die Materie desselben Tollen fich gegenseitig bestimmen. Der Wechfel wird, wie vor kurzem errinnert worden, von der durch ihn vorausgefezten Thätigkeit dadurch unterschieden, dass man von dieser Thätigkeit (z. B. der einer beobachtenden Intelligenz, welche in ihrem Verstände die Wechfelglie- der, als zu Verwechselnde, tezt) abftrahirt. Man denkt lieh die Wechfelglieder als wechfelnd durch sich felbft; mail trägt auf die Dinge über , was vielleicht blofs in uns felbft liegt Inwiefern diese Abstraktion gültig fey, oder nicht, wird sich zu feiner Zeit zeigen. In diefer Hinficht wechseln die Glieder felbft. Das gegenseitige Eingreifen beider in einander ift die Form', die Thätigkeit und das Leiten , das unmittelbar in diesem Eingreifen und Eingreifen lassen, in beiden vorkommt, ift die Mahne des Wechsels. Wir wollen fte, Um der Kürze willen, das gegenseitige Ferliältnifs der Wechfe glieder nennen. lenes Eingreifen ioll das Verhältnifs der Glieder bestimmen, d. i. unmittelbar, und durch H das u4 das blofse Eingreifen , durch das Eingreifen als Jolches , ohne alle weitere Beftimmung, foll das Verhältnifs beftimmtwerden: und umgekehrt; das Verhältnifs der Wechfelglieder foll ihr Eingreifen bestimmen , d. i. durch ihr blofses Verhältnifs ohne alle weitere Beftimmung ift gefezt, dafs lie in einander eingreifen. Durch ihr blofses Verhältnifs, hier als bestimmend ror dem Wechfel gedacht, ift schon ihr Eingreifen gefezt ( eft ift nicht etwa ein Accidens in ihnen, ohne welches fie auchbe- ftehen könnten:) und durch ihr Eingreifen, hier als beftiminend vor dem Verhältnisse gedacht, ift zugleich ihr Verhältnifs gefezt. Ihr Eingreifen, und ihr Verhältnifs ift Eins, und eben Dasselbe. 1 .) Sie verhalten fichfo zueinander, dafs lie wechseln ; und aulfer diefem haben lie überhaupt gar kein gegenseitiges Verhältnifs. Sind lie nicht gefezt als wechselnd, fo find sie überhaupt nicht gefezt. 2.) Dadurch , dafs zwischen ihnen der blofsen Form'nach ein Wechfel, überhaupt ein Wechfel gefezt ift, ift zugleich die Materie diefes Wechsels, d. i. feine Art, die Quantität des durch ihngefezten Thuns, und Leidens, u f. f, ohne alles weitere Zuthun vollftändigbeftimmt. — Sie wechfelnnaihwen- digund fie wechseln nur aufEine mögliche fchlecht- hin dadurch , dafs sie wechseln, bestimmte Art. — Sind fie gefezt, fo ift ein beftimmter Wechfel gefezt; und iftein befti mmter Wechfel gefezt, fo find lie gefezt, Sie und ein bestimmter Wechfel find Ein und eben Dasselbe. y.) Die unabhängige Thätigkeit (als synthetische Einheit) bestimmt den Wechsel ( als synthetische Einhalt) -———' uS heit) und umgekehrt, d. i. beide befiimmen fich gegenseitig, und find felbft fyntlietifch vei einigt. Die Thätigkeit, als synthetische Einheit ist ein abfolutes Uebergehen; der Wechfel ein abfolutes durch sich felbft vollftändig bestimmtes timgrnieu. Die erftere bestimmt den leztern , wurde heissen: blofs dadurch, dass übergegangen wird, wird das Eingreifen der YVechfelglieder gefezt: der leztere bestimmt die erftere , würde heissen : fo wie die Glieder eingreifen, inufs nothwendig die Thätigkeit von einem zum andern übergehen, Leide bestimmen lieh gegenseitig, heilst: to wiedas Eine gefezt ift, ift das andere gefezt und umgekehrt; von jedem Gliede der Vergleichung kann, und muss man zu dem andern übergehen. Alles ift Eins, und eben Dasselbe. — Das Ganze aber ift schlechthin gefezt; es gründet fich auf sich felbft. Um diesen Saz einleuchtender zu machen , und feine Wichtigkeit zu zeigen, wenden wir ihn an auf die unter ihm enthaltenen Sätze, Die die Form des Wechfels bestimmende Ehä* tigkeit bestimmt alles, was im Wechfel vorkömmt, und umgekehrt, alles was im Wechfel vorkömmt, bestimmt fie. Der blofse Wechfel feiner Form nach, d. i. das Eingreifen der Glieder ineinander ift nicht möglich , ohne die Handlung des Ueber- gehens; durch das Uebergehen wird eben das Eingreifen der Wechfelglieder gefezt. Umgekehrt wirft durch das Eingreifen der Wechfelglieder Ji S dal iiß das Uebergelien gefezt; fo wie fie als eingreifend gefeit werden , wird nothwendig übergegangen. Kein Eingreifen, kein 17ebergeben, kein 17ebergeben , kein Eingreifen: beide find Eins und eben dalfelbe , und blofs in der Reflexion zu unter- fclieiden. Ferner beftimnit die gleiche Thätigkeit das Materjale des Wechfels; durch das nothwen- dige Uebergelien werden erft die Wechfelglieder, als folche , gefezt, und, da fie nur als folche gefezt find, überhaupt erft gefezt; und umgekehrt, fo wie die Wechfelglieder als folche gefezt werden , wird dieThätigkeit, welche übergeht und übergehen foll j gefezt. Man kann demnach ausgehen, von welchem der unterfchiedenen Momente man mir will; fo wie deren eines gefezt ift, find die übrigen drei auch gefezt. Die das Materiale des Wechfels beftim- mende Thätigkeit beftimnit den ganzen Wechfel; fiefeztdas, woran übergegangen werden kann, und eben darum übergegangen werden mufs, alfofiefezt die.Thätigkeit der Form, unddureh fie alles übrigei Alfo die Thätigkeit geht in fich felbft zuriik vermitteln des Wechfels; und der Wechfel geht in fich felbft zuriik, vermitteln der Thätigkeit. Alles reproducirt fich 'felbft , und es ift da kein Hiatus möglich; von jedem Gliede aus wird man zu • allen übrigen getrieben. Die Thätigkeit der l'ormbeftimmt die der Materie, diefe die Materie des Wechfels, diefe feine Form; die Form diefes die Thätigkeit der Form , n. f. f. Sie find alle Ein und eben derlelbe fynthetifcbe Zuftand. Die Hand- ^ng geht durch einen Kreislauf in fich zurük. Der per ganze Kreislauf aber ift fchleclithin gefezt. Er ift, weil er ift, und es läfst fich kein höherer Grund dßflelben angeben. Erft im folgenden wird dje Anwendung diefes Satzes fich zeigen. S.) Der Saz : der Wechfel, und die bis jezt als unabhängig von ihm betrachtete Thätigkeit Tollen fichgegen- feitig beftimmen , ift jezt anzuwenden auf die belon- dern unter ihm enthältnen Fälle; zuförderft a)' auf den Begrifder JFirkjamkeit. — Wir untersuchen die dadurch poftulirte Synthefis nach dem fo eben aufgeftellten Schema «) im Wechfel der Wirksamkeit bestimmt die Thätigkeit der Form die der Materie , und umgekehrt, ß) in ihm bestimmt die Form des Wechfels die Materie desselben und umgekehrt, y) die synthetisch vereinigte Thätigkeit bestimmt den synthetisch vereinigten Wechfel, und umgekehrt : d. i. sie find felbft synthetisch vereinigt. *) Die zum Behuf der Möglichkeit des iui Begriffe der Wirksamkeit poftulirten Wechfels voraus zu fetzende Thätigkeit ift der blofsen Form nach ein Uebertragen, ein Setzen durch ein Nicht-Setzen’. dadurch dafs (in einer ge willen llükficht) nicht. gefeztwird, wird (in einer gewissen andern Rüklicht) gefezt. Durch diefe Thätigkeit der Form soll die Thätigkeit der Materie des Wechfels bestimmt Werden. Diefe war eine unabhängige Thätigkeit des Nicht - Ich , durch Welche erst dasjenige Glied, von welchem der H 3 Weck- 1*3 Weclifel ausging, ein Leiden im IcTi, möglich, gemacht wurde. Die leztere wird durch die erftere, beftimmt, begründet, gefezt, heifst offenbar: diefe Thätigkeit des Nicht-Ich felbß ift es , welche durch die erftere, vermitteln ihrer Funktion des Setzens, gefezt wird; und blofs infofern gefezt wird, als etwas nicht gefezt wird. (Was diefes nicht gefezte feyn mö- ) .. ge, haben wir hier nicht zu unterhielten.) — Der Thätigkeit des Nicht- Ich wird dadurch eitle begränzte Sphäre vorgefchrieben; und die Thätigkeit der Form ift diele Sphäre. Das Nicht-Ich ift blofs infofern thätig, inwiefern , es durch das Ich (welchem die Thätigkeit der Form zukommt), vermöge eines Nicht - Setzens, als thätig gefezt wird. — Kein Setzen durch ein Nicht-Setzen — keine Thätigkeit desNicht- Ich. Umgekehrt foll die Thätigkeit der Materie, alfo die unabhängige Thätigkeit des Nicht- Ich, die Thätigkeit der Form, alfo das Ueber- tragen, das Setzen durch ein Nicht-Setzen, begründen und bedirnmen. Das heifst nun nach allem obigen offenbar foviel, als lie foll das Ue- bergehen, als ein (Jeher ge hen beftimmen, ü« foll jenes X fetzen, welches die Unvollftändig- Iteit des einen Gliedes andeute, und dadurch nöfhige, daflfelbe als (FechfelglieA, und durch dalTelbe noch ein zweites zu fetzen, mit welchem es wechfele. Diefes Glied ift das Leiden, als Leiden. Demnach begründet das Nicht-Ich das Nicht- Setzen; und beftimmt und bedingt dadurch die Thätigkeit der Form. Diele fezt, durch durch ein Nicht-Setzen und schlechthin nicht anders; aber das Nicht-Setzen fleht unter der Bedingung einer | Thätigkeit des Nicht-Ich , mithin die ganze poftulirte Handlung. Das Setzen durch ein Nicht-Setzen wird in der Sphäre einer Thätigkeit des Nicht - Ich eingefchlof- len. — Keine Thätigkeit des Nicht - Ich —<■ kein Setzen durch ein Nicht - Setzen. (Hier haben wir denn den oben gerügten Widerstreit , nur um ein weniges gemildert, ganz in der Nähe. Das Refultat der erftern Art zu reflektiren begründet einen dogmatischen Idealismus: alle Realität des Nicht - Ich iß lediglich eine aus dem Ich, Übertragne, Das Resultat der zweiten Art zu reflektiren begründet einen dogmatischen Realismus: es kann nicht übertragen werden , wenn nicht jehon eine unabhängige Realität des Nicht - Ich , ein Ding an fich , vorausges fiezt iß. Die jezt aufzuftellende Synthefis hat demnach nichts geringeres auf fich, als das, den Widerftreit zu löfen, und den Mittelweg zwischen Idealismus und Realismus aufzuzeigen). Beyde Sätze find synthetisch zu vereinigen, d. i. fie find zu betrachten, als Ein und eben derselbe. Dies gefchieht folgendermaßen: Was im Nicht-Ich Thätigkeit ift . ift im Ich Leiden (Kraft des Satzes des Gegenfetzens) wir können demnach Leiden des Ich ftatt Thätigkeit desNicht- Ich fetzen. Alfo — kraft der paftulirten Synthefis — im Begriffe der Wirksamkeit find Leiden des Ich, und Thätigkeit desselben, Nicht-5e- II 4 tzen tzen, und Setzen völlig Eins und ebenDaflelbe. In, di eie in Begriffe lagen die Sätze: das Ich fezt etwas in lieh nicht — und — das Ich fezt etwas in das Nicht-Ich, völlig Einerley : fie bezeichnen nicht verfchiedne, sondern Eine und eben dieselbe Handlung. Keins begründet das. andere; noch wird Eins durch das andere begründet : denn beyde lind Eins. Wir reflektiren weiter über dielen Saz. Er enthält in sich folgende: a) Das Ich fezt etwas in (ich nicht, d. h. es fezt dasselbe in das Nicht- Ich. b) das dadurch im Nicht-Ich gefezte eben ilt es, welches das iin Ich nicht gefetzte nicht fezt, oder negirt. Die Handlung läuft in sich fei ölt zurüb: insofern das Ich etwas in sich nicht fetzen foll, ilt es selbst Nicht-Ich; da es aber doch feyn muss , fo mufs es fetzen: und da es nicht in das Ich fetzen foll, in das Nicht-Ich fetzen. Aber, fo scharf dieser Saz auch jezt bewiesen ist, so fährt der gemeine IVlenfchenverband dennoch fort, sich gegen denselben zu sträuben. Wir wollen den Grund diefes Wider- ftrebens aufsuchen, um die Forderungen des gemeinen MenTehenverftaudes , wenigstens fo lange zur Ruhe zu verweilen, bis wir fie durch Anfzeignug ihres Gebiets, in welchem lie herrschen, wirklich befriedigen können. In den beyden fo, eben aufgeftellten Sätzen liegt öffenbar ein Doppellinn in der Bedeutung des Worts Setzen. Dielen fühlt der gemeine Men- I2i Menfchenfinn, und daher fein Widerßreben. — Das Nicht-Lh fezt etwas nicht im Ich; oder ne-, girt es, heißt: das Nicht-Ich ift für das Ich überhaupt nicht fet/.end , fondern blofs aufhebend, demnach wird es infofern dem Ich der Qualität nach entgegengefezt, und iß Real- Grund einer Beßiiumung delfelben. — Aber das Ich fezt etwas nicht im Ich, heilst nicht: das Ich iß überhaupt nicht fetzend ; es ift ja wohl, fetzend, indem es etwas nicht fezt, es als Negation fezt: — fondern es heilst: es iß nur zum Theü nicht fetzend. Demnach iß das Ich lieh felbft nicht der Qualität, fondern blofs der Quantität nach entgegengefezt; es ift daher blofs der Ideal-Grund von einer Beftimmung in fich felbß. — Es fezt etwas in lieh nicht ; und es fezt dasselbe in das Nicht-Tch, ift Eins und eben Dasselbe: das Ich iß demnach von der Realität des Nicht - Ich nicht anders Grund , als es von der Beßiinmung in fich felbß, von feinem Leiden, der Grund iß; es ift blofs Ideal' Grund. Pjefes nun blofs idealiter gefezte im Nichte Ich, foll realiter der Grund eines Leidens im\ Ich, der Ideal - Grund foll ein Real-Grund wer. den; und das will der gemeine Menfchenfinn fich nicht aufdringen lassen — Wir können ihn in eine große Verlegenheit fetzen, wenn wir das Nicht-Ich, in der Bedeutung, in der er es will, Real-Grund feyn, es auf das Ich «hne alles Zuthun desselben einwirken, es etil £ wa wa einen Stoff, der ja er ft erfchaffen feyn miif- se, geben lallen; und nun fragen, wie denn der Real-Grund ein Ideal - Grund werden Tolle; — da« er doch werden miifs, wenn je ein Leiden im Ich gefezZ werden, und durch die Vorftellung zum BewiiftTeyn gelangen füll — eine Frage, deren Beantwortung gerade, wie die obige das unmittelbare Zufammentreffen des Ich, und Nicht Ich vorausfezt, und auf welche er, und alle feine Verfechter uns nie eine gründliche Antwort geben werden. — Beide Fragen find durch untre Synthefis beantwortet; und fie find nur durch eine Synthefis, d. i eine iff nur durch die andere und umgekehrt zu beantworten. Demnach iff der tiefere Sinn der obigen Synthefis folgender: Ideal-und Real-Grund find im Begriffe der Wirhfamkeit ( mithin überall, denn mir im Begriffe der Wirksamkeit kommt ein Real-Grund vor ) Eins und eben daffelbe. Dieter Saz, der den kritifchen ildealifmus begründet, und durch ihn Idealifmus und Realifmus vereinigt , will den Menfchen nicht eingehen; und dafs er ihnen nicht eingehen will, liegt am Man. gel der Abßraktion. Nemlich, wenn verschiedene Dinge auffer uns durch den Begriff der Wirksamkeit aufeinander bezogen werden, wird — inwiefern auch das mit Recht oder Unrecht, wird lieh zu feiner Zeit zeigen — zwischen dem Real - Grunde ihrer Be- 125 Beziehbarkeit, und dem Ideal - Grunde derlei- ben unterfchieden. Es füll etwas von unsrer Vorftellung unabhängiges in den Dingen an (ich feyn , vermitteln dessen fie ohne unser Zuthun in einander eingreifen ; dass wir lie aber auf einander beziehen, davon soll der Grund in uns liegen, etwa in unfrei'Empfindung. So fetzen wir denn auch unter Ich aulTer uns, als ein oh» ne nufer Zuthun, und wer weifs wie,exiftirendes Ding; und nun toll ohne alles nufer Zuthun irgend ein anderes Ding darauf wirken; fo wie etwa der Magnet auf ein Stük Eisen (*). Aber das Ich ist nichts außer dem Ich, sondern es iß felbß das Ich. Befiehl nun das Wesen des Ich blofs und lediglich darin, dafs cs lieh f*') Weniger für meine Zuhörer, als für andere — gelelvte. und — philofophifche Lefer, denen diefe Schrift etwa in die Hände fallen follte, fey folgende Anmerkung.— Die meiden Men- fchen würden leichter dahin zu bringen feyn , fielt für ein [Stück Lava im Monde, als für ein Ich zu halten. Daher haben Ae Ivant nicht verstanden, und feinen Leist nicht geahndet; daher werden fie auch diefe Darstellung, obgleich die Bedingung alles rhilofophirens ihr an die Spitze gestellt ist, nicht vergehen- Wer hierüber noch nicht einig mir (ich felbft ist, der verlieht keine gründliche Philosophie, und er bedarf keine. Die Natur, deren Maschine er ist, wird ihn schon ohne alle fein Zuthun in allen Gefchäften leiten, die er auszuführen hat. Zum Fhilofophiren gehört Selbstständigkeit: und diefe kann man fich nur selbst geben — Wir füllen nicht ohne Auge sehen Wollen ; »ber (ollen auch nicht behaupten, dafs das Auge feite. 124 fich felbft fezt , To ift für daffelbe fich fetzen und feyn Eins und eben DalTelbe. In ihm ift Real- Grund und Ideal Grund Eins. — Umgekehrt, fich nickt fetzen und nicht fein ift für das Ich abermals. Eins ; der Real-Grund und der Ideal- Grund der Negation find auch Eins. Wird dies theilvveife ausgedriikt, fo find die Sätze: das Ich fezt irgend etwas nicht in fich, und: das Ich i/? irgend etwas nicht, abermals Eins und ebendalfelbe. Etwas ifl im Ich nicht ge fezt (realiter) heilst demnach offenbar: das Ich jezt es nicht in lieh (idealiter) und umgekehrt: das Ich sezt etwas nicht in fich, heilst: es ift im Ich nicht gefezt. Das Nicht - Ich foll auf das Ich wirken, es foll etwas in demfelben aufheben , heifst offenbar: es foll ein fetzen in demfelben aufheben; es foll machen, dafs das Ich etwas nicht in fich fezt. Wenn das, worauf gewirkt wird, nur wirklich ein Ich feyn foll, fo ift keine andere Wirkung darauf möglich, als die zu einem Niqht- Setzen in fich. Umgekehrt, es foll für das Ich ein Nicht-Ich feyn, kann nichts anders heiffen, als das Ich foll Realität in das Nicht - Ich fetzen; denn für das Ich giebt es keine andre Realität, und kann Iteine andere geben, als eine durh daffelbe ge- Fezte. Thätigkeit des Ich, und Nicht-Ich find Eins, $tnd eben Daffelbe, heifst: das Ich kann nur hur. dadurch etwas in lieh nicht fetzen, da Ts es dalfeibe in das Nielit-Ich fezt; und nur dadurch etwas in fich fetzen , dafs es dalfeibe in das Nicht- Ich nicht fezt. Aber überhaupt fetzen mufs das Ich, fogewifses ein Ich ift; nur nicht eben in' fich fetzen. — Leiden des Ich, und Leiden des Nicht-Ich find auch Eins und eben dalfeibe. Das Ich fezt etwas in fich nickt heilst: dalfeibe wird in das Nicht-Ich gefezt. Thätiglceit und Leiden des Nicht-Ich find Eins und eben Dalfeibe. Denn infofern es etwas in ßch nicht fezt, fezt es (ebendalfelbe in das Nicht- Ich) — Thäigkeitund Leiden des Nicht- Ich find Eins und eben Dalfeibe. Infofern das Nicht - Ich auf das Ich wirken, etwas in dem leiben aufhebeiifoll, wird ■durch das Ich das gleiche in dalfeibe gefezt. Und fo ift denn die völlige fynthetifche Vereinigung klär- lich dargethan. Keines unter allen den genannten Momenten ift der Grund des andern; fondern fi* find alle Eins und eben dalfeibe. Demnach ift die Frage; welches ift der Grund des Leidens im Ich, überhaupt nicht, und am wenigftens durch Voräusfetzung einer Thätig- keit des Nicht-Ich, als Dinges an fich, zu beantworten; denn es giebtkein blofses Leiden im Ich. Aber wohl bleibt eine andere Frage übrig, ziemlich folgende: welches ift denn der Grund des ganzen fo eben aufgeftellten Wechfels? Zn lagen: er ift überhaupt fchechthin , und ohne allen Grund gefezt, und das Urtheil, das ihn als vorhanden fezt, ift ein thetifches Urtheil, ift nicht erlaubt: denn nur das Ich ift fchlecht- 126 fchlecluhin gefezt; im blofsen Ich aber liegt kein folcher Wecbfel Aber es ift fogleich klar, dals in der theoretifcheu WiiTenfchaftslehre ein folcher Grund unbegreiflich ift, weil er unter dem Grundiätze derfelben : das Ich fezt fleh, als belli mint durch das Nicht-Ich,nicht mit begriffen ift, fondern vielmehr durch denfelben vorausge- fezt wird. Mithin muffe ein folchei Grund, wenn er lieh dennoch follteanfzeigen 1 affen außerhalb der Grenze der theoretifchen Wiflenfchaftsleh* re liegen. Und fo ift denn der kritifche Idealismus , der in uiffrer Theorie herrscht, beßimmt aufgeftellt. Er ift dogmatisch gegen den dogmatischen Idea. lismus, und Realismus , indem er beweilst, dafs weder die blofse Thätigkeit des Ich der Grund der Realität des Nicht Ich; noch die blofse Thätigkeit des Nicht-Ich der Grund des Leidens im Ich fey; in Ablicht der Frage aber, deren Beantwortung ihm aufgelegt wird , welches denn der Grund des zwilchen beyden angenommenen Wechfels fey, befcheidet erfleh feiner Unwissenheit, und zeigt, dafs die Unterfuchung hierüber ausserhalb der Grenzen der Theorie liege. Er geht in feiner Erklärung der Vorftel- luu“ weder von einer absoluten Thätigkeit des Ich, noch des Nicht-Ich, fondern von einem Beftimmtfeyn aus, das zugleich ein Beftimmen ift, weil im Bewufstfeyn unmittelbar nichts anders enthalten ift, noch enthalten feyn kann. Was diefe Bestimmung wieder bestimmen möge, bleibt in der Theorie gänzlich uuentfehieden. and 127 and durch diefe Unvollftändigkeit werden wir denn auch über die Theorie hinaus in eineu praktifchen Tb eil der Wilfenfchaftslehre getrieben. Zugleich ift der oft gebrauchte Ausdruck, verminderte , ewgefc'nränkte , begrenzte Thätigkeit des Ich völlig klar. Es wird dadurch eine Thätigkeit bezeichnet, die auf etwas im Nicht - Ich, auf ein Objekt geht, alfo ein objektives Handeln, Das Handeln des Ich überhaupt, oder das Setzen dcilVlben ift gar nicht begrenzt, und kann nicht begrenzt werden ; aber fein Setzen des Ich wird begrenzt, dadurch, dafs es ein Nicht-Ich fetzen tnufs. ß) Die Form des blofsen Wechfels in Begriffe der Wirksamkeit und die Materie deifelben beftitn- men fich gegenfeitig. Wir haben im obigen den blofsen Wechfel überhaupt von der von ihm unabhängigen Thätigkeit nur vermittels der Reflexion unterfcheid- bar gefunden. Wird das Wechfeln in die Glieder des Wechfels felbft gefezt, fo ift von der Thätigkeit abftrahirt, und der Wechfel wird blofs an (ich, und als Wechfel betrachtet. Welche Betrachtungsart die richtige, oder ob vielleicht keine von beyden, allein angewendet, richtig fey, wird fich zu feiner Zeit zeigen. Im Wechfel, als folchem, läfst fich abermals die Form deifelben von feiner Materie unter- fcheidert. Die Form des Wechfels ift das blofse £«' £egenreitige Eingreifen der Wechfelglieder in 'einander, als hib ae" Die Materie ift dasjenige in beytlen , welches macht, dafs fie gegenseitig eingreifen kö ■n m » und miilTeH. — Die cha- rakteriftifclie Form des Wechfels in der Wirk- famkeit ift ein tZnt;tehen durch ein Pergehen (ein Werden durch ein Verschwinden.) — (Es ift hier, welches wohl zu merken, gänzlich zu ab- strahiren, von der Mibltanz, auf welche gewirkt wird . vom Siibftrate des Vergehens, und demnach Von aller Zeübcdingung . Wird diefes gefezt, fo wird in Beziehung auf dafl'elbe das enthebende freylich in die Zeit gefezt. Aber davon, fo hart dies der Einbildungskraft auch an kommen möge, mufs äbftrahirt werden, denn die Subftanz kommt nicht in den Weckfel: blofs das in fie eintretende , und das durch das eintretende verdrängt <■ und aufgehobne kommen in den Wechsel; und es ift blofs die Rede von dem was in den Wechsel kommt, infofern es darein kommt. Z. B. X vernichtet — X: — X. was freylich vorher da, ehe es vernichtet wurde, foll es als exiltirend betrachtet werden, fo mufs es allerdings in die vorhergehende Zeit, und X. im Gegenfatze in die folgende Zeit gefezt werden. Aber es foll ja eben nicht als exiltirend, sondern als nicht exiflirend gedacht werden. Aber die Exifienz von X. und die Nicht-Exiftenz von —- X find schlechterdings nicht zu verfchiednen Zeiten, sondern fie find in demfelben Momente. Sie find demnach, wenn sonst nichts da ift, das uns nöthigt den Moment in eine Reihe von Me- Momenten zu fetzen, gar nicht in der Zeit.) Die Materie des zu untersuchenden Wechfels ift wcfentliclies Entgegenjeyn (Incompatibilität der Qualität nach.) Die Form diefes Wechfels Toll feine Materis bestimmen, heifst: weil und infofern die Glieder des Wechfels fich gegenseitig aufheben, find, fie wesentlich entgegengefezt. Das (wirkliche) gegenseitige Aufheben bestimmt den Umkreis des wesentlichen Entgegenfeyns. Heben fie fich nicht auf, fo find fie fich nicht wesentlich ent- gen (eftentialiter oppolita). — Dies ift ein Paradoxon , gegen welches fich abermals der fo eben angezeigte Missverstand erhebt. Nemlich man wird auf den ersten Anschein glauben, hier werde von einem zufälligen auf ein wesentliches gefchlollen; aus dem gegenwärtigen Aufheben könne man zwar auf das wesentliche Entgegen- feyn fchliefsen ; nicht aber umgekehrt aus dem wesentlichen Entgegenfeyn auf das gegenwärtige Aufheben. Dafür miilTe noch eine Bedingung hinzu kommen, nemlich der unmittelbare Einflufs beyder aufeinander, 'z. B. bey Körpern, die Anwesenheit in dem gleichen Raume.) Beyde wesentlich entgegengefezten könnten ja ifolirt, und aufser aller Verbindung feyn; dann würden fie nicht minder entgegengefezt feyn, und darum fich doch nicht aufheben. — Die Quelle dieses Mifsverftandes , fo wie das Mittel ihn zu heben, wird fich sogleich zeigen. Die I Die Materie diefes Wechfels foll feine Form beftimmen > heifst: das wefentliche Entgegenge- feztfeyn beßiimnt das gegenteilige Aufheben; nur unter der Bedingung, dafs die Glieder we- fentlicli entgegengefezt find, pnd infofern fie.es fmd, können fie fich gegenfeitig aufbeben. — Wird das gegenwärtige Aufheben zwar in die Sphäre des Entgegengefeztfeyns überhaupt ge- fezt, foll aber diefelbe nur nicht etwa ausfüllen , fondern nur unter ihr eine engere , deren Grenzlinie die hinzukommende Bedingung des wirklichen Einflußes beftiuniie: fo wird jeder ohne Bedenken dielen Satz zugeben, und das paradoxe dabey könnte blofs das feyn, dafs wir ihn erft ausdrücklich auffteilteri; Aber Materie des Wechfels, und Form deffelben füllen fich gegenfeitig beftimmen, d. h. aus dem blofs en Entgegenfeyn foll das gegenTeitige Aufheben, alfo auch das Eingreifen, der unmittelbare Einfluß ; und aus dem gegenteiligen Aufheben foll das Entgegenfeyn folgen. Beydes ift Eins, und eben Daffelbe : fie find an fich entgegengefezt, oder — fie heben fich gegenfeitig auf. Ihr Einfluß, und ihr wefentliches Entge- gengefeztfeyn ift Ein und eben Daffelbe. Wir rellektiren noch weiter über diefes Re- fultat. Das was durch die vorgenommene Syn- thefis eigentlich zwifchen die Wechfelglieder ge- fezt ift, ift die Nothwendigkeit ihrer Verbindung ; jenes X. welches die Unvollftändigkeit eines eines von beyden zeigt, und nur in beyden enthalten feyn kann. Die Möglichkeit ein Seyn an fich, von einem Seyn im Wechfel abzulon. dem, wird geleugnet: beyde find gefezt als Wechfelglieder, und find aufser dem Wechfel gar nicht gefezt, — Es wird von realem Ent- gegenfeyn auf das Entgegenfetzen, oder ideale Entgegenfeyn gefolgert, und umgekehrt; reales Entgegenfeyn , und ideales find Eins und eben Dalfelbe. — DerAnftofs den der gemeine Men- fclienverftand daran nimmt, verfchwindet, fo. bald man fich erinnert, dafs das eine Glied des Wechfels das Ich ift, dem nichts entgegen ift t als was es fich entgegen fezt; und das felbft keinem entgegen ift, dem es fich nicht entgegen/^. Das jetzige Refultat ift demnach unter einer andern Geftalt gerade das vorige. y) Tn der Wirksamkeit beftimmen fich gegenfei- tig die Thätigkeit, als fynthetifche Einheit gedacht , und der Wechfel, als fynthetifche Einheitgedacht, und machen felbft eine fynthetifche Einheit aus; Die Thätigkeit, als fynthetifche Einheit, können wir ein mittelbares Setzen ( das leztere Wort im bejahenden Sinne gebraucht - ein Setzen der Realität vermitteln eines Nicht Setzens derlei» ben) nennen; der blofse Wechfel, als fynthetifche Einheit. befteht in der Identität deswefent- Hchen Entgegen!eyns, und realen Aufhebens, I.) Durch die erftere wird der leztere beftimmt, heifst: Die Mittelbarkeit des Setzens ( auf welche es hier eigentlich ankomrnt), ift die Bedingung und der Grund davon, dafs das wefentliche Ent- gegenfeyn, und das reale Aufheben völlig Eins • und eben daflelbe lind : weil und inwiefern das Letzen ein mittelbares ift, lind Entgegenfeyn und Aufheben identil'ch. — a) Fände ein unmittelbares Setzen der Glieder , welche w sch fein feilen , ftatt, fo wären Entgegenfeyn, und Aufheben verfehle> den. Setzet die Wechfelgieder feyert A und B. Setzet A fey zu forderst ~ A und B ~ B hernach aber, d. i einer beftiminten Quantität natli, fey A auch gleich — B , und ß gleich A : fo könnten gar wohl beide ihrer erfien Bedeutung nach gefezt feyn , ohne dafs fie lieh dadurch aufhöben Von dem, worin fie entgegmgefezt wären, würde abftrahirt; fie wären demnach nicht, als wesentlich entgegengefezt ( deren Wefen in dem blofsert Entgegengefezlfeyn befiehl und fich gegenseitig aufhebend gefezt, weil fie unmittelbar, eins von dein andern unabhängig, gefezt wären. Aber dann wär- n fie auch nicht ats blofse Wechfelglieder, sondern als Realität an fich ( A — A. §. i.) gefezt. Wechfelgtieder können nur mittelbar gefezt werden; A ift gleich — B, und schlechthin nichts weiter; und B ift gleich — A, und schlecht, hin nichts weiter; und aus diefer Mittelbarkeit des Setzens folgt das wesentliche Entgegenfeyn, und das gegenseitige Aufheben, und die Identi. tat beider. Denn b ) wenn A blofs als das Ge> gentheil von B gefezt ift, und gar keines andern I’rä- Prädikats fähig ift, und B blofs als das Gegen- tlieil von A, und gar keines andern Pr dikats fällig ( auch nicht des Prädikats eines Dinges, welches die noch niiht zu ftrenger Abftraktion gewöhnte Einbildungskraft einzuinP'chen l ets bereit ift) mithin A nicht anders als real zu fetzen ift, als dafs B nicht— und B nicht anders, als dafs A nicht gefezt werde ; fo befteht ja offenbar ihr gemeinfcliaftliches VVefen darin, dafs jedes durch das Nicht- Setzen des andern gefezt werde, alfo im Entgegen/eyn', und — wenn von einer thätigen Intelligenz, welche fezt, abftrahirt, und blofs auf die Wechfelglieder reflektirt wird — darin, dafs lie lieh gegenfeitig aufheben. Ihr wefentliches Entgegenfeyn , und ihr gegenfeitiges Aufheben find demnach infofern identifch, inwiefern jedes Glied blofs durch das Nicht - Setzen des andern, und schlechthin nicht anders gefezt wird« Dies ift nun, laut des obigen, der Fall mit dem Ich, und Nicht-Ich. Das Ich ( hier als abfolut thätig betrachtet) kann auf das Nicht- Ich blofs dadurch Realität übertragen, als es dieselbe in lieh nickt fezt; und umgekehrt in lieh nur dadurch Realität übertragen, dafs es dieselbe in das Nicht- Ich fezt. ( Dafs der leztere Punkt der oben auf- geftellten absoluten Realität des Ich nicht widerspreche , wird sich bei einer nähern Beftitmnung desselben ergeben; und ift zum Theil auch schon hier klar: es ili von einer übertragenen , und von gar keiner abfoluten Realität die Rede). Das Wehen derselben, infofern de wechseln sollen be- I 5 steht iS4 fteht demnach lediglich darin, dafs fie entge- gengefezt find, und einander gegenseitig aut'he* ben. Demnach Die Mittelbarkeit des Setzens, ( wie fich ins- kiinftige zeigen wird, das Gefez des Bevvuft- feyns : kein Subjekt, kein Objekt, kein Objekt, kein Subjekt ) und fie allein begründet das wesentliche Entgegenfeyn des Ich, und des Nicht-Ich, und dadurch alle Realität des Nicht- Ich sowohl, als des Ich — inwiefern die leztere eine bloss als gefezt gefezte, ideale feyn soll; denn die absolute bleibt dabei unverlohren; fie ift im Setzenden. Sie soll, fo weit wir in unsrer Syntbefis vorgeriikt find, nicht wiederum durch dasjenige, was durch fie begründet wird , begründet werden; noch kann fie es nach dem gefezlichen Verfahren mit dem Satze des Grundes In den ausgestellten Stiiken demnach, in der Realität des Nicht-Ich, und der idealen des Ich liegt der Grund jener Mittelbarkeit nicht. Er mülte also im absoluten Ich liegen ; und diese Mittelbarkeit müfte felbft absolut, d. i. durch, und in fich felbft begründet, leyn. Diefe , hier ganz richtige Folgerungsart führt auf feinen neuen , noch abstraktem Idealifm , als der vorige es war. In dem vorigen wurde eine an fich gefezte Thätigkeit aufgehoben durch die Natur und das Wefen des Ich. Sie, die an fich gar wohl mögliche Thätigkeit, wurde schlechthin und ohne allen weitern Grund aufgehoben; und 135 uud dadurch wurde ein Objekt, und ein Subjekt, u. f. f. möglich. In jenem Idealifmus entwikelten lieh die Verheilungen, als solche, auf eine uns gänzlich unbekannte, und unzugängliche Art aus dem Ich; etwa wie in einer konfequenten, d. i. in einer blofs idealiftifchen präfiabilirten Harmonie. In dem gegenwärtigen Idealifmus hat die Thä- tigkeit überkaupt ihr Gefez unmittelbar in fich lelbft: fie ift eine mittelbare, und schlechthin keine andere, abfolut darum. weil fie es ift. Es wird demnach gar keine Thätigkeit im Ich aufgehoben ; die mittelbare ift vorhanden, und eine unmittelbare foll es überhaupt nicht geben. Aus der Mittelbarkeit dieser Thätigkeit aber lässt fich alles übrige — Realität des Nicht-Ich, und insofern Negation des Ich, Negation des Nicht-Ich, und insofern Realität des Ich vollkommen erklä" ren. Hier entwikeln fich die Vorstellungen aus dem Ich nach einem bestimmten, und erkennbaren Gesetze feiner Natur. Für fie lässt fich ein Grund anführen, nur nicht für das Gefez. Kiefer leztere Idealifmus hebt nothwendig den erftern auf, weil er das, was jenem unerklärlich war, wirklich aus einem hohem Grunde erklärt. Der erftere Idealifmus läfst fich sogar idealistisch widerlegen. Der Grundfaz eines solchen Syftems würde heifsen: Das Ich iß endlich , Jchlechthin weil es endlich iß. 14 Ob i5ff Ob mm gleich ein solcher Idealismus hoher hin. auf fteigt, fo fteigt er doch nicht fo hoch, als als man steigen füll; bis zum schlechthin gefeiten, und unbedingten. Zwar soll eine Endlichkeit schlechthin gefezt feyn; aber alles Endliche ist, vermöge feines Begriffes , begrenzt durch fein Ent- gegengefeztes: und absolute Endlichkeit ift ein sich selbst widersprechender Begrif. Ich nenne zum Unterschiede jenen elften Idealismus, der etwas an sich gefeztes aufhebt, den qualitativen-, den leztern, der ffch ursprünglich eine beschrankte Quantität fezt, den quantitativen. 52 ) Dadurch, dafs das Wefen der Wechfelglieder in dem blelsen Entgegenfeyn besteht, wird die Mittelbarkeit des Setzens bestimmt; nur unter Bedingung des erstem ist sie möglich. 'Wenn das Wefen der Wechfelglieder noch in etwas anderin besteht, als im blofsen Entgegenfeyn, fo ift fo- gleich klar, dafs durch das Nicht-Setzen des Einen feinem ganzen Wefen nach, noch gar nicht das andere feinem ganzen Wefen nach, gefezt fey; und umgekehrt. Besieht ihr Wefen aber in nichts anderm, fo können sie, wenn fie gefezt werden sollen, nur mittelbar gefezt werden, wie aus dem fo eben gesagten erhellet. Hier aber wird das wesentliche Entgegenfeyn, das Entgegenfeyn an sich, als Grund der Mittelbarkeit des Setzens aufgeftellt. Das erflere ift > schlechthin, fchlechthin, und läfst lieh nicht weiterer klären ; di« leztere ift durch die erftere begründet. So wie die erßere Folgerungsart einen quantita tiven Idealismus, fo Keilt diefe einen quantitativen Realismus auf, der wohl zu unterscheiden ift von dein oben aufgeftellten qualitativen Realismus. In ihm geschieht durch ein unabhängig vom Ich in fich felbft Realität habendes Nicht-Ich ein Ein- druk auf das Ich, wodurch die Thätigkeit desselben zum Theil zuriikgediängt wird ; der blofs quantitative Realift befcheidet hierüber fich feiner Unwissenheit , und erkennt an, dafs das Setzen der Realität in das Nicht - Ich für das Ich erft nach dem Gefetze des Grundes geschehe; aber er behauptet das reale Vorhanden] eyn einer Einfichränkung des Ich , ohne alles eigne Zuthun des Ich felbft; weder durch abfolute Thätigkeit, wie der qualitative Idealift, noch nach einem in feiner Natur liegenden Gefetze, wie der quantitative Idealift behauptet. Der quantitative Realift behauptet die vom Ich unabhängige Realität eines beflimmenden ; der qualitative, die vom Ich unabhängige Realität einer blossen Beßimnmng. Es ift eine Reftimmung im Ich da, deren Grund nicht in das Ich zu fetzen ift; das ift ihm Faktum: über den Grund derselben an fich. ift ihm die Untersuchung abgefchnit- ten, d. i. fie ift für ihn schlechthin und ohne allen Grund da. Er mufs allerdings nach dem in ihm felbft liegenden Gefetze des Grundes dieselbe auf etwas im Nicht - Ich, als Real-Grund, beziehen; aber er weifs, dafs dieses Gefez blofs in ihm liegt, I •> und, i58 und wird dadurch nicht getüufcht. Es fällt fo- gleich jedem in die Augen , dafs diefer Realismus kein andrer ift, als der oben unter dem Namen des kritifchen aufgeftellte Idealismus, wie denn auch Kant keinen andern aufgeftellt hat, als dielen, noch auf der Stuffe der Reflexion, auf welche er fleh gestellt hatte, einen andern aufftellen konnte, noch wollte *). Von dem fo eben befchriebnen qualitativen Idealismus ift der jezt aufgeftellte Realismus dadurch un- Kant enveift die Idealität der Objekte aus der vorausgefezten Idealität der Zeit, und des Raumes: wir werden umgekehrt die Idealität der Zeit und des Raums aus der erwiesenen Idealität der Objecte erweisen. Kr bedarf idealer Objekte, um Zeit und Raum zu füllen; wir bedürfen der Zeit und des Raums, um die idealen Objekte stellen zu können. Daher geht unser Idealismus, der aber gar kein dogmatischer, sondern ein kritischer ift, um einige 8chritte weiter, als der feinige. Es ift hier weder der Ort zu-zeigen, was sich übrigens handgreiflich zeigen lässt, dafs Kant sehr wohl auch das vmfsu, was er nicht fiigte ; noch der, die Gründe anzugeben, warum er nicht alles lagen konnte, noch wollte, was er wusste. Die hier ausgestellten, und aufzuftellenden Principien liegen offenbar den Seinigen zum Grunde, wie jeder sich überzeugen kann, der fleh mit dem Geifle feiner Philosophie, (die doch wohl Geilt haben dürfte) vertraut machen will. Dafs er in feinen Kritiken die Wissenschaft nicht, sondern nur die Propädeutik derselben aufftellen wolle, hat er einigemal gesagt; und es ift fehwer zu begreifen, warum feine Nachbeter nur dieses ihm nicht haben glauben wolle». io9 unterfchieden, daTs zwar beyde eine Endlichkeit des Ich annehmen; aber der erftere eine fchlecht- hin gefezte, der leztere eine zufällige, die lieh aber auch nicht weiter erklären läfst. Der quantitative Realismus hebt den qualitativen, als unbegründet und iiberflt'ifiig auf, dadurch, dafs er ohne ihn, freilich mit dem gleichen Fehler, vollkommen erklärt, was durch ihn erklärt werden füllte, das Vorhandenfeyn eines Objekts im Bewufstfeyn. Mit dem gleichen Fehler, Tage ich: nemlich er kann schlechterdings nicht erklären, wie eine reale Bestimmung eine ideale, wie eine an fielt vorhandne Bestimmung eine Befiimmung für das fetzende Ich werden möge. — Es ift jezt freylicli gezeigt, wie durch das wesentliche Entgegenge- feztfeyn die Mittelbarkeit des Setzens beftimmt, und begründet werde; aber wodurch wird denn das Setzen überhaupt begründet? Wenn gefezt werden loll, fo kann freilich nur mittelbar gefezt werden; aber das Setzen an heb ift doch eine absolute Handlung des in diefer Funktion schlechthin unbestimmten und unbellimmbaren Ich. Mithin wird diefes Syltetn durch die schon oft angedeu- teteUmnöglichkeit des Ueberganges vom begrenzten zum unbegrenzten gedrukt. Der Idealismus hat mit diefer Schwierigkeit nicht zu kämpfen, denn er hebt den Uebergang überhaupt auf; dagegen aber wird er durch einen offenbaren Widerfpruch, dafs er nemlich schlechthin ein endliches fezt, vernichtet. - Es ift zu erwarten, dafs unsere Untersuchung gerade den Gang nehmen werde, wie oben; und dafs durch fynttietifche Vereinigung beyder Synthe. fen f ans welchem Hauptfatze wir alles bisherige entwickelt haben; aber auch unter keiner an. dem Vorausfetzung - es ift, Tage ich, Gefez für das Ich, Ich sowohl als Nicht - Ich nur mittelbar zu fetzen; d. i das Ich blofs durch Nichtfetzen des Nicht Ich, und das Nicht-Ich blofs durch Nichtfetzen des Ich. (.Das Ich ift in jedem Falle, mithin schlechthin, das fetzende , wovon aber in itnfrer gegenwärtigen Untersuchung abftrahirt wird ; das gefezte ift es nur unter der Bedingung, dafs das Nicht Ich gefeit werde, als nicht gefezt; dafs es negirt werde.) - In gemeinerer Sprach» aus^edri'kt: das Ich, fo wie es hier betrachtet wird . ift blofs das Gegen,heil des Nicht-Ich, und nichts weiter; und das Nicht-Ich blofs das Gegen- tbeil des Ich, und nichts weiter. Kein Du, kein Ich; kein Ich, kein Du. Wir wollen um der Deutlichkeit willen schon von jezt an, in ditftr Kuh ficht, aher auch in keiner andern, das Nicht- Ich Objekt, das Ich Subjekt nennen ; ob wir gleich das paffende diefer Benennungen hier noch nicht zeigen können. Das von die fern Wechsel unabhängige Nicht- Ich soll nicht Objekt, und das von ihm unabängige Ich nicht Subjekt genannt werden, — Alfo Subjekt ift das, was nicht Objekt ift, und weiter hat es bis jezt gar kein Prädikat; und Objekt ift das, was nicht Subjekt ift, und weiter hat es bis jezt auch kein Prädikat. Legt 142 Legt man diefes Gefez ohne weiter nach einem Grunde zu fragen, der Erklärung der Vorstellung Lu ui Grunde, fo bedarf man zuförderft keiner Einwirkung des Nicht-Ich, die der qualitative Rea- lift anniinuit, um das im Ich vorhandne Leiden zu begründen — dann bedarf man felhli diefes Leidens ( Affektion , Beftimmung) nicht, das der quantitative Realist annimmt, zum Behuf feiner Erklärung. — Nehmet an, das Ich inüfse überhaupt fetzen, kraft feines Wefens; ein Saz , den wir in der folgeuden Hauptfynthefis erweifen werden! Nun kann es nur letzen, entweder das Subjekt, oder das Objekt, und beide nur mittelbar. Es foll das Objekt fetzen; — dann hebt es nothweüdig das Subjekt auf, und es entlieht in ihm ein Leiden, es h zieht diefes Leiden noth- wendig aüf einen Real- Grund im Nicht-Ich, und fo entlieht die Vorstellung von einer vom Ich unabhängigen Realität des Nicht-Ich. — Oder es fezt das Subjekt, fo hebt es nothwendig das gefezte Objekt auf, und es enthebt abermals ein Leiden, welches aber auf eine Thätigkeit des Subjekts bezogen wird, und die Vorstellung von einer vom Nicht - leb unabhängigen Realität des Ich erzeugt; ( die Vorstellung von einer Freiheit des Ich, welche in unsrer gegenwärtigen Folgerungsart allerdings eine blojs vorgeßellte Freiheit ist.) — So ift, von dem Mittelgliede aus, wie es kraft der Gesetze der Synthefis allerdings geschehen soll, das ( ideale) Leiden des Ich, und die (ideale) unabhängige Thätigkeit des Ich fo wohl, als des Nicht - len vollkommen erklärt, und begründet. Da Da aber das aufgeftellte Gefez offenbar eine Beßimmung (der Thätigkeit des Ich, als solcher) ift, fo mufs es einen Grund haben , und die Wif- fenfcbaftslehre hat den Grund deffelben aufzuzeigen. Nun läfst fich, wenn man nicht durch eine neue Synthefis ein Mittelglied einfchiebt, wie man doch foll, der Grund nur in den die je Be- ßimmung zunäcliß begränzenden Momenten, dem Setzen des Ich, oder feinem Leiden » suchen. Das erftere nimmt als Beftimmungsgrund an der quantitative Idealist, welcher jenes Gefez zum Gesetze des Setzens überhaupt macht; das zweite der quantitative Realift, der es aus dem Leiden des Ich ableitet. Nach dem ersten ist jenes Gefez ein fubjektives, und ideales, das feinen Grund blofs im Ich hat; nach dem zweiten ein objektives und reales, das feinen Grund nicht im Ich hat. — Wo es ihn haben möge, oder ob es überhaupt einen habe , darüber ift die Untersuchung abgeschnitten. Freilich mufs die als unerklärlich auf- geftellte Affektion des Ich auf eine fie bewirkende Realität im Nicht-Ich bezogen werden; aber das geschieht blofs zur Folge von einem erklärbaren, und eben durch die Affektion erklärten Gesetze im Ich, Es ift das Resultat unsrer fo eben aufgeftellten Syn- thefis, dafs beideUnrecht haben; dafs jenesGefez wo. der ein blofs fujektives, und ideales, noch ein blofs objektives und reales fey, fondern dafs der Grund desselben im Objekt, und Subsekt zugleich liegen müffe. Wie er aber in beiden liege, darüber ift die Un .144 Unter[iichung vor der Hand abgerdinitten, tmd wir befcheideu uns hierüber unfrer Unwiflenheit, und das ist denn der kritifche quantitative Idealismus, d eilen Aufilellung wir oben versprachen. Da jedoch die oben gegebne Aufgabe noch nicht vollständig gelüst ilt, und wir noch mehrere Synthe- fen vor uns haben, fo dürfte wohl in der Zukunft sich etwas bestimmteres über diese Art der Begründung Tagen lallen. b.) Eben fo, wie wir den Begrif der Wirkfamkeit behandelt haben, behandeln wir jezt den Begrif der Subltantialität; wir vereinigen synthetisch die Thätiglceit der Form, und der Materie; dann die Form des blofsen Wechfels mit der Materie desselben; und endlich die dadurch entftandnen synthetischen Einheiten mit einander. «.) Zuförderft die Thiitigkeit der Form, und der Materie; ( in welchem Sinne diele Ausdrücke hier gebraucht werden, wird aus dem obigen als bekannt vorausgefezt. ) Die Hauptfache, worauf es bei diesem Momente sowohl, als bei allen folgenden, eigent. lieh ankömmt, ilt, das Charakteviftifche derSubltantialität richtig und beflimmt aufzufassen. Die Thätigkeit der Form in diesem befondern Wechfel ilt nach dem obigen ein Nicht- Setzen durch ein absolute« Setzen; — das Setzen eines etwas als nicht gefezt, durch das Setzen eines äes andern als gefezt-. Negation durch Affirmation. — Das Nichtgefezte füll alfo doch gefezt werden, es foll gefezt weiden, als nicht gefezt. Es foll demnach nicht überhaupt vernichtet werden, wie im Wechfel der Wirkfamkeit; sondern hur ausgefchlößeh werden aus einer beßimmten Sphäre. Es iß demnach nicht durch das Setzen überhaupt hegirt, fondern nur durch ein beßimnu tes Setzen. Durch diefes Setzen; das in diefer feiner Funktion beßimmt, mithin als objektive Thätigkeit auch befiimmend iß, inufs das (als gefezt) ge/eLtS gleichfalls beßimmt; d. h. es roufs in feine bestimmte Sphäre gefezt werden, als dieselbe aus füllend. Und fo läfst fich einfehen, wie durch ein solches Setzen ein anderes gefezt werden könne, als nicht gefezt; es wird nur in diefe Sphäre nicht gefezt, und eben dadurch in fie nicht gefezt, oder von ihr äiisgefchloitertj weil das in fie gefeztfe dieselbe ausfüllen foll. — Durcli diefe Handlung nun wird das äusge- fchlofsne noch gar nicht in eine bestimmte Sphäre gefezt; feine Sphäre bekommt dadurch schlechthin kein anderes Prädikat, als ein negatives ; es ift nicht diefe Sphäre. Was für eine es feyn möge; oder ob es überhaupt eine bestimmte Sphäre fey; bleibt dadurch allein gänzlich unausgemacht. — Alfo; der befiimmte Charakter der formalen Thätigkeit bei der Wechfelbe - fiimmmg durch Subßantialität iß ein Ausjchliefseit von einer beßimmten, erfüllten ; und infofern Toten Htät (des darin enthaltnen) habenden Sphäre» i4§ Die Schwierigkeit dabei ift offenbar'die, daf« das ausgefchlofsne ~B allerdings gefezt, und nur in der Sphäre von A nicht gefezt; die Sphäre von A aber als abfolute Totalität gefezt feyn füll, woraus folgen würde, dafs B überhaupt nicht gefezt feyn könne. Mithin inufs die Sphäre von A gefezt feyn als Totalität, und als Nicht- Totalität zugleich; fie i.ft gefezt als Totalität, in Beziehung auf A ; fie ift gefezt als Nicht-Totalität in Beziehung auf das ausgefchlofsne B, Nun aber ift die Sphäre von B l'elbft nicht be* ftimmt; fie ift blos negativ beftimmt, als die Sphäre Nicht-A. A würde mithin, wenn auf alles Piiickficht genommen wird, gefezt, als be- fiiinmter, und infofern totaler vollständiger Theil eines unbestimmten, und insofern nicht vollständigen Ganzen. Das Setzen einer solchen hohem, beide , die beßimmte , und unbeflimmte in fick faxenden Sphäre wäre diejenige Thätigkeit, durch welche die fo eben aufgeftellte formale Thätigkeit möglich würde; mithin die Thätigkeit der Materie, die wir suchen. (Es fey gegeben das bestimmte Stück Eilen trC welches lieh fortbewegt. Ihr fezt das Eilen schlechthin, wie es durch feinen blofsen Begrif (vermöge des Satzes A~ A §. i.) gefezt ift ~A, als abfolute Totalität, und findet in der Sphäre desselben die Bewegung ~ B nicht; ihr schliefst demnach durch das Setzen von A B aus feiner Sphäre aus. Doch hebt ihr die Bewegung des Stücks Eilen ~ C nicht auf, ihr wollt ihre Möglich- 147 liclitceit gar nicht schlechthin läugnen : alfo ihr fezt fie außer der Sphäre von A in eine unbe- ftimmte Sphäre, weil ihr gar nicht wisst, unter welcher Bedingung' mul aus welchem Gründe das Stück Eifeti ~G lieh bewegen möge. Die Sphäre A ift Totalität des Eil'ens, und ift es doch auch nicht, denn die Bewegung von C, das doch auch Eilen ift , ift darunter nicht mit befafst. Ihr miifst demnach um beide Sphären eine höhere ziehen, die beides, bewegtes und unbewegtes Eilen in fielt falle. Inlofern das Eifert diele' höhere Sphäre erfüllt ift esSubftanz; (ritcht insofern es die Sphäre A als solche erfüllt, wie man gewöhnlich irrig dafür hält; in diefer Rücklicht ift es Ding an lieh) Bewegung und Nicht- Bewegung find feine Aceidenzen. Dafs ihm die Nicht-Bewegung in einem andern Sinne zukomme, als die Bewegung, und worauf das sich gründe, werden wir zu feiner Zeit teilen). Die Thätigkeit der Form beltimmt die der Materie, würde heifsen: blos infofern etwas von der abfoluten Totalität ausgefchloiTen, und als nicht enthalten in ihr gefezt wird, kann eine umfaflendere, aber unbeftimmte Sphäre gefezt werden; nur unter Bedingung des wirklichen Ausfchliefsens ift eine höhere Sphäre möglich; kein Ausfcliliefsen keine umfallenders Sphäre; d. h. kein Accidens im Ich kein Nicht- Ich. Der Sinn dieles Satzes ift fogleich klar, und wir fetzen blos einige Worte über feine Anwendung hinzu. — Das ich ift urfprunglicli K. Z gefezt gefezt, als fichfetzend •, und das fielt fetzen füllt iü» fofern die Sphäre feiner abfoluten Realität aus; Sezt es ein Objekt, fo ift diefes objektive Setzen auszufcbliefseii aus jener Sphäre, und in di# entgegengefezte des fick nicht fetzens zu fetzen. Ein Objekt fetzen, und — lieh nicht fetzen, ift gleich bedeutend. Von diefer Handlung geht das gegenwärtige Raifonnement aus; es behauptet: das Ich fezt ein Objekt, oder es fchliefst etwas von fich aus, fclilechthin weil es ausfchliefst, und aus keinem hohem Grunde: durch diefes Ausfchliefsen nun wird erft die höhere Sphäre des Setzens überhaupt (davon ab- firahirt; ob das Ich, öder ein Nicht Ich gefezt werde) möglich. — Es ift klar, dafs diele Folgerungsart idealiftifch ift, und mit dem oben aufgeftellten quantitativen Idealismus, nach welchem das Ich etwas als ein Nicht-Ich fezt, l'chlechthin weil es daifelbe fezt, zufammentrift. In einem folchen Syfteme miifste demnach der Begrif der Subftantialität gerade fo erklärt werden, wie er fo eben erklärt worden ift. — Es wird ferner im allgemeinen hier klar, dafs das Sich fetzen, in doppelter Beziehung der Quantität vorkomme; einmal als abfolute Totalität; einmal als beftimmter Theil einer unbeftimmten Gröfse. Diefer Satz dürfte in der Zukunft liöchft wichtige Folgen haben. — Ferner ift klar, dafs durch die Subftanz nicht das daurende Ion dem das allumfajfende bezeichnet werde. Das Merkmal des daurenden kommt der Subftanz nur in einer lehr abgeleiteten Bedeutung zu. Di« Pie Thätigkeit der Materie beftimmt und bedingt die der Form — würde heifsen: Die umfaf- fendere Sphäre, als eine umfaflendere, (mithin mit den ihr untergeordneten Sphären des Ich, und Nicht-Ich) ift schlechthin gefezt; und dadurch wird erft das Ausfchliefsen, als wirkliche Handlung des Ich, (unter einer noch hinzukom- tuenden Bedingung) ipöglich. — Es ift klar, dafs dieke Folgerungsart auf einen Realismus führt, und zwar auf einen qualitativen Realismus. Ich, und Nicht-Ich find, als entgegenge- gefezte, gefezt: das Ich ift überhaupt fetzend; dafs es unter einer gewissen Bedingung, wenn es netnlich das Nicht-Ich nicht fezt, fich fezt ift zufällig, und beftimint durch den Grund des Setzens überhaupt, der nicht im Ich liegt. — Das Ich ift in dieser Folgerungsart ein vorftel- lendes Wefen, das fich nach der Befchaffenhei» der Dinge an fich richten mufs. Aber keine Folgerungsart von beiden f ,11 gelten , sondern beide füllen gegenseitig durcheinander modifizirt werden- Weil das Ich einiges von fich ausfchliefsen soll, soll eine höhere Sphäre feyn, und gefezt werden, und weil eine höhere Sphäre ift, und gefezt ift, mufs das Ich einiges von fich ausfchliefsen. Kürzer: es ift ein Nicht-Ich, weil das Ich fich einiges cntge- genfezt; und das Ich fezt einiges fich entgegen, weil ein Nicht-Ich ift, und gefezt wird. Kein’s begründet das andere, sondern beides ift eine und ebendieselbe Handlung des Ich ; die blofs in K 5 der iS« der Reflexion unterfchieden werden kann. — Es ift Sogleich klar, dafs diefes Refultat gleich fey dem oben aufgefiellten Satze: Der Ideal» und Real-Grund find Eins und eben Daflelbe; und aus ihm lieh erläutern lalle; dal's demnach durch das gegenwärtige Refultat eben fo wie durch den genannten Satz der kritifche Idealismus aufgeliellt weide, ß) Die Form des Wechsels in der Subflantialität, und die Materie desselben lohen fich gegenseitig beftimmen. Die Form des IPechfels behebt im gegenseitigen Ansfchliefsen und Ausgeschlossen werden der We< hselglieder durcheinander- Wird A ge- fezt, als absolute Totalität, To wird B aus der Sphäre desselben ausgeschlossen, und gefezt in die unbeftimmte, aber beftimmbare Sphäre B. — Umgekehrt, So wie B gefeit wird , (auf B als gefeit, reflektirt wird,) wird A ausgeschlossen aus der absoluten Totalität; nemlich die Sphäre A ift nun nicht mehr absolute Totalität; Sondern Be ift zugleich mit B Theil einer unbestimmten, aber bestimmbaren Sphäre. — Das leztere ift wohl zu merken , und richtig aufzufaiTen , denn darauf kommt alles an. — Also die Form des Wechsels ift gegenseitiges Ausfchlieffen der Wechselglieder von der absoluten Totalität. (Setzet Eilen überhaupt und an fich; fo habt ihr einen bestimmten vollständigen Begrif, der feine Sphäre füllt. Setzet das Eisen fich fortbewegend ; wegend; ft> habt ihr ein Merkmal, das in jenem Begriffe nicht liegt, und demnach von ihm aus- gefchloffen ift. Wie ihr aber diele Bewegung doch dem Eifen zufchreibt; fo ift der vorher beftimmte Begrif des Eifens nicht mehr be- ftiinmt, sondern blofs bestimmbar; es fehlt in ihm eine Bestimmung , die ihr zu feiner Zeit ali Anziehbarkeit durch den Magnet beßimmen werdet), Die Materie des JVechfels anbelangend, ift fo- gleich klar, dafs in der Form deffelben, wie ft« fo eben dargelegt worden, unbestimmt bleibt, welches die eigentliche Totalität fey: Soll B ausgeschlossen werden, fo füllt die Sphäre von A die Totalität; soll im Gegentheil B gefezt werden, fo füllen beide Sphären, die von B und von A die zwar unbestimmte aber bestimmbare Totalität. (Dafs auch die leztere Sphäre des A und B noch zu beftimmen, fey, davon wird hier gänzlich abftrahirt). Diese Unbe- ßimmtheit kann nicht bleiben. Die Totalität in beider Rücklicht ift Totalität. Hat nun nicht jede noch aufser diesem ein anderes Merkmal, wodurch fte von einander zu unterscheiden find, fo ift der ganze poftulirte Wechsel unmöglich; denn dann ift die Totalität Eins, und es ift nur Ein Wechselglied; mithin überhaupt kein Wechsel. (Fasslicher, aber weniger stringent! — Denkt euch als Zuschauer diefes wechselseitigen Ausfchlieffens. Wenn ihr die zwiefache Totalität nicht unterscheiden könnt, zwilchen welcher K. 4 der der Wechrel fchwebt, fo ift für euch kein Wechfel. Ihr könnt fie aber nicht unterscheiden , wenn nicht aufser beiden, insofern fie nichts als Totalität find, irgend ein X liegt, nach welchem ihr euch orientirt). Mithin wird zmn Behuf der Möglichkeit des poftulirten Wechsels die Beßiinmbarkeit der Totalität, als solcher, vorausgeriezt; es wird voransgelezt, dass man beide Totalitäten an irgend etwas unterscheiden könne ; und diele Beftimmbarkeit iß die Materie, des IPechfels , dasjenige woran der Wechfel fortläuft, und wodurch einzig und allein er fixirt wird, (Wenn ihr das Eifer}, etwa so wie es durch die gemeine Erfahrung ohne gelehrte Kenntnifs der Naturlehre gegeben ift, an sich, d. h. ifolirt, und aufser aller euch bemerkbaren Verbindung mit etwas aufser demselben, unter andern auch als beharrlich an feinem Orte fezt, fo gehört die Bevypgung nicht in den Begrif desselben, und ihr habt, wenn es euch in der Erscheinung als sich fortbewegend gegeben wird, ganz recht, wenn ihr diele Bewegung auf etwas aufser demselben bezieht. .Aber wenn ihr denn doch die Bewegung dem Eilen zufchreibt, worin ihr gleichfals recht habt, fo ift jener Begrif nicht mehr vollftändig, und ihr habt in diefer Riickficht ihn weiter zu bestimmen, und z. B. die Anzieh- fcarkeit durch den Magnet in feinen Umfang zu fetzen. — Das macht einen Unterschied. Wenn ihr von dem erften Begriffe ausgeht, fo ift die Beharr- i53 Beharrlichkeit am Orte dem Eifen wefentlich, und nur die Bewegung in ilun ift zufällig; geht ihr aber von dem zweiten Begriffe aus , fo ift die Beharrlichkeit [owolil zufällig, als die Bewegung; denn die erftere fteht gerade fo unter der Bedingung der Abwefeqheit, als die leztere unter der Bedingung der Anwefenheit eines Magnets. Ihr feyd allo deforientirt, wenn ihr nicht einen Grund angeben könnt, warum ihr vom elften, und nicht vom zweiten Begriffe oder umgekehrt, ausgehen musstet ; d. i. im allgemeinen, wenn lieh nicht auf irgend eine Art beftimmen lässt, auf welche Totalität man zu reflektireti habe; ob auf die schlechthin gefezteund beftiminte, oder auf die durch diefe und das ausgefchlofsne entftandne bestimmbare, oder auf beide, Die Form des Wechfels beßimmt feine Materie , würde heifsen : das gegenseitige Ansfchliefsen ift es, welches die Totalität in dem eben aufge* (teilten Sinne, beftiimnt, d. i. welches andeutet, welche von beiden möglichen Totalitäten absolute Totalität l'ey, und von welcher ausgegangen werden müfse. Dasjenige, welches ein anderes von der Totalität ausfchliefst, ift, infofern es aus- fchliefst, die Totalität; und umgekehrt, und weiter giebt es gar keinen Beftimmungsgrund derselben. — Wird durch das schlechthin gefezte A ausgeschlossen B, fo ift infofern A Totalität; und wird auf B reflektirt, und demnach A nicht als Totalität betrachtet, fo ift infofern A B, das an fich unbeftimmt ift, die beftimmbare Totali- K 5 tat. 15/j. - " A B hinwiederum beßimrnt durch B. Oiefer Saz wird fogleicli klar werden, wenn wir ihn auf den vorliegenden Fall anwenden. — Das Ich foll etwas von fich ausfchliefsen: dies ift die bisher als das el fte Moment des ganzen in der Untersuchung begriffenen Wechfels betrachtete Handlung. Ich folgere weiter, — und da ich hier im Gebiete des Grundes bin, fo habe ich das Recht weiter zu folgern — foll das Ich jenes etwas von lieh ausfchliefsen , fö mufs dasselbe in ihm , vor dem Ausfchliefsen i d, i. unabhängig von dem Ausfchliefsen gefezt feyn, alfo es ift, da wir keinen hohem Grund änführen können , schlechthin gefezt. Gehen wir von diesem Punkte aus, fo ift das Ausfchließen des Ich etwas in dem schlechthin gefezten, insofern es das ift ^ nicht gefeztes und utufs aus der Sphäre desselben ausgeschlossen werden, es ift ihm nicht wesentlich. (Es ift dem Objekte, wenn dasselbe gleich auf eine uns völlig unbegreifliche Art in dem Ich (für das mögliche Ausfchliefsen) gefezt und insofern allerdings ein Objekt feyn foll, zufällig dafs es ausgefchlojfenj und, — wie lieh ferner ergebt ii wird , zur Folget diefes Ausfchliefsens vor gefüllt wird: Es wäre an fich, — nicht aulfer dein Ich, aber im Ich,—- «lme diefes Ausfchliefse vorhanden. Das Objekt über- überhaupt (hie» B) ift das bestimmte: Das Ausge- fchlolTenl'eyn durch das Subjekt (hier B ^ A) ift das bestimmbare. Das Objekt kann ausgeschlossen feyn oder auch nicht, und bleibt in dem obigen . Sinne immer Objekt. — Hier kommt das Gefeztfeyn des Objekts zweimahl vor; abet wer lieht nicht, in welchen verfchiednen Bedeutungen: einmal unbedingt ^ und fchlechtbin; einmal unter Bedingung eines Ausgefchlojj'enfeyns durch das Ich? (Aus dem als beharrlich gefezten Eifen soll dig Bewegung ausgefchloITen werden. Die Bewegung war im Eifen, laut feines Begriffs, nicht gefezt, he soll jezt vom Eifen ausgefchloITen werden; lie mufs demnach unabhängig von diefem Ausfchliefsen gefezt, und zwar , in Riickficht auf das Nichtgefeztfeyn durch das Eifert, schlechthin gefezt feyn. [ Das heilst — fafslichef aber weniger ftringent — foll man die Bewegung dem Eifen entgegensetzen, fo mufs sie schon bekannt feyn. Durch das Eifen aber foll lie nicht bekannt feyn. Mithin ift lie anderwärts her bekannt ; und, da wir hier auf gar nichts weiter Rücksicht nehmen, als auf Eifen, und Bewegung, -— ift sie schlechthin bekannt. ] Gehen wir von diefem Begriffe der Bewegung aus, fo ift es für ihn zufällig, dafs er unter andern auch dem Eifen zukomme. Er iß das wesentliche und das Eifen ift für ihn das Zufällige. Es ift gefezt die Bewegung schlechthin. Von ihrer Sphäre wird ausgeschlossen das Eifen, als beharrlich am Orte. I?zt wird die Beharrlichkeit aufgehoben j und lt>2 dem Elfen Bewegung zugefchrieben. — Hier kommt der Begriff der Bewegung zweimahl vor; einmahl unbedingt; das zweitemahl bedingt durch die Aufhebung der Beharrlichkeit im Eilen. ) Alfo — und das war der oben aufgeftellte synthetische Saz — die Totalität beliebt blofs in der vollftändigen Relation , und es giebt überhaupt nichts an fich fettes, was dieselbe bestimme. Dia Totalität beliebt in der Voliftändigkeit eines Ver- häUnifses , nicht aber einer Realität, (Die Glieder des Verhältnisses einzeln betrachtet, find die Accidenzen , ihre Totalität ili Subfianz, ■wie schon oben gesagt worden. — Hier ist nur noch das für diejenigen ansdrüklich aufzuftellen, welche eine fo leichte Folgerung nicht felbft zu ziehen vermögen, dafs in der Subfianz gar nichts fixirtes zu denken ift, sondern ein bloTser Wech* fei. — Soll eine Subfianz beßimmt — welche* sattsam erörtert worden — oder soll etwas be* fiimmtes als Subfianz gedacht werden, fo mufsder Wechsel freilich von irgend einem Gliede ausge- gehen, welches infofern fixirt ift, inwiefern de r Wechfel beftimmt werden soll. Aber es ift nicht ßbfolut fixirt; denn ich kann eben sowohl von. feinem entgegengefezten Gliede ausgehen; und dann ift eben dasjenige Glied, was vorher wesentlich , feftgefezt, fixirt war, zufällig; wie fich aus den obigen Beispielen erläutern läfst. Die Accidenzen, synthetisch vereinigt , geben di« Subfianz; und es ift in derselben gar nicht* weiter o i6Z ter enthalten, als die Accidenzen: die Sttbftanz analylirt, giebt die Accidenzen , und es bleibtnach einer vollliändigen Anal) fe der Subftanz. gar nichts übrig, als Accidenzen. An ein daurendes Subftrat. an einen etwanigen Träger der Acridin« zen ift nicht zu denken; da« eine Accidenz ift jedesmal fein eigner und des entgegen fezten Acci- denz Träger, ohne dass es dazu noch eines be- fondern Trägers bedürfte. Das fetzende Ich* durch das wunderbarste feiner Vermögen, das wir zu feiner Zeit näher behimmen werden , hält das schwindende Accidenz fo lange feft, bis es da'jenige, wodurch dasselbe verdrängt wird, damit verglichen hat — Diefes faß immer verkannte Vermögen ift es, was aus steten Gegenfätzen eine Einheit zufammmenkniipft, — was zwischen Momente , die fich gegenseitig ansheben mölten, eintrittnnd dadurch beide erhält— es ift dasjenige, was allein Leben und BewulM’eyn, und insbesondre Bewufideyn als eine foitlaufende Z, itreihe möglich macht; und das alles thut es lediglich dadurch,-dafs es an fich, und in fich Accidenzen fortleitet, die keinen gemein]ihaftlichen Träger haben , noch haben könnten , weil fie fich gegenseitig vernichten würden. >) Die Thätigkeit, als synthetische Einheit, und der Wechfel, als synthetische Einheit sollen fich wechselseitig beftimmen, und felbft keine synthetische Einheit ausmachen. Die Thätigkeit, als synthetische Einheit, wird am kürzeft en beschrieben durch ein ab] o litt es Zu- L 3 fammen- 164 fammenfaffen , und Fefihalten entgegengefezter, eines fubjectiven und objektiven, in dem Begriffe der Beßunmbarkeit , in welchem fie doch auch entgegengefezt find. (Zur Erläuterung und Aufhellung eines hohem umfalfenden Gefichtspunktes vergleiche man die hier bezeichnete Synthefis mit der oben (§. 3,) angehellten Vereinigung des Ich und Nicht-Ich überhaupt durch Quantität, So wie dort zuförderft das Ich, der Qualität nach als absolute Realität, schlechthin gefezt wurde; fo wird hier etwas , d. h. ein durch Quantität bestimmtes , schlechthin in das Ich gefezt, oder das Ich wird schlechthin gefezt, als beßiwmte Quantität', es, wird etwas subjektives gefezt, als ein schlechthin fubjektives; und dieses Verfahren ilt eine Tkefis, und zwar eine quantitative Thefis, zum Unterschied von der obigen qualitativen. Alle Handlungsweisen des Ich aber müssen von einem thetifchen Verfahren ausgehen. [In dem theoretischen Theile der WüTenfchaftslehre ziemlich , und innerhalb der Begrenzung, welche wir uns hier durch unfern Grundfaz vorgeschrieben haben , ist es eine Thelis , weil wir um jener Begrenzung willen nicht weiter vorwärts gehen können; ob sich gleich, wenn wir einst diese Grenze durchbrechen werden, zeigen dürfte, dafs es gleichfalls eine auf die höchste Thefis zurükzufüh- rende Synthefis fey]. So wie oben dem Ich überhaupt entgegengefezt wurde ein Nicht-Ich, als entgegengefezte Qualität, fo wird hier dem subjektiven entgegengefezt ein objektives, durch das blosse Auslchliefsen desselben aus der Sphäre des des fubjektiven; alfo blofs durch und vermitteln der Quantität (der Begrenzung, der Beftimmung) und dieses Verfahren ift eine quantitative Anti- theiis, fo wie das obige eine qualitative war. Nun soll aber weder das subjektive durch das objektive, noch das objektive durch das subjektive vernichtet werden, eben fo wenig, als oben das Ich überhaupt durch das Nicht-Ich, oder umgekehrt, aufgehoben werden füllte; sondern beide Collen neben einander beheben. Sie muffen demnach synthetisch vereinigt werden, und werden .es durch das dritte, worin fie fich beide gleich find, durch die Bestimmbarkeit. Beide — nicht das Subjekt, und Objekt an fich — aber das durch The- fis, und Antithefis gefezte subjektive und objektive, find gegenseitig durch einander bestimmbar, und blofs insofern fie das find, können fie zufairi- mengefafst, und durch das in der Synthefis thäti- ge Vermögen des Ich (die Einbildungskraft) fixirt, und festgehalten werden. — Aber gerade wie oben, ift die Antithefis nicht möglich, ohne 1 he- fis, weil nur dem gefezten entgegengefezt werden kann; aber auch selbst die hier geforderte Thefis ift ihrer Materie nach nicht möglich ohne die Materie der Antithefis; denn ehe etwas schlechthin beftimmt, d. i. der Begriff der Quantität darauf angewendet werden kann , mtiCs es der Qualität nach vorhanden feyn. Es mufs alfo überhaupt etwas da feyn, in welchem das thätige Ich eine Grenze für das subjektive abftekt, und das iibiige dem objektiven überlässt. — Der Form nach aber ift, gerade Wie oben, die Antithefis nicht mög- L 3 lieh, x66 lieh, ohne die Synthefis; weil außerdem durch die Antithefis das gefezte aufgehoben, mithin die Antithefis keine Autithefis, fondern felbft eineThe- fis feyn wiirde; alfo find alle drei Handlungen nur Eine, und eben dieselbe Handlung; und blofs in der Reflexion über Ae können die einzelnen Momente diefer Einen Handlung unterschieden werden). Den blofsen Weclifel anbelangend — wenn die Form desselben, das gegenleitige Ausfchliefsen der Wechfelglieder, und die Materie, die umfassende Sphäre, welche beide - als fielt auslchliefsende, in lieh enthält, synthetisch vereinigt werden, ift das gegenseitige Ausfchliefsen felbfi die umfassende Sphäre, und die umfassende Sphäre ift felbft das gegenseitige Ausfchliefsen, d. i. der Weclifel be- fteht in der blofsen Relation; es iss weiter gar nichts da, als das gegenseitige Ausfchliefsen, die eben genannte Beftimmbarkeit. — Es iss leicht, einzufehen, dass dies das synthetische Mittelglied feyn musste; aber es ift etwas schwerer, sich bei einer blossen Bestimmbarkeit, einer blossen Relation , ohne etwas , das in Relation Bellt ^von welchem Etwas hier, und im ganzen theoretischen Theile der W iffenfchaftslehre überhaupt gänzlich zu abftrabiren ift) etwas einzubilden, das picht absolut Nichts fey. Wir leiten die Einbildungskraft , fo gut wir es vermögen. — A und B (es iss schon bekannt, dals eigentlich A «■£■< B beftimmt durch A , und das gleiche A -s- B bestimmt durch B dadurch bezeichnet werden, aber für unfern Zwek Zwek können wir davon abßrahlren, und fie geradezu. A und B nennen) A und B alfo find ent- gegengefezt, und wenn das Eine gefezt ift, kann das andre nicht gefezt feyu: und dennoch Tollen fie, und zwar nicht etwa nur zum Theil, wie bisher gefordert worden ift, fondern ganz, und als entgegengefezte, beifammen Beben, ohne Bch gegenseitig aufzuheben; und die Aufgabe iß, die* zu denken. Aber fie können auf gar keine Art, und unter keinem möglichen Prädikate zuTammen- gedacht werden, als lediglich, inwiefern fie fichge - genfeitig auf heben. A iß nicht zu denken, und B iß nicht zu denken; aber das Zusammentreffen, — Eingreifen beider iß zu denken, und blofs diefes iß ihr Vereinigungspunkt, (Setzet in den physischen Punkt X im Zeitmomente A. Licht, und Finßernifs in den unmittelbar darauf folgenden Zeitmoment B; fo iß Licht und Finßernifs fcharf von einander geschieden, wie es feyn Toll. Aber die Momente A und B begrenzen lieh unmittelbar, und es iß zwischen ihnen keine Lücke. Bildet euch ein die fcharfe6renze zwilchen beiden Momenten — Z. Was iß in Z? Nicht Licht, denn das iß im Momente A. und Z iß nicht ~ A; und eben fo wenig Finßernifs, denndiefeiß im Momente B. Mithin keins von beiden. — Aber ich kann eben sowohl Tagen: es iß in ihm beides, denn wenn zwischen A und B. keine Lücke iß, fo iß auch zwischen Licht, und Finßernifs keine Lücke, mithin berühren fie sich beide in Z. unmittelbar. — — Man könnte sagen, ich dehn» L 4 in in der leztern Folgerungsart Z. , das nur Grenze Feyn sollte, durch die Einbildungskraft felbft zu einem Momente aus; und fo ift es allerdings. [Die Momente A und B find felbft auf keine andere Art entbanden, als durch eine folche Ausdehnung vermitteln der Einbildungskraft.] Ich kann demnach Z, i durch die blofse Einbildungskraft ausdehnen; und ninfs es, wenn ich mir die unmittelbare Begrenzung der Momente A und B denken will — und es ift hier zugleich ein Experiment mit« dem wunderbaren Vermögen der: produktiven Einbildungskraft in uns angeftellt worden , welches in kurzem erklärt werden wird, ohne welches gar nichts im menfchlichen Geifte sich erklären läTst — und auf welches gar leicht der ganze Mechanismus des menfchlichen Geifte? lieh gründen dürfte.) b) Die fo eben erklärte Thätigkeit beftitnmt dey Wechsel, den wir erklärt haben, würde lieifsen : Das Zusammentreffen des Wechfelgliedes, als solches, fteht unter der Bedingung einer absoluten Thätigkeit des Ich, vermitteln welcher daffelbe ein objektives, und subjektives entge- genfezt, und beide vereinigt. Nur im Ich. und lediglich kraft jener Handlung des Ich find fie Wechfelglieder ; lediglich im Ich, und kraft jener Handlung des Ich treffen fie zusammen. Es ift klar, dafs der ausgestellte Saz ideal! ftifch ift. Wird die hier ausgestellte Thätigkeit für die das Wefen des Ich, insofern dasselbe eine --- i^9 «ine Intelligenz ift, erfchöpfende genommen, wie fie datür allerdings, nur unter einigen Ein. fchriinkungen , genommen werden mufs, fo be- ftelit das Vorllellen darin, dafs das Ich. ein subjektives fetze, und diesem subjektiven ein anderes, als ein objektives entgegensetze, u. f. w. und so sehen wir den Anfang zu einer Reihe der Vorstellungen in dem empirischen Bewufst- feyn. Oben wurde ausgestellt ein Gelez der Mittelbarkeit des Setzens, und nach diesem konnte , wie es allerdings hier auch gültig bleibt, kein objektives, gefezt werden, ohne dafs ein subjektives, und kein subjektives, ohne dafs ein objektives aufgehoben werde; und hieraus würde fich denn der Wechsel der Vorstellungen haben erklären lallen. Hier kommt die Beftimmmig hinzu, dafs beide synthetisch vereinigt, dafs beide durch Einen und eben denselben Akt des Ich gefezt werden sollen; und hieraus würde lieh denn die Einheit desjenigen , worin der Wechsel ift, bei dem Ent- gegengefeztfeyn des Wechselnden, erklären lallen, welches durch das Gefez der blofsen Mittelbarkeit nicht möglich war. Und fo hätte man denn eine Intelligenz mit allen ihren möglichen Bestimmungen blofs und lediglich durch absolute Spontaneität. Das Ich wäre fo beschaffen , wie es fezte, wie es lieh fezte, und weil es sich, als fo beschaffen, fezte. — Aber man gehe zurük in der Reihe, fo weit man will, fo mufs man zulezt doch auf ein im Ich schon vor- handnes kommen, in welchem einiges als fub- L 5 jektiv jelitiv bestimmt, ein anderes als objektiv dem» selben entgegengefezt wird. Das Vorhandensein deilen, was subjektiv feyn soll, liefse lieh zwar aus dein Setzen des Ich schlechthin durch sich selbst erklären; nicht aber das Vorhanden- feyn deilen, was objektiv feyn soll > denn ein solches ist durch das Setzen des Ich schlechthin nicht gefezt. — Der aufgefiellte Saz erklärt demnach nicht vollständig, was erklärt werden soll. b) Der Wechfel beftimmt die Thätigkeit, würde heilsen: Zwar nicht durch das reelle Vorhan- denfeyn Entgegengefezter, aber doch durch ihr blofses Zufammentreffen, oder Sichberühren im Bewufstfeyn, wie es fo eben erklärt worden , wird das Entgegensetzen und Zufammen- faflen durch die Thätigkeit des Ich möglich; jenes Zufammentreffen ist die Bedingung dieser Thätigkeit. Es kommt nur darauf an, dieses richtig zu verstehen. Es wurde fo eben gegen die aufgellellte idealistische Erklärungsart erinnert: soll im Ich, etwas als ein subjektives, beftimmt, und ein anderes, als objektiv durch jene Bestimmung aus der Sphäre desselben ausgeschlossen werden, fo mufs erklärt Werden, wie das leztere auszu- fchliefsende, iin Ich vorhanden feyn könne, und das lässt lieh nach jener Folgerungsart nicht erklären. Dieter Einwurf wird t durch den gegenwärtigen Saz dahin beantwortet: das aus- zu- zufchliersende objektive braucht gar nicht vorhanden zu feyn; es darf nur blofs dafs ich mich fo aus drucke, ein Antiofs für das Ich vcnhanden feyn, d, h. das subjektive mufs, aus irgend einem nur ander der Thätigkeit des Ich liegenden Grunde . nicht weiter ausgedehnt werden können. Eine solche Unmöglichkeit des weitern Ausdehnens machte denn aus — den beschriebenen blossen Wechfel, oder das blofie Eingreifen ; er begrenzte nicht, als thä- tig, das Ich; aber er gäbe ihm die Aufgabe, fuh felbft zu begrenzen. Alle Begrenzung aber geschieht durch Gegenfaz; mithin müsste das Ich, eben um jener Aufgabe eine Genüge zu thun,.etwas objektives dein zu begrenzenden subjektiven entgegensetzen, und dann beide synthetisch vereinigen, wie fo eben gezeigt worden; und so liefse sich denn die ganze Vor- ftellung ableiten. Diefe Ei klärungsart ist, wie sogleich in die Augen fällt, reahftifch ; nur liegt ihr ein weit abftrakterer Realismus zum Grunde, als alle die vorher aufgeftellten; nemlich es wird in ihm nicht ein außer dein Ich vor- handnes Nicht - Ich, und nicht einmahl eine im Ich vorhandne Bestimmung, sondern blofs die Aufgabe für eine durch dasselbe felbft in lieh vorzunehmende Beftiminung, oder die blofse Befiimmbarkeit des Ich angenommen. Man dürfte einen Augenblik glauben, diefe Aufgabe der Bestimmung fey ja felbft eine Be* ftiminiujg, und das gegenwärtige Raifonnement fey fey von dem oben aufgeftellten quantitativen Realismus, der das Voihandenfeyn einer Be- ftimmung annahm, in nichts verfeinerten. Aber der Unterfchied ift fehr einleuchtend darzuthun. Dort war die Beftimmung gegeben; hier toll he erft durch die Spontaneität des thätigen Ich vollendet werden. (Wenn es erlaubt ist, einige Blicke vorwärts zu thun, so lässt der Unterschied sieh noch bestimmter angeben. Nem- lich im praktischen 1 heile wird sich zeigen, dafs die Bellimmbarkeit von welcher hier geredet wird , ein Gefühl ist. Nun ist ein Gefühl allerdings eine Bestimmung des Ich, aber nicht des Ich, als Intelligenz, d. i. desjenigen Ich, welches sich fezt, als bestimmt durch das Nicht- Ich , und von diesem allein ist doch liier die Rede. Mithin ist jene Aufgabe zur Bestimmung nicht die Bestimmung selbst.) Das gegenwärtige Raifonnement hat den Fehler alles Realismus, dass es das Ich bloss als ein Nicht - Ich betrachtet, und daher den Ueber- gang vom Nicht • Ich zum Ich, der erklärt werden Tollte, nicht erklärt. Geben wir zu, was gefordert wird, fo ift die Bestimmbarkeit des Ich, oder die Aufgabe, dafs das Ich beftimmt werden folle , allerdings gefezt, aber ohne alles Zuthun des Ich; und es liefse lieh daraus nun wohl erklären, wie das Ich durch und für etwas auller dem Ich, nicht aber, wie es durch und für das Ich bestimmbar feyn könne, da doch das leztere gefordert wird. Das Ich ift vermöge -—— 173 ge feines Wefens nur infofern beftimmbar, als es fich beftimmbar feit, und mir infofern kann esfich beftiinmen ; wie aber dies möglich fey, wird durch die aufgeftellte Folgerungsart nicht erklärt. c) Beide Folgerungsarten Tollen fynthetifch vereinigt werden; die Thätigkeit, und der Wechsel Tollen fich gegenfeitig bestimmen, Es konnte nicht angenommen werden", dafs der Wechsel, oder ein bloTser ohne alles Zuthun des fetzenden Ich vorhandner Anftofsdem Ich die Aufgabe gebe, fich zu begrenzen, weil das zu erklärende nicht in dem Erklärungsgrunde lag; es miille demnach angenommen werden, dafs jener Anftofs nicht ohne Zuthun des Ich vorhanden wäre , sondern dafs er eben auf die Thätigkeit desselben im Setzen feiner felbft, geschähe; dafs gleichsam feine weiter hinaus ftrebende Thätigkeit in sich felbft zuriikgetrie- ben, ( reflektirt ) würde, woraus denn die Selbftbegrenzung, und aus ihr alles übrige, was gefordert worden, sehr natürlich erfolgen würde. Dadurch würde denn wirklich der Wechfel, und die Thätigkeit durcheinander bestimmt und synthetisch vereinigt, wie durch den Gang unsrer Untersuchung gefordert wurde. Der ( durch das fetzendeich nicht gefezte) Anftofs geschieht auf das Ich, insofern es thätig ift, und Und er ift demnach nur infofern ein Anftofs als es thiitig ift, leine Möglichkeit wird durch die Thätigkeit des Ich bedingt; keine Thätig- keit des Ich , kein Anftofs. Hi wiederum w ire die Thätigkeit des Beftitnmens des Ich durch lieh felbft) bedingt durch den Anftofs; kein Anftofs, keine Selbstbestimmung. - Ferner, keine SelbftbelUnnnung, kein objektives, u. 1. w. Wir fliehen uns mit dem höchliwicbtigen , und ‘ End - Refultate , das wir hier gefunden haben, bekannter zu machen. Die Thätigkeit ( des Ich) im Zufammenfaffen Entgegengefezter, und das Zufaimnentreffen ( an sich, und abflrahirt von der Thätigkeit des Ich } diefes Entgegengefezten folien vereinigt, lie follen Eins, und eben dasselbe feyn. — Der Hauptunterlchied liegt im Zufammenfaffen und Zufammentreffen ; wir werden demnach am tiefsten in den Geift des ausgestellten Satzes eindringen, wenn wir über die Möglichkeit diele beiden zu vereinigen, Nachdenken. Wie das Zufammentreffen an lieh unter der Bedingung eines Zufaminenfaffens stehe, und flehen lnüfse, lässt sich leicht einfeheri. Die Entgegengefezten an sich find völlig entgegen* gefezt; sie haben gar nichts gemeinfchaftliches; wenn das eine gefezt ift, kann das andre nicht gefezt feyn Zufammentreffende find üe nur, inwiefern die Grenze zwilchen ihnen gefezt wird, und diefe Grenze ift weder durch das Setzen des einen 175 einen, noch durch das Setzen des andern gefezt; fie xnnrs befonders gefezt wei den. — Aber die Grenze ift denn auch weiter nichts, als das beiden gern ein fchaftliche ; mithin ihre Grenzen letzen — heilst,he zulawmenfaffen, aber dieses Zufaminenfairen beider ift auch nicht anders möglich, als durch das Setzen ihrer Grenze. Sie find zusammentreffend lediglich unter Bedingung eines ZufainmenfaiTens, für und durch das Zufammenfafiende. Das Zulämrnenksfien, oder, wie wir je zt be- ftimmter Tagen können, das Setzen einer Grenze fleht unter der Bedingung eines zufaminen- treffens , oder, da das in der Begrenzung thätige, laut obigem, felbft, und zwar bloTs als thätiges , eins der Zufammentreffenden feyn Toll, unter der Bedingung eines Anftofses auf dis Thätigkeit desselben. Dies ift nur unter der Bedingung möglich, dass die Thätigkeit desselben in das unbegrenzte, unbcltiminte, und unbestimmbare d. i. in das unendliche hinausgehe. Gienge fie nicht in das unendliche hinaus, fo würde aus einer Begrenzung deflelben gar nicht folgen, dafs ein Anftofs auf die Thätigkeit deflelben geschehen fey; es könnte Ja die durch feinen blofsen Begriff gefezte Begrenzung Teyn, (wie in einem Systeme angenommen werden xniifte, in welchem schlechthin ein'endliches Ich aufgeftellt wurde). Es inögte dann wohl innerhalb der ihm durch feinen Begriff gefezten Schranken neue, Begrenzungen geben, die auf auf einen Anfiofs von aufTen fchliefsen liefsen. und das miifte fich* anderwärts her beßiinmen lassen. Aus der Begrenzung überhaupt aber, wie doch hier gefolgert werden soll, liefse fich ein solcher Schluss gar nicht machen. ( Die Entgegengefezten, von denen hier die Rede ist, sollen schlechthin entgegengeleztleyn ; es foll zwischen ihnen gar keinen Vereinigungs- Punkt geben. Alles Endliche aber iß unter fich nicht schlechthin entgegengefezt; es iß fich gleich im Begriffe der Bestimmbarkeit; es iß durch, gängig durcheinander bestimmbar. Das iß das allem Endlichen gemeinschaftliche Merkmal. So ift auch alles unendliche, insofern es mehrere unendliche geben kann, fich gleich im Begriffe der Unbeftimmbarkeit. Mithin giebt es gar nichts gerade zu entgegengefeztes , und in gar keinem Merkmahle fich gleiches, als das Endliche, und das Unendliche, und diele müssen mithin diejenigen Entgegengefezten feyn, von welchen hier geredet iß.) Beides foll Eins, und eben dasselbe feyn j das heilst kurz: keine Unendlichkeit , keine Begrenzung; keine Begrenzung , keine Unendlichkeit ; Unendlichkeit und Begrenzung find in Einem und eben detnfielben Jynthetifichen Gliede vereinigt. — Gienge die Thätigkeit des Ich nicht ins Unendliche , fo könnte es diele feine Thätigkeit nicht felbfi begrenzen; es könnte keine Grenze derselben fetzen, wie es, doch loll. Die Thätigkeit Iceit des Ich beßeht im unbefchrähkten Sichfe* tzen; es gefchiebt gegen dieselbe ein Widerstand. Wiche fie diesem Widerftande, To würde diejenige Thätigkeit, welche über die Grenze desWiderftandes hinausliegt, völlig vernichtet, und aufgehoben; das Ich würde insofern überhaupt nicht fetzen. Aber es soll allerdings auch über diese Linie hinaus fetzen. Es loll lieh beschränken, d.i. es soll insofern lieh fetzen , als fich nicht fetzend; es soll in dielen Umfang die unbeliimmte, unbegrenzte, unendliche Grenze fetzen, (oben ~ B. ) und wenn es dies soll, fo inufs es unendlich feyn.— Ferner, wenn das Ich fich nicht begrenzte, fö wäre es nicht unendlich. — Das Ich ift nur das, als was es fielt fezt. Es ift unendlich, heilst, es fezt fich unendlich: es beflimmt fich durch das Prädikat der Unendlichkeit : also es begrenzt fich selbst, (das Ich) als Subfirat der Unendlichkeit; es unterscheidet fich felbfl von feiner unendlichen Thätigkeit, (welches beides an fich Eins, und eben dasselbe ift); und fo musste es fich verhalten , wenn das Ich unendlich feyn Tollte. — Diele in’s unendliche gehende Thätigkeit, die es von fich unterscheidet, soll Jeine Thätigkeit feyn; fie soll ihm zu- gefchrieben werden: mithin rnüfs zugleich in einer und eben derlelben ungeteilten lind nn- zuunterfcheidenden Handlung das Ich diele Thätigkeit auch wieder in fich aufnehmen, (A ^ B. durch A. bestimmen). Nimmt es fie aber in fich auf, fo ift fie belUmmt, mithin M nicht nicht unendlich: doch aber Toll he unendlich feyn, und fo mufs he auller dem Ich geleit werden. Dieter Wechfel des Ich in und mit hch feil) fl, dä es hch endlich, und unendlich zugleich fezt — ein Wechfel, der gieichfam in einem Widerftreite mit hch feibft befteht, und dadurch hch feibft reprdducirt, indem das Ich unvereinbares vereinigen will, jezt das unendliche in die Form des endlichen aufznnebmen verfocht > jezt, zuriickgetrieben , es wieder anher derfelben fezt, und in dem nemlichen Momente abermals es in die Form der Endlichkeit aufzunehmen verfocht — ilt das Vermögen der Einbildungskraft . Hierdurch wird nun vollkommen vereinigt Zusammentreffen, und Zufammenfalfen. Das Zusammentreffen, oder die Grenze ift feibft ein Produkt des Auffallenden im , und zum Au.klaffen , (absolute Thefts der Einbildungskraft, di« infofern schlechthin produktiv ift.) Insofern das Ich, und difefes Produkt feiner Thätigkeit entgegengefezt werden, werden die Zusammentreffen den feibft entgegengefezt , und es ift in der Grenze keins von beiden gefezt; (Antithe- lis der Einbildungskraft. ) Insofern aber beids wiederum vereinigt werden — jene produktive Thätigkeit dem Ich zugefchrieben werden foll — werden die Begrenzenden feibft in der Grenze zufammengefafst. ( Synthefts der Ein- hil- bildiin^skraft; die in diefem ihren antitheti- fchen , und fynthetifchen Gelchäfte reproduktiv iK, wie wir dies alles zu feiner Zeit deutlicher einfehen werden). Die Entgegengefezten feilen zufammengefafst werden im Begriffe der blofsen Beßimmbarkeit; (nicht etwa dem der Beftimmung). Das war ein Hauptmöment der geforderten Vereinigung; und wir haben auch über diefgs noch zu re- flektiren; durch welche Reflexion das fo eben getagte vollkommen beilimint, und aufgeklärt werden wird. Wird nemlich die zwischen die Entgegengefezten (deren eines das entgegen fetzende felblt ift, das andere aber feinem Da' feyn nach völlig äuffer dem ßewufstfeyn liegt; und blols zum Behuf der nothwendigen Begrenzung gefezt wird) gefezte Grenze als feile,' fixirte, unwandelbare Grenze gefezt, fö werden beide vereinigt durch Beßimmmig , nicht aber durch Bißimmbärkeit : aber dann wäre auch die in dem Wechsel der Subltäntialität geforderte Totalität nicht erfüllt; (A -f. B wäre nur durch das bestimmte A. nicht aber zugleich durch das uftbeftirihnte B. bestimmt.) Demnach mufs jene Grenze nicht als feile Grenze angenommen werden. Und fo ift es denn auch allerdings, laut der fo eben gegebnen Erörterung über das in diefer Begrenzung thätige Vermögen der Einbildungskraft. Es fezt; zum Behuf einer Bestimmung des Subjekts eine unendliche Grenze, als Pfodllkl feinet in’s unendliche ge- M 3 henderi aSo henden Thäligkeit. Es verflicht diefe Tbätig- keit fich /uzufchreiben, (A -4- (3. durch A. zu bestimmen); thäte es dies wirklich, fo ist es nicht mehr diefe Thätigkeit; ste ist als in ein bestimmtes Subjekt gefezt, seihst bestimmt, und also nicht unendlich ; die Einbildungskraft wird daher zurückgetrieben wieder in’s unendliche, (es wird ihr die Beftiinumng von A -f- B. durch B. aufgegeben.) Demnach ist lediglich Bestimmbarkeit, die auf diefem Wege unerreichbare Idee der Bestimmung, nicht aber Bestimmung selbst vorhanden. — Die Einbildungskraft fezt überhaupt keine feste Grenze, denn fie hat selbst keinen festen Standpunkt; nur die Vernunft fezt etwas festes, dadurch, dafs fie erst selbst die Einbildungskraft fixirt. Die Einbildungskraft ist ein Vermögen, das zwischen Bestimmung , und Nicht - Beftirnmung , zwischen Endlichem, und Unendlichem in der Mitte schwebt; und demnach wird durch fie allerdings A B. zugleich durch das bestimmte A. und Zugleich durch das unbestimmte B. bestimmt, welches jene Synthefis der Einbildungskraft ist, von der wir fo eben redeten. — lenes Schweben eben bezeichnet die Einbildungskraft durch ihr Produkt; fie bringt dasselbe gleichsam während ihres Schwebens, und durch ihr Schweben hervor. (Dieses Schweben der Einbildungskraft zwischen unvereinbaren, dieser Widerstreit derselben mit steh selbst ist es, welcher, wie steh in in der Zukunft zeigen wird, den Znftand des Ich in demitlben zu einem Zeit -Momente ans- dehnt: (Für die biofte reine Vernunft ift alles zugleich; nur für die Einbildungskraft giebt es eine Zeit.) Lauge, d. i. länger als einen Moment ( auiler im Gefühl des Erhabnen , wo ein Staunen , ein Anhalten des Weclifels in der Zeit entfteht) hält die Einbildungskraft dies nicht aus; die Vernunft tritt ins Mittel, (wodurch eine Reflexion entfteht) und beftimmt diefelbe, B. in das beftimmte A. (das Subjekt) aufzunehmen: aber nun mufs das als beftimmt gefezte A abermals durch ein unendliches B. begrenzt werden, mit welchem die Einbildungskraft gerade fo verfährt wie oben; und fo geht es fort, bis zur vollftändigen Bestimmung der (hier theoretischen ) Vernunft durch fich leih ft, wo es weiter keines begrenzenden B ander der Vernunft in der Einbildungskraft bedarf, d. i. bis zur l’orflellung des l’orJUlienden. Im prakti- fchen Felde gebt die Einbildungskraft fort in’s unendliche, bis zu der schlechthin unbestimmbaren Idee der höchsten Einheit, die nur nach einer vollendeten Unendlichkeit möglich wäre, welche felbft unmöglich ift. 1 ) Ohne Unendlichkeit des Ich — ohne ein absolutes in das unbegrenzte, und unbegrenzbare hinaus gehendes Produktions - Vermögen delfelben, hl 5 ift 1Ö2 jft auch nicht einmal die Möglichkeit der Vorftel- lung zu erklären. Aus dem Poliulate, dafs eine Vorftellung feyn Tolle, welches enthalten ift in dem Satze: das Ich fezt lieh, als beftimint durch das Nicht Ich, ift nunmehr dieses ahfolutc Produkt ionsvermögen fynthetifch abgeleitet und erwidern Aber es lässt fich vorher Tellen , dass im Praktischen Theile unsrer VVilfenfcLaft jenes Vermögen auf ein noch höheres werde zurükgeführt- werden. S) Alle Schwierigkeiten, die lieh uns in den Weg Hellten, lind befriedigend gehoben. Die Aufgabe war die, die entgegengefezten, Ich und Nicht-lch zu vereinigen. Durch die Einbildungskraft, welche widersprechendes vereinigt, können fie vollkommen vereinigt werden. — Das Nicht-lch ift felbft ein Produkt des lieh felbft beftimmenden Ich, und gar nichts absolutes, und außer dem Ich gefeztes. Ein Ich, das lieh fezt, als lieh felbft fetzend, oder ein Subjekt ift nicht möglich ohne ein auf die befchriebene Art hervorgebrachtes Objekt (die Beftimmung des Ich , feine Reflexion über fleh felbft, als ein bestimmtes ift nur unter der Bedingung möglich, dafs es lieh felbft d uryh ein entgegengefeztes begrenze.)— Blofs die Frage, wie, und wodurch der für Erklärung der Verkeilung au- zunehmende Anftofs auf das Ich geschehe, ift hier nicht zu beantworten; denn fie liegt ausserhalb der Grenze des theoretischen Theils der Wilfenfchafts- lehre. 3) Der an die Spitze der gelammten theoretischen WilTeufchaftslehre gestellte Saz: das Ich Jezi fielt als 183 ßls beßinmt durch das Nicht-Ich — ift vollkommen erfchöpft, und alle Widerfpriiche, die in demselben lagen, gehoben. Das Ich kann lieh nicht anders fetzen, als, dafs es durch das Nicht- Ich beftimmt fey. (Kein Objekt, kein Subjekt.) Insofern fezt es sich als beftimmt. Zugleich fezt es sich auch als bestimmend; weil das begrenzende im Nicht-Ich fein eignes Produkt ift, (.kein Subjekt, kein Objekt.) — Nicht nur, die geforderte Wechfelwirkung ift möglich , sondern auch das , was durch das aufgeftellte Postulat gefordert wird, ift ohne eine solche Wechselwirkung gar nicht denkbar. Das was vorher blofs problematisch galt, hat jezt apodiktische Gewifs- heit. — Dadurch ift denn zugleich erwiesen- dafs der theoretische Theil der WiJTenfchaftslehre vollkommen beschlossen ift; denn jede Wissenschaft ift beschlossen, deren Grundfaz erfchöpft ift; der Grundfaz aber ift erfchöpft, wenn man im Gange der Unterfuchung auf denselben zurük- komrnt. 4) Soll der theoretische Theil der WifTenfchaftslehre erfchöpft feyn, fo müssen alle zur Erklärung der Vorstellung nöthige Momente aufgeftellt und begründet feyn; und wir haben demnach von nun an nichts weiter zu thun, als das bis jezt er- wiesne anzuwenden, und zu verbinden. Aber ehe wir diesen Weg antreten, ift es an.Uz.lich , und von wichtigen Folgen für die voll- M 4 kommne 184 kommne Einficht in die gelammte WiiTenfchafts- lehre, über ihn selbst zu reflektireu. 5) Unfere Aufgabe war, zu unterfuchen, ob, und mit welchen Beftimmungen der problematisch auf- geltellte Saz: Das Ich fezt fich , als beltimmt durch das Nicht - Ich, denkbar wäre. Wir haben es mit allen möglichen durch eine systematische Deduktion erschöpften Bestimmungen dellelben versucht ; haben durch Absonderung des unstatthaften und undenkbaren das denkbare in einen immer engeren Zirkel gebracht, und fo Schritt vor Schritt uns der Wahrheit immer mehr genähert, bis wir endlich die einzige mögliche Art zu denken, was gedacht werden soll, aufgefunden. Ist nun jener Saz überhaupt d. i. ohne die befondern Bestimmungen, die er jezt erhalten hat, wahr —■ dafs er es fey, ift ein auf den höchsten (Grundsätzen beruhendes Poftulat — ist er, kraft der gegenwärtigen Deduktion, nur auf «liefe eine Art wahr: fo ilt das aufgestellte zugleich ein urfprütig- lieh in unferm Geifte vorkommendes Faktum. — Ich mache mich deutlicher. Alle im Verlauf unsrer Untersuchung aufgeftellten Denkmöglichkeiten, die wir uns dachten , die wir uns mit Bewulstfeyn unfers Denkens derselben dachten, waren auch Fakta unfers Bewufstfeyns, inwiefern wir philo- fophirten; aber es waren durch die Spontaneität unfers Reflexionsvermögens nach den Regeln der Reflexion künßlich hervorgebrachte Fakta. Die jezt aufgestellte, nach Absonderung alles erwiesen fälfched» einig übrigbleibende Denkmöglichkeit. i85 ift zuförderft auch ein folches durch Spontaneität künBlich hervorgebrachtes Faktum; es ift dies, infofern es vermittelet der Reflexion zum Bewufst- feyn ( des Philofopheu ) erhoben worden ist; oder noch eigentlicher, das Baoufstfeyn jenes Faktums ift ein durch Kunft hei vorgebrachtes Faktum, Nun loll aber der unfier Untersuchung an die Spitze gestellte Saz wahr feyn , d. i. es soll ihm in unferm Geifte etwas korrefpondiren; und er soll nur auf die eine ausgestellte Art wahr feyn können , mithin mufs unfern, Gedanken von dieser Art etwas in unferm Geifte ursprünglich, unabhängig von unfrei' Reflexion vorhandnes, entsprechen ; und in diefem hohem Sinne des Worts nenne ich das aufgeltellte ein Faktum, in welchem- es die übrigen angeführten Denkmöglichkei- ten nicht find. (Z. B. die realistische Hypothese, dass etwa der Stoff der Vorstellung von aulfen her gegeben feyn möchte, kam im Verlaufe unsrer Unterfuchung allerdings vor; fie musste gedacht werden, und der Gedanke derselben war ein Faktum des reflektrrenden Bewiifstfeyns ; aber wir fanden hey näherer Unterfuchung, dass eine fol. che Hypothese dem ausgestellten Grundsätze widerspräche , weil dasjenige, dem ein Stoff von aulfen gegeben würde, gar kein Ich feyn würde, wie es doch laut der Forderung feyn fall, sondern ein Nicht sch; dafs mithin einem solchen Gedanken gar nichts auffer ihm korrefpondiren könne , dafs er völlig leer, und als Gedanke eines transfeendenten, nicht aber transzendentalem Systems $u verwerfen fey,) U-'> Noch Noch ilt im Vorbeigehen das mit anzumerken > dafs in einer WifTenfchaftslehre allerdings Fakta aufgeftellt werden , wodurch fich dieselbe als Syftem eines reellen Denkens von aller leeren Formular - Philosophie unterfcheidet; dafs es aber in ihr nicht erlaubt fey, etwas als Faktum geradezu zu poltuliren, sondern dals der Beweifs geführt werden muhe, dafs etwas ein Faktum fey, wie er in gegenwärtigem Falle geführt worden ist. Berufung auf Fakta, die innerhalb des Umfangs des gemeinen, durch keine philofopfeifche Reflexion geleiteten Bewufstfeyns liegen , bringt, wenn man nur konfequent ist, und die Refultate , die herauskommen sollen, nicht Ichon vor sich liegen hat, nichts hervor, als eipe täuschende Populär- Philosophie, die keine Philosophie ist. Sollen aber die aufgefteUten Fakta außerhalb jenes Umfangs liegen, fo rnufs man ja wohl willen, wie man zu der Ueberzeugung gelangt ist, dafs fie als Fakta vorhanden; und man mufs ja wohl diese Ueberzeugung mittheilen können, und eine solche Mittheilung jener Ueberzeugung ist ja wohl der Beweifs, dafs jene Fakta Fakta lind, S) Aller Erwartung nach mufs jenes Faktum Folgen in unferm Bewufstfeyn haben: Soll es ein Faktum im Bewufstfeyn eines Ich feyn, fo mufs zu förderst das Ich dasselbe als in feinem Bewufstfeyn vorhanden, fetzen; und da dies feine Schwierigkeiten haben , nur auf eine gewisse Art möglich feyn dürfte, fo läfst sich vielleicht die Art, wie es dasselbe in sich fezt, aufzeigen. — Um es deutlicher aus 187 auszndrücken — das Ich mufs lieh jenes Faktum erklären; aber es kann daflelbe lieh nicht anders erklären, als nach den Gefetzen feines Wefens, welches die gleichen Gefetze lind, nach denen auch unsre bisherige Reflexion angelteilt worden. Diele Art des Ich, jenes Faktum in fleh zu bearbeiten, zu modificiren, zu beftimtnen, fein ganzes Verfahren mit demselben, ist von nun an der Gegenstand unsrer philofophifcheu Reflexion. — Es ist klar, dafs von diefein Punkte an diefe ganze Reflexion auf einer ganz andern Stufe liehe, und eine ganz andere Bedeutung habe» 7) Die vorhergehende Reihe der Reflexion, und die künftige lind zuförderft unterschieden ihrem Ge- genliande nach. In der bisherigen wurde reflek- tirt über Denkmöglichkeiten. Die Spontaneität des menschlichen Geistes war es, welche den Gegenstand der Reflexion sowohl, — eben jene Denkmöglichkeiten, jedoch nach den Regeln eines erschöpfenden synthetischen Syfteiris, — als die Form der Reflexion, die Handlung des Re- flektirens felbft, hervorbrachte. Es fand fleh, dafs das. worüber fie reflektirte, zwar etwas reelles in fleh enthielt, das aber mit leerem Zufaz vermischt war, der allmählich abgesondert werden musste, bis das für unsre Abfleht, d. i. für die theoretische Wiflenfchaftslehre, hinlänglich wahre , allein übrig blieb. — In der künftigen Reflexionsreihe wird reflektirt über Fakta; der Gegenstand dieser Reflexion ist felbft eine Reflexion; Jiemlich die Reflexion des menschlichen Geistes über tS3 über das in ihm nachgewiesne Datum: ( das freilich blofs als Gegenftand dieser Reflexion des Ge- miiths über daflelbe ein Datum genannt werden darf, denn außerdem ift es ein Faktum). Mithin wird in der künftigen Reflexionsreihe der Gegenftand der Reflexion, nicht erft durch die gleiche Reflexion felb'l hervorgekracht , sondern blofs zum Beternfstfeyn erhoben. — Es geht daraus zugleich hervor, dals wir es von nun an nicht mehr mit blossen Hypolhefen zu thun haben, in denen der wenige wahre Gehalt von dem leeren Zufatze erft geschieden werden luufs; fondern dal’s allem, was von nun an aufgestellt wird, mit völligem Rechte Realität zuzuschreiben fey. — Die VVilfenschaftslehre füll leyn eine pragmatische Geschichte des menschlichen Geistes. Bis jezt haben wir gearbeitet, utn nur erft einen Eingang in dieselbe zu gewinnen ; um nur erft ein unbezweifeltes Faktum aufweifen zu können. Wir haben dieses Faktum; mnl von nun an darf unsre, freilich nicht blinde sondern experimentirende Wahrnehmung, ruhig dem Gange der Begebenheiten nachgehen, 8) Beide Reihen der Reflexion find verschieden ihrer Richtung nach. — Man abftrahire vorläufig gänzlich von der künftlichen philosophischen Reflexion, und bleibe, blofs bei der ursprünglich nothwendigen Reflexion flehen , die der menschliche Geilt über jenes Faktum anstellen soll ( und welche von nun an der Gegenstand einer hohem philofophifchen Reflexion feyn wird). Es ift klar, klar, flafs derfelbe menfchliche Geilt nach keinen andern Gefeiten über das gegebne Faktum reflektiren könne, als nach denjenigen, nach welchen es gefunden ist, mithin nach denjenigen, nach denen unfre bisherige Reflexion lieh gerichtet hat. Diefe Reflexion ging aus vom Satze: das Ich fezl fleh, als bestimmt durch das Nicht- Ich, und beschrieb ihren Weg bis zum Faktum; die gegenwärtige natürliche, und als nothwendi- ges Faktum aufzufiellende Reflexion gellt aus von dem Faktum, und, da die Anwendung der anfge- ftellten Grundsätze nicht eher befchl offen feyn kann, bis jener Saz leibst als Faktum fleh bewähre, (bis das Ich fleh fetze, als fleh fetzend bestimmt durch das Nicht-ich) mufs fie fortgehen bis zum Satze. Mithin beschreibt fle den ganzen Weg, den jene beschrieben hat, aber in umgekehrter Richtung ; und die philofophifche Reflexion, die jener blofs folgen kann, aber ihr kein Geier geben darf, nimmt nothwendig die gleiche Richtung. q) Nimmt von jezt an die Reflexion die umgekehrte Richtung, fo ist das ausgestellte Faktum zugleich der Punkt der Riikkehr für die Reflexion; es ift der Punkt, in welchem zwei ganz verfchiedne Reihen verknüpft find, und in welchem das End# der einen fleh an den Anfang der zweiten an- fchliefst. In ihm mufs demnach der Unterfchei- dungsgrund der bisherigen Folgerungsart von ;der nuninehro gültigen liegen. — Das Verfahren war synthetisch, und bleibt es durchgängig; das auf- gehellte Faktum ist felblt eine Synthefis. In die« fer Synthefis find zu fori] er ft vereinigt zwei entgegen gefizte au$ der erfiern Reihe; welches demnach das Verhältnifs diefer Synthefis zur erden Reihe wäre. — In der gleichen Synthefis muffen nun auch liegen zwei entgegeiigefezte für die zweite Reihe der Reflexion zu einer möglichen Analyfe, und daraus erfolgenden Synthefis. Da in der Synthefis nicht me‘r als zwei entgegenge- fezte vereinigt feyn können; fo muffen die in ihr als Ende der erden Reihe vereinigten eben dieselben feyn, die zum Bel uf des Anfangs einer zweiten Reihe wieder getrennt werden feilen. Aber wenn dies fich ganz fo verhält. fo ist diele zweite Reihe gar keine zweite; es ist die blofs umgekehrte erfte; und nufer Verfahren ist ein blofs wiederholendes Auflöfen , welches zu nichts dient, nnfre Kenntnifs um nichts vermehrt, und uns um keinen Schritt weiter bringt. Mithin muffen die Glieder der zweiten Reihe, in fo fern fie das find, von denen der ersten Reihe, wenn es auch die gleichen find , doch in irgend etwas verschieden feyri; und diese Verschiedenheit können fie blofs lind lediglich vermittelst der Synthefis , und gleichfaui im Durchgehfen durch dieselbe erhalten haben. — Es ist der Mühe werth, find verbreitet das hellste Licht, über den wich- tigflen, und charakteristischen Punkt des gegenwärtigen Sy llems, diele Verschiedenheit der ent- gegengefezten Glieder, insofern fie Glieder der ersten, oder der iWfeiteä Reihe find, recht kennen zu lernen. -— o) Die entgegengefezten find in beiden Fällen ein subjektives und ein objektives; aber fie find als folclie, vor der Synthefis, und nach ihr auf eine fehl- verfchiedne Art im menfchlichen Geinüthe. Vor der Synthefis lind fie blos entgegengefezte, und nichts weiter; das eine ift, was das andre nicht ist, und das andre, was das eine nicht ist; fie bezeichnen ein blofses Verhältnis, und weiter nichts. Sie find etwas negatives, und schlechthin nichts positives (gerade wie im obigen Beifpiele Licht, und Finffernifs in Z. wenn daifelbo als blofs gedachte Grenze betrachtet wird.) Sie find ein blofs er Gedanke ohne alle Realität; noch dazu der Gedanke einer blofsen Relation. — So wie eins eintritt, ist das andre vernichtet; aber da diefes eine blofs unter dem Prädikate des Gegen- theils vom andern einlreten kann, mithin mit feinem Begriffe der Begriff des andern zugleich eintritt, und es vernichtet, kann felbft diefes eine nicht eintreten. Mithin ist gar Nichts vorhanden» ■und es kann Nichts vorhanden feyn; unfer Be- wufstfeyri wird nicht gefüllt, und es ist in ihm abfolitt Nichts vorhanden. (Allerdings hätten wir auch alle bisherige Unterfuchungen ohne eine wohlthätige-Täufchung der Einbildungskraft, die unvermerkt jenen blofs entgegengefezten ein Sub- ftrat unterfchob, gar nicht vornehmen können; wir hätten über fie nicht denken können, denn fie waren abfolut Nichts, und über Nichts kann man nicht reflektiren. Diele Täufchung war nicht abzuhalten, und feilte nicht abgehalten werden ; ihr Produkt fällte nur von der Summe unsrer '§2 rer Folgerungen abgerechnet, und ausgerchloffen werden , wie wirklich geschehen ist.) Nach der Synthefis find lie etwas, das sich im Bewiifstreyii auft'affen, und fefthalten läfst, und welches gleichsam dasselbe füllt. (Sie find für die Jießexion, mit Vergünstigung, und Erlaubnifs der Reflexion, was fie vorher freilich auch, aber unvermerkt, und mit Itetem Einfprnch derselben waren.) Gerade wie oben Licht, und FiulterniCs in Z. als der durch die Einbildungskraft zu einem Momente ausgedehnten Grenze allerdings etwas waren, das fich nicht abfolut vernichtete. ’lA Oiefe Verwandlung geht mit ihnen vor, gleichsam indem fie durch die Synthefis hindurch gehen, und es muss gezeigt werden, wie, und auf welche Art die Synthefis ihnen etwas mittheilen könne, das fie vorher nicht hatten, — Das Vermögen der Synthefis hat die Aufgabe die entge- gengefezten zu vereinigen, als Eins zu denken, (denn die Forderung ergeht zunächst, gerade wie vorher immer, an das Denkvermögen.) Dies vermag fie nun nicht; dennoch aber ist die Aufgabe da; und es entsteht daher ein Streit zwischen dem Unvermögen, und der Forderung, In diesem Streite verweilt der Geifi, schwebt zwischen beiden; schwebt zwischen der Forderung, und der Unmöglichkeit, sie zu erfüllen, und in diesem Zustande, aber nur in diesem , hält er beide zugleich feit, oder, was das gleiche heisst, macht fie zu solchen, die zugleich aufgefasst, und festgehalten werden können — giebt dadurch, dafs. er ■1 «er fee berührt, und wieder Von ihnen zürtikge- trieben wird, und wieder berührt, ihnen itn Per- hältnifs auf fielt einen ge willen Gehalt, und eine gewilfe Ausdehnung ;die zu feiner Zeit als Alan- nigfaltiges in der Zeit, und im Rauine lieh zeigen wird.) Diefer Zu fl and heifst der Zuftaud des -rtn- jchciitens. Das in ihm thätige Vei inögen ifl. fchoii Oben produktive Einbildungskraft genannt W0t‘ den. il) Wir fehen t dafs gerade derjenige Umfländ, Welcher die Möglichkeit einer Theorie des menschlichen Wilfens zu vernichten drohte, hier die einzige Bedingung wird« unter der wir eine folchd Theorie änfftellen können. Wir fahen nicht ab» wie wir jemals abfolut entgegbngefezte füllten vereinigen können; hier fehen wir, dafs eine Erklärung der Begebenheiten in unfertn Geifte überhaupt gar nicht möglich feyri würde ohne abfolut eiitgegengefezte; da dasjenige Vermögen« auf Welchen alle jene Begebenheiten beruhen« die produktive Einbildungskraft« gar nicht möglich feyn würde« wenn nicht abfolut entgegeUgefezte» nicht zu vereinigende, dem Auffäilüngsvermögen des Ich völlig unangemelfene« verkämen. Ünd dies dient denn zugleich zum einleuchtenden Be» weife« dafs unfer Syltem richtig ilt« und dafs es das zu erklärende erfchöpfend erklärt. Das vor- änsgefezte läfst lieh nur durch das gefundne« und das gefundhe läfst fech nur durch daS VoTausge- fezte erklären. Eben aus dem äbfoluten Entge- geilgefeztfeyh erfolgt der ganze MechanistiiüS des N ttieüfcli* r§4 menfchlichen Geiftes; und dieser ganze Mechanismus lalst fich nicht anders erklären, als durch ein absolutes Entgegeugefeztfeyn. iS. Zugleich wird hier völliges Licht über eine schon oben geschehene, aber noch nicht völlig aufgeklärte Aeuflerung verbreitet; wie nernlich Idealität, und Realität Eins, und eben Dasselbe feyn können; wie beide nur durch die verfchiedn® Art lie anzusehen, verschieden feyen, und von dem einen auf das andre lieh folgern lalle. — Die absolut entgegengeTezten ( das endliche subjektive , und das unendliche objektive) lind vor der Synthefis etwas blofs gedachtes , und , wie wir das Wort hier immer genommen haben, ideales. So wie lie durch das Denkvermögen vereinigt werden füllen, und nicht können, bekommen fie durch das Schweben des Gemüths, welches in dieser Funktion Einbildungskraft getrennt wird, Realität, weil fie dadurch anfehaubar werden: d. i. fie bekommen Realität überhaupt; denn es giebt keine andre Realität, als die vermittelst ' der Anfchauung, und kann keine andre geben. So wie man von dieser Anfchauung wieder ab- ßrahirt, welches man für das blofse Denkvermögen, nicht aber für das BewuTstfeyn überhaupt CS. 191.) allerdings kann, wird jene Realität wieder etwas blofs Ideales; fie hat blofs ein, vermöge der Gesetze des VorftellungsVermögens, ent- ßandnes Seyn. iS) Ee iS) Es wird demnach hier gelehrt, dafs alle Realität — es verlieht lieh für uns , wie es denn in einem Syßein der Transcendentäl - Philofophie nicht anders verfianden werden fo’l — blofs duich die Einbildungskraft hervorgebraebt werde. Einer der gröften Denker unfers Zeitalters, der, fo viel ich einfehe, das gleiche lehrt, nennt dies eine Täufchang durch die Einbildungskraft Aber jeder Täufchung mufs lieh Wahrheit entgegenfetzen, jede Täufchung mufs lieh vermeiden lallen. Wenn denn nun aber erwiefen wird, wie es ini gegenwärtigen Syfteme erwiefen werden foll, dafs auf jene Handlung der Einbildungskraft die Möglichkeit unfers BewuTstfeyns, unfers Lebens, unfers Seviis für uns, d. h. unfers Seyns , als Ich, lieh gründet, fo kann diefelbe nicht wegfallen, wenn wir nicht vom Ich abftrahiren Tollen, welches lieh widerfpricht, da das ablHahierende unmöglich von lieh felbft abflrahieren kann; mithin täufcht fie nicht, fondern fie giebt Wahrheit, und die einzige mögliche Wahrheit. Annehmen, dafs fie täufche , heilst einen Skeptizismus begründen; der das eigene Seyn bezweifeln lehrt. Deduktion der V orßeliung, I) Wir fetzen uns zuförder 6, recht feit auf dem Punkte , bei welchem wir angekommen waren. Auf die ins unendliche hinaus gehende TIrrigkeit des Ich, in welcher eben darum, weil fie in s N 3 tih- iq6 ünendlche hinaus geht, nichts unterschieden werden kann, geschieht ein Anftofs; und" dieThätig- keit, die dabei keinesweges Vernichtet werden foll, wird reflektirt, • nach innen getrieben; fie bekommt die gerad’ umgekehrte Richtung. Man fielle fich die ins Unendliche hin ausgehende Thätigkeit vor unter dem Bilde einer ge- / raden Linie, die von A aus durch B nach C u f. w. geht. Sie könnte angestoßen werden innerhalb C oder über C hinaus ; aber man nehme an, dass sie eben in C angeftofsen werde; und davon liegt nach dem obigen der Grund nicht im Ich, sondern im Nicht-Ich, Üntet der gefeiten Bedingung wird die voü A nach C gebende Richtung der Thätigkeit des Ich reflektirt von C nach A* Aber auf das Ich kann , so gewiss es nur eiii Ich feyn foll, gar keine Einwirkung geschehen, ohne dafs daflelbe zurükwirke. Im Ich lässt fleh nichts aufheben , mithin auch dieRichtung feiner Thätigkeit nicht. Mithin muss die nach A reflektiere Thätigkeit, infofern fie reflektirt ifi , zugleich zuriikwirken bis C. Und fo erhalten wir zwilchen A und G eine doppelte mit fich felbft streitende Richtung der Thätigkeit des Ich; in welcher fich die von C nach A als ein Leiden, und die von A nach C als blofse Thätigkeit an sehen läfst; welche beide ein und eben derselbe Zufland des Ich find. Dieför DieTer Zuftand , in welchem völlig entgegen- gefezte Richtungen vereinigt werden, ift: eben die Thätigkeit der Einbildungskraft; und wir haben jezt ganz beftimmt das,* was wir oben suchten, eine Thätigkeit, die nur durch ein Leiden und ein Leiden, das nur durch eine Thätigkeit möglich ift. — Die zwischen A und C liegende Thätigkeit des Ich ift eine widerflehende Thätigkeit, aber eine solche ift nicht möglich ohne ein Reflektirt- feyn feiner Thätigkeit; denn alles Widerstehen fezt etwas voraus, dem widerstanden wird: fie ift ein Leiden, insofern die ursprüngliche Richtung der Thätigkeit des. Ich reflektirt wird:, aber es kann keine Richtung reflektirt werden, welche nicht als (liefe Richtung , und zwar in allen Punkten derselben, vorhanden ift. Beide Richtungen, die nach A und die nach C midien zugleich l’eyn, und eben dals fie zugleich find, löf’t die obige Aufgabe Der Znftand des Ich, infofern, feine Thätigkeit zwifchen A und C liegt, ift ein, Anfchauen; denn _Anfchauen. ift eine Thätigkeit, die nicht ohne ein Leiden, und ein. Leiden, das nicht ohne eine Thätigkeit möglich ift. — Das Anfchauen ift jezt, aber blofs als solches, bestimmt für die philosophische Reflexion; aber noch völlig unbe- ftimmt in Ab ficht des Subjekts, als Accidens des Ich, denn dann müfte lieh dasselbe von andern Beftinnnungen des Ich unterscheiden lassen, was bis jezt noch nicht möglich ift; und eben fo unbestimmt in Absicht des Objekts, denn dann müfte «in angefchadtes als solches lieh unterscheiden lal- N 3 fen fen von einem nicht angefchauten, welches bis jezt gleiclifals unmöglich ift. (Es ift klar, dafs die ihrer erften nrlprüngli-- clien Richtung zurükgegebne Thätigkeit des Ich auch über C hinausgehe, Insofern fie aber über C hinausgeht, ift fie nicht widerftrebend, weil Über C hinaus der Anftofs nicht liegt, mithin auch nicht anfcliauend. Alfo ift iu C die Anschauung begränzt, und das angefchaute begränzt. Die über C hinausgehende Thätigkeit ift keine Anschauung, und das Objekt derselben kein an» gefchautes. Was beides feyn möge, werden wir zu feiner Zeit sehen. Hier wollten wir blofs bemerkbar machen, dafs wir etwas liegen lallen, was wir einft wieder aufnehmen wollen.) II) Das Ich soll anfchauen; soll nun das anfchauen* de nur wirklich ein Ich feyn, fo heilst dies soviel, als: das Ick joll /ich fetzen, als anjchattend; denn nichts kommt dem Ich zu, als insofern es lieh das- selbe zuschreibt. Das Ich fezt fich, als anfehauend, heilst zu- körderft: es fezt in der Anschauung sich als thätig. Was es noch weiter heifsen möge, wird in der Untersuchung fich von felbft ergeben. Insofern es fich nun in der Anschauung thätig fezt, fezt es fich felbft etwas entgegen das in derselben picht thätig, sondern leidend ift. Um in diefer Untersuchung uns zu orientiren, HAen, wir uns nur an das zu erinnern , was über d en den Wechfel im Begriffe der Subftantiaütät oben gefagt ift. Beides entgegengefeite % die Thätig- keit, und das Leiden Tollen fich nicht vernichten, und aufheben . fie füllen neben einander belieben : fxe füllen fich blofs gegenfeitig ausfchliefsen. Es ift klar, dafs dem anfchauenden, als thS- tigem, entgegengefeit werden muffe ein ange- fchautes. Es fragt fich nur, wie und auf welche Art ein folches angefchaute gefeit werden möge. Ein angefchautes, das dem leb, dem info- fern anfchauenden Ich, entgegengefeit werden füll, ift notb wendig ein Nicht-Ich; und hieraus folgt zuförderft, daTs eine ein folches angefchaute fetzende Handlung des Ich keine Reflexion, keine nach innen, hindern eine nach auffen gehende Thätigkeit, alfo, foviel wir bis jezt einTehen können» eine Produktion fey. Das angefchaute, als folches, wird produciert. Ferner ift klar, dafs das Ich feiner Thätigkeit in diefer Produktion des angefchauten, als eines folchen, fich nicht hewufst feyn könne, darum, weil fie nicht reflektirt, dem Ich nicht zugefchrie- ben wird. (Nur in der philofophifchen Reflexion, die wir jezt anftellen, und die wir immer forg- fältig von der gemeinen nothvvendigen zu unterscheiden haben, wird fie dein Ich beigemeffen.) Das producirende Vermögen ift immer di« Einbildungskraft; alfo jenes Setzen des angefchauten geschieht durch die Einbildungskraft, iznd ift Felbffc ein Anfchauen. N 4 Die Fe 200 Diefe Anfchauwng. nun Poll einer Thätigkeit |n der Anfchauung, die das Ich lieh felbft zu- fchreibt, eutgegengefezt feyn, Es Pollen zugleich in einer und eben derlelben Handlung vorhanden feyn eine Tliäligkeit des AnPchaueus, die das Ich yermittelft t iner Reflexion (ich zu schreibt, und eine andere, die es lieh nicht zuPchyeibt. Pie iez- tere ift ein bloPses AnPchauen; die elftere Poll es auch feyn; aber Pie Poll rtfleftirt werden. Es ift die Fiage, wie dies gefchehe, und was daraus erftdo‘\ Das. AnPchauen als Thätigkeit hat die Rieh-, fung nach C, ift aber lediglich iuPoferii ein An-, fchauen, als fie. der entgegerigefe/ten Richtung nach A widerstrebt. Wideifirebt fie nicht. Po ift fie kein AnPchauen mehr, sondern eine Thätigkeit schlechthin. Eine Polche. Thätigkeit des, AnPchauens Polp reflektirt werden , d. i. die nach C hin gehende Thätigkeit des Ich (welches immer eine und eben dieselbe Thätigkeit ift) Poll, und zwar als einer entgegengePezten Richtung widerstrebend (denn fonft wäre es nicht dieje Thätigkeit, nicht die Thätigkeit des Ajifchauens) nach A gelenkt wer=i den., Die Schwierigkeit hierbei ift folgende: Die. Thätigkeit des Ich ift durch den AnftoPs von auP- fen Pchon einmal nach A reflektirt, und jezt Poll fie, und zwar durch abfolute Spontaneität (denn das Ich Poll lieh fetzen, als anfehaueud, schlechthin. Jiin, weil es ein Ich, ift; abermals nach der gleichen Richtung reflektirt werden. Werdet! nun diefe beidesmaligen Richtungen nicht unterschieden ; fo wird gar keine Anfchauung reflektirt, sondern es wird blofs zu wiederholten mahlen auf eine und eben dieselbe Art angeschaut, denn die Thätigkeit ift die gleiche; es ift eine und eben dieselbe Thätigkeit des Ich; und die Richtung ift die gleiche von C nach A. Sie muffen demnach , wenn die geforderte Reflexion möglich l'eyn (oll, unterschieden werden können; und wir haben, ehe wir weiter gehen können , die Aufgabe zu lösen, wie, und wodurch fte unterschiedet; werden. (II) Wir bekümmert diefe, Aufgabe näher. — Es, lässt fich schon vor der Untersuchung vorher ohn- gefähr einfehen, wie die erftere Richtung der Thätigkeit des Ich nach A von der zweiten gleichen Richtung unterschieden werden möge! Die erftere nemlich ift durch einen blossen Anftofs von auffeu; die zweite wird durch absolute Spontaneität reflektirt. Dies können wir nun wohl yon der Stufe unfrei; philofopbifcUen Reflexion aus. auf welche wir uns vom Anfänge der Unter- fuchnng an witlkuhrlich gestellt haben, erblicken; abbr es ift die Aufgabe, eben dies, für die Möglichkeit aller philosophischen Reflexion vor- ausgefezte zu erweisen. Es ift die Frage, wie der menschliche Geift ursprünglich zu jener Unter- (cheidttng zwilchen einer Reflexion der Tliätig- (ceit von aoffen, . und einer andern von innen IM 5, komme. 202 komme. DieTe Unterfcheidung ift es, die als Faktum abgeleitet, und eben durch diele Ableitung erwiefen werden soll. Das Ich roll durch das Prädikat eines an- fchauenden beflimmt, und dadurch von dem an- gefchauten unterschieden werden. Dies war die Forderung, von welcher wir ausgingen, und wir konnten von keiner andern ausgeben. Das Ich, als Subjekt der Anfchauung, soll dem Objekt* derselben entgegengel'ezt, und dadurch zu aller* erlt vom Nicht-Ich unterschieden werden. Es ill klar, dass wir in dieler Unterscheidung keinen selten Punkt haben, sondern uns in einem ewi* gen Zirkel herumdrehen, wenn nicht erst die Anschauung an f^ch, und als solche, fixirt ill. Erft dann lässt das Verhältnifs des Ich sowohl, als des Nicht-Ich zu ihr sich beftimrnen. Die Möglichkeit, die oben gegebne Aufgabe zu lösen, hängt demnach von der Möglichkeit ab, die Anschauung selbst, und als solche, zu fixiren. Diese leztere Aufgabe ift gleich der fo eben ausgestellten, die erftere Richtung nach A von der zweiten unterfcheidbar zu machen ; und eine wird durch die andere gelöf’t. Ift die Anschauung selb ft einmal fixirt, fo ift in ihr die erftere Re. Hexion nach A fchon enthalten ; und ohne Furcht vor der Verwechselung, und dem gegenseitigen Aufheben kann nun, nicht eben die erste Richtung nach A, aber die Anfchauung überhaupt, flach A reflektirt werden. Pie Die Anrdiauung, als Teiche Toll fixirt werden, um als Eins, und eben daffelbe aufgefafst werden zu können. Aber das AnTchauen als Teiches ist gar nichts fixirtes, Tendern es ift ein Schweben der Einbildungskraft zwiTchen widerstreitenden Richtungen. DalTelbe Toll fixirt werden, heilst: die Einbildungskraft Toll nicht länger fchweben, wodurch die Anschauung völlig vernichtet, und aufgehoben Würde. Das aber Toll nicht geschehen ; mithin muTs wenigstens das Produkt des Zuftandes in der AnTchauung, die Spur der entgegengelezten Richtungen, welche keine von beiden, Tendern etwas aus beiden zuTammen- gefeztes ist, bleiben. Zu einem Teichen Fixiren der Anschauung, die erst dadurch eine AnTchauung wird, gehört dreierlei. Zuförderst die Handlung des Fixirens ipderFeftfetzens. Das ganze Fixiren geschieht zum Behuf der Reflexion durch Spontaneität, es geschieht durph diele Spontaneität der Reflexion selbst, wie steh sogleich zeigen wird; mithin kommt die Handlung des Fixirens zu , dem schlechthin Tetzenden Vermögen im Ich , oder der Vernunft. — Dann, das bestimmte, oder bestimmt werdende;— und das ist bekannt er maafsen die Einbildungskraft, deren Thätigkeit eine Grenze geTezt wird. — Zulezt das durch die Bestimmung entftandne; — das Produkt der Einbildungskraft in ihrem Schweben. Es ist klar, dafs •wenn das geforderte Festhalten möglich fejm Tolle, ein Vermögen diefes Festhaltens gehen «nifle; und I 2C>4 tmd ein folches Vermögen iß weder die bekommende Vernunft, noch die producierende Einbildungskraft, mithin iß es ein Mittelvermögen zwilchen beiden. Es iß das Vermögen worin ein wandelbares befleht, gleichsam verftändigt wird, und heilst daher mit Recht der f'erßand. — Der Verßand ift Verstand, blos insofern etwas in ihm fixirt ift; und alles, was fixirt iß, ift blos im Versande fixirt. Der Verßand lasst lieh als die durch Vernunft fixirte Einbildungskraft, oder als die durch Einbildungskraft mit Objekten verfehne Vernunft beschreiben. — Der Verstand ift ein ruhendes unthätiges Vermögen des Geiuiiths, der blofse Behälter des durch die Einbildungskraft hervorgebrachten , und durch die Vernunft beßinim« ten, und weiter zu beßimmenden ; was man auch von Zeit zu Zeit über die Handlungen desselben erzählt haben mag. (Nur im Verstände ift Realität; er ift das Verflögen des Wirklichen-, in ihtn erß wird das Ideale zum Realen: [daher drückt verßehen auch eine Beziehung auf etwas aus, das uns ohne unser Zuthun von aufsen kommen follj. Die Einbildungskraft produciert Realität; aber es iß in ihr keine Realität; erß durch die Auffaflung und, das Begreifen im Verstände wird ihr Produkt etwas Reales. — Demjenigen, dessen wir uns. als eines Produktes, der Einbildungskraft bewirfst lind, schreiben wir nicht Realität zu; wohl aber dem, was wir im Verstände, dem wir gar kein Vermögen der Produktion, sondern blos des Aufbehal- tens ——— 20a lens zufchreiben, als enthalten antrefFen. — Es wird lieb zeigen , dafs man in der Reflexion, vermöge der Gefetze derselben, nur bis auf denVer- fland zurückgeheh könne, und in diesem denn allerdings etwas der Reflexion gegebnes , als einen Stoff der Vorstellung, antreffe; der Art aber, wie dasselbe in den Verlland gekommen, fleh nicht bewulst werden Daher unsre feite Ueberzeugung Von der Realität der Dinge ausser uns, und oflns alles unser Ziithun, weil wir uns des Vermögens ihrer Produktion nicht bewusst werden. Würden wir in der gemeinen Reflexion uns bewusst, wie wir in der philosophischen uns dessen allerdings bewusst werden können, dafs sie erst durch die Einbildungskraft in den Verstand kommen, fo würden wir wieder alles für Täufchung erklären Wollen, und würden durch das leztere eben fo Unrecht habenj als durch das erftere). IV) Wir nehmen den Faden unTers Raifonnements wieder auf, wo wir ihn, weil es unmöglich war ihn weiter zu verfolgen, fallen liefsen. Das Ich reflektirt feine in der Anfchauung nach C gehende Thätigkeit. Als widerstehend einer entgegengefezten von C nach A gehenden Richtung, kann fle nicht reflektirt Werden , aus dem oben angeführten Gründe. Dennoch kann fie auch nicht als eine überhaupt nach äufsen gehende Thätigkeit reflektirt werden, denn dann wäre es die ganze unendliche Thätigkeit des Ich, welche nicht reflektirt werden kann j aber nicht diö ao6 in der Anfchätmng vorkommende, deren Reflexion doch gefordert worden ift. Mithin mufs fle refle- ktirt werden als bis C gehende, als in 6 begränz- te und bestimmte Thätigkeit; welches das erfte Wäre. In C wird demnach die anfchauende Thätigkeit des Ich durch die absolute in der Reflexion handelnde Thätigkeit begränzt. — Da aber diefe Thätigkeit blos reflektirend , nicht aber (aufser in nnfrer gegenwärtigen philofophifchen Reflexion) lelbft reflektirt ift, To wird die Begrenzung in G dem Ich entgegengefezt, und dein Nicht-Ich zu» geschrieben. Heber C in die Unendlichkeit hinaus wird ein beftimmtesProdukt der abfolut-pro- ducierenden Einbildungskraft durch eine dunkle, nicht reflektirte und nicht zum bestimmten Bewusstsein kommende Anschauung gefezt, welches das Vermögen der reflektirten Anschauung begrenzt; gerade nach der Regel, und aus dein Grunde, aus welchem das erfte unbeftiinmte Produkt überhaupt gefezt Wurde. Welches das zweite wäre. — Dieses Produkt ift das Nicht-Ich, durch dessen Entgegensetzung für den gegenwärtigen Behuf das Ich überhaupt erft als Ich bestimmt, — wodurch erft das logische Subjekt des Satzes : das Ich ift anfchauend, möglich wird. Die fo bestimmte Thätigkeit des anfchauenden Ich wird, wenigstens ihrer Bestimmung nach seit» gefezt, und begriffen im Verstände zu weiterer Be- flimnmng; denn ohne dies würden widerfprechen- 6 » de Thätigkeiten des Ich ficli durchkreutzen, und einander gegenfeitig vernichten. Diefe Thätigkeit geht von A nach C und foll in dieler Richtung, aber durch eine reflektirende, alfo von C nach A gehende Thätigkeit des Ich aiifgefdTst werden. — Es ift klar, dafs in diefer Aufladung entgegengefezte Richtungen Vorkommen, dafs mithin diefe Aufladung durch das Vermögen des Entgegengefezten, die Einbildungskraft geschehen, allo felbft eine Anschauung feyn müde. Welches das dritte wäre. Die Einbildungskraft in ihrer gegenwärtigen Funktion produciert nicht, sondern fafst blos auf (zum Setzen im Verßande, nicht etwa zum Aufbehalten) das schon producir- te, und im Verstände begriffene, und heifst daher reproduktiv. Das anfehauende mufs, und zwar als solches, d. h. als thätig bestimmt, es mufs ihm eine Thätigkeit entgegengefezt werden, die nicht diefetbe, sondern eine andere fey. Thätigkeit aber ist immer Thätigkeit, und bis jezt kann in ihr nichts unterschieden werden, als ihre Richtung. Eine solche entgegengefezte Richtung aber ift die durch das Reflektirtfeyn von aufsen entftandne und im Verstände au.behaltne Richtung von C nach A. Welches das vierte wäre. Diefe entgegengefezte Richtung mufs, insofern die im Aufchauen vorhandne dadurch be- ftinunt werden feil, felbft angefchaut werden; und 2oS lind fo ift denn mit der Beßimmnng des anfchaueii- deri zugleich eine, aber nicht reflektirte, Aufchau- üng des angefchauten vorhanden. Aber das angfefchaute feibft ttiufs als fein an- gefchautes beftiunnt werden, wehn es dem an- fcbauenden entgegeiigefezt werden foll. Und dies ift nur möglich durch Reflexion. Es ift blos die Frage, welche liach aulfen gehende Thatigkeit reflektirt werden solle; denn eS mufs eine nach auf- fen gehende Tiiätigkekt feyn, die reflektirt wird; aber die im Anl'chäuen von A nach C gehende Thatigkeit giebt die AnfchauUng des Anfchatl» cndeil. Es ift oben erinnert worden, dafs zum Behuf der Begrenzung der Anschauung überhaupt in C die producierende Thatigkeit ries Ich über C hinaus in das Unbestimmte gehen müsse. Diese Thä- tigkeit wird aus der Unendlichkeit über C hach A reflektirt. Aber von C nach A liegt die ith Verstände ihrer Spur nach aufbehallne erstehe Richtung, die der dem Ich zugeeigneten Thatigkeit von Ä nach C in der Aüfchäuung widerftrebt: und in Beziehung aiiF dieselbe dem dem Ich fentgegeii- geiezten, d. i dem Nicht-Ich zügeeiguet weideii mufsi Diese eiitgegehgefeite Thatigkeit wird als feine entgegehgefezte arigfefchalitj Welches das fünfte wäre. Üiefes ängefchaute mufs als solches bestimmt werdein; und zwar als dein anfchauehden entge- gengefeztes angefchaüteS} alfo durch eiri nicht-an- gfelchaute«, 209 gefchautes, das aber doch ein Nicht-Ich iß- Ein solches aber liegt als absolutes Produkt derThätig- keit des Ich «ber C hinaus. Innerhalb C und A aber liegt das angefchaute* welches nach feiner Beftimmung im Verstände als etwas reales aufge* fafsf wird. Welches das sechste wäre. Sie verhalten sich gegenseitig wie Thätigkeif, und Leiden (ßealität, und Negation! und find demnach vereinigt durch Wechselbestimmung. Kein angefchautes, kein Anfchauendes, und umgekehrt. Hinwiederum, wenn und inwiefern ein Angefchautes gefeit ist, ist ein Anfchauendes gefeit, und umgekehrt Beide müssen bestimmt werden, denn das Ich foll fichfetren als das anfchauende, und fich info- fern dem Nicht-Ich entgegen fetzen; zu diefein Behufe aber bedarf es eines festen Unterfchei- dungsgrtindes zwischen dem anfchauenden, und angeschauten; einen solchen aber giebt laut obiger Erörterungen, die Wechfelbeftimmung nicht. So wie das eine weiter bestimmt wird, wird es durch dafl'elbe auch das andre , eben darum, weil fie in Wechfelbeftimmung flehen.— Eines von beiden aber mufs aus dem gleichen Grunde durch fich felbfl und nicht durch das andre bestimmt werden, weil wir außerdem aus dem Kreife der Wechfelbeftimmung nicht herauskommen. 210 V) Das Anfchauende an lick, d. i. als Thätigkeit ift fclion dadurch beftimmt, dafs es in Wechfelbe- fthnmung fleht; es ift eine Thätigkeit, der im entgegengefezten ein Leiden korrefpondirt. eine objective Tliätigkeit. Eine folche wird weiter be- ftimmt durch eine nicht-objektive , mithin reine Tliätigkeit, Thätigkeit überhaupt , und schlechthin- Beide lind entgegengefezt; beide miilTen auch fynthetifch vereinigt, d. i. gegenfeitig durcheinander beftimmt werden. 1 ) die objektive Thätigkeit durch die Thätigkeit schlechthin. Die Tliätigkeit überhaupt ift die Bedingung aller objektiven Thätigkeit ; fte ift Realgrund derselben. 2) die Thä. tigkeit überhaupt durch die objective Thätigkeit ift gar nicht zu bestimmen, aulTer durch ihr ent gegengefeztes, das Leiden; mithin durch ein Ob. ject der Thätigkeit, und also durch objektive Thätigkeit. Objektive Thätigkeit ift der Beftim- mungs- oder Ideal-Grund der Thätigkeit überhaupt. 5) beide wechselseitig durcheinander, d. i. die Grenze zwilchen beiden muss gefezt werden. Diele ift der Gebergang von der reinen zur objektiven Thätigkeit; und umgekehrt; die Bedingung, auf welche reflektirt, oder von ihr ab- ftrahirt werden kann. Diele Bedingung, als solche, d. i. als Grenze der reinen, und der objektiven Thätigkeit wird angeschaut durch die Einbildungskraft, fixirt im Verstände; beides auf die oben befchriebne VV eife. Die Die Anfcl auung ift objektive Thätigkeit unter einer gewiffeu Bedingung. Unbedingt wäre fie nicht objektive Thätigkeit, sondern reine. Vermöge der Beßimmurig durch den Wech* fei ift das ängefchaute auch mir unter ebur gewissen Bedingung ein angefchautts. AnlTer der Bedingung wäre es kein angefcliautes, sondern ein fchlechthingefeztes, ein Ding an fich: ein Leiden schlechthin, als Gegenthtil einer Tuätig- keit schlechthin. VI) Sowohl fiir das anschauende als das angefchau- te ift die Anschauung etwas bedingtes. Durch dieses Merkmal find fie demnach noch nicht zu unterscheiden , und wir haben fie jezt weiter zu beftitnmen. — Wir suchen die Bedingung der Anschauung fiir beide zu bestimmen; ob fie etwd durch diese zu unterscheiden fejn möchten. Die absolute Thätigkeit wird durch die Bedingung eine objektive — heiTsl offenbar , die absolute Thätigkeit wird als solche, aufgehoben und vernichtet; und es ift in Rnkfulu ihrer vorhanden ein Leide». Demnach ift die Bedingung aller objektiven Thätigkeit ein Leiden. Dieses Leiden muHs angeschaut werden. Aber ein Leiden lässt lieh nicht anders an schauen, als wie eine Unmöglichkeit der entgegeflgefezten Thätigkeit; ein Gefühl des Zwanges zu einer 0 2 he- 212 beftiiumten Handlung, welches der Einbildungskraft allerdings möglich iß. Diefer Zwang wird im Verftande fixirt als Nothwendigkeit. Das Gegentbeil diefer durch ein Leiden bedingten Thätigkeit iß eine freie; angefcbaut durch die Einbildungskraft als ein Schweben der Einbildungskraft felbft zwifchen Verrichten, und Nicht-Verrichten einer und eben derfelben Handlung; Ausfallen, und Nicht- Auffaffen eines und eben deflelben Objektes im Verftande; aufgefafst in dem Verbände, als Möglichkeit. Beide Arten der Thätigkeit, die an ftch ent- gegengefezt find, werden fynthetifch vereinigt. 1) Der Zwang wird durch Freiheit beßimmt; die freie Thätigkeit beßimmt lieb felbft zum befiknm- ten Handeln. (Selbfiaffektion) 2) die Freiheit durch Zwang. Nur unter Bedingung einer fchon vor- handnen Beßiinmung durch ein Leiden beßimmt fich die, in der Selbßbeftimmung noch immer freie Selbfithätigkeit, zu einem beßimmten Handeln. (Die Spontaneität kann nur reßektiren unter Bedingung einer durch einen Anßofs von aoffen fchon geichebnen Reflexion; aber fie nmfs auch unter diefer Bedingung nicht reßektiren.) 3 ) Beide beftimmen fich gegenfeitig in der An- fchauung. Wechfelwirkung der Selbßafi'ektion des anfehauenden , und einer Affektion von auf- fen iß die Bedingung, unter der das anfehauen- de ein anfehauendes iß. Da. 2 10 Dadurch ift denn auch zugleich das ange- fchante beflimint. Das Ding an lieh ift Gegenftand der Aufchauung unter Bedingung einer Wechfel- wirkung. Infofern das anfehauende thätig ift, ift das angefchaute leidend; und infofern das an- gefchaute, welches infofern ein Ding an lieh ift, thätig ift, ift das anfehauende leidend. Ferner infofern das anfehauende thätig ift, ift es nicht leidend, und umgekehrt; fo auch das angefchaute. Aber das giebt keine feße Beftimmung, und wir kommen dadurch aus unferm Zirkel nicht heraus. Mithin innfs weiter beftimmt werden. Wir muffen neinlich fucaen den Antheil eines von beiden in der aufgezeigten Wechfelwirkung durch fich felbft zu beftimmen. Vll) Der Thätigkeit des Anfchauenden, welcher ein Leiden im Objekte korrefpoudirt, und die demnach in jener Wechfelvviikung mit inbegriffen ift, ift entgegengefezt eine Tolche Thätigkeit, der kein Leiden im Objekte korrefpoudirt; die demnach auf das anfehauende felbft geht (die inderSelbft- affektion) und durch diele müfste demnach die erftere beftimmt werden. Eine folche beftimmende Thätigkeit müfste angefchaut werden durch die Einbildungskraft, und fixirt werden im Verftande, gerade wie die bis jezt aufgezeigten Arten derfelben. Es ift klar-, dafs auch die objektive Thätigkeit des anfchauenden keinen andern Grund ha- O 3 heu ei4 bon könne, als die Thätigkeit der Selbftbeftim* inun^: lip r se lieh demnach diefe leztere Thätig- leit beftimtnen, fo wäre auch die elftere, und mit ihr iler Antheil des anfchaitendeu in der VVech* felnirkung, To wie durch denftlben der Antheil des angefchauten beflimmt. Beide Arten der Thätigkeit muffen fich gegenseitig beftiuunen i; die in fiel) felbft zuriikge- heude die objektive, wie fo eben gezeigt worden 2 ) die objektive die in fich felbft ziimkgehen 1 e. Loviel objektive Thätigkeit, soviel lieh fehl» beftiuimende zur Bestimmung des Objekts. Aber die objektive ITätigkeit lälst lieh durcii Be- flimrnung des Objekts belliminen, mithin durch sie die in der Selbfi beftiminung verkommende. 3) Beide liehen demnach in‘Wechfelbefliminung, wie jezt gezi igt woiden; und wir haben aber, mals keinen feilen Punkt der Befdmmung. Die Thätigkeit des angefchauten in der Wech. felwirl ung, inl'ofern fie auf das anfehauendegeht, wird gleichfals beftiinmt durch eins in fich felbft zunikgelipnde Thätigkeit, durch die es fich zur Einwirkung auf das anfehauende beftimmt. jVach obiger Eiörterung ift die Thätigkeit zur ‘■'elbftbettiminurig , Beftimmung eines fiteilten Produkts der Einbildungskraft im Verftande durcii die Vernunft: mit 1 in ein Denken. Das anfehauen- de benimmt fich felbft zum Denken eines Objekts. In- 215 Infofern das Objekt durch das Denken be"- ftimmt wird, ift es ein Gedachtes. Nun ift es dadurch fo eben befthnmt worden, als lieh felbft beftinnnend; zu.einer Einwirkung auf das anfehauende. Diele Beftitmnung ift aber lediglich dadurch möglich geworden, dafs ein Leiden im entgegengefezten anfehauenden be- ftimint werden follte. Kein Leiden im Antchau* enden, keine urfprungliche und in fich felbft zuriikgehende Thätigkeit im Objekte, als gedachte Thätigkeit. Keine rolche Thätigkeit im Objekte, kein Leiden im anfehauenden. Eine folche Wechfelbeftinnnung aber ift nach obiger Erörterung die durch Wirkfanikeit. Alfo wird das Objekt gedacht als Urfache von einem Leiden im anfehauenden, als feinem Effekt. — Die innere Thätigkeit des Objekts, wodurch es fich beftimmt zur Wirkfarnkeit, ift ein blofs gedachtes, (ein Noumen , wenn man diefer Thätigkeit durch die Einbildungskraft ein Subltrat giebt, wie man es mufs.) VIII) Die Thätigkeit einer Selbftbeftimmung zum Beftimmen eines beftimmten Objekts mufs weiter beftimmt werden; denn noch haben wirkeinen feften Punkt. Sie wird aber beftimmt durch eine folche Thätigkeit des anfehauenden, die kein Objekt, als ein beftimmtes (~ A.) beftimmt; die auf kein beftimmtes Objekt geht (alfo etwa auf ein Objekt überhaupt, als blofses Objekt.) O j F.ine 2i 6 Eine folche Thätigkeit mfifste durch Selbft- beßimmung, A oder _ A /ich zum Objekte geben können. Sie wäre demnach, in lliikficht auf A oder — A völlig unbestimmt, oder frei; frei auf A zu reßektiren , oder davon zu abßrahiren. Eine folche Thätigkeit mufs zuförderft änge- fchaut werden durch die Einbildungskraft ; da fie aber zwifchen entgegengefezten , zwischen dein Ausfallen und Nicht - Atiilallen von A mitten inne febwebt, mufs iie angefebäut werden auch als Einbildungskraft, d. i. in ihrer Freiheit des Srhwebens von einem zum andern; (gleichfam, wenn man auf ein Gefrz fleht, von welchem wir hier freilich noch nichts willen . als eine Beratli- fchlagung des Gerniiths mit fleh felbft .) — Da jedoch durch diele Thätigkeit eins von beiden entweder A oder — A aufgefafst, (A als ein zu reflektirendes, oder als ein solches, von dem zu ahftrahiren ist, gefezt) werden mufs, fo mufs fie insofern auch als Verftand ange* r chaut werden, — Beides , durch eine neue Anschauung wieder vereinigt und iin Verstände feftgefezt,' heilst Uv- theilskraft. Ertheilskraft ift das bis }ezt freie Vermögen über fclion im Verßande gefeite Objekte zu reflektiren, oder von ihnen zu abftra- hiren, und fie, nach Maasgabe diefer Reflexion oder Abstraktion mit weiterer Bestimmung itnVer- ftande zu fetzen. Bei le Beide Thätigkeitender blofse Verkünd . als folcher, und die Urtheilskraft als folche,- müfsen fich wieder gegenTeirig beßimmen. 1 ) Der Ver- ftand die Urtheilskraft. Er enthält fchon in fich die Objekte, von welchem die leztere abftrahirt, oder fie reflektirt, und iß daher die Bedingung der Möglichkeit einer Urtheilskraft überhaupt. 2) Die Urtheilskraft den Verband; fie beßimmt ihm das Objekt überhaupt als Objekt. Ohne fie wird überhaupt nicht reflektirt; ohne fie iß mithin' nichts fixirtes im Verbände, welches erb durch Reflexion, und zum Behuf der Reflexion gefeit wird, mithin auch überhaupt kein Verband; und fö iß die Urtheilskraft hinwiederum die Bedingung der Möglichkeit des Vet flau des-, und beide 3) beßimmen fich demnach‘gegerifeitig. Nichts im Verbände , keine Urtheilskraft; keine Urtheilskraft, nichts im Verbände für den Ferßand, kein Denken des Gedachten, als eines folchen. Laut der Wechfelbeßiminung wird dadurch nun auch das Objekt beßimmt. Das gedachte als Objekt des Denkens, alfo infofern als leidend, wird beßimmt durch ein Nicht - gedachtes, mithin durch ein blos Denkbares i.das den Grund feiner Lenkbarkeit in fich felbß, und nicht in dem Denkenden haben, mithin infofern thätig, und das Denketide in Beziehung darauf leidend feyn foll) Eflide, das Gedachte, Und das Denkbare, werden nun gegenfeitig durcheinander beßimmt I) alles Gedachte iß Denkbar 2 ) alles- Denkbare wird gedacht als Denkbares, und iß nur infofern denkbar, 0 5 als 2 i 8 als es'als-'folclies gedacht.,wird. Kein Denkbares, kein Gedachtes, kein Gedachtes kein Denkbares. — Das Denkbare, und die Denkbarkeit als l’olche find.blofser Gegetiftand derUrthe.ilskraft. Nur. das als denkbar beurtheilte kann als Urfa* che der Anfchauung .gedacht werden. Das-denkende foty ftch felbft beftiinrnen etwas, als -denkbar zu denk.en und infofern wäre das denkbar,e leidend; aber hinwiederum foll das denkbare fich felbft beftiinrnen , ein denkbares zu Teyn; und infofern wäre, Has Denkende, leidend. Dies gipbt hinwiederum eine WechCelwirkung des Denjcepdqn., und des,.Gedachten irn Denken; mithin keinen feften B&ftimmungspnnkt, und wir muffen das urtheilende noch weiter beftiinrnen. IX) Die Thätigkeit, die überhaupt ei^r Objekt be- ftiinmt, wird bestimmt durch eine solche, die gar kein Objekt hat, durch, eine überhaupt nicht-objektive, der objektiven .entgegengefezte Thätigkeit. Es ift nur die Frage, wie eine solche Thätigkeit gefezt, und dpy objektiven cntgegepgefezt werden könne; . > . So wie eben die Möglichkeit deducirt wurde, «von allem bestimmten Objekte —A. zu abftra- hiren, fo wird hier die Möglichkeit poßulirt, von allein Objekte überhaupt, zu abflrahiren. Es mufs ein solches absolutes Abftraktions-Vermögen geben, wenn die geforderte Beftimmung möglich fern feyn Toll; und fie mri's'möghch feyn, wenn ein Seibilbewiifstb yn , und ein liewufstfeyn der Vor- ftelluug möglich ftyn (oll. Ein folfchfs Vermögen follte znförderft ange- fchant werden können. — Die Einbildungskraft fchwebfc überhaupt zwilchen Objekt und Nicht- Objekt , kraft ihres Wefens. Sie wird fixrirt kein Objekt zu haben ; das heifsi die (reflektirte) Einbildungskraft wird g"n/li' li vernichtetund diefe Veinichtung, dieles Nichtfeyn der Einbildungskraft wird felbft durch (Slichtreflektirte, und daher eicht zum deutlit libit Bewufsifcyn kommende) Einbildungskraft angtlcbaut. ^Die in uns vor- handne dunkle Vorfteilung, wenn wir erinnert werden, zum Belnif des reihen Denkens von aller Behnifchung der Einbildungskraft zu abürahiren, ift diefe dein Denker gar oft vorkotrnnende An- fchauung). — Das Produkt einer solchen (nicht reflektirten) Anfchamtng follte fixirt werden im Verftande; aber daflelbe foll Nichts, gar kein Objekt feyn, mithin ift es nicht zu fixiren. ’ (Die dunkle Vorftellung des Gedankens von einein bloten Verhälthifse, ohne Glieder deffelben, ift fo etwas,. Bleibt demnach nichts übrig, als überhaupt die blöfse Regel der Vernunft, zu abftrahi- ren , das blofse Gefez einer nicht zu realifirenden Bestimmung (durch Einbildungskraft, und Verstand für das deutliche Bewüfstfeyn) — und jenes abfolnte Abftraktiousverinögen ift mithin felhft, die Vernunft, Wenn Wenn alles objektive aufgehoben wird,, bleibt wenigstens das fich felftft be ft mimende , und durch fielt Jelbft beftimmte, das Ich, oder das Subjekt übrig. Subjekt und Objekt werden fo durcheinander bestimmt, dafs eins durch das andre fchleiiit- hin ausgefchloITen wird. BeÖimmt das Ich nur lieh leibst, fo bestimmt es nichts aufser fich; und bestimmt es etwas aufser fich, fo bestimmt es nicht blos fich felbft. Das Ich aber ist jezt als dasjenige bestimmt, welches nach Aufhebung alles Objekts durch das abfolute Abstraktionsvermögen, übrig blejbt; und das Nicht-Ich als dasjenige, von welchem durch jenes Abstraktionsvermögen abftra- hirt werden kann : und wir haben demnach jezt einen festen Unterrcheidungspunkt zwilchen dem Objekte, und Subjekte. (Dies ist denn, auch wirklich die augenscheinliche , und nach ihrer Andeutung gar nicht mehr zu verkennende Quelle alles Seibftkewufstfeyns. Alles, von welchem ich abftrahiren, was ich wegdenken kann []wenn auch nicht auf einmal, doch wenigstens fo > dafs dch von dem, was ich jezt übrig lalle, hinterher abftrahire, lind dann dasjenige übrig laste, von. dem ich jezt abftrahire] ist nicht mein Ich, und ich fetze es meinem Ich blos dadurch entgegen, dafs ich es betrachte als ein folches, das ich wegdenken kann. Je mehrerer ein bestimmtes Individuum fich wegdenken kann , desto mehr . nähert fein empirifches Selbftbewufstfeyn fich dem reinen; — von dem Kinde an, das zum ersten Male feine Wiege Wiege verläfst, und fie dadurch von lieh felbft unterscheiden lernt, bis 7.iun populären Philo» fophen, der noch materielle Ideen • Bilder annimmt, und nach dem Sitze der Seele fragt, und bis zum transcendentalen Philosophen, der vve- nigftens die Regel, ein reines Ich zu denken, fich denkt, und fie erweifet. X) Liefe, das Ich durch Abftraktion von allem, wovon abftrahirt werden kann, beftinnnende Thätigkeit müsste felbft wieder beftiu.mt werden. Da aber in dem, von welchem nicht, und in welchem von Nichts abftrahirt werden kann C daher wird das Ich als einfach beurtheilt) fich nichts weiter bestimmen lässt, fo könnte fie blofs durch eine schlechthin nicht beftimmende Thätigkeit — und das durch fie beftimmte durch ein schlechthin unbestimmtes bestimmt werden. Rin solches Vermögen des schlechthin unbe- ftimmten, als die Bedingung alles beftiunnten, ift nun allerdings an der Einbildungskraft durch Folgerungen nachgewiefen worden; aber es lässt als solches fich gar nicht zum Bewiifstfeyn erheben, weil dann dasselbe reflektirt, mithin durch den Verstand beftimmt werden müsste , mithin es nicht unbestimmt, und unendlich bliebe. Das Ich ist in dar Selbftbeßimmnng fo eben, 'als beftimmend und bestimmt zugleich, betrachtet worden. Wird vermitteln der gegenwärtigen liö- hohemBeflimmung darauf rpflehtirt, dafs das, das fchlechthin bestimmte bestimmende ein schlechthin unbestimmtes leyn inuHe ; ferner darauf, dafs das Ich und Nicht Ich fchlechthin entgegen- gefezt find, fo ist, wenn das Ich als beflimmt betrachtet wird, das bestimmende unbestimmte das Nicht-Ich; und im Gegentheil, wenn das Ich als beßitnmend betrachtet wird . ist es feil dt das un- beftimmte, und das durch dalhdbe bestimmte ift das Nicht-Ich, und hieraus emiiti.t folgender Widerstreit: Reflektirt das Ich auf fmb felbft, nnd be- ftimmt sich dadurch, fo ist das Nicht-Ich unendlich und unbegränzt. Reflektirt dagegen das Ich auf das Nicht - Ich überhaupt (auf das Universum) und bestimmt es dadurch, fo ist es felbft: unendlich. In der Vorstellung stehen demnach Ich und Nicht-Ich in Wechfelwirkung; ift das eine endlich, fo ift das andere unendlich; und umgekehrt; eins von beiden ift aber immer unendlich. — ( Hier liegt der Grund der von Kant aufgefteliten Antinomien .) XI) Wird in einer noch hohem Reflexion darauf reflektirt, dafs das Ich felbft das fchlechthin bestimmende» mithin auch dasjenige fey, welches die obige Reflexion, von der der Widerstreit ab- hängt, schlechthin bestimme, fo wird das Nicht- Ich in jedem Falle wieder ein durch das Ich be- ftinuntes; es fey nun für die Reflexion ausdrücklich 223 lieh beftiinmt, oder es fey fiir die Eeftimmung des Ich durch sich felbft in der Reflexion unbe- ftimmt gelaflen: und fo fleht das Ich, infofern es endlich oder unendlich feyn kann, blofs mit fleh felbft in Wechselwirkung: eine Wechfelwir- kung, in der das Ich mit fleh felbft vollkommen vereinigt ift, und über welche keine theoretifche Philofophie hinauf steigt. v Zweiter Theil der Grün dlage der ge&mmten Wiflenfchaftslehre. Dritter TlieiL Grundlage der Wifienfchaft des Praktifcheru §. 5, Zweiter Lehrfiats. J[n dem Sätze, welcher das Refultat der drei Grund- fätze der gerammten WüTenfcliaftslehre war: das Ich, und das Nicht-Ich befitimmkn fielt grgenfieitig, lagen folgende zwei: zuförderft der: das Ich fiezt fielt als be- jiimmt durch das Nicht - Ich ,. den wir erörtert und gezeigt haben, welches Faktum in unferm Geilte demselben entbrechen mülfe: und dann folgender: das Ich fiezt Jich als befiimmend das Nicht - Ich. Wir konnten zu Anfänge des vorigen §. noch nicht wissen, ob wir dem leztern Satze jemals eine Bedeutung würden zufichern können, da in demselben die Beßimmbarkeit , mithin die Realität des Nicht-Ich V vor- vorausgefezt wird, welche anzunehmen wir dort noch keinen Grund aufzeigen konnten. Nunmehro aber ift durch jenes poftulirte Faktum, und unter Voraussetzung deffelben zugleich die Realität eines Nicht Ich — es verlieht lieh für das Ich, — wie denn die ganze Wiflenfchaftslehre , als transcendentale WifTenfchäft nicht über das Ich hinausgeben kann, noch foll — poftulirt, und die eigentliche Schwierigkeit, die uns verhinderte jenen zweiten Satz anzunehmen, ift gehoben. Hat ein Nicht-Ich Realität für das Ich, und, — ■welches das gleiche heilst — fezt das Ich dalfelbe als real, wovon die Möglichkeit fowohl, als die Art und Weife numnehrö dargeftellt worden, fo kann, wenn die anderweitigen Bellimmungen des Satzes denkbar find, wie wir freilich noch nicht willen können, das Ich allerdings auch lieh fetzen , als beftimmend (einschränkend, begrenzend) jene gefezte Realität. In Erörterung des aufgeReilten Satzes: das Ich fezt ficli, als beftimmend das Nicht-Ich, könnten wir gerade fo verfahren, wie wir in Erörterung des obigen Satzes: das Ich fezt sich als beltimmt durch das Nicht-Ich, verfuhren. Es liegen in diefem eben fo wohl als in jenem mehrere Gegensätze; wir könnten dieselben auffuchen, fie fyntbetifch vereinigen, die durch diefe Synthelis entftandnen Begriffe, wenn fie etwa wieder entgegengesetzt feyn Tollten, abermals fyn thetifch vereinigen, u. f. f. und wir wären sicher nach einer einfachen und gründlichen Methode unfern Satz völlig zu erfchöpfen. Aber es giebt eine kürzere, und darum nicht weniger erschöpfende Art, ihn zu erörtern. Es 227 Es liegt nemlich in «liefern Satze eine Haupt-An- tithefe, die den ganzen Widerftreit zwilchen dem Ich, als Intelligenz , und inTofern befchränktem , und zwilchen eben demselben, als schlechthin gefeztem , mithin unbeschränktem VVefen umfasst; und uns nöthiget als Vereinigungsmittel ein praktisches Vermögen des Ich anzunehmen. Wir werden zufördorlt diele Antithese aussuchen, und die Glieder ihrer Gegenfetzung vereinigen. Die übrigen Antithesen werden sodann lieh selbst linden, und lieh um fo leichter vereinigen lallen. I. Wir nehmen, um diele Antithese aufznfuchen, den kürzellen Weg, auf welchem zugleich, von einem hohem Gesichtspunkte aus, der Hauptfaz aller praktischen Wiflenfchaftslehre , der: das Ich fezt fielt als be- ßimmend das Nicht - Ich, als annehmbar erwiesen wird, und gleich vorn Anfänge an eine höhere Gültigkeit erhält , als eine blos problematische. Das Ich überhaupt ist Ich; es ist schlechterdings Ein, und eben dasselbe Ich, kraft feines Gefeztfejns durch sich selbst. (§. r.) Insofern nun insbesondre das Ich vorßellend oder eine Intelligenz ifl, ift es als folches allerdings auch Eins; ein Vorftellungsvermögen unter nothwendigen Gesetzen: aber es ift insofern gar nicht Eins und eben dasselbe mit dem absoluten, schlechthin durch heb felbft gefezten Ich. P s Demi 228 Denn das Ich als Intelligenz ifl zwar, infoftrH es dies fchon iß, feinen befunden) Beftiminmigen nach innerhalb diefer Spjnire durch lieh felbft beftiimnt; es ift auch infofern nichts in ihm , als dasjenige, was es in fich fezt, und in unsrer Theorie ift nachdrücklich widersprochen worden der Meinung, dass irgend etwas in das Ich komme, wogegen dasselbe heb bios leidend verhalte. Aber dieje -Sphäre felbft , überhaupt, und an fich betrachtet, ift ihm nicht durch fich felbft, sondern durch etwas außer ihm gefezt; die Art und Weife des Vorfteliens überhaupt ift allerdings durch das Ich, dafs aber überhaupt das Ich vorstehend l'ey, ift nicht durch das Ich , sondern durch etwas außer dem Ich bestimmt, wie wir gefehen haben. Wir konnten nemlich die Voiftellung überhaupt auf keine Art möglich denken, als durch die Voraussetzung, dafs auf die ins nubeftimmte und unendliche hinausgehende Tlnitigkeit des Ich ein Anstois geschehe. Demnach ift das Ich als Intelligenz Überhaupt , abhängig von einem unbestimmten, und bis jezt völlig unbestimmbaren Nicht-Ich; und nur durch und vermittels! eines solchen Nicht - Ich ift es Intelligenz Das *) Wer in diefer Aeußmmg tiefen Sinn, und ftusgebreitete Folgen ahnet, ift mir ein fehl- willkommner Lehr, und er folgere aas ihr nach feiner eignen Art immer ruhig fort. — Ein endliches Wefen ift nur als Intelligenz endlich ; die praktische Geftzgeb.ing die ihm mit dem Unendlichen gemein l'eyn füll, kann von nichts außer ihm abhängen. Auch diejenigen, welche fich die Fertigkeit erwoiben haben, aus wenigen Grundlinien eines völlig neuen, und von —- 2 29 Das Ich aher Toll allen leinen Beflimmu'ngen nach Jchlechtliin (furch fich felbft gefezt, uu I demnach völlig unabhängig von irgend einein möglichen Nicht Ich teyn. Mithin ift das abfolute Ich, und das intelligente (wenn es erlaubt ift, fich auszudrücken, als ob fie zwei Ich ausmachten, da fie doch nur Eins ausmachen follen) nicht Eins und eben daffelbe, fondein fie find einander entgegengefezt; welches der abfoluten Identität des Ich widerfpricht. Diefer WideiTpruch mufs gehoben werden, und er läfst fich nur auf folgende Art heben: — Die Intelligenz des Ich überhaupt, welche den Widerfpruch verurfacht, kann nicht aufgehoben werden , ohne dafs das Ich abermals in einen neuen Widerfpvnth mit fielt felbft verfezt werde, denn wenn einmal ein Ich gefezt , und ein Nicht-Ich demfelben entgegengefezt ift, fo ift auch . laut der gelammten theoretischen WiiTen- fchaftslehre, ein Vorftellungsveimögen mit allen feinen Bestimmungen gefezt. Auch ift das Ich, insofern es fihon als Intelligenz gefezt ift, blofs durch fich felbft bestimmt, wie wir fo eben erinnert, und im theoretischen Theile erwiefen haben. Aber die Abhängigkeit des Ich, als Intelligenz, foll aufgehoben werden, und dies ift nur unter der Bedingung denfe- B 3. bar, von ihnen nicht zu iiberfehenden Syftems — wenn auch nichts weiter, doch aufs windelte Atheismus zu wittern, halten fich indessen an diese Erklärung, und sehen, was fie etwa daraus machen können. bar, dafs das Ich jenes bis jezt, unbekannte Nicht - Ich, dem der Anftofs beigemefTen ift, durch welchen das Ich zur Intelligenz wird , durch jich felbft beßimme. Auf diele Art würde das vorzuftellende Nicht Ich unmittelbar, das verstellende Ich aber mittelbar, vermitteln jener ßeftimmung, durch das abfolute Ich bestimmt; das Ich würde lediglich von sich felbft abhängig d. i. es würde durchgängig durch lieh felbft be* Nimmt; es wäre das, als was es lieh fezt, und schlechthin nichts weiter , und der Widerfpruch wäre befriedigend gehoben. Und fo hätten wir denn wenigstens die zweite Hälfte unfers ausgestellten Hauptsatzes, den Satz: das Ich bestimmt das Nicht-Ich (nemlicb das Ich ist das bestimmende, das Nicht-Ich das bestimmt werdende ) vorläufig erwiefen. Das Ich, als Intelligenz, stand mit dem Nicht-Ich, dem der ooftulirte Anstois zuzufchreiben ist, im kausal-Verhältnisse ; es war bewirktes vom Nicht-Ich, als feiner Ursache. Denn das Kaufal - Verhältnifs besteht darin, dafs vermöge der Einfchränkung der Thätig- keit in dem Einen (oder vermöge einer Quantität Leiden in ihm) eine der aufgehobnen Thätigkeit gleiche Quantität der Thätigkeit in fein Entgegengefeztes , nach dem Gefetze der Wechselbestimmung, gefezt werde. Soll aber das Ich Intelligenz feyn, fo mufs ein Theil feiner in das unendliche hinausgehenden Thätigkeit aufgehoben werden, die dann, nach dem angeführten Gefetze, in das Nicht Ich gefezt wird. Weil aber das abfolute Ich gar keines Leidens fähig, sondern absolute Thätigkeit, und gar nichts als Thätigkeit feyn fpU, fo mufste, wie fo eben dargethan, angenommen wer- 25i werden, dafs auch jenes poftulirte Nicht-Ich beßiinmt, alfo leidend Tey, und die dielern Leiden entgegenge- fezte Thätigkeit muTste in das ihm entgegengefezte, in das Ich, und zwar nicht iu das intelligente, weil dieses felbft durch jenes Nicht-Ich beftimint ift, sondern in das absolute gefezt werden. Ein solches Verhältnis aber, wie dadurch angenommen worden, ift das Kaufal-Verhältnifs. Das absolute Ich soll demnach Ur- Jache vom Nicht-Ich feyn, infofern dasselbe der lezte Grund aller Verkeilung ift, und dieses infofern fein bewirktes . i) Das Ich ift schlechthin thätig, und blofs thä- tig — das ift die absolute Voraussetzung. Aus diefer wird zuförderft ein Leiden des Nicht Ich, insofern dasselbe das Ich als Intelligenz bestimmen soll, gefolgert; die diesem Leiden entgegengefezte Thätigkeit wird in das absolute Ich gefezt, als beftimmte Thätigkeit, als gerade diejenige Thätigkeit, durch welche das Niclit-Ich bestimmt wird. So wird demnach aus der abfoluten Tnätigkeit des Ich eine gewisse beßimmte Tnätig- keit desselben gefolgert, g) Alles, was fo eben erinnert worden, dient zugleich, um die obige Folgerungsart noch einleuchtender zu machen. Die Vorstellung überhaupt (nicht etwa die befondern Beftimmungen derselben) ift un- widerfprechlich ein bewirktes des Nicht-Ich. Aber im Ich kann schlechthin nichts leyn, das ein bewirktes fey; denn das Ich ift das, als was es lieh fezt, und es ift nichts in ihm, was es nichtin lieh fezt. Mithin mufs jenes Nicht-Ich felbft.ein F 4 ho- $32 bewirktes des Ich , und zwar des absoluten Ich feyn : — und fo hätten wir denn gar keine Einwirkung auf das Ich von anlTen, sondern blofs ei- neWirkung deifelben auf fich felbft; die freilich einen Einweg nimmt, delfen Gründe bis jezt noch nicht bekannt lind, aber vielleicht in der Zukunft sich werden aufzeigen lallen.) Das absolute Ich soll demnach feyn Urfache des Nicht Ich an und für lieh, d. i nur desjenigen itn Ni ht - Ich , was übrig bleibt, wenn man von allen erweisbaren Eortnen der Vorfielliing ablirahirt; desjenigen, welchem der AnftoTs auf die ins unendliche hinausgehende Thätigkeit des Ich zugefchrieben wird: denn dafs von den befondern Beftimmungen des vor- geftellten, a!s eines solchen das intelligente Ich nach den nothwendigen Gesetzen des Vorflellens Urfache fey, wird in der theoretischen Wilfenfchaftslehre dar- gethan. Auf die gleiche Art, nemlich durch absolutes Setzen, kann das Ich nicht Urfache des Nicht-Ich feyn. Sich felbft fezt das Ich schlechthin, und ohne allen weitern Grund, und es muß fielt fetzen, wenn es irgend etwas anderes fetzen soll: denn was nicht ift, kann nichts fetzen; das Ich aber ift (für das Ich) schlechthin, und lediglich durch fein eignes Setzen feiner felbft. Das Ich kann das Nicht-Ich nicht fetzen, ohne fich felbft eiuzufchränken. Denn das Nicht-Ich ift dem Ich völlig entgegengefezt; was das Nicht-Ich ift, ift e55 ifl das Ich nicht; insofern demnach das Nicht-Ich gefeit ift (ihm das Prädikat des Gefeztfeyns zukommt) ift das Ich nicht gefezt. Würde etwa das Nicht-Ich ohne alle Quantität als unbefchränkt, und unendlich gefezt, fo wäre das Ich gar nicht gefezt, feine Realität wäre völlig vernichtet, welches dem obigen wider- fpricht. — Mithin müde es in bestimmter Quantität gefezt werden, und demnach die Realität des Ich tun die gefezte Quantität der Realität des Nicht-Ich ein- gefchränkt werden. — Die Ausdrücke: ein Nicht Ich Jetzen, und: das Ich einfchräuken , find völlig gleichgeltend , wie in der theoretischen Wilfenfchaftslehre dargethan worden. Nun füllte in unsrer Voraussetzung das Ich ein Nicht-Ich fetzen fehleclithin, und ohne allen Grund, d. i. es sollte sich felbft schlechthin, und ohne allen Grund einfehränken, zum Theil nicht fetzen. Es müsste demnach den Grund fich nicht zu fetzen, in fich felbft haben, es müsste in ihm feyn das Princip fich zu fetzen, und das Princip, fich auch nicht zu fetzen. Mithin wäre das Ich in feinem VVefen fich .felbft entgegengeTezt, und widerftreitendes wäre in ihm ein zwiefaches entgegengefeztes Princip, welche Annahme fich felbft widerspricht, denn dann wäre in ihm gar kein Princip. Das Ich wäre gar nichts, denn es höbe fich felbft auf. (Wir Gehen hier auf einem Punkte, von- welchem aus wir den wahren Sinn unfers zweiten Grundsatzes : dem Ich wird entgegengefezt ein Nicht-Ich, and vermittelst desselben die wahre Bedeutung unsrer gan- P 5 zw zen Wiffenfehaftslchre deutlicher darftellen können, als wir es tis jezt irgendwo konnten. Im zweiten Grundfatze ift nur einiges abfolut; einiges aber fezt ein Faktum voraus, dafs lieh a priori gar nicht aufzeigen lässt, sondern lediglich in eines Ieden eigner Erfahrung. AufTer dem Setzen des Ich durch lieh felbft soll es noch ein Setzen geben. Dies Hl a priori eine blosse Hypothese; dafs es ein solches Setzen gebe, läfst fich durch nichts darthun, als durch ein Faktum des Be- wuTstfeyns, und jeder muss es lieh leihst durch dieses Faktum darthun; keiner kann es dem andern durch Vernunfrgründe beweifen. (Er könnte wohl irgend ein zugeliandnes Faktum durch Vernunftgründe auf jenes höchfte Faktum zurükfü.liren; aber ein solcher Bowel fs leiflete nichts weiter, als dafs er den andern überfiihrte , er habe vermitteln des Zugefteliens irgend eines Faktum auch jenes höchfte Faktum zugeßan- den.) Abfolut aber, und schlechthin im Wefen des Ich gegründet ift es, dafs, wenn es ein solches Setzen giebt, diefes Setzen ein Entgegenfetzen , und das Ge- fezte ein Nicht-Ich feyn miilfe. — Wie das Ich irgend etwas von sich felbft unterscheiden könne, dafür läfst kein höherer Grund der Möglichkeit irgend woher sich ableiten, sondern dieser Unterfchied liegt aller Ableitung, und aller Begründung felbft zum Grunde. Dafs jedes Setzen, welches nicht ein Setzen des Ich ift, ein Gegenfetzen feyn muffe, ift schlechthin gewifs: dafs es ein solches Setzen gebe, kann jeder nur durch feine eigene Erfahrung fich darthun. Daher gilt die Argumentation der Wiffenfchaftslehrs schlechthin a priori, 255 ri, Ge Gellt lediglich solche Sätze auf, die a priori gewiss find : Realität aber erhält fie erst in der Erfahrung. Wer des pofiulirten Faktums fich nicht bewufst feyn könnte — man kann Geher willen, dass dies bei keinem endlichen vernünftigen Wefen der Fall feyn werde — für den hätte die ganze Wiffenfchaft keinen Gehalt, fie wäre ihm leer; dennoch aber müsste er ihr die formale Richtigkeit zugestehen. Und fo ift denn die Wiflenfchaftslehre a priori möglich, 'ob fie gleich auf Objekte gehen soll. Das Objekt ifi nicht a priori, sondern es wird ihr erft in der Erfahrung gegeben ; die objektive Gültigkeit liefert jedem fein eignes Bewufifeyn des Objekts, welches Bewufifeyn fich a priori nur poftuliren, nicht aber deduciren lässt, — Folgendes nur als Beispiel 1 — Für die Gottheit, d. i. für ein Bewufifeyn, in welchem durch das blosse Gefeztfeyn des Ich alles gefezt Wäre (nur ift für uns der Begriff eines solchen Bewuft- feyns undenkbar) würde unsre Wiflenfchaftslehre keinen Gehalt haben, weil in einem solchen Bewufifeyn gar kein anderes Setzen vorkäme, als das des Ich; aber formale Richtigkeit würde fie auch für Gott haben, weil die Form derselben die Form der reinen. Vernunft felbft ift.) II. Wir haben gefeiten, dafs die geforderte Kaufali- tat des Ich auf das Nicht-Ich, durch die der aufgezeigte Widerspruch zwischen der Unabhängigkeit des Ich, als absoluten Wesens, und der Abhängigkeit desselben. als als Intelligenz gehoben werden tollte, seih kt einen W»- derfpruch enthält. Dennoch muks der erste Wider- fpruch gehoben werden, und er kann nicht anders gehoben werden als durch die, geforderte Kausalität; wir müssen demnach den in diefer Forderung selb kt liegenden Widerspruch zu löten tuchen, und wir gehen jezt an diese zweite Aufgabe. Um dies zu bewerkftelligen, tuchen wir zuför- derft den wahren Sinn diefes Widerfpruchs etwas tiefer auf. Das Ich fo'l Kmfalität auf das Nicht-Ich haben , und dall'elbe für die mögliche Vorstellung von ihm erst hervorbringen, weil dem Ich nichts zukommen kann« Was es nicht, fey es nun unmittelbar, oder mittelbar selbst in fich fezt, und weil es schlechthin alles, was es ist, durch steh selbst feyn soll. — Alto die Forderung der Kausalität gründet steh auf die abfolute Wesenheit des Ich, Das Ich kann keine Kaufalität auf das Nicht - Ich haben, weil das Nicht-Ich dann aufhörte Nicht-Ich zu feyn fdem Ich entgegengesetzt zu fern,) und selbst Ich würde. Aber das Ich selbst hat das Nicht-Ich fich entgegengefezt; und diefes Eutgegengefeztfeyn kann demnach nicht aufgehoben werden, wenn nicht etwas aufgehoben werden foll, das das Ich gefezt hat, und alle) das Ich auf hören foll Ich zu fezn, welches der Identität des Ich widerspricht. — Demnach gründet der Widerspruch gegen die geforderte Kausalität fich darauf, dass dem Ich ein Nicht-Ich schlechthin ent- - 2§7 iin entgegengefext iß, und entgegengefext bleiben mufs. Der Widerftreit iß: demnacli zwifchen dem Ick felbß in jenen zwei verfchiedrien Anfichten deltelben. Sie lind cs, die fich widerfpTer.hen ; zwilchen ihneti ift eine Vermittelung zu treffen. (In II ük ficht auf ein Ich, dem Nichts entgegengefezt wäre, die undenkbare Idee der Gottheit, wurde ein folcker Widerfpruoh gar nicht Statt haben.) infofern das Ich abfolut ilt, ift es unendlich, und mbe/chrätikt. Alles was ist, fezt es; und was es nicht fezt, ist nicht (für daflelbe; und cmffer demfelben iß nichts.) Alles aber, was es fezt, fezt es als Ich ; und das Ich fezt es, als alles, was es iezt. .Mithin faßt in diefer Riilificht das Ich in fxch alle, d. i. eine unendliche unbefchränkte Rea- 1 lität. Info fern das Ich fich ein Nicht-Ich entgegen fezt, fezt es noilnvendig Schranken ( §. 5.) und Feh Felbß: in diefe Schranken. F.s vertheilt die Totalität des gefezten Sejns überhaupt an das Ich , und an das Nicht-Ich; und fezt demnach infofem lieh nothwen* dig als endlich. Diefe zwei fehr verfchiednen Handlungen laßen fich durch folgende Sätze ausdriiken. Der erfte: Das lih fezt schlechthin fich als unendlich, und tut- bej dir linkt. Der zweite: Das Ich fezt schlechthin lieh als endlich und bejehränkt. Und es gäbe demnach einen höhetu vViderfpruch iin Wefen des Ich felbfi, infofern es durch feine erßs und durch feine zweite Hand- Handlang lieh ankündigt, aus welchem der gegenwärtige lierfliefst. Wird jener gelöf’t, fo ift auch diefer gelöf’t, der auf jenen fich gründet. Alle Widerfprüche werden vereinigt durch nähere Beftirnmung der widersprechenden Sätze, fo auch diefer. In einem andern Sinne miifste das Ich gefeit feyn als unendlich , in einem andern als endlich. Wäre es in einem und eben demselben Sinne als unendlich, und als endlich gefezt, fo wäre der Widerfpruch unauflösbar, das Ich wäre nicht Eins, sondern Zwei; und es bliebe uns kein Ausweg übrig, als der des Spinoza, das unendliche anher uns zu verletzen; wobei aber immer unbeantwortet bliebe, (Spinoza felbft konnte um feines Dogmatismus Willen fich auch nicht einmal die Frage aufwerfen) wie doch wenigflens die Idee davon in uns gekommen feyn möge. In welchem Sinne nun ift das Ich als unendlich, in welchem ist es endlich gefezt? Das eine wie das andere wird ihm schlechthin beigemeften ; die blofe Handlung feines Setzens ist der Grund feiner Unendlichkeit sowohl, als feiner Endlichkeit. Blofs dadurch, dafs es etwas fezt, fezt es in einem wie in dein andern Falle fich in diefes etwas, schreibt fich felbft diefes etwas zu. Wir dürfen demnach nur in der blofsen Handlung diefes verschiedenen Setzens einen Unterschied auffinden, fo ift die Aufgabe gelös t. In - Infofern das Ich fich als unendlich fezt, geht feine Thätigkeit (des Setzens) auf das Ich felbft, und auf nichts anderes , als das Ich. Seine ganze Thätig- keit geht auf das Ich, und diele Thätigkeit ift der Grund und der Umfang alles Seyns. Unendlich ift demnach das Ich, inwiefern feine Thätigkeit in fich felbfl ZurUkgeht, und infofern ift denn auch feine Thätigkeit unendlich, weil das Produkt derfelben, das Ich, unendlich ift. (Unendliches Produkt, unendliche Thätigkeit; unendliche Thätigkeit, unendliches Produkt; dies ift ein Zirkel, der aber nicht fehlerhaft ift, weil es derjenige ift, aus welchem die Vernunft nicht heraustreten kann, da durch ihn dasjenige ausgedrückt wird, was fcblechthin durch fich felbft, und um fein Selbft willen gewifs ift. Produkt, und Thätigkeit, undThätiges find hier Eins, und eben dalfel- be (§. i.), und blofs um uns ausdrüken zu können, unterfchieden wir fie.) Die reine Thätigkeit des Ich allein, und das reine Ich allein ift unendlich. Die reine Thätigkeit aber ift diejenige, die gar kein Objekt hat, fondern in ficli felbft zurükgeht. Infofern das Ich Schranken, und nach dem obigen fich felbft in diele Schranken fezt, geht feine Thätigkeit (des Setzens) nicht unmittelbar auf fich felbft, fondern auf ein entgegenzufetzendes Nicht-Ich (§. §. 2. 5.) Sie ift demnach nicht mehr reine fondern objektive Thätigkeit (die fich einen Gegenftand fezt. Das Wort Gegenftand bezeichnet vortreflich, was es bezeichnen foll. leder Gegenftand einer Thätigkeit,. infofern er das ift, ift nothwendig etwas der Thätigkeit entgegengefeztes, ihr wider- oder ^^Ziehendes des. ift kein Will er Rand da, Co ift auch überhaupt kein Objekt der Thätigkeit, und gar keine objektive Thätigkeit da , hindern wenn es ja Thätigkeit l'eyn ibll, ift es reine in fielt felbft zuriikgehende. lin blofsen Begriffe der objektiven Thätigkeit liegt es schon > dafs ihr widerstanden wird, und ilafs fie mithin beschränkt ift.) Alfo, endlich ift das Ich, insofern feine Thätigkeit objektiv ift. Diefe Thätigkeit nun in beiden Beziehungen sowohl, insofern he auf das thätige felbft zuriikgeht, als insofern he auf ein Objekt auffer dem thätigen gehen soll, soll Eine und eben dieselbe Thätigkeit, Thätigkeit Eines und eben desselben Subjekts feyn, das in beiden Rükfichten lieh felbft als Ein, und eben dasselbe Subjekt fetze. Es mnfs demnach zwischen beiden Arten der Thätigkeit ein Vereinigungshand geben, an welchem das Bewufstfeyn von der einen zur andern fortgeleitet wird; und ein solches wäre gerade das geforderte Kaufalitätsverhältnifs; liemlich dafs die in hch zürükgehende Thätigkeit des Ich zu der objektiven heb verhalte wie Urfache zit feinem bewirkten, dafs das Ich durch die erster« hch felbft zur leztern beftimme; dafs demnach die erftere unmittelbar auf das Ich felbft, aber mittelbar vermöge der dadurch gefchehnen Bestimmung des Ich felbft, als eines das Nicht ■ Ich beftimmenden, auf das Nicht-Ich gehe, und dadurch die geforderte Katt- falilät realihrt würde. Es wird demnach zuerft gefordert, dafs die Handlung des Ich, durch welche es lieh Telbft fezt, (und welche im erden Grundfatze aufgeftellt worden,) zu der, vermitteln welcher es ein Nicht-Ich fezt (die im zweiten Grundsätze aufgeftellt wurde), lieh Verhalte, wie Hrfache zum bewirkten. Nun hat im allgemeinen ein solches Verhältnifs nicht aufgezeigt werden können, vielmehr ift es völlig widersprechend gefunden worden; denn dann müde das Ich durch das Setzen feiner Selbft zugleich das Nicht Ich fetzen , mithin fich nicht fetzen, welches fich felbft aufnebt. — Es ift ausdrücklich behauptet worden, das das Ich schlechthin, und ohne allen Grund fich selbft etwas entgegensetze; und nur zu Folv^e der IJnbedingtheit jener Handlung konnte der Satz, der dieselbe aufstellt , ein Grundsatz heifsen. Es wurde aber zugleich angemerkt, dafs wenigftens etwas in dieser Handlung bedingt fey, das Produkt derselben — das, dafs das durch die Handlung des Gegenfetzens entftandnenoth- wendig ein Nicht-Ich feyn muffe, und nichts anderes feyn könne. Wir gehen jezt tiefer ein in den Sinn diefer Bemerkung. Das Ich fezt fehlechthin einen Gegenftand, (ein gegenftehendes, entgegengefeztes Nicht-Ich.) Es ift demnach im blojsen Setzen desselben nur von fich, und von nichts auller ihm abhängig. Y\ enn nur überhaupt ein Gegetißand , und vermittelst desselben das Ich nur überhaupt begrenzt gefezt wird , fo ift geschehen, was verlangt wurde) an eine beßimmte Grenze ift dabei nicht zu denken. Das Ich ift nun schlechthin begrenzt; aber wo geht/eine Grenze? Innerhalb des Q Punktes 2H.L Punktes C oder außerhalb deßelben? Wodurch könnte ' doch ein solcher Punkt beßimmt feyn ? Er bleibt lediglich von der Spontaneität des Ich, die durch jenes ,,schlechthin" gefeit wird , abhängig. Der Grenzpunkt liegt, wohin in die Unendlichkeit ihn das Ich fezt. Das Ich ift endlich, weil es begrenzt feyn soll; aber es ift in dieser Endlichkeit unendlich, weil die Grenze ins unendliche immer weiter hinaus gefezt werden kann. Es ift feiner Endlichkeit nach unendlich ; und feiner Unendlichkeit nach endlich. — Es wird demnach durch jenes absolute Setzen eines Objekts nicht eingeschränkt, als inwiefern es lieh felbft schlechthin, und ohne allen Grund einfcliränkt; und da eine solche absolute Einschränkung dem absoluten -unendlichen Wefen des Ich widerspricht, ift he felbft unmöglich , und das ganze Entgegensetzen eines Nicht- Ich ift unmöglich, Aber Ferner’— es fezt einen Gegenftmü., wohin auch in der Unendlichkeit es ihn fetzen möge, und Ibzt dadurch eine außer ihm liegende, und von feiner Thätigkeit (des Setzens) nicht abhängende, sondern vielmehr ihr entgegengefezte Thätigkeit. Diese ent- gegengefezte Thätigkeit mufs allerdings in einem ge- wißen Sinne (ununterfucht in welchem) im Ich liegen , insofern fte darin gefezt ift; fie mufs aber auch in einem andern Sinne (gleichfalls ununterfucht in welchem) im Gegenstände liegen. Diese Thätigkeit, insofern fie im Gegenftande liegt, soll irgend einer Thätigkeit (" X) des Ich entgegengefezt feyn; nicht derjenigen , wodurch fie im Ich gelezt wird, denn dieser ift fie gleich; mithin irgend einer andern. Es mufs mit- mithin, infofern ein Gegenftand gefezt werden foil und als Bedingung der Möglichkeit eines folchen Setzens, noch eine von der Thätigkeit des Setzens verfchiedne Thätigkeit (~ X) im Ich Vorkommen, Welches ift diele Thätigkeit? Zuförderft eine folche, die durch den Gegenftand nicht aufgehoben wird; denn fie foll der Thätigkeit des Gegenftandes entgegengefezt feyn; beide follen demnach, als gefezt, neben einander beheben: — alfo eine folche, deren Seyn vom Gegenftande unabhängig ift, fo wie umgekehrt der Gegenftand von ihr unabhängig ift. — Eine folche Thätigkeit raufs ferner im Ich schlechthin gegründet feyn, weil fie unabhängig vom Setzen alles Gegenftandes, und diefer im Ge- gentheil von ihr unabhängig ift; fie ift demnach gefezt durch die abfolute Handlung des Ich, durch welche es lieh felbft fezt. — Endlich foll, laut obigem, das Objekt in die Unendlichkeit hinaus gefezt werden können; diefe ihm widerftehende Thätigkeit des Ich mufs demnach felbft in die Unendlichkeit, über alles mögliche Objekt hinaus gehen; und felbft unendlich feyn. -- Ein Objekt aber mufs gefezt werden, fo gewiss > als der zweite Grundfaz gültig ift. — Demnach ift X die durch das Ich in lieh felbft gefezte unendliche Thätigkeit; und diefe verhält lieh zur objektiven Thätigkeit des Ich, wie Grund der Möglichkeit zu dem begründeten. Der Gegenftand wird blofs gefezt, infofern einer Thätigkeit des Ich widerstanden wird ; keine folche Thätigkeit des Ich, kein Gegenstand. — Sie verhält ftch Wie das beftimmende zum bestimmten. Q 2 Nur «44 Nur inwkftrn jener Thätigk eit widerßanden wird,kann ein Gegenftand gefezt werden ; und inwiefern ihr nicht widerftanden wird, ift kein Gegenltand. Wir betrachten jezt diele Th'ätigkeit in Rükficht Ihrer Beziehung auf die des Gegenßandes. — An lieh betrachtet lind beide völlig unabhängig von einander, und völlig entgegengefezt; es findet zwilchen ihnen gar keine Beziehung Statt. Soll aber, laut der Forderung, ein Objekt gefezt werden, fo iniifl’en fie doch durch das ein Objekt fetzende Ich auf einander bezogen werden. Von dieler Beziehung hängt gleichfalls das Setzen eines Objekts überhaupt ab; inlof, rn ein Objekt gefezt wird, werden fie bezogen, und inwiefern fie nicht bezogen werden, wird kein Objekt gefezt. Ferner, da das Objekt abfolut, fchleehthin, und ohne allen Grund (der Handlung des Setzens blols als folcber) gefezt wird, fo gefcliiehet auch die Beziehung fchleehthin und ohne allen Grund; und erft jezt ift völlig erklärt, inwiefern das Setzen eines Nicht- lch abfolut fey : es ili abfolut, inwiefern es lieh auf jene lediglich vorn Ich abhängende Beziehung gründet. Sie werden fchleehthin bezogen, heilst, fie werden fchleehthin gleich gefezt. Da fi • aber, fo gewifs ein Objekt gefezt werden foll, nicht gleich find , fo läfst lieh nur lagen . ihre Gleichheit werde fchleehthin gefordert: fie follm fchleehthin gleich feyn. — Da fie aber wirklich nicht gleich find, fo bleibt immer die Frage > welches von beiden lieh nach dem andern richten, und in welchem der Grund der Gleichung angenommen werden folle. — Es ift fogleich einleuchtend, wie diefe Frage beantwortet werden muffe. Ce. So wie das Ich gefezt ift ift alle Realität gefezt; im Ich Toll Alles gefezt feyn ; das Ich foll fehlte! thin unabhängig, Alles aber foll von ihm abhängig Teyn, AIfo, es wird die UebereinlUmmung des Objekts mit dem Ich gefordert; und das abfolute Ich, gerade tun feines abfoluten Seyus Willen, ift es, welches lie for. dort *). (Die Thätigkeit Y (indem, was hernach als Objekt gefezt feyn wird) fey gegeben : ( es bleibt unun- terfucht, wie , und welchem Permögen des Subjekts.) Auf fte wird eine Thätigkeit des Ich bezogen-, es wird Q 5 dem- *) Kants kategorifcher Imperativ. Wird es irgendwo klar, dafs Kant feinem kritischen Verfahren, nur stillschweigend, gerade die Praemiffen zu Grunde legte , welche die W.ffenfchaftslehre aufstellt, fo ist es hier. Wie hätte er jemals aul einen kategorischen Imperativ , als absolutes Postulat der Uebereinftimmung mit dem reinen Ich kommen können, ohne aus der Voraussetzung eines abfoluten Seyns des Ich, dutvh welches alles gefezt wäre, und, inwiefern es nicht ift , wenigstens feyn fällte. — Kants mehfeste Nachfolger scheinen das, was sie über den kategorischen Imperativ sagen, diesem grossen Manne blofs nachzufagen , und Ober den Grund der Befugnifs eines abfö- luten Postulats noch nicht auf- reine gekommen zu feyn. — Nur weil, und inwiefern das Ich seihst absolut ist, bat es da» Recht absolut zu polhdiren ; und dieses Recht erllrekt steh denn auch nicht weiter, als auf ein Postulat dieses feines abluten Seyns, aus welchem denn freilich noch manches andre fich dürfte dt Andren lasten. — Eine Philosophie, die an allen Enden, wo fie nicht weiter tortkommen kann, fich auf eine Thatfache des Bewufstfeyns beruft, ift um weniges gründlicher» als die verrufne Populär - Philosophie, demnach gedacht eine Thätigkeit aufler dem Ich (— — Y), die jener Thätigkeit des Ich gleich wäre. Wo ift bei diesem Gefchäft der Beziehungsgrund ? Offenbar in der Forderung, dass alle Thätigkeit der des Ich gleich feyn solle, und diese Forderung ift im abloluteu Seyn des Ich gegründet. — Y liegt in einer IVelt, in der alle Thätigkeit der des Ich wirklich gleichen würde, und ift ein Ideal. — Nun kommt Y mit — Y nicht überein, sondern ift demselben ent- gcgengefezt. Daher wird es einem Objekte zugefchrie- ben; und ohne jene Beziehung, und die absolute Forderung, welche diefelbe begründet, wäre kein Objekt für das Ich , sondern dasselbe wäre Alles in Allem, und gerade darum, wie wir tiefer unten feilen werden, Nichts.) Alfo , das absolute Ich bezieht lieh felbft schlechthin auf ein Nicht Ich (jenes — Y), das, wie es scheint, zwar feiner Form nach , (insofern es überhaupt etwas stiller dem Ich) nicht aber feinem Gehalte nach Niclit- Ich leyn soll; denn es soll mit dem Ich vollkommen iibereinftimmen. Es kann aber mit demselben nicht libereinftimmen, insofern es auch nur der Form nach ein Nicht-Ich feyn foll; mithin ift jene auf dasselbe bezogne Thätigkeit des Ich gar kein Beftimmen (zur wirklichen Gleichheit) sondern es ift bloss eine Tendenz, ein Streben zur Bestimmung, das dennoch völlig rechtskräftig ift, denn es ift durch das absolute Setzen des Ich gefezt. Das Refultat unsrer bisherigen Untersuchungen ift demnach folgendes: die reine in sich felbft zuriikge- hen- 247 liende Thiitlgkeit des Ich ift in Beziehung auf ein mögliches Objekt ein Streben ; und zwar, laut obigem Leweile. ein unendliches Streben. Diefes unendliche Streben ift in s unendliche hinaus die Bedingung der Möglichkeit alles Objekts : kein Streben, kein Objekt, Wir lohen jezt, inwiefern durch diefe aus andern Grundfätzen ervviesnen Refultate der Aufgabe, die wir übernahmen, Genüge geschehen, und inwiefern dgr aufgezeigte Widerfpruch gelöf’t fey. — Das Ich, welches, überhaupt als Intelligenz betrachtet, von einem Nicht-Ich abhängig, und lediglich nur infofern Intelligenz ift , inwiefern ein Nicht -Ich ift, foll dennoch blofs vom Ich abhängen; und um diefes möglich zu finden, muhen wir wieder eine Kaufalität des Ich zur Beftimmung des Nicht-Ich annehmen, infofern daifelbe Objekt des intelligenten Ich feyn foll. Auf den erften Anblik, und das Wort in feiner ganzen Ausdehnung genommen, hob. eine folche Kaufalität fich felbft auf; unter Voraussetzung derselben war entweder das Ich nicht gefezt, oder das Nicht-Ich nicht gefezt, und mithin konnte kein Kaufalitäts-Verhält- nifs zwischen ihnen Statt finden. Wir suchten dielen Widerstreit zu vermitteln durch die Unterfcheidung zweier entgegengefezter Thätigkeiten des Ich, der reinen, und der objektiven; und durch die Voraussetzung , dafs vielleicht die eitlere ?ur zweiten unmittelbar fich verhalten möchte, wie Urfache zum bewirkten; die zweite unmittelbar' zum Objekte fich verhalten möchte wie Urfache zum bewirkten, und dafs demnach die reine Tliätigkeft des Ich wenigftens mittelbar (durch das Mittelglied der objektiven Thätig- 9 4 keit Idü Tsm.-. keit) mit dem Objekte im Kaufalitiits -Verhältnifle flehen durfte. Inwiefern ift nun diele Vorausi'etzung btfftätigt worden, und inwiefern nicht? Inwiefern hat fürs erfte die reine Thätigkeit des Ich fleh als Uriache der objektiven bewährt? Ztiför- clerfl, inlofern kein Objekt gefezt werden kann, wenn nicht eine Thätigkeit des Ich vorhanden ift, welcher die des Ob.ekts entgegengefe/t ift, und diele Thaiig- keit nothwendig vor allein Objekte fchlechtbin und lediglicli durch das Subjekt felbft itn Subjekte feyn xnufs, mithin die reine Thätigkeit deifelben ift, ift die reine Thätigkeit des Ich als folclie, Bed'wgmg aller ein Objekt fetzenden Thätigkeit. Infofern aber diefe reine Thätigkeit urfpriinglich fleh auf gar kein Objekt bezieht, und von demfelbeu, fo wie daflelbe von ihr gänzlich unabhängig ift , inufs fie durch eine gleichfalls abfolnte Handlung des Ich, auf die des Objekts, (das infofern noch nicht als Objekt gefezt iftj , bezogen Die Behauptung, dafs die reine Thätigkeit an fielt , und als folclie fleh auf ein Objekt bezöge, und dafs es dazu keiner be- fondern abfoluten Handlung des Beziehens bedürfte, wäre der tran=cendentale Grundfatz des intelägiblcn Fatalismus ; des kon- fequentelten Syflems über Freyheit, das vor der Begründung einer Wiifenlchaftslchie möglich war: und aus diefem Grund- fatze wäre man denn allerdings in Rükficht auf endliche We- fen zu der Folgerung berechtigt, dafs infofern keine reine 'thätigkeit gefezr feyn könne, inwiefern fleh keine äussere, und dafs das endliche Wefen fchlechthin endlich, es verlieht fleh nicht durch fleh felblt, fondern durch etwas ausser ihm , gefezt fey, Vor der Gottheit, d. j, von einem Wefen, durch deilen reine *49 zogen, mit ihr verglichen werden. Ob mm gleich diele Handlung, als Handlung, ihrer Bonn nach (dafs fie wirklich gefchieht) ab/otut ift; auf ihr abfolutes Seyn gründet lieh die abfolute Spontaneität der Reflexion im Theoretilchen , und die des Willens im Prak- tifchen, wie wir zu feiner Zeit fehen werden) fo ift fie doch ihrem Gehalte nach, (dafs fie ein Beziehen ift, und Gleichheit, und Subordination delfen, was nachmals als Objekt gefezt wird, fordert ,) durch das abfolute Gefeztfeyn des Ich , als Inbegrif aller Realität, abermals bedingt: und die reine Thätigkeit ift in dieser Rukficht Bedingung des Beziehens, ohne welches kein Setzen des Objekts möglich ift. — In-viefm die reine Thätigkeit durch die fo eben aufgezeigte Handlung auf ein (mögliches,) Objekt bezogen wird, ift fie, wie getagt, ein Streben. Dafs überhaupt die reine Thätigkeit in Beziehung auf ein Objekt gefezt wird, davon liegt der Grund nicht in der reinen Thätigkeit an fich; dafs aber, wenn fie fo gefezt wird, fie als ein Streben gefezt wird, davon liegt in ihr der Grund. 1 (lene Forderung, dafs alles mit dem Ich überein- ftimmen, alle Realität durch das Ich schlechthin gefezt feyn solle, ift die Forderung delfen, was man praktische Vernunft nennt, und mit Recht fo nennt. Ein solches praktisches Vermögen der Vernunft war Q 5 bisreine Thätigkeit unmittelbar auch feine objektive gefezt wäre, würde, wenn nur nicht überhaupt ein folcher Begriff für uns überfchwengüch wäre, das Sy Item des intclhgiblen Fatalismus gelten, bisher poftulirt, aber nicht erwiesen worden. Die Anforderung, welche von Zeit zu Zeit an die Philofo- phen erging, zu erweisen, dafs die Vermin ft praktifch fey, war demnach fehr gerecht. — Ein folcher Be- weifs nun mufs für die theoretische Vernunft felbft befriedigend geführt, und dieselbe darf nicht blofs durch einen Macbtfpruch abgewiefen vverden. Dies ift auf keine andere Art möglich, als fo , dafs gezeigt werde, die Vernunft könne felbft nicht theoretisch feyn, wenn sie nicht praktisch fey ; es fey keine Intelligenz im Menfchen möglich , wenn nicht ein praktisches Vermögen in ihm fey; die Möglichkeit aller Vorstellung gründe sich auf das leztere. Und dies ift denn fo eben geschehen , indem dargethan worden, dafs ohne ein Streben, überhaupt kein Objekt möglich fey.) Noch aber haben wir eine Schwierigkeit zu lösen , die unsre ganze Theorie umzuftofsen droht. Nem- lieh die geforderte Beziehung der Tendenz der reinen Thätigkeit auf die des nachmaligen Objekts, — diefe Beziehung geschehe nun unmittelbar , oder vermittels eines nach der Idee jener reinen Thätigkeit entworf- nen Ideals, — ift nicht möglich, wenn nicht schon auf irgend eine Weife die Thätigkeit des Objekts dem beziehenden Ich gegeben feyn soll. Lallen wir sie ihm nun auf die gleiche Weife durch Beziehung derselben auf eine Tendenz der reinen Thätigkeit des Ich gegeben feyn, fo dreht sich unfre Erklärung im Zirkel, und wir erhalten schlechthin keinen erften Grund der Beziehung überhaupt. Ein folcher elfter Grund mufs, --* 5 »- - S5l mufs , es verlieht fich blofs in einer Idee, weil es ein srfter Grund feyn foll, aufgezeigt werden. Das abfolute Ich ift schlechthin ficli felbft gleich: alles in ihm ift Ein und ebendasselbe Ich, und gehört, (wenn es erlaubt ift, fich fo uneigentlich auszudrii- cken), zu Einem und eben demselben Ich; es ift da nichts zu unterscheiden, kein mannigfaltiges, das Ich ift Alles, und ift Nichts, weil es für fich nichts ift, kein fetzendes und kein gefeztes in fich felbft unterscheiden kann. — Es ßrebt, (welches gleichfalls nur uneigentlich in Rükficlit auf eine künftige Beziehung gefagt wird) kraft feines Wefens lieh in diesem Zuftan- de zu behaupten. — Es thut in ihm fich eine Ungleichheit, und darum etwas fremdartiges hervor: (Dafs das gefchehe, lässt fich a priori gar nicht erweisen , sondern jeder kann es fich nur in feiner eignen Erfahrung darthun. Ferner können wir bis jezt von diesem fremdartigen weiter auch gar nichts lagen, als dafs es nicht aus dem innern Wefen des Ich abzuleiten ift, denn in diesem Falle wäre es überhaupt nichts zu unterscheidendes). Diefes fremdartige fleht nothwendig im Streite mit dem Streben des Ich, schlechthin identisch zu feyn; und denken wir uns irgend ein intelligentes Wesen ausser dem Ich, welches dasselbe in jenen zwei verschiedenen Zufländen beobachtet, fo wird für daf- felbe- das Ich eingeschränkt, feine Kraft zurükgedrängt erscheinen, wie wir z. B. es in der Körper - Welt an- neluuen. Aber s52 Aber nicht ein Wefen aufser dem Ich, fondern das Ich felbft h>I, die Intelligenz feyn , welches jene Ein- fchrartkung Seit; und wir miilTen demnach noch einige Schritre weiter gehen, um die aufgezeigte Schwierigkeit zu löten. - Ifl das Ich lieh felbft gleich, und lirebt es notliwerdig nach der vollkommenen Identität mit lieh telbl't, Io muls es diefes, nicht durch fich felbft, unter brochne Streben (Iraks wiederherftellen; und fo würde denn eine Vergleichung zwilchen dem Zuftande feiner Einfchränkung, und der Wiederherflellung des gehemmten Strebens, alfo eine blofse Beziehung feiner felbft auf fich felbft, ohne alles Hinzuthun des Objekts möglich, wenn fich ein Beziehungsgrund zwilchen beiden Zuftänden aufzeigen liefse. Setzet die ftrebende Thätigkeit des Ich gehe von A bis C fort ohne Anftof«, fo ift bis C nichts zu un- terfcheiden, denn das Ich, und Nicht-Ich ilt nicht zu unterfclreiden, und es findet bis dahin gar nichts statt, delfen das Ich fielt je bewufst werden könnte, ln C wird diefe, den elften Grund alles Bewnfsleyns enthaltende, aber nie zum Bewuftfeyn gelangende Thätig- keit gehemmt. Aber vermöge ihres eignen Innern Weiens kann ste nicht gehemmt werden; lie geht dem- nat h über C. fort , aber als eine folche, die von außen gehemmt worden, und nur durch ihre eigne innere Kraft lieh erhält; und fo bis an den Punkt, wo kein Widerstand mehr ist, z. B. bis D. [ a) über D hinaus kann ste eben fo wenig Gegenstand des Bewuftfeyns feyn, als von A bis C, aus dem gleichen Grunde, b) Es wird liier gar nicht gefagt, dafs das Ich felbft feine Thätigkeit, als eine gehemmte und nur durch fich felbft 255 felbft fich erhaltende fetze; fondern nur, dafs irgend eine Intelligenz aufs er dem Ich he als eine solche würde fetzen können ] Wir bleibr n zur Rpfönb rung der Eentlichkeit innerhalb der fo eben gemac l.-n '• or.msIV'-ung — Eine Intelligenz, welche das .i-Ir---.- richtig und der Sache gemiifs fetzen fällte — utui diel- Intelligenz find gerade wir felbll in unfrei gegenwärtigen wiflen- fchaftlichen Reflexion — miifste jene Thätigkeit noth- ■wendig als die eines Ich — eines fich feibfl fetzenden Wefens, dein nur dasjenige zukormnt, was es in fich fezt, — fetzen. Mithin miifste das Ich felbft sowohl die Hemmung feiner Thätigkeit, als die Wiederher- ftellung derselben. in fich felbft fetzen, fo gewifs es die Thätigkeit eines Ich feyn foll, welche gehemmt, und wiederliergellellt wird. Aber ße kann nur als wiedcrhergeßellt gejezt werden , inwiefern ße als gehemmt ; und nur als gehemmt , inwiefern ße als wiederhergeßellt gefezt wird, denn beides fleht nach obigem in Wech- felbeflimmnng. Mithin find die zu vereinigenden Zu- ftände febon an und für fich synthetisch vereinigt; anders, als vereinigt können fie gar nicht gefezt werden. Dajs fie aber überhaupt gefezt werden, liegt in dem blofsin Begriffe des Ich, und wird mit ihm zugleich poltulirt. Und fo wäre demnach lediglich die gehemmte Thätigkeit, die aber doch gefezt. und demnach wieder In rgeftellt leyu mufs, im Ich, und durch das Ich zu fetzen. Altes Setzen des Ich ginge demnach aus vom Sätzen eines blofs subjektiven Zuftandes; alle Synthefis vor» 254 von einer in »ich felbft nothwendigen Synthefis eines Etitgegengefeztfen im bloßen Subjekte. Öiefes blofs und lediglich fubjekiive wird fich tiefer unten als das Gefühl zeigen. Als Grund dieses Gefühls wird nun weiter eine Thätigkeit des Objekts gelezt; diefe Thätigkeit wird demnach allerdings, wie oben gefordert wurde, dem beziehenden Subjekte gegeben durchs Gefühl, und nun ift die verlangte Beziehung auf eine Thätigkeit des reinen Ich möglich. Dies zur Löfung der ansgezeigten Schwierigkeit. Iezt gehen wir znrük zu dein Punkte, von welchem wir ausgingen. Kein unendliches Streben des Ich, kein endliches Objekt im Icht war das Resultat unsrer Untei fuclnnig, und dadurch scheint denn der Widerspruch zwilchen dem endlichen bedingten Ich, als Intelligenz , und zwilchen dem unendlichen und unbedingten gehoben. Wenn wir aber die Sache genauer an sehen, Io linden wir, dafs er zwar von dein Punkte, auf welchem wir ihn antrafen, zwischen dem intelligenten, und nicht-intelligenten Ich, entfernt, überhaupt aber nur weiter hinaus geschoben fey, und höhere Grundfätze in Widerfireit bringe. Kein lieh wir hatten den Widerspruch zwischen einer unendlichen n. einer endlichenThätigkeit eines u. eben deJIelbeiilchzlt löTen, und löfsten ihn fc, dafs die unendliche Thätigkeit schlechthin nicht objektiv, sondern lediglich in hch felhft zuriikgekend , die endliche aber objektiv fey. Nunmehr aber ift die unendliche Thätigkeit /elbft, felbft , als ein Streben, bezogen auf das Objekt, mithin infofern felbft objektive Thätigkeit; und da die- felbe dennoch unendlich bleiben, aber auch die elftere endliche objektive Tliätigkeit neben ihr beftehen Coli, fo haben wir eine unendliche, und eine endliche objektive Thätigkeit eines und eben deltelben leb., welche Annahme abermals lieh felbft widerfpricht. Liefen VVi- derfprnch läfst fich nur dadurch löfen , dafs gezeigt werde, die unendliche Thätigkeit des Ich fey in einem andern Sinne objektiv, als feine endliche Thätigkeit. Die Vermuthung, welche fich jedem auf den er- ßen Anblik darbietet, iß: ohne Zweifel diele, dafs die endliche objektive Thätigkeit des Ich auf ein wirkliches, fein unendliches Streben aber auf ein blofs eingebildetes Objekt gehe. Liefe Vermuthung wird fich allerdings beftätigen. Da aber dadurch die Frage in einem Zirkel beantwortet, und eine Unterfcheidung fchon vorausgefezt wird, die erft durch Unterfcheidung jener beiden Thätigkeiten möglich ift, fo muffen wir in die Untersuchung diefer Schwierigkeit etwas tiefer hinein gehen. Alles Objekt ift nolhwendig bestimmt, fo gewifs tes ein Objekt feyn foll; denn infofern es das ift, be- ftimmt es felbft das Ich, und fein Beftimmen desselben ift felbft bestimmt, (hat feine Grenze.) Alle objektive Thätigkeit ift demnach, fo gewifs fie das ift, bestimmend , und infofern -auch bestimmt; demnach auch endlich. Mithin kann felbft jenes unendliche Streben nur in einem gewissen Sinne unendlich leyn, und in einem ge willen andern taufs es endlich feyn, -56 Nun wird demfelben eine objektive endliche Thätigkeit entgegen g-fezt ; diefe muTs demnach endlich feyn in demjenigen Sinne,' in welchem das Streben unendlich ift, und das Streben ift unendlich, inwiefern (liefe objektive Thätigkeit endlich ift. Das Streben hat wohl ein Ende; es hat nur nicht gerade das Ende, welches die objektive Thätigkeit hat. Es fragt fich nur, welches diefes Ende fey. Die endliche objektive Thätigkeit Tezt zum Behuf ihres Beftimmens fchon eine der unendlichen Thätigkeit des Ich entgegeugefezte Thätigkeit desjenigen voraus, was nachmals als. Objektbeftimmt wird. Sie ift, zwar nicht inwiefern lie überhaupt bandelt, denn infofern ift fie nach dem obigen abfolut, fondern inwiefern fie die beßimmte Grenze des Objekts fezt(dafs es'gerade in fo weit, u. nicht mehr oder weniger dein Ich widerftehe) abhängig, beschränkt, und endlich. Der Grund ihres Beftimmens, und mithin auch ihres Beftimmtfeyns, liegt aufser ihr. — Ein durch diefe infofern befchränkte Thätigkeit bestimmtes Objekt ift ein wirkliches. In diefer Rükficht ift das Streben nicht endlich; es geht über jene durch das Objekt vorgezeichnete Grenzbeftimmung hinaus, und mufs laut obigem darüber hinaus gehen, wenn eine solche Grenzbeftimmung feyn foll. Es beftimmt nicht die wirkliche, von einer Thätigkeit des Nicht-Ich, die in Wechfelwirkung mit der Thätigkeit des Ich fleht, abhängende Welt, fondern eine Welt, wie fie feyn würde, wenn durch das Ich schlechthin alle Realität gefezt wäre; mithin eine ideale, blofs durch das Ich, und schlechthin durch kein Nicht-Ich gefezte Welt. Inwie* Inwiefern aber ift dennoch das Streben attch endlich? Inwiefern es überhaupt auf ein Objekt geht, und diefetn Objekte, fo gewifs cs ein foldies feyn füll, Grenzen fetzen inufs. Nicht die Handlung des Befliunnens überhaupt, aber die Grenze der Beftim- mung hing bei dem wirklichen Objekte vom Nicbt-lch ab: bei dem idealen Objekte aber hängt die Handlung des Beflimmens fovvohl, als die Grenze, lediglich vom Ich ab ; dalfelbe fleht unter keiner andern Bedingung, als unter der, dafs es überhaupt Grenzen fetzen mufs, die es in die Unendlichkeit hinaus erweitern kann, weil diele Erweiterung lediglich von ihm abhängt. Das Ideal ift abfolutes Produkt des Ich ; es lässt fich ins unendliche hinaus erhöhen, aber es hat in jedem beftimtntetn Momente feine Grenze, die in dem nächflen bestimmten Momente gar nicht die gleiche feyn mufs. Das unbestimmte Streben überhaupt, — das insofern freilich nicht Streben heifsen füllte, weil es kein Objekt hat, für welches wir aber keine Benennung haben, noch haben können, — welches außerhalb aller Bestimmbarkeit liegt — ist unendlich; aber als solches kommt es wicht zum Bewufstfeyn, noch kann es dazu kommen , weil Bewufstfeyn nur durch Reflexion , und Reflexion nur durch Bestimmung möglich ist. Sobald aber über dasselbe reflektirt wird, wird es nothwendig endlich. So wie der Geist inne wird, dafs es endlich fey, dehnt er es wieder aus; sobald er fleh aber die Frage auswirkt: ist es nun unendlich, wird es gerade durch diefe Frage endlich; und fo fort in’* Unendliche. *58 AIfo die 7ufammenfetzung unendlich, und objectiv ift felbft ein Widerfpruch. Was auf ein Objekt geht, ift endlich, und wai endlich ift, geht auf ein Objekt, Diefer Widerfpruch wäre nicht anders zu heben, als dadurch, dafs das Objekt überhaupt wegfiele; es fällt aber nicht weg, aufser in einer vollendeten Unendlichkeit. Das Ich kann das Objekt feines Strebens zur Unendlichkeit ausdehnen; wenn es nun in einem beftimmten Momente zur Unendlichkeit ausgedehnt wäre, fo wäre es gar kein Objekt mehr, und die Idee der Unendlichkeit wäre real Hirt, welches aber felbft ein Widerfpruch ift. Dennoch fchwebt die Idee einer folchen zu vollendenden Unendlichkeit uns vor, und ift im Innerften unfers Wefens enthalten. Wir feilen, laut der Anforderung delfelben an uns, den Widerfpruch löfen; ob wir feine Löfung gleich nicht als möglich denken können, und voraus fehen, dafs wir Ile in keinem Momente unfers in alle Ewigkeiten hinaus verlängerten Dafeyns werden als möglich denken können. Aber eben dies ift das Gepräge unferer Beftimmung für die Ewigkeit, Und fo ift denn nuntnehro das Wefen des Ich be- ftimmt, infoweit es beOimint werden kann, und die Wi- derfpiüche in demselben geiöfst, insoweit fte gelöFt werden können. Das Ich ift unendlich, aber blofs feinem Streben nach; es strebt unendlich zu leyn. Im Begriffe des Strebens felbft aber liegt fchön die Endlichkeit, denn dasjenige, dem nicht widerfirebt wird, ift kein Streben. Wäre das Ich mehr als fliehend; hält» es eine unendliche Kaufalität , fo wäre es kein Ich, es fezte fich nicht,felbft > und wäre demnach Nichts. Hätte -—- SöA Hütte es diefes unendliche Streben nicht, fo könnte es abermals nicht lieh felbß fetzen, denn es könnte lieh nichts entgegen fetzen; es wäre demnach auch kein Ich, und mithin Nichts. Wir legen das bis jert deducirte noch auf einem ändern Wege dar, um den für den praktischen Theil der Wilfenfchaft: lehre hüchftwichtigen Begriff des Strebens völlig klar zu machen. Es giebt, nach der bisherigen Erörterung, ein Streben des Ich, das blofs infofern ein Streben ift, als ihm widerßanden wird, und als es keine Kaufali- tät haben kann; also ein Streben, das, inwiefern es dies ift, auch mit durch ein Nicht-Ich bedingt wird. InMfern es keine Kaufalität habeu kann, Tagte ich; mithin wird eine folche Kaufalitüt gefordert. Dals eine solche Forderung absoluter Kaufalität iin Ich ursprünglich vorhanden feyn müßs, ift aus dem ohne ße nicht zu löfenden Widerspruche zwischen dem Ich, als Intelligenz, und als absolutem Wefen, dargethan Worden. Demnach ift derBeweifs apagogifch geführt, es ift gezeigt worden , dafs mau die Identität des Ich aufgeben müITe, wenn man die Forderung einer absoluten Kaufalität nicht annehmen wolle. Diefe Forderung mufs üch auch direkt, und genetisch erweifen laßen; ße mufs lieh nicht mir durch Berufung auf höhere Principien, denen ohne ße widersprochen würde, glaubwürdig machen, sondern von diesen höhern Principien felbft eigentlich deduci- ' R 2 vtn. reit laßen, fo dafs man einfehe, wie eine folche Forderung im menfchlichen Geifte entliehe. — Es mnfs fich nicht blofs ein Streben nach einer (dureh ein be- ftimmtes Nicht-Ich) beßimmten Kaufalitüt, sondern ein Streben nach Kaufalität überhaupt aufzeigen laßen, welches leztere das erftere begründet. —■ Eine über das Objekt hinaus gehende Thätigkeit wird ein Streben - eben darum, weil fie über das Objekt hinaus geht, und mithin nur unter der Bedingung, dafs schon ein Objekt Vorhanden fey. Es mnfs fich ein Grund des Herausgehens des Ich aus fich felbft, durch welches erft ein Objekt möglich wird, aufzeigen laßen. Diefes aller widerftrebenden Thätigkeit vorausgehende, und ihre Möglichkeit in Riikficht auf das Ich begründende Herausgehen mufs blofs , und lediglich im Ich begründet feyn ; und durch dasselbe erhalten wir erst den wahren Vereinigungspunkt zwifohen dem absoluten, praktischen, und intelligenten Ich. Wir erklären uns noch deutlicher über den eigentlichen Fragepunkt: — Es iß völlig klar, dafs das Ich, inwiefern es fich felbft schlechthin fezt, inwiefern es ift, wie es fich fezt, und fich fezt, wie es ift, schlechterdings fich felbft gleich feyn miiße, und dals insofern in ihm gar nichts Verfchiednes Vorkommen könne ; und daraus folgt denn freilich fogleich, dafs wenn etwas Verfchiednes in ihm Vorkommen fol- le, dasselbe durch ein Nicht- Ich gefezt feyn miiße. Soll aber das Nicht-Ich überhaupt etwas im Ich fetzen können, fo mufs die Bedingung der Möglichkeit eines folchen fremden Einflujfes im Ich felbft, im abfoluten Ich, vor aller wirklichen fremden Einwirkung vorher ge- gmnd* gründet feyn; das Ich muss urfpriinglich, und schlechthin in fich die Möglichkeit fetzen, dass etwas auf dallelhe einwirke; es muss /ich, unbefchadet feines absoluten Setzens durch sich felbff, für ein anderes Setzen gleichsam offen erhalten. Demnach muffte schon ursprünglich im Ich felbff eine Verfchiedenhei* feyn, wenn jemals eine darein kommen Tollte; und zwar müsste diele Verschiedenheit im absoluten Ich, als solchem, gegründet feyn. — Der anscheinende Widerspruch dieser Vorausfetzung wird zu feiner Zeit fich von felbff löfen, und die Ungedenkbarkeit derselben sich verlieren. Das Ich soll etwas heterogenes, fremdartiges, von ihm felbff zu unterscheidendes in fich antreffen : von diesem Punkte kann am fiiglichften untre Unterfu- ehung ausgehen. Aber dennoch soll dieses fremdartige im Ich angetroffen werden, und muff darin angetrqffen werden. Wäre es außer dem Ich , l'o wäre es für das Ich Nichts, und es würde daraus Nichts für das Ich erfolgen. Mithin muff es in gewisser Rükfieht dem Ich auch gleichartig feyn; es mufs demselben zugeschrieben werden können. Das Wefen des Ich beliebt in feiner Thätigkeit; soll demnach jenes heterogene dem Ich auch zuge» schrieben werden können; fo muff es überhaupt leyn eine Thätigkeit des Ich, die als solche nicht fremdartig feyn kann, sondern deren bluffe Richtung vielleicht fremdartig, nicht im Ich, sondern auiler dem R 3 !-h Ich begründet ift, — Wenn die Thätigkeit des Ich» nach der mehrmals gemachten Vorausfetzung , hinaus* geht in das Unendliche i in einem gewillen Punkte aber angeftofsen , doch dadurch nicht vernichtet, sondern nur in fiel) felbfi zurükgetrieben wird, fo ift und bleibt die Thätigkeit des Ich* infofern fie das ift, immer Thätigkeit des leb; nur dafs fie zurükgetrieben wird, ift dem Ich fremdartig, und zuwider. Es bleiben hierbei nur die schwierigen Fragen unbeantwortet, mit deren Beantwortung wir aber auch in das ltuierfte des Wese»« des Ich eindringen: wie kommt das Ich zu dieser Richtung seiner Thätigkeit nach auß'en in die Unendlichkeit? wie kann von ihm eine Richtung nach aulTen von einer nach innen unterschieden werden? nnd warum wtrd die nach innen zuriikgetriebne als fremdartig und nicht it» Ich begründet i angefehen ? Das Ich lezt fiel) selb ft schlechthin, und insofern ift feine Thätigkeit in fich felbft zurukgehend. Die Richtung derselben ift, — wenn es erlaubt ift, etwas noch nicht abgeleitetes vorauszufetzen , blofs um uns verftändlich machen zu können, und wenn es ferner erlaubt ift ein Wort aus der Naturlehre zu entlehnen, das gerade von dem gegenwärtigen transcendentalen Punkte aus erft in dieselbe kommt, wie fich zu feiner Zeit zeigen wird — die Richtung derselben, Tage ich, ift lediglich centripetal. (Ein Punkt bestimmt keine Linie; es muffen für die Möglichkeit einer solchen immer ihrer zwei gegeben feyn, wenn auch der zweite in der Unendlichkeit läge, und die blofse Direktion bezeichnete, Eben To, und gerade aus dem gleichen Grunde giebt es keine Richtung, wenn es ihrer nicht 265 zwei, und zwar zwei entgegengefezte giebt. Der Begriff der Richtung ift ein blofser Wechfelbegriff; eine Richtung ift gar keine, und ift schlechthin undenkbar. Mithin können wir der abfoluten Thütigkeit des Ich eine Richtung, und eine centripetale Richtung nur unter der ftilhchw eigen den Voraussetzung zuschreiben , dass wir auch eine andere centrifugale Richtung dieser Thätigkeit entdecken werden. Nach der äulTer- ften Strenge genommen ift in der gegenwärtigen Vor- ßelJungsart das Bild des ich ein mathematischer, sich keihft durch hch felbft konflitiiirender Punkt, iu welchem keine Richtung, und überhaupt nichts zu unterscheiden ift; der ganz ift, wo er iß, und dessen Inhalt und Grenze (Gehalt, und Form) Eins , und eben dasselbe ift.) Liegt im Wefen des Ich nichts weiter, als lediglich diele konftitutive Thätigkeit, fo, ift es, was für uns Jeder Körper ift. Wir schreiben dem Körper auch zu eine innere., durch fein blofsesSeyn ge- fezte Kraft;, (nach dem Satze A —: A.) aber, wenn wir nur transoendentalphilofophiren, und nicht etwa transcendent, nehmen wir an, dafs durch uns gefezt werde,' dafs ße durch das blofse Seyn des Körpers (für uns) gefezt fey; nicht aber, dafs durch und für den Körper felbfl gefezt werde, dafs fie gefezt ley: und darum ift der Körper für uns leblos, und feelen- los, und kein Ich. Das Ich foll ftch nicht nur felbft letzen für irgend eine Intelligenz ander ihm; sondern es foll ftch für ßich felbfl fetzen;, es foll lieh fetzen, als durch fielt felbft gefezt. Es soll demnach, so gewifs.es ein Ich ift, das Princip des Lebens, und des Ee- wufstfeyns lediglich in sich felbft haben. Demnach fctufs das Ich , fo gewifs es ein Ich ift, unbedingt, und R 4 ohne ohne allen Grund das Princip in ftch haben über lieh felhtl zu reilektiren; und fo haben wir urfprünglich das kh in zweierlei Rükficht, tbeils, inwiefern es re- fkktirend ift, und insofern Ift die Richtung feiner Thä- tigkeit centripetal; theils, inwiefern er dasjenige ift, worauf reilelitirt wird , und infofern ift die Richtung feiner Thhtigkeit centrifugal, und '/-war centrifugal in die Unendlichkeit hinaus. Das Ich ift gefezt, als Realität. und indem reflektirt wird, ob es Realität habe, wird es nnthwendig, als Etwas, als ein Quantum ge- fe/t; es ift aber gefezt, als alle Realität, mithin wird es nothwendig gefezt, als ein unendliches Quantum, als em die Unendlichkeit ausfüllendes Quantum. Demnach find centripetale und centrifugale Richtung der Thätigkeit beide auf die gleiche Art im We- fen des ich gegründet; he find beide Eins, und eben dalfelhe, und find blofs infofern unterschieden, inwiefern über he , als u nterfehiedne , reflektirt wird. — (Alle centripetale Kraft in der Körperwelt ift blofses Produkt der Einbildungskraft des Ich, nach einem Gesetze der Vernunft Einheit in die Mannigfaltigkeit zu bringen, wie hch zu feiner Zeit zeigen wird.) Aber die Reflexion, wodurch beide Richtungen unterschieden werden könnten, ift nicht möglich, wenn nicht ein drittes hinzukommt, worauf he bezogen werden können, oder welches auf he bezogen werden könne. — Der Forderung , (wir muffen immer etwas voiausfetzcin, das noch nicht nachgewiefen ift, um uns auch nur ausdriiken zu können; denn der Strenge nach ift bis jezt noch gar keine Forderung , als Ge- gen- 265 gentheil des wirklich gefchehmden möglich) der Forde* rung, dafs im Ich alle Realität Ieyn Tolle, geschieht unter unsrer Vorausfetznng Genüge; beide Richtungen der Thätigkeit des Ich, die centripetale, und centri- fugale fallen zufammen, und find nur Eine, und eben dieselbe Richtung. (Setzet zur Erläuterung, das Selbft- bewufstfeyn Gottes Toll erklärt werden, fo ift dies nicht anders möglich, als durch die Voraussetzung, dafs Gott über fein eignes Seyu reflektire. Da aber in Gott das reflekiirte Alles in Einem, und Eins in Allem, und das reflektirende gleichfalls Alles in Einem, und Eins in Allem feVn würde, fo würde in und durch Gottre- flektirtes, und reflektirendes, das Bewufstfeyn felbft, und der Gegenstand desselben, heb nicht unterscheiden lallen, und das Selhfthewufstfeyn Gottes wäre demnach nicht erklärt, wie es denn anch Für alle endliche Vernunft, d. i. für alle Vernunft, die an das G triez der Beßimmnng desjenigen, worüber refiektirt wird, gebunden ift, ewig nnerklärbar, und unbegreiflich bleiben wird.) So ift demnach aus dem oben voraus- gefezten kein Bewufstfeyn abzuleiten: denn heide- angenommene Richtungen laden lieb nicht unterscheiden. Nun aber Toll die ins Unendliche hinausgehende Thätigkeit des Ich in irgend einem Punkte angeftoTsen, und in lieh felbft zurukgetrieben werden; und das Ich Toll demnach die Unendlichkeit nicht ausfüllen. Dafs dies geschehe, als Faktum, lässt aus dem Ich fich schlechterdings nicht ableiten , wie mehrmals erinnert worden; aber es lässt allerdings ßch darthun, dafs es gefchehen müde, wenn ein wirkliches Bewufstfeyn möglich feyn foll. R 5 l'enp iS9 lene Forderung des in der gegenwärtigen Funktion reflektirendeu Ich, dafs das durch daffelbe reflektirte Ich die Unendlichkeit ausfüllen folle, bleibt, und wird durch jenen AnftoTs gar nicht eingefchränkt. Die Frage, ob es diefelbe ausftille, und das Resultat, dafs es dieselbe wirklich nicht ausfülle, sondern in 6 begränzt fey , bleibt — und erfl jezt iß die geforderte Unterscheidung zweier Richtungen möglich. Nemlich nach der Forderung des absoluten Ich feilte feine (infofern centrifugale) Thätigkeit hinaus- gehen in die Unendlichkeit; aber fie wird in C re- ßektirt. wird mithin centvipetal, und nun iß durch Beziehung auf jene ursprüngliche Forderung einer ins Unendliche hinausgehenden centrifngalen Richtung — was unterschieden werden foll, rnufs auf ein drittes bezogen werden — die Unterscheidung möglich, weil nun in der Reflexion angetroffen wird eine jener Forderung gemäße centrifugale, und eine ihr widerstreitende (die zweite, durch den Anfiofs reflektirte) centripetale Richtung. Zugleich wird dadurch klar » warum diele zweite Richtung als etwas fremdartiges betrachtet, und aus einem dem Princip des Ich entgegengefezten Princip abgeleitet wird. Und fo iß denn die fo eben aufgeflellte Aufgabe gelöf’t. Das ursprüngliche Streben nach einer Raufa- lität überhaupt im Ich ift genetisch abgeleitet aus dem Heietzs des Ich, über fleh felbft zu reflektiren, und zu -—— 367 zu fordern, dafs es in diefer Reflexion als alle-Realität erfunden werde; beides, fo gewift es ein Ich feyn foll. lene nothwendige Reflexion des leb auf fleh felbft ift der Grund alles Herausgebern aus ficli lelbft, und die Forderung, dal's es die Unendlichkeit ausfülle, der Grund des Strebens nach Kaufalität überhaupt; und beide find lediglich in dem abfohlten Seyn des Ich begründet. Es ift, wie gleichfalls gefordert wurde, der Grund der Möglichkeit eines Einfluffes des Nicht Ich auf das Ich im Ich felbft dadurch aufgefunden worden. Das Ich fezt fich felbft fchlecbthin , und dadurch ifl es in fleh felbft vollkommen, und allem äuffern Eindrücke verfchlofien. Aber es inufs auch, wenn es ein Ich feyn foll, fich fetzen, als durch fi,b felbft gefezt; und durch diefes neue, auf ein ursprüngliches hetzen lieh beziehende Setzen Öfnet es fich, dafs ich fo fage, der Einwirkung von auften; es fezt lediglich durch diefe Wiederholung des Setzens die Möglichkeit, dafs auch etwas in ihm feyn könne, was nicht durch daf- felbe felbft gefezt fey, Beide Arten des Setzens find die Bedingung einer Einwirkung des Nicht-Ich; ohne die erftere wurde keine Thätigkeit des Ich vorhanden feyn , welche eingeschränkt werden könnte ; ohne die zweite würde diefe Thätigkeit nicli t für das Ich eingeschränkt feyn ; das Ich würde fich nicht fetzen können, als eingeschränkt. So Hellt das Ich, als Ich, ursprünglich in Wechselwirkung mit fich felbft; und dadurch er ft wird ein Einflufs von auften in dasselbe möglich. Da- rSS Dadurch haben wir endlich auch den gefuchten Vereinigungspunkt zwifchen dem abfoluten, prakti- fchen, ynd intelligenten Wefcn des Ich gefunden- — Das Ich fordert, dafs es alle Realität in lieh falle, und die Unendlichkeit erfülle. Diefer Forderung liegt nothwendig zum Grunde die Idee des schlechthin ge* fezten, unendlichen Ich; und dieses ift das abfolute Ich, von welchem wir geredet haben. (Hier erk wird der Sinn des Satzes: das Ich fext fielt felbft fchlechthm, völlig Klar. Es ift in demselben gar nicht die Rede von dem im wirklichen Bewufstfeyn gegebnen Ich; denn diefes ift nie schlechthin, sondern fein Zuftahd ift immer, entweder unmittelbar, oder mittelbar durch etwas ausser dem Ich begründet; sondern von einer Idee des Ich, die feiner praktischen unendlichen Forderung nothwendig zu Grunde gelegt werden muss, die aber für unser Bewufstfeyn unerreichbar ift, und daher in demselben nie unmittelbar, [wohl aber mittelbar in der philosophischen Reflexion] Vorkommen kann.) Das Ich muss — und das liegt gleichfalls in fei* nem Begriffe — über (ich reliektiren, ob es wirklich alle Realität in fich falle. Es legt diefer Reflexion jene Idee zum Grunde, geht demnach mit derselben in die Unendlichkeit hinaus, und insofern ift es prak- tifch : nicht absolut, weil es durch die Tendenz zur Reflexion eben aus fich herausgeht; eben fo wenig theoretisch, weil feiner Reflexion nichts zum Grunds liegt, als jene aus dem Ich felbft herftammende Idee, und von dem möglichen Anftofse völlig abftrahirt wird, mithin keine wirkliche Reflexion vorhanden ift. — Hier- Hierdurch entsteht die Reihe deflen, was feyn foll, und was durch das blofse Ich gegeben ist; alfo di* Reihe des Idealen. Geht die Reflexion auf dielen Anßofs, und betrachtet das Ich demnach fein Herausgehen als be- fchränkt; fo entsteht dadurch eine ganz andere Reihe, die des Wirklichen , die noch durch etwas anderes bestimmt wird, als durch das blofse Ich. — Und infofern ist das Ich theoretifch , oder Intelligenz. Ist kein praktifches Vermögen im Ich, fo ist keine Intelligenz möglich ; geht die Thätigkeit des Ich nur bis zum Punkte des AnftoTses, und nicht über allen möglichen Anstofs hinaus, fo ist im Ich, und für das Ich kein anstoßendes, kein Nicht-Ich, wie fchrm mehrmals dargethan worden. Hinwiederum, ist das Ich nicht Intelligenz, fo ist kein Rewufstfeyn feines praktischen Vermögens , und überhaupt kein Selbft- bewufstfeyn möglich, weil erst durch die fremdartige durch den Anstois entftandne Richtung die Unterfchei- dung verfchiedner Richtungen möglich wird, wie fo eben gezeigt worden. (Davon nemlich wird hier noch abftrahirt, dafs das praktifche Vermögen, um zum Rewufstfeyn zu gelangen, erst durch die Intelligenz hindurch gehen, die Form der Vorstellung erst annehmen mufs.) Und fo ist denn das ganze Wefen endlicher ver. nünftiger Naturen umfaßt, und erfchöpft. Ursprüngliche Idee unfers abfoluten Seyns: Streben zur Re- flexion über uns felbß nach diefer Ide*: Einfchrän* kiujg, kling, nicht diefes Strebens, aber unfers durch diefe Einfchrankung erli gefezten wirklichen Dajeyns *) durch ein entgegengefeztes l’rindp, ein Nicht-Ich, oder überhaupt durch unlrc Endlichkeit: Selbßbewufstfeyn und insbesondre Bewufstreyn unfers praktischen Stre- hens: ReKitumung unsrer Verkeilungen darnach: (ohne .Freiheit, und mit Freiheit) durch lie untrer Handlungen, — der Richtung unfers-wirklichen JSnnlichen Vermögens : liefe Erweiterung unsrer Schranken in das Unendliche fort. Und hierbei noch eine wichtige Bemerkung, welche allein wohl hinreichen dürfte, die WilTenfphafts- lehre in ihren wahren Gefichtspunkt zu liehen und die eigentliche Lehre derselben völlig klar zu machen. Nach *) Im konlequentea Stoicismus wird die unendliche Idee des Ich genommen für das wiildichc Ich ; absoluter Seyn, und wirkliches Dufeyn werden nicht unterschieden. Daher ift der Knilche Weife allgenugfam, und unbeschrankt; es werden ihm alle Prädikate beigelegt, die dem reinen Ich, oder auch Gott zukommen. Nach der ftoifchen Moral sollen wir nicht Gott gleich werden, sondern wir find fclbft Gott. Die WifTenfchaftslehre unterscheidet sorgfältig absolutes Seyn, und wirkliches Dafeyn, und legt das erliefe blofs zum Grunde, um das leztere erklären zu können. Der Stoicifrsnis wird dadurch widerlegt, dafs gezeigt wird, er könne die Möglichkeit des Bewufstfeyns nicht erklären. Darum ift die Willen, fchaftslehre auch nicht atheiftifch, wie der Stoicismus nath- wendig feyn mufs, wenn er konsequent verfährt* Nach der fo eben rorgenotnmenen Erörterung ift das IPrincip des Lebens und Bewnfstfeyns, der Grund feiner Möglichkeit, — allerdings im Ich enthalten, aber dadurch entflieht noch kein wirkliches Leben, kein empirifches Leben in der Zeit; und ein anderes ift für uns schlechterdings undenkbar. Soll ein solches wirkliches Leben möglich feyn, fo bedarf es dazu noch eines befondern Anftofses auf das Ich durch ein Nicht- Ich. Der Jezte Grund aller Wirklichkeit für das Ich ift demnach nach der Willenfchaftslehre eine ursprüngliche Wechfelwirkung zwischen dem Ich, und irgend einem Etwas auffer demselben, von welchem lieh weiter nichts sagen lässt, als dafs es dem Ich völlig ent» gegengefezt feyn mufs. ln diefer Wechfelwirkung wird in das Ich nichts gebracht, nichts fremdartiges hineingetragen; alles was je bis in die Unendlichkeit hinaus in ihm £ch entwickelt, entwickelt sich lediglich aus ihm selb ft nach feinen eignen Gesetzen; das Ich wird durch jenes Entgegengefezte blofs in Bewegung gefezt, um zu handeln, und ohne ein solches erftes bewegendes auffer ihm würde es nie gehandelt, und da feine Exiftenz blofs im Handeln befteht, auch nicht exiftirt haben, lenem bewegenden kommt aber auch nichts weiter zu, als dafs es ein bewegendes fey, eine entgegengefezte Kraft, die als solche auch nur gefühlt wird. Das Ich ift demnach abhängig feinem Dafeyn nacb 4 . aber es iß schlechthin unabhängig in den Beftimmun- gen diefes feines Dafeyns. Es ift in ihm, kraft feines ab- 272 abfoluten Seyns, ein fiir die Unendlichkeit gültiges Ge* [ez diefer Beßiiiummgeu, und es ift in ihm ein Mittel* vermögen , fein ernpirilches Dafeyn nach jenem Gefe- tze zu beöiinmen. Der Punkt, auf welchem wir uns felbft bilden, wenn wir zuerll jenes Mittelvetmögens der Freiheit mächtig werden, hängt nicht von uns ab, die Reihe, die wir von (liefern Punkte aus in alle Ewigkeitbelchreiben werden, in ihrer ganzen Ausdehnung gedacht, hängt völlig von uns ab. Die Wi.Tenfchaftslehre ift demnach realiflifch. Sie zeigt, dafs das B 0 wirfst feyn endlicher Naturen fich fchiechterdings nicht erklären lalle , wenn man nicht eine unabhängig von den leiben vorhandne, ihnen völlig entgegengefezte Kraft annimmt, von der die- felben ihrem empirifthen Dafeyn nach felbft abhängig find. Sie behauptet aber auch nichts weiter, als eine folche entgegengefezte Kraft, die von dem endlichen Wefeu blos gefühlt, aber nicht erkannt wird. Alle mögliche ßeftimmungen diefer Kraft, oder diefes Nicht- Ich, die in die Unendlichkeit hinaus in nnferm Bewufstleyn Vorkommen können, macht lie fich an- heifchijr, aus dem beftimmenden Vermögen des Ich abzuleiten, und rnüfs diefelbe, fo gewifs fi? Wiffen* fchaftslehre ift , wirklich ableiten können. Ohnerachtet ihres Realismus aber ift diele Wißen* fchaft nicht transcendent, fondern bleibt in ihren in- nerften Tiefen transcenäental. Sie erklärt allerdings alles Bewufstfeyn aus einem unabhängig von allem Be- wufstfeyn vorhandnen; aber fie vergifst nicht, dafs fie auch in diefer Erklärung fich nach ihren eignen Ge- 27 z Gefetzen richte, und fo wie fie hierauf rfeflektirt, wird jenes Unabhängige abermals ein Produkt ihrer eignen Denkkraft, mithin etwas vom Ich abhängiges, info fern es für das Ich (im Begriff davon) da feyn foll. Aber für die Möglichkeit diefer neuen Erklärung jener erffen Erklärung wird ja abermals fchorr das wirkliche Bewuftfeyn, und für deffen Möglichkeit abermals jenes Etwas, von welchem das Iclr abhängt, vorausgefezt; und wenn jezt gleich dasjenige , was fürs eilte, als ein Unabhängiges gefezt wurde, vom Denken des Ich abhängig geworden , fo ift doch dadurch das Unabhängige nicht gehoben, fondern nur weiter lrinausgesezt, und so koennte man in das unbegrenzte hinaus verfahren, ohne dafs daffelbe je aufgehoben würde. — Alles ift feiner Idealität nach abhängig vom Ich, in Anfe- hung der Realität aber ift das Ich felbft abhängig; aber es ift nichts real für das Ich ohne auch ideal zu feyn; mithin ift in ihm Ideal - und Realgrund Eins und eben- dafselbe, und jene Wechfelwirkung zwilchen dem Ich. und Nicht-Ich ift zugleich eine Wechfelwirkung des Ich mit freh felbft. Daffelbe kann fleh fetzen, als be- fchränkt durch das Nicht-Ich, indem es nicht darauf reflektirt, dafs es jenes befchränkende Nicht-Ich doch felbft fetze; es kann frclr fetzen, als felbft. befchränkcnd. das Nicht-Ich, indem es darauf reflektirt. Dies, dafs der endliche Ge ift notliwendig etwas * abfolutes aufser lieh fetzen mufs (ein Ding an fielt) und dennoch von der andern Seite anerkennen mufs, dafs daffelbe nur für ihn da fey ( einnothwendigesNou- men fey) ift der jenige Zirkel, den er in das Unendliche erweitern, aus welchem er aber nieheraasgeheu S kann. kann. Ein Syftem, das auf diefen Zirkel gar nicht Hükficht nimmt, ift ein dogmatifcher Idealismus; denn eigentlich ift es nur der angezeigte Zirkel der'uns begrenzt und zu endlichen Wefen macht: ein Syftem, das aus demfelhen herausgegangen zu feyn wähnt, ift ein transfcendenLer realiftifcher Dogmatismus. Die. Wiffenfchaftslehre hält zwilchen beiden Sy- ftemen beftiimnt. die Mitte, und ift ein kritifcher Idealismus, den man auch einen Real -Idealismus, odereinen Ideal-Realismus nennen konnte. — Wir setzen noch einige Worte hinzu, um, wo möglich, allen verständlich zu werden. Wir Tagten: das Bewuftfeyn endlicher Naturen läfst fleh nicht erklären, wenn man nicht eine unabhängig von denselben vorhandne Kraft annimmt. — Für Wen lässt es sich nicht erklären? und für Wen Tolles erklärbar werden? Wer überhaupt ift es denn, der es erklärt? Die endlichcnNaturcn felbft. So wie wir lagen ,,erklären,,find wir fclion auf dem Felde der Endlichkeit; denn alles Erklären, d. i. kein Umfallen auf einmal, sondern ein Fortfteigen von einem zum andern, ift etwas endliches, und das Begrenzen, oder Beftimmen ift eben die Brücke, auf welcher übergegangen wird, und die das Ich in lieh felbft hat. — Die entgegengefezte Kraft ift unabhängig vom Ich ihrem Seyn, und ihrer Beftimmung nach, welche doch das praktische Vermögen des Ich, oder fein Trieb nach Realität zu modifi- ciren strebt; aber fie ift abhängig von feiner idealen Thätigkeit, von dem theoretilchen Vermögen dellel- ben; fie ifc für das Ich nur, inwiefern fie durch daß'cl- he gefezt wird, und aufferdem ift fie nicht für das Ich. Nur inwiefern etwas bezogen wird auf das praktilche Ver- 275 Vermögen fies Icli, hat es unabhängige Realität; inwiefern es auf das theoretifclie bezogen wird, ift es aufgefafst in das Ich, enthalten in feiner Sphäre, unterworfen feinen Vorftellungsgefetzen. Aber ferner, wie kann es doch bezogen werden auf das praktilshe Vermögen, aufser durch das theoretifclie, und wie kann es doch ein Gegenftand des theoretifchen Vermögens werden, aufser vermitteln des praktifchen? Alfo hier heltätigt lieh wieder, oder vielmehr, hier zeigt lieh in feiner vollen Klarheit der Satz: Keine Idealität, keine Realität, und umgekehrt. Man kann demnach auch lagen: def lezte Grund alles Bewufstfeyns ilt eine Wechfelwirkung des Ich mit lieh felbli vermitteln eines von verfchiednen Seiten zu betrachtenden Nicht- Ich. Dies ift der Zirkel, aus dem der endliche Geilt nicht herausgehen kann, noch, ohne die Vernunft zu verläugnen, und feine Vernichtung zu verlangen, es wollen kann. Intereifant wäre folgender Einwurf: Wenn nach obigen Geletzen das Ich ein Nicht- Ich durch ideale Tliätigkeit fezt, als Erklärungsgrund feiner eignen Begrenztheit, mithin daffelbe in lieh aufnimmt; fezt es doch wohl diefes Nicht-Ich felblt als ein begrenztes (in einem beftimm'ten endlichen Begriffe) ? Setzet diefes Objekt — A. Nun ift dieThätigkeit des Ich im Setzen diefes A. nothwendig felblt begrenzt, weil he auf ein begrenztes Objekt, geht. Aber das Ich kann heb felbft nie, demnach auch nicht im angezeigten Falle begrenzen; mithin mufs es, indem es A., das allerdings in daffelbe aufgenommen wird, begrenzt, felblt begrenzt feyn, durch ein von ihm noch völlig unabhän- S 2 giges giges B. das nicht in daffelbc aufgenommen ift. — Wir geliehen (lies alles zu: erinnern aber, dafs auch diefes B. wieder in das Ich aufgenommen werden kann, welches der Gegner zugiebt, aber von feiner Seite erinnert, dafs für die Möglichkeit es aufzunelimen das Ich abermals durch ein unabhängiges C. begrenzt feyn mufs: und fo ins unendliche fort. Das Refultat diefer Unter- fuchung würde feyn, dals wir unferm Gegner in die Unendlichkeit hinaus keinen einzigen Moment würden aufzeigen können, in welchem nicht für das Streben des Ich eine unabhängige Realität aufs er dem Ich vorhanden wäre; er aber auch uns keinen, in welchem nicht diefes unabhängige Nicht-Ich vorgeftellt, und- auf diele Art von dem Ich abhängig gemacht werden könnte. Wo liegt nun das unabhängige Nicht-Ich un- fers Gegners, oder fein Ding an fich, das durch jene Aronmentation erwiefen werden follte ? ' Offenbar nirgends , und allenthalben zugleich. > Es ift nur da, inwiefern inanes nicht hat, und es entflieht, fobaldman es aulFaflen will- Das Ding an fleh ift etwas für das Ich , und folglich im Ich, das doch nicht im Ich feyn foll: alfo etwas widerfprecliendes, das aber dennoch als Gegenfland einer nothwendigen Idee allem unfern Pliilofophiren zum Grunde gelegt werden mufs, und von jeher, nur ohne dafs man fich deffelben und des in ihm liegenden Widerfpruchs deutlich bewufst war, allem Philofophiren, und allen Handlungen des endlichen Gciftes zu Grunde gelegen hat. Auf diefes Ver- hältnifs des Dinges an fleh zum Ich gründet flcli der ganze Mechanifmus des menfchlichen, und aller endlichen Geifter. Diefes verändern wollen, heilst alles Bewufstfeyn, und mit ihm alles Da feyn auflieben. Al- Alle fcheinbaren, und denjenigen, der nicht felir fcliavf denkt, verwirrenden Einwürfe gegen die Wif- fenfchaftslehre werden lediglich daher entliehen, dafs inan der fo eben aufgeftellten Idee fich nicht bemächtigen, und lie nicht feit halten kann. Man kann fie auf zweierlei Art unrichtig auffaffen. Entweder man reflektirt blos darauf, dafs lie, da es eine Idee ift, doch im Ich feyn mufs; und fo wird man, wenn man übrigens ein entfchlofsner Denker ift , Idealift, und laug, net dogmatifch alle Realität aufs er uns, oder hält man ficli an fein Gefühl, fo läugnet man, was klar da liegt, widerlegt, die Argumentationen der Wiffenfchaftslehre durch Machtfprüclie des gefunden Menfchenverftandes (mit welchem fie wolrlverftanden innigft übereinfiimmt) und befchuldigt diefe Wifienfchaft felbft des Idealismus, weil man ihren Sinn nicht fafst. Oder man reflektirt blos darauf, dafs der Gegenftand diefer Idee ein unabhängiges Nicht - Ich fey, und wird tranfcen- denter Realift, oder falls man einige Gedanken Kants aufgefafst haben follte, ohne fich des Geifies feiner ganzen Philofopliie bemächtigt zu haben, befchuldigt man von feinem eignen Tranfscendentismus aus, den man noch nie abgelegt, die Wiffenfchaftslehre des Tranfscendentismus, und wird nicht inne, dafs man mit feinen eignen Waffen nur fich felbft fclilägt. — Keines von beiden follte man thun; man follte weder auf das Eine allein, noch auf das Andre allein, fon- dern auf beides zugleich reflektiren; zwifchen den beiden entgegengefezten Eeßimmungen diefer Idee mitten inne fcliweben. Dies iß nun das Gefchüft der J'chaJfenden Einbildungskraft , und diefe — ift ganz ge- wifs allen Mcnfchen zu Theil geworden, denn ohne S 5 fie 278 fie hätten diefelben auch nicht eine einzige Vorfiel hin g, aber bei iveitem nicht alle Menfchen haben dicfelbe in ihrer freien Gewalt, um durch fie zwekmäfsig zu er- fchallen, oder, wenn auch in einer glüklichen Minute das verlangte Bild wie ein Blitzfitrahl vor ihre Seele fich hellte, daflelbe feft zu halten, es zu unterfuchen, und es heb zu jedem beliebigen Gebrauche unauslöschlich einzuprägen. Von diefem Vermögen hängt es ab, ob m,Tn mit, oder ohne Geilt philofophire. Die Wif- Icnfchaftslehre ift von der Art, dafs fie durch denblof- len Buchhaben gar nicht, fondern dafs he lediglich durch den Geih hcli mittheilen läfst; weil ihre Grundideen in jedem, der he ftudirt, durch die fchaffende Einbildungskraft felbit hervorgebracht werden mühen; wie es denn bei einer auf dielezten öriinde dermenfeh- liclien Erkenntnifs zurükgehenden Wihenfchaft nicht anders feyn konnte, indem das ganze Geschäft des menschlichen Geiltes von der Einbildungskraft ausgeht, Einbildungskraft aber nicht anders, als durch Einbildungskraft aufgefafst werden kann. In wem daher diese ganze Anlage schon unwiderbringlich erschlafft oder getödtet ih, dem wird es freilich auf immer unmöglich bleiben, in diese Wihenfchaft einzudringen; aber er hat den Grund dieser Unmöglichkeit gar nicht in der Wihenfchaft felbft, welche leicht gefasst wird, wenn he überhaupt gefasst wird, fondern in feinem eignen Unvermögen zu suchen. So Die Wihenfchaftslehre soll den ganzen Menfchen erschöpfen; he lässt daher lieh nur mit der Totalität feines ganzen Vermögens auiFaflen. Sie kann nicht allgemeingeltende I’hilofophie werden, fo lan- So wie die aufgeftellte Idee der Grundftein des ganzen Gebäudes von innen ift, fo gründet darauf lieh auch die Sicherheitdefielben von außen. Es ilt unmöglich über irgend einen Gegenßand zu pbilofophiren, ohne auf diefe Idee, und mit ihr auf den eignen Boden der Wißenfchaftslelire zu gerathen. Ieder Gegner mufs, vielleicht mit verbundnen Augen, auf ihrem Gebiete, und mit ihren Waffen ffreiten, und es wird immer ein leichtes feyn , ihm die Binde vom Auge zu reifsen, und ihn das Feld erblicken zu laßen, auf welchem erlicht. Diefe Wiffenfehaft iff daher durch die Natur der Sache vollkommen berechtigt, im Voraus zu erklären, dafs ße von manchem misverßanden, von meinem gar nicht vorhanden, dafs ße, nicht nur. nach der gegenwärtigen äußeril unvollendeten Dariiellung, fondern auch nach der vollendcßen, die einem Einzelnen möglich feyn dürfte, in allen ihren Theilen der Verbeße- rung gar lehr bedürftig bleiben, dafs ße aber ihren Gmndziigen nach von keinem Menfchen und in keinem Zeitalter widerlegt werden wird. s 4 §. 6. Drit- lange in fo vielen^Menfchen die Bildung eine Ge- nnithskraft zum Vortheil der andern, die'Einbil- dungskraft zum Vortlieil des Verßandes, denVer- ltand zum Vortheil der Einbildungskraft, oder wohl beide zum Vortlieil des Gedäclitniiies töd- tet; ße wird fo lange ßch in einen engen Kreis einfclilieflen miilfen — eine Wahrheit, gleich unangenehm zu lagen, und zu hören, die aber doch Wahrheit iß. 282 §. 6 . Dritter Lehr [atz. Im Streben des Ich wird zugleich ein Gegenli eben des Nicht- Ichgefezt, welches dem erfiern das Gleichgewicht halte. Zuförderlt einige Worte über die Metliode! — I m tlicoretifchen Theile der Wilfenfchaftslehre ift es uns lediglich um das Erkennen zu thun,filier um das Erkaiui- te. Dort fragen wir: wie wird etwas gefezt, ange- fchaut, gedacht, u. f. f. hier: runr wird gefezt? W^enn daher die Wilfenfchaftslehre doch eine Metaphyfik, als vermeinte Wilfenfcliaft der Dinge an lieh haben feilte, und eine folche von ihr gefordert würde, fo müfs- te lie an ihren praktifchen Theil verweilen. Diefer allein redet, wie lieh immer näher ergeben wird, von einer urfprünglichen Realität; und wenn die Wilfenfchaftslehre gefragt weiden feilte: Wie lind denn nun die Dinge an lieh befchaffen? fo könnte lie nicht anders antworten als: So, wie wir lie machen feilen. Dadurch nun wird die Wilfenfchaftslehre keinesweges tranfscendent; denn alles was wir auch hier aufzeigen werden, finden wir in uns felbft, tragen es aus uns felblt heraus, weil in uns etwas lieh findet, das nur durch etwas außer'uns lieh vollfiändig erklären läfst. Wir wißen, dafs wir es denken , es nach den Gefetzen unfers Geiftes denken, dafs wir demnach nie aus uns lierauskommen, nie von der Exifienz eines Objekts ohne Subjekt reden können. Das Streben des Tch foll unendlich feyn, und nie Kaufalität haben. Dies läfst lieh lediglich unter Be- dingung eines Gegenftrebens denken, das denselben das 28 t das Gleichgewicht halte, d. i. die gleiche Quantität innerer Kraft habe. Der Begriff eines folchen Gegenftre- bens, und jenes Gleichgewichts iff im Begriffe dfes Strehens fclion enthalten, und läfst durch eine Analy- fe lieh aus ihm entwickeln. Ohne diele beiden Begriffe fleht er in Widerfpruche mit fleh felbft. 1. ) Der Begriff des Strehens ift der Begriff einer Ur- lache die nicht Urfache ift. Iede Urfaclie aber lest Thätigkeit voraus. Alles firebende hat Kraft; hätte es keine Kraft, fo wäre es nicht Urfache, welches dem vorigen widerfpricht. 2 . ) Das Streben, inwiefern es das ift, hat notliwen- dig feine beitiinmte Quantität als Thätigkeit. Es geht darauf aus, Urfache zu feyn. Nun wird es das nicht, es erreicht demnach fein Ziel nicht, und wird begrenzt. Würde es nicht begrenzt, fo würde es Urfache, und wäre kein Streben, welches dem vorigen widerfpricht. 3. ) Das drehende wird nicht durch fich fe!bfi begrenzt, denn es liegt im Begriffe des Strehens, dafs es auf Kaufalität ausgehe. Begrenzte es fleh felbft^ fo wäre es kein drehendes. Iedes Streben niufs alfo durch eine der Kraft des drehenden entgegen- gefezte Kraft begrenzt werden. 4. ) Diefe entgegengefezte Kraft mufs gleichfalls drehend feyn, d. h. zuförderft, fle mufs auf Kaufalität ausgehen. Ginge fle nicht darauf aus j fo hätte fle keinen Berührungspunkt mit demEntge» gengefezten. Dann, fle mufs keine Kaufalität haben; hätte fle Kaufalität, fo vernichtete fle das Streben des Entgegengefezten völlig, dadurch dafs fle feine Kraft vernichtete. S 5 SO Kei- Z.) Keines von den Beiden entgegenfirebenden kann Kaufalität haben. Hätte fie eines von Beiden, fo würde dadurch die Kraft des entgegengefezten vernichtet, und Iie hörten auf entgegenltrebend zu fevn. Mithin mufs die Kraft beider lieh das Gleichgewicht halten. §. 7 - Das Streben des Ich, Gegcnfireben des Nicht - Ich, und Gleichgewicht zwijehen beiden mufs gejezt werden. A.) Das Streben des Ich wird gefezt, als folches. 1. ) Es wird überhaupt, gefezt, als Etwas, nach dem allgemeinen Gefetze der Reflexion; mithin nicht als Thädgkeit, als etwas, das in Bewegung, Agilität iit, fondern als etwas fixirtes, feitgefeztes. 2 . ) Es wird gefezt, als ein Streben. Das Streben geht auf Kaufalität aus ; es mufs daher, feinem Charakter nach, gefezt werden, als Kaufalität. Nun kann diefe Kaufalität nicht gefezt werden, als gehend auf das Nicht-Ich; denn dann wäre gefezt reale wirkende Thätigkeit, und kein Streben. Sie könnte daher nur in lieh felbß zu- rükgehen; nur lieh felbß produciren. Ein lieh felbß producirendes Streben aber, das feßge- fezt, beßimmt, etwas gewilfes iß, nennt man einen Trieb. (Im Begriffe eines Triebes liegt 1.) dafs er in dem innernWefen desjenigen gegründet fey, dem er beigelegt wird; alfo hervorgebracht durch die Kaufalität deffelben auf lieh 'felbit, durch 283 durch fein Gcfeztfeyn durch ffch felblt. 2.) Dafs er , eben darum etwas feltgefezt,es, daurendes, iey. 5) Dafs er auf KaufaKtät aufser lieh ausgehe, aber, inwiefern er nur Trieb feyn loh, lediglich durch lieh felblt, keine habe. — Der "Trieb ift demnach blofs im Subjekte, und geht' feiner Natur nach nicht außerhalb des Umkrei- fes deffelbcn’heraus.) So mufs das Streben gefezt werden, wenn es gefezt . werden feil; und es mufs — gefcliehe es nun unmittelbar mit oder ohne Bewulstfeyn, — .gefezt werden, wenn es im Ich feynfoll, und wenn ein Bewulstfeyn, welches nach dem obigen lieh auf eine Aeuffutung des Strebens gründet, möglich feyn foll. E.) Das Streben des Ich kann nicht gefezt werden, ohne dafs ein Gegcnßreben des Nicht - Ich gefezt werde; deiin das Streben des erftern geht aus auf Kaufalität, hat aber keine; und dafs es keine hat, davon liegt der Grund nicht in ihm felbft, denn fonft wäre das Streben deffelben kein Streben, fondern Nichts. Alfo, er mufs, wenn er gefezt wird, aufser dein Ich gefezt werden, und abermals nur als. ein Streben; denn fönfi würde das Streben des Ich, oder, wie wir es jezt kennen, der Trieb würde unterdrükt, und könnte nicht gefezt werden. C.) Das Gleichgewicht zwifclien beiden mufs gefezt werden. Es ift hier nicht die Rede davon, dafs ein Gleichgewicht zwifchen beiden feyn muffe; dies haben 284 wir fchon im vorigen §. gezeigt; fondern es wird nur gefragt, was im Ich, und durch das Ich ge* fezt werde, indem es gefezt wird ? Das Ich Üreht die Unendlichkeit auszufüllen j zugleich hat es das Gefez, und die Tendenz über Hell felbft zu reflektiren. Es kann nicht über lieh reflektiren, ohne begrenzt zu feyn , und zwar in Rükftcht des Triebes , durch eine Beziehung auf den Trieb begrenzt zu feyn. Setzet, dafs der Trieb im Punkte C. begrenzt werde, fo wird in C. die Tendenz zurReßexion befriedigt , der Trieb nach realer Thätigkeit aber befchränkt. Das Ich begrenzt dann lieh felbft, und wird mit lieh felbft in Wech- fei Wirkung gefezt: durch den Trieb wird es weiter hinausgetrieben, durch die Reflexion wird es angehalten, und hält fleh felbft an. Beides vereinigt, giebt die Aeuflerung eines Zwanges , eines Nichtkönnens. Zum Nichtkönnen gehört a.) ein Weiterftreben; aufserdein wäre das, was ich nicht kann, gar nichts für mich ; es wäre auf keine Art in meiner Sphäre, b.) Begrenzung der wirklichen Thätigkeit; demnach wirkliche Thätigkeit felbft, denn was nicht ift, kann nicht begrenzt werden c.) Dafs das begrenzende nicht in mir, fondern auffer mir liege (gefezt werde) aufserdem wäre kein Streben da. Es wäre da kein Nicht - können , fondern ein Nicht- wollen. — Alfo jene Aeuflerung des Nicht-könnens iß eine Aeuf- ferung des Gleichgewichts. Die Aeuflerung des Nicht - könnens im Ich heilst ein Gefühl. In ihm ift innig vereinigt Thätigkeit >— ich fühle, 285 fühle, bin das fühlende, und diefe. Thätigkeit ift die der Reflexion — Befchränkung — ich fühle , bin leidend, und nicht thätig; es ift ein Zwang vorhanden. Diefe Befchränkung fezt nun notlnvendig einen Trieb voraus, weiter hinaus zu gehen. Was nichts weiter will, bedarf, umfafst, das ift— es verlieht dich, für fick felhß — nicht eingefchränkt. Das Gefühl ift lediglich fubjektiv. Wir bedürfen > zwar zur Erklärung delfelben, — welches aber eine thcorctifche Handlung ift, — eines begrenzenden; nicht aber zur Deduktion delfelben, inwiefern es im Ich Vorkommen foll, der Vorßellung , des Setzens eines folchen im Ich. (Hier zeigt lieh fonnenklar, was fo viele Philofo- phen, die troz ihres vermeinten Kriticismus vom trans. eendenten Dogmatismus fleh noch nicht losgemachthaben, nicht begreifen können, dafs und wie das Ich alles, was je in ihm Vorkommen foll, lediglich aus fleh felbft, ohne dafs es je aus fleh herausgehe, und feinen. Zirkel durchbreche, entwickeln könne; wie es denn nothwendig feyn mufste, wenn das Ich ein Ich feyn foll. — Es ift in ihm ein Gefühl vorhanden; dies ift eine Befchränkung des Triebes; und wenn es fleh als ein beftimmtes, von andern Gefühlen zu unterscheidendes Gefühl feilte fetzen lallen, wovon wir freilich hier die Möglichkeit noch nicht einfehen , die Befchränkung eines beftimmten, von andern Trieben zu unterfchei- denden Triebes. Das Ich mufs einen Grund diefer Befchränkung fetzen, und mufs denfelben aufser fleh fetzen. Es kann den Trieb nur durch ein völlig entge- gengefeztes befchränkt fetzen; und fo liegt es demnach of- offenbar im Triebe, was als Objekt gefezt werden fölle«: IR der Trieb z. B. bcRimmt'IIk Y, Io nmfs als Objekt, nothwendig Nicht- Y. gefezt werden. — Da aber alle diele Funktionen des Geniütlis mit Nothwendigkeit ge« fcliehen, fo wird man 1 eines Handelns iiclr nicht bewirbst, undmufs nothwendig anpebm.en, dafs man von au Ile n erhalten habe, was man doch lelblt durch eigne Kraft nach eignen Gehetzen pro.ducirt hat. — Diebes Verfahren hat dennoch objektive Gültigkeit, denn es ibt das gleichförmige Verfahren aller endlichen Vernunft, und es giebt gtrr keine objektive Gültigkeit, und kann keine andre geben, als die angezeigte. Dem Anbpru- clie auf eine andere liegt eine grobe , handgreiflich nachzuweifende Täuichung zum Grunde. Wir zwar in unfrer Unterfuchung fckeinen dielen Zirkel durchbrochen zu haben; denn wir haben zur Erklärung des Strebens überhaupt ein von dem Ich völlig unabhängiges, und ihm entgegenftrebeudes Nicht» Ich angenommen. Der Grund der Möglichkeit, und der Rechtmäfsigkeit diefes Verfahrens liegt darin : le- der, der mit, uns die gegenwärtige Unterbuchung an- ftellt, ift lelblt ein Ich, das aber die Handlungen, welche hier deducirt werden, längft vorgenommen, mithin fchon längft ein Nicht - Ich gefezt hat (von dem er eben durch gegenwärtige Unterfuchung überzeugt werden foll, dafs es fehl eignes Produkt fey.) Er hat das ganzfc Gefcliäft der Vernunft fchon mitNothwendigke.it vollendet, und beitimmt fich jezt, mit Freiheit,'.die Rechnung gleichfam noch einmal durchzugehen, dein Gange, den er felhft einmal befchvieb , an einem andern' Ich, das erwillkiihrlich fezt, auf den Punkt Hellt, von wel- 287 welchem er felblt einlt ausging, und an welchem er das Experiment macht, zuzufehen. Das zu unterfuchende Ich wird einlt felblt auf dem Punkte ankommen, auf welchem jczt der Zufchauer lieht, dort werden beide lieh Vereinigen, und durch diele Vereinigung wird der aufgegebne Kreisgang gefchlolfen feyn.) §. 8 - Das Gefühl felbji lnitfs gefezt , und befiimmt werden. Zuförderü einige allgemeiüe Bemerkungen, zur Vorbereitung auf die jezt zu erhebende liöchft. wichtige Unt.erfuchun'g. i.) Im Ich ilt urfprünglich ein Streben die Unendlichkeit auszufüllen. Diefes Streben, w'iderftrei- tet allem Objekte. S.) Das Ich hat in lieh das Gefcz, über lieh zu re- Uektiren, als die Unendlichkeit ausfüllend. Nun . aber kann es nicht über fich, und überhaupt über nichts rellektiren, wenn dailelbe nicht begränzt ift. Die Erfüllung diefes Gcfetzcs, oder — was das gleiche heilst — die Befriedigung des llelle- xionstriebes ilt demnach bedingt, und hängt ab vom Objekte. Er kann nicht befriedigt werden, ohne Objekt, — mithin läfst er lieh auch belehre!« hen als ein Trieb nach dem Objekte . H.) Durch die Begrenzung vermitteilt eines Gefühls wird dielet Trieb zugleich befriedigt, und nicht befriedigt »-) he- a. ) befriedigt; das Ich follte fclilecliihm über lieh reflektiren: es reflektirt mit abfoluter Spontaneität, und ift daher befriedigt der Form der Handlung nach. Es ift daher im Gefühle etwas, das ficli auf das Ich beziehen, demfelben zufchreiben läfst. b. ) nicht befriedigt dein Inhalte der Handlung nach. Das Ich follte gefezt werden, als die Unendlichkeit ausfüllend, aber es wird gefezt, als begrenzt. — Dies kommt nun gleichfalls nothwendig vor im Gefühle. c. ) Das Setzen dieferNichlbefriedigung aber ift bedingt durch ein Hinausgehen des Ich über die Grenze, die ihm durch das Gefühl gefezt wird. Es mufs etwas gefezt feyn, auf- ' fer der vom Ich befezten Sphäre, das auch zur Unendlichkeit gehöre, auf welches demnach der Trieb des Ich auch gehe. Dies anufs gefezt werden, als durch das Ich nicht beftimmt. Wir untersuchen, wie diefes Hinausgehen, alfo das Setzen diefer Nichtbefriedigung, oder des Gefühls, welches das gleiche heilst, möglich fey. I.) So gewifs das Ich über ficli reflektirt, iß es begrenzt, d. i. eb erfüllt die Unendlichkeit nicht, die cs doch flrebt zu erfüllen. Es iß begrenzt, fügten wir, d.lr. für einen möglichen Beobachter, aber noch nicht für fleh felbfi. Diele Beobachter wollen wh felbfi: feyn, oder, was das gleiche heilst, fiatt des Ich etwas fetzen ^das nur beobachtet wird, etwas lebloles; dem aber übrigens dasjenige zukommen foll, was in unfrer Voraus« fetzung dem Ich zukommt. Setzet demnach eine elaftifclie Kugel — A. und nehmt an, dofs fie durch einen andern Körper eingedriikt werde, l’o a.) fezt ihr in derfelben eine Kraft, die, fo bald die entgegengefezte Gewalt weicht, hell Lullern wird, und das zwar ohne alles äullers Zuthun ; die demnach den Grund ihrer Wirk« famkeit lediglich in lieh felblt hat. — Die Kraft ift da; iie itrebt in ficli felblt, und auf lieh felblt zur Aeufierung: es ift eine Kraft, die in lieh felblt, und auf lieh felblt geht, alfo eine innere Kraft; denn fo etwas nennt man eine innere Kraft. Es ift unmittelbares Streben zur Kaufalität auf lieh felblt, die aber, wegen des duffem Widerltandes, keine Kaufalität ha t. Ks ift Gleichgewicht des Strebens , und des mittelbaren Gegendruckes im Körper felblt, alfo dasjenige, was wir oben Trieb nannten. Es ilt daher in dem angenommenen elaftifchen Körper ein Trieb gefezt s fc.) Wird in dem widerftehenden Körper B. daf- felbe gefezt — eine innere Kraft, welch« der Rükwirkung, und dem Widerftande von A. widerfielit, die demnach durch dielen Widerfland felbfi eiiigefchränkt wird, ihren Grund aber lediglich in fich felblt hat. -— Es ift in B. Kraft, und Trieb gefezt, gerade wie in A. 2 YS .c) Wurde eine Kraft von beiden vermehrt, fo wurde die entgegengefezte gcfchwächt; würde die eine gefchwächt, io würde die entgegengefezte vermehrt; die ihirkcre äußerte fich vollftändig, und die fchwächere würde aus der Wirkungssphäre der erdfern völlig ausgetrieben. Iezt aber halten fie fich vollkommen das Gleichgewicht, und der Punkt ihres Zufammentreliens iß der Punkt diel'es Gleichgewichts. Wird di'efes um das gei ingfte Moment verrükt., fo wird das ganze ^ . rli'iltnifs aufgehoben. II. So verhält es fich mit einem ohne Reflexion ftre- henden Gegenftande (wir nennen ihn elafiifch.') Das hier zu unterfuchende ilt ein Ich , und wir fe- hen, was daraus erfolgen möge. Der Tiieb iff eine innere lieh felbfi zur Kaufa- lität beftimmende Kraft. Der leblofe Körper hat gar keine Kausalität, denn außer fich. Diele loll durch den Wideidiand zurükgehalten feyn ; es entlieht, demnach unter diefer Bedingung durch feine 8cdbftbeh immung nichts. Gerade fo verhält es lieh mit dein Ich, inwiefern es ausgeht auf eine Kausalität außer fich; und es verhält-fich mit ' ihm überhaupt nicht anders, wenn es nur nach außen eine Kausalität fordert. Aber das Jch , eben darum, weil es ein Ich iß, hat auch eine Kausalität auf fich felbfi; die, fich zu fetzen, oder die Reflexionsfähigkeit. Der Trieb soll die Kraft des fir'chenden felbft bestimmen ; inwiefern nun diese Kraft im firebenden felbfi fich äußern soll, wie die Reflexion es soll, muss ans 29 r aus «Icr Beltiinmung durch den Trieb nothwendig eine Aeufferung erfolgen; oder es wäre kein Trieb da, welches der Annahme widerfp rieht. Alfo, aus dem Triebe folgt nothwendig die Handlung der Reflexion des Ich auf fich felbft. (Ein wichtiger Saz, der das hellfte Licht über un- freUnterfuchung verbreitet, r.) Das urfpriinglioh im Ich liegende, und oben au fgeft eilte zwiefache — Streben, und Reflexion — wird dadurch innig fl vereinigt. Alle Reflexion gründet lieh auf das Streben, und es ift keine möglich, wenn kein Streben ift. — Hinwiederum ift kein Streben für das Ich; alfo auch kein Streben des Ich, und überhaupt kein Ich , wenn keine .Reflexion ift. Eins erfolgt nothwendig aus dem andern, und beide flehen in Wechfelwirkung. 2.) Dafs das Ich endlich feyn mülfe , und begrenzt, fleht manjiier noch beftimmter ein. Keine Befchränkung, kein Trieb sin tranfeendentem' Sinne : (kein Trieb, keine Reflexion (Hebergang zum transcendentalen:) keine Reflexion , kein Trieb, und keine Begrenzung, uhd kein Begrenzendes, u. f. f. (in trän fl een - dentalem Sinne:) fo geht der Kreislauf der Funktionen des Ich, und die innig verkettete Wechfelwirkung deflelben mit fleh felbft. 3.) Auch wh‘d hier .recht deutlich, was ideale Thätigkcit heifse , und was reale ; wie fle unterfelüeden fey- en, und wo ihre Grenze gehe. Das ursprüngliche Streben des Ich ift als Trieb, als lediglich im Ich felbft begründeter Trieb betrachtet, ideal, lyid real zugleich. Die Richtung geht auf das Ich felbft, es ftrebt durch eigne Kraft; und auf etwas T 2 auflet außer dem leb: aber es ilt cla nichts zu unterfchei* den. Durch die Begrenzung, vermöge welclieB nur die Richtung nach außen aufgehoben wird, nicht aber die nach innen , wird jene ursprüngliche Kraft gleichsam getheilt: und die übrigblei- bende in das Ich l'elblt zurükgehende ift die ideale. Die reale wird zu ihrer Zeit gleichfalls gefezt werden. — Und fo erscheint denn hier abermals in feinem vollfien Lichte der Satz: Keine Idealität, keine Realität, und umgekehrt. 4.) Die ideale Thätigkeit wird sich bald zeigen, als die vorfiel - lende. Die Beziehung des Triebes auf iie iit demnach zu nennen der Vorfiellungstrieb. Dieser Trieb ilt demnach die erste und höchste Aeuflerung des Triebes, und durch ihn wird das Ich erst Intelligenz. Und Io multe es lieh denn auch nothwen- dig verhalten, wenn je ein andrer Trieb zum Be- wufstfeyn kommen, im Ich als Ich Itatt finden foll- te. 5.) Hieraus erfolgt denn auch auf das einleuchtendste die Subordination der Theorie unter das Praktifche ; es folgt, dafs alle theoretifche Ge- fetze auf praktifche , und da es wohl nur Lin praktisches Gefez geben dürfte, auf ein, und eben dasselbe Gefez lieh gründen; demnach das vollständigste Syftem im ganzen Wefen ; es folgt, wenn etwa der Trieb sich leibst sollte erhöhen Iahen, auch die Erhöhung der Einsicht, und umgekehrt j. es erfolgt die abi’olut^ Freiheit der Reflexion, und Abstraktion auch in theoretischer Riikficht, und die Möglichkeit pfiiclnmäfsig feine Aufmerkfam- keit auf etwas zu richten, und von etwas anderm abzuziehen, ohne welche gar keine Moral möglich iit. iß. Der Fatalismus wird von Grund aus zerftört, der lieh darauf gründet, dafs unfer Handeln, und Wollen von dem Syfieme unfrer Vorstellungen abhängig fey, indem hier gezeigt wird , dafs hinwiederum das Syßem unfrer Vorßellungen , von unferm Triebe, und unfenn Willen abhänge: und dies iß denn auch die einzige Art ihn gründlich zu widerlegen. — Kurz, es kommt durch die» fes Syfiem Einheit , und Zufammenhaiig in den ganzen Menfchen, die in fo vielen Syßemen fehlen.) III.) In diefer Reflexion auf fleh felbß nun kann das Ich, als solches, nicht zum Bewufstfeyn kommen, weil es feines Handelns unmittelbar ßch nie bewusst wird. Doch aber iß es nunmehr, als Ich, da; es verfielet ßch für einen möglichen Beobachter ; und liier geht denn die Grenze, wo das Ich als lebendiges ßch unterscheidet vom leblosen Körper, in welchem allerdings auch ein Trieb feyn kann. — Es iß etwas da, für welches etwas da feyn könne, ohnerachtet es für ßch felbfi noch nicht da iß. Aber für daflelbe iß nothwendig da eine innere treibende Kraft, welche aber, da gar kein Bewufstfeyn des Ich, mithin auch keine Beziehung darauf möglich iß, blofs gefühlt wird. Ein Zufiand, der ßch nicht wohl beschreiben, wohl aber fühlen lässt, und in Abßcht deflen jeder an fein Selbßgefülil verwiesen werden muss. (Der I’hilofoph darf nicht: in Abßcht des dafs, (denn dies muss unter Voraussetzung eines Ich ßreng erwiesen feyn), sondern lediglich in Abßcht des was, jeden an fein Selbßgefülil verweisen. Das Vor- T g han- 294 handenfeyn eines gewiflen Gefühls poftuliren, heilt nicht gründlich verfahren. In der Zukunft liifst fich diefes Gefühl freilich auch erkennbar machen, aber nicht durch fich felbft, fondern durch feine Folgen.) Hier fcheidet lieh das lebendige vom leblofen, Tagten wir oben. Kraftgefühl ift das Princip alles Lebens; ift der Hebergang vom Tode’zum Leben. Dabei, wenn es allein ift, bleibt freilich das Leben noch höchft unvollftändig ; aber es ift doch fchon abgefondert von der todeen Materie. IV.) a. ) Diefe Kraft wird gefühlt, als etwas treibendes : das Ich fühlt fleh getrieben , wie gefagt worden, und zwar hinaus außerßch felbfi getrieben. (Woher diefes hinaus , diefes außer Jieh herkomme, läfst fich hier noch nicht einfelien, wird aber fogleich klar werden.) b. ) Gerade wie obenmufs diefer Trieb wirken, was er kann. Die reale Thätigkeit beftimmt er nicht, d. i. es entftelit keine Kaufalität auf das Nicht - Ich. Die ideale , lediglich vom Ich felbft abhängende, aber kann er feeftimmen, und mufs fie beftimmen, fo gewifs er ein Trieb ift. — Jts geht demnach die ideale Thätigkeit hinaus, und fezt etwas, als Objekt des Triebes; als dasjenige, was der Trieb hervorbringen würde, wenn er Kaufalität hätte. — ( DaJ's diefe Produktion durch die ideale Thätigkeit gefchehen müJT'e, ift erwiefen; wie fie möglich feyn werde , läfst lieh hier noch gar nicht einfehen, und fezt fezt eine Menge anderer Unterfüclmngen voraus.) c.) Diefe Produktion, und das handelnde in der- felben kommt hier noch gar nicht zumBewufst- feyn; mithin entlieht dadurch noch gar nicht — weder ein Gefühl des Objekts des Triebes; ein folclies iß: überhaupt nicht möglich — noch eine jlnfchauung deffelhen. Es entlieht, daraus gar nichts; fondern es wird hier dadurch nur erklärt, wie das Ich lieh fühlen könne, als getrieben nach irgend etwas imbekannten; und der Uebergang zum folgenden wird eröfnet. V.) Der Trieb füllte gefühlt werden, als Trieb, d. i, als etwas , dos nicht Kaufalität hat. Inwiefern er aber wenigstens zu einer Produktion feines Objekts durch ideale Thiitigkeit treibt, hat er allerdings Kaufalität, und wird infofern nicht gefühlt, als ein Trieb. Inwiefern der Trieb ausgeht auf reale Thätig- keit, iß er nichts bemerkbares, fühlbares , denn er hat keine Kaufalität. Er wird demnach auch infofern nicht gefühlt, als ein Trieb. Wir vereinigen beides; — es kann kein Trieb gefühlt werden, wenn auf das Objekt delfelben nicht ideale Thätigkeit geht; und diefe kann darauf nicht gehen, wenn die reale nicht begrenzt ift. Beides vereinigt giebt die Reflexion des Ich über lieh als ein begrenztes. Da aber das Ich in diefer Reflexion feiner felbft fleh nicht bewufst wird, fo ift diefelbe ein blofses Gefühl. T 4 Und 2y6 Und To ift das Gefühl vollfiändig deducirt. Es gehört zu ihm ein his jezt lieh nicht' änderndes Gefühl der Kraft, ein Objekt deffelhen, das lieh gleichfalls nicht ändert, ein Gefühl des Zwanges, •des Nichtkönnens; und das ifi dieAeuderuug des Gefühls, welche deducirt werden feilte. §♦ 9 * Das Gefühl mufs weiter leßimmt , und begrenzt werden. io i.) Das Ich fühlt lieh nun begrenzt, d. i. es ifi begrenzt für fielt felbfi, und nicht etwa, wiefchon vorher, oder wie der leblofe elaßifche Körper, Llofs für einen Zufcliauer ander lieh. Seine Thätigkeit ilt für daß'elbe aufgehoben — für daß'eile, lagen wir, denn wir von unferm ho, liern Gedchtspunkte aus fehen allerdings, dafs cs durch abfolute' Thätigkeit ein Objekt des Triebes ander dchpfoducirt hat, nicht aber das Ich, welches der Gegenftand unfrer Unterfu- chung ilt. Diele gänzliche Vernichtung der Thätigkeit widerfireitet dem Charakter des Ich. Es mufs demnach fo gewifs es ein Ich ifi, diefelhe, und zwar für fich, wiederherftellen, d. li. es mufs lieh wenigftens in die Lage fetzen, dafs esfich, wenn auch etwa erfi in einer künftigen Reflexion frei, und unbegrenzt fetzen könne. Diefes Wiedeiherfiellen feiner Thätigkeit gefchieht, laut unfrer Deduktion dedelben, durch abfolute Spontaneität, lediglich zufolge des des Wefens des Ich, ohne allen befondern Antrieb. Eine Reflexion auf das reflektirende, als welche die gegenwärtige Handlung fleh fogleich bewähren wird, ein Abbrechen einer Handlung, um eine andre an deren Stelle au fetzen — indem das Ich oben befchriebener maafsen fühlt, handelt es auch, nur ohne Bewufstfeyn; an die Stelle diefer Handlung foll eine andre treten , die das Bewufstfeyn wenigftens möglich mache — gefchielit mit absoluter Spontaneität. Das Ich handelt in ihr schlechthin weil es handelt, (Hier geht die Grenze zwischen blofsem Leben , und zwilchen Intelligenz, wie oben zwilchen Tod, und Leben. Lediglich aus diefer absoluten Spontaneität erfolgt das Bewufstfeyn des Ich. — Durch keinNaturgefez, und durch keine Folge aus dem Naturgefetze, sondern durch absolute Freiheit erheben wir uns zur Vernunft, nicht durch Veh er gang , sondern durch einen Sprung. — Darum muss man in der Philofophie nothwendig vom Ich ausgehen, weil daflelbe nicht zu deduciren iit; und darum bleibt das Unternehmen des Materialiften, die Aeuflerungen der Vernunft aus Naturgefet- zen, zu erklären, ewig unausführbar.) 2.) Es ift fogleich klar, dass die geforderte Handlung, die blofs und lediglich durch abfoluto Spontaneität geschieht, keine andre feyn könne, alseine durch ideale Thätigkeit. Aber jede Handlung, so gewiss fle das ift, hat ein Ob- • T 5 jekt. jelct. Die jetzige, die blols und lediglich im Ich begründet i'eyn, lediglich allen ihren Bedingungen nach , von ihm abhängen Toll, kann nur fo etwas zum Objekt haben, was im Ich vorhanden ilt. Aber es ift nichts in ihm vorhanden , denn das Gefühl. Sie geht demnach nothwendig auf das Gefühl. Die Handlung gefchielit mit abfoluter Spontaneität, und ilt infofern, für den möglichen Beobachter, Handlung des Ich. Sie geht auf das Gefühl, d. h. zuförderft, auf das in der vorhergegangenen Reflexion, die das Gefühl ausmachte , reflektirende. — Thatigkeit geht auf Tliätigkeit; das in jener Reflexion reflektirende, oder, das fühlende wird demnach gefezt als Ich; die Ichheit des in der gegenwärtigen Funktion reflektirenden, damals folches gar nicht zum Bewufstfeyn kommt, wird darauf übertragen. Das Ich ilt dasjenige, was fleh felbfi be- fiimmt, laut der fo eben vorgenommenen Argumentation. Demnach kann das fühlende nur inl'ofern als Ich gefezt werden, inwiefern es blofs durch den Trieb , demnach durch das Ich, demnach durch fleh felbfi: zum Fühlen beflimmt ilt, d. i. lediglich inwiefern es Jich felbfi , und feine eigne Kraft in fick felbfi fühlt. — Nur das fühlende ilt das Ich, und nur der Trieb , inwiefern er das Gefühl, oder die Reflexion bewirkt, gehört zum Ich. Was über diele Grenze hinausliegt, — wenn etwas über fie hinausliegt , und wir willen allerdings, dafs etwas, nemlicli 28 Z ne ml ich der Trieb nach außen über lie hinaus- liegt — wird ausgefchloffen ; und dies ift wohl zu merken, denn das ausgefchlofsne wird zu feiner Zeit wieder ausgenommen werden müilen. Dadurch wird alfo das gefühlte in der gegenwärtigen Reflexion, und für lie — gleichfalls Ich, weil das fühlende nur infofern Ich ift, inwiefern es durch fleh felbft beftimmt ift, d. i. fleh felbft fühlt. II.) In der gegenwärtigen Reflexion wird das Ich ge- fezt als Ich , lediglich inwiefern es das fühlende, und das gefühlte zugleich ift, und demnach mit lieh felbft in Weclifelwirkung lieht. Es foll als Ich gefezt. werden; es mufs demnach auf die bs- fcliriebne Weife gefezt werden. 1.) Das fühlende wird gefezt als thdtig im Gefühl, in- ' wiefern es ift das reflektirende, und infofern ift in demselben Gefühl das gefühlte leidend; es ift Objekt der Reflexion. — Zugleich wird das fühlende gefezt als leidend im Gefühl, inwiefern es hell fühlt als getrieben , und infofern ift das gefühlte oder der Trieb thäiig; er ift das treibende. £.) Dies ift ein Widerfpruch, der vereinigt werden mufs, und der heb nur auf folgende Weife vereinigen läfst. — Das fühlende ift thädg in Beziehung auf das gefühlte; und in diefer Rükhcht ift es nur thätig. (Dafs es zur Reflexion getrieben ift, kommt in ihr nicht zum Be- wufstfeyn; es wird auf den Reflexionstrieb — zwar sftvä'r in unfrer pliilofopliifclien UnterRichung, nicht aber im urfprünglichen Bewufstfeyn —- gar nicht Rükflcht genommen. Er fällt in das, was GegenAand des fühlenden ifl:, und wird in der Reflexion über das Gefühl nicht unterfchie- den.) Nun aber foll es doch auch leidend feyn, in Beziehung auf einen Trieb. Dies ifl der nach außen, von welchem es wirklich getrieben wird, ein Nicht - Ich durch ideale Thäligkeit zu pro- duciren. (Nun ifl es in diefer Funktion allerdings thätig, aber gerade wie vorher auf fein Leiden, wird auf diefe feine Hurtigkeit nicht reflektirt. Für fich felbft, in der Reflexion über fleh, handelt es gezwungen, ohnerachtet dies ein Widerfpruch zu feyn fcheint, der fleh aber zu feiner Zeit auflöfen wird. Daher der gefühlte Zwang etwas als wirklich vorhanden zu fetzen.) .} Das gefühlte ifl thätig durch den Trieb auf das reflektirende zur Reflexion. Es ifl in der gleichen Beziehung auf das reflektirende auch leidend, denn es ifl Objekt der Reflexion. Auf das leztere aber wird nicht reflektirt, weil das Ich gefezt ifl, als Eins, und eben daflelbe, als fich fühlend, und auf die Reflexion, als folche, nicht wieder reflektirt wird. Das Ich wird demnach leidend gefezt in einer andern Beziehung; nemlicli inwiefern es begrenzt ifl, und infofern ifl das begrenzende ein Nicht- Ich. (leder Ge- genfiand der Reflexion ifl nothwendig begrenzt; er hat eine heflimmte Quantität. Aber in und bci’m --- 30t l).ei’m Reflektiren wird diefe Begrenzung nie von der Reflexion felbß abgeleitet, weil info- fcrn auf diefelbe nicht reilektirt wird.) 4. ) Beides foll Ein und eben da Hübe Ich feyn, und als folches gefezt werden. Dennoch wird das eine betrachtet, als thätig in Beziehung auf das Nicht-Ich; das andre als leidend in den gleichen Beziehung. Dort producirt durch ideale Thätiglceit das Ich ein Nicht - Ich; hier wird es durch dallelbe begrenzt. 5. ) Der Widerfpruch iß leicht zu vereinigen. Das producirende Ich wurde felbft als leidend gefezt, fo auch das gefühlte in der Reflexion. .Das Ich iß demnach für fich Jelbfi in Beziehung auf das Nicht- Ich immer leidend , wird feiner Thätig- keit ficli gar nicht bewirbst, noch wird auf diefelbe reilektirt. — Daher fcheint die Realität des Dinges gefühlt zu werden, da doch nur das Ich gefühlt wird. (Hier liegt der Grund aller Realität. Lediglich durch die Beziehung des Gefühls auf das Ich, 'die wir jezt nachgewiefen haben, wird Realität für das Ich möglich t fowohl die des Ich, als die des Nicht-Ich.—- Etwas , das lediglich durch die Beziehung eines Gejühls möglich wird, ohne dafs das Ich feiner uinfehauung def- J'eiben fleh bewufst wird, noch bewufst werden kann, und das daher gef ühlt zu Jeyn fcheint , wird geglaubt. . An Realität überhaupt, fowohl die des Ich, als des Nicht - Ich findet lediglich ein Glaube fiatt.) §. IO t 393 §- io. Der Trieb Jclhflt mufs gefezt, und beßimmt werden. So wie wir jezt das Gefühl beftimmt, und erklärt haben, eben lo mufs auch der Trieb beftimmt werden , weil er mit dem Gefühle zufammenhängt. Durch diefc Erklärung kommen wir weiter, und gewinnen Feld innerhalb des praktifchen Vermögens. 1. ) Der Trieb wird gefezt, heilst £ekanntermaafsen; das Ich reflektirt über denl'elben. Nun kann das Ich nur über lieh felbft, und dasjenige, was für dalfclbe, und in ihm ift, was gleichfam dem leiben zugänglich ift, reüektiren. Demnach mufs der Trieb fc.hon etwas im Ich, und zwar, inwiefern es durch die Jo eben aujgezeigte ReßexionJchoit als Ich gejezt iß , bewirkt, — lieh in demfelben dargeftellt haben. 2. ) Das fühlende ilt als Ich gefezt. Diefes wurde durch den gefühlten urfprünglichen Trieb beftimmt, aus lieh felblt herauszugehen, und we- nigftens durch ideale Thätigkeit etwas zu produ- ciren. Nun aber geht der ürfpriingliehe Trieb gar nicht auf blofse ideale Thätigkeit, fondern auf B-ealitcit aus; und das Ich ift durch ihn daher beftimmt, zur Hervorbringung einer Realität außer ßch. — Diefer Beftinmmng nun kann es keine Genüge thun, weil das Streben nie Ivaufalität haben, fondern das Gtügenftreben des Nicht-Ich ihm das Gleichgewicht halten Toll. Es wird demnach,' inwiefern es befiimmtift durch den Trieb, bejehränkt durch das Nicht- Ich. 3-), Im 302 g t ) Im Ich ift die immer fortdauernde Tendenz; über lieh felbft zu reflektiren , fobalddie Bedingeng aller Reflexion — eine Begrenzung — eiuitritt. Diele Bedingung tritt hier ein; das Ich mufs demnach nothwendig über dielen feinen Zriftand xeflektiren. — In diefeir Reflexion nun vergisst das reflekdrcnde freh felbfl, wie immer, und Jie kommt daher nicht zum Bewufstfeyn. Ferner gefcliieht Ire auf einen blofsen Antrieb, es ift demnach in ihr nicht die geringfte Aeufferung der Freiheit, undfie wird, wie oben, einblofses Gefühl. 'Es ift nur die Frage: Was für ein Gefühl ? 4.) Das Objekt diefer Reflexion, ift das Ich, das; getriebne , mithin idealiter in lieh felbft tlrätige Ich ; getrieben durch einen in ihm felbft liegenden Antrieb, mithin ohne älle Willkühr, und Spontaneität. : — Aber diele Thätigkeit des Ich geht auf ein Objekt, welches dalfelbe nicht realifiren kann, als Ding, noch auch darfiellen, durch ideale Thätigkeit. Es ift demnach eine Thätigkeit, die gar kein Objekt hat , aber dennoch unwiderfiehlich getrieben auf eins ausgeht , und die blofs gefühlt, wird. Eine folche Bestimmung im Ich aber nennt man ein Sehnen; einen Trieb nach etwas völlig unbekannten, das ficli blofs durch ein Bedarfuifs , durch ein Misbehagen , durch eine Leere , die Ausfüllung sucht, und nicht andeutet, woher? — offenbart. — Das Ich fühlt in fleh ein Sehnen; es fühlt fleh bedürftig. ,5.) Beide Gefühle, das jezt abgeleitete des Sehnens 7 und das oben aufgezeigte der Begrenzung , und des jüu.an- ä°4 Zwanges mäßen unterfchieden, and auf einander bezogen werden. — Denn der Trieb Toll beßimmp werden; nun offenbart ficb der Trieb durch ein gewißes Gefühl, demnach iß'diefes Gefühl zu be- fiiminen; das kann aber lediglich beftimmt werden durch ein Gefühl andrer Art. 6. ) Wenn im erßen Gefühle das Ich nicht befchränkfs wäre, würde im zweiten kein hlofses Sehnen Vorkommen, fondem Knufialitäf, denn das Ich könnte dann etwas außer lieh liervorbringen, und fein Trieb wäre nicht darauf eingefchränkt, das Ich felbß blofs innerlich zü beßimmen. Umgekehrt» wenn das Ich lieh nicht als felmend fühlte, fo könnte es lieh nicht als befchränkt fühlen, da lediglich durch das Gefühl des Sehnens das Ich aus lieh felbß herausgeht — lediglich durch diefes Gefühl im Ich und für das Ich erft etwas, das außer ihm feyn füll, gefezt wird. (Diefes Sehnen iß wichtig, nicht nur für die prakufche, fondern für die gelammte Wißen- fchaftslehre. Lediglich durch daßelbe wird das lehnt fielt felbß — außer fielt getrieben; lediglich durch daßelbe offenbart lieh in ihm felbß eine Auf- Jenwelt.) 7. ) Beide find demnach fyntlietifch vereinigt, ein^ ift ohne das andre nicht möglich. Keine Begrenzung, kein Sehnen, kein Sehnen, keine Begrenzung. — Beide find einander auch vollkommen entgegen gefezt. Im Gefühl der Begrenzung wird das Ich lediglich als leidend , in dem des Sehnens auch als thätig gefühlt. g.) Bei- g.) üeide gründen fleh auf den Trieb, und zwar auf einen , und eben denjelben Trieb im Ich. Der Trieb des durch das Nicht - Ich begrenzten, und lediglich dadurch eines Triebes fähigen Ich beflinnnt das Reflexions - Vermögen* und dadurch entlieht das Gefühl eines Zwanges. . Darleihe Trieb beftinnnt das Ich durch ideale Thä- tigkeit aus ßch, herauszugehen, und etwas außer lieh hervorzubringen; und da das Ich in dielet Ablicht eingefchränkt wird, fo entlieht dadurch ein •Sehnen , und durch das dadurch in die Noth- wendigkeit des Reflektirens gefezto Reilexions - Vermögen ein Gefühl des Sehnens. — Es iti die Frage, wie ein und eben derfelbe Trieb ein ent- gegengefeztes hervorbringen könne. Lediglich durch die Verfchiedenheit der Kräfte, an welche er lieh richtet. In der eilten Funktion richtet er lieh lediglich an das blofse Reflexionsvermögen, das nur auffafst, was ihm gegeben ift; in der zweiten an das abiolute, freie, im Ich felbfl begründete Streben, welches auf Erfchalfen ausgeht, und durch ideale Thätigkeit wirklich er- fchaft; nur dai's wir bis jezt lein — Produkt noch nicht kennen, noch vermögend lind, es zu erkennen. 5.) Das Sehnen ift demnach die urfyriingliche , völlig unabhängige Aculierung des im Ich liegenden Sire- bens. Unabhängig , weil es auf gar keine Ein- Ichränkung Rükiicht nimmt, noch dadurch aufgehalten wird. (Diele .Bemerkung ill wichtig; denn es wird lieh ein fl zeigen, dafs diefes Seimen das ~U Vc- zc>6 Vehikul aller praktifchen Gcfetze fey; und dafs fie Ällein daran zu erkennen find, ob Jie fich von ihm ableiten lallen, oder nicht.) 10. ) Im Sehnen entlieht durch die Begrenzung zugleich ein Gefühl des Zwanges, welches feinen Grund in einem Nicht - Ich haben mufs. Das Objekt des Selinens (dasjenige welches das durch den Trieb beitimmte Ich wirklich machen würde, wenn es Kaufalität hätte, und welches man vorläufig das Ideal nennen mag) ift dem Streben des Ich völlig angemelfen, und congruent; dasjenige aber, welches durch Beziehung des Gefühls der Begrenzung auf das Ich , gefezt werden könnte, (und auch wohl wird gefezt werden) ift demfel- ben widerftreitend. Beide Objekte find demnach einander felbft entgegengefezt. 11. ) Indem im Ich kein Sehnen ffcyn kann, ohne Gefühl des Zwanges, und umgekehrt, ift das Ich in beiden fynthetifch vereinigt, ein und eben daf- felbe Ich. Dennoch ift es in beiden Beftimmun- gen offenbar inWiderßreit mit fich felblt verfeztj he grenzt , und unbegrenzt , endlich und unendlich zugleich. Diefer Widerfpruch mufs gehoben werden , und wir gehen jezt daran, ihn deutlicher auseinander zu fetzen, und befriedigend zu Jöfen. 12. ) Das Sehnen geht, wie gefagt, darauf aus, etwas auffer dem Ich wirklich zu machen. Das vermag es nicht; das vermag überhaupt, fo viel wir ein fchen , das Ich in keiner feiner Beftimmun* gen. — Dennoch mufs diefer nach auffen gehende Trieb wirken, was er kann. Aber er kann wir- -- 307 wirken auf die ideale Thätiglceit des Ich, diefel- he beßimmeu, aus ficli herauszugehen, und etwas zu produciren. — Ueber diefes Vermögen der Produktion iß hier nicht zu fragen; daüelbe wird sogleich genetisch deducirt werden; wohl aber iß folgende Frage, die hcli jedem, der mit uns forldenltt, aufdringen mufs , zu beantworten. Warum machten wir doch diele Folgerung,, ohn- geaclitet wir ursprünglich von einem Triebe nach aussen ausgegangen lind, nicht eher? Die Antwort hierauf ift folgende: Das Ich bann sich für fielt felbfl gültig (denn davon allein"ift hier die Rede , und für einen möglichenZufcliauer haben wir schon oben diele Folgerung gemacht) nicht nach außen richten, ohne lieh selbst erst begrenzt zu haben; denn bis dahin giebt es weder ein Innen, noch ein Aussen für daüelbe. Diese Begrenzung feiner selbst geschah durch das deducirte Sr lhftge~ fühl. Dann kann es lieh eben so wenig nach aussen richten, wenn nicht die Außen- Welt lieh ihm in' ihm j elhft auf irgend-eine Art offenbart. Dies aber geschieht erst durch das Sehnen. *3.) Es fragt lieh, wie, und was die durch das Sehnen bestimmte ideale Thäligkeit des Ich produci- ren werde ? — Im Ich iß ein bestimmtes Gefühl der Begrenzung ” X. — Im Ich ift ferner ein. auf Realität ausgehendes Sehnen. Aber Realität äußert lieh für das Ich nur durchs Gefühl: also das Sehnen - geht auf ein Gefühl aus. Kun iß das Gefühl X. nicht das ersehnte Gefühl; denn dann fühlte das Ich lieh nicht begrenzt, und nicht [timend-, und fühlte ßch - U 2 -über- 308 überhaupt gar nicht; — fondern vielmehr da* entgegengefezte Gefühl — X. Das, Objekt, wel» ches vorhanden feyn mi'ifte, wenn das Gefühl — X. im Ich flatt finden Tollte, und welches wir fe'bft — X. nennen wollen, müfte prcducirt werden. Dies wäre das Ideal. — Könnte nun entweder das Objekt X. (Grund des Gefühls der Befchrän- kung X.) ielbft gefühlt werden, fo wäre durch blofse Gegenfetzung das Objekt — X. leicht zu letzen. Aber dies iß unmöglich, weil das Ich nie ein Objekt fühlt, fondern nur lieh ielbft; das Objekt aber lediglich produciren kann durch ideale Thätigkeit. — Oder könnte etwa das Ich das Ge* fühl — X. Ielbft in lieh erregen, fo wäre es vermögend beide Gefühle felhlt unmittelbar unter lieh zu vergleichen, ihre Yerfcliiedenheit zu bemerken, und lie in Objekten, als den Gründen der- felben , darzuftellon. Aber das Ich kann kein Gefühl in lieh erregen ; foult hätte es Kaufalität, die es doch nicht haben foll. (Dies greift ein in den Satz der theoretischen Wiffenfchaftslehre: das Ich kann lieh nicht i’elbll begrenzen.) — Die Aufgabe ilt demnach keine geringere , als dafs unmittelbar aus dem Gefühle der Begrenzung, welches lieh weiter auch gar nicht beltimmen läfst, auf das Objekt des ganz entgegengefezten Seli- nens gefehlolfen werde: dafs das Ich Idols nach Anleitung des erften Gefühls durch ideale Thätigkeit es liervorbringe. 14.) Das Objekt des Gefühls der Begrenzung ift etwas Reelles; da» des Sehnens hat keine Realität, »har aber es foll fle zufolge des Sehnens haben, denn däßelbfe geht aus auf Realität. Beide lind einander eritgegengefezt, weil durch das eine das Ich lieh begrenzt fühlt, nach dem andern ftrebt, um aus der Begrenzung herauszugehen.' Was das Eine ift, ift nicht das andre. Soviel, und weiter nichts, läfst vor jezt lieh von beiden lagen, 5-) Wir gehen tiefer ein in die Unterfuchung. — Das Ich hat nach obigem durch freie Reflexion über das Gefühl lieh gefezt als Ich, nach dem Grundfatze: das lieh felbft fetzende, das, was befiinnnend, und befiimmt zugleich ifi, ift das Ich. — Das Ich hat demnach in diefer Reflexion, (welche fleh als Selhftgefühl änderte) fleh felbft befiimmt, völlig umschrieben, und begrenzt. Es ift in derselben absolut, beßimmend. 6.) "An (ließe Thätigkeit richtet fleh der nach außen gehende Trieb, und wird daher in diefer R üblich t ein Trieb zum Befiimmen, zum Modificiren eines Etwas außer dem Ich, der durch das Gefühl überhaupt schon gegebnen Realität. — Das Ich war das beftimmte, und beftimmende zugleich. Es wird durch den Trieb nach außen getrieben, heilst: es foll das beßimmende feyn. Alles Bestimmen aber fezt einen bestimmbaren Stoß voraus. — — Das Gleichgewicht muss gehalten werden; alfo die Realität bleibt immerfort was fle war, Realität , etwas auf das Gefühl beziehbares ; es Ift für fle als solche ,als blofser, Stoff, gar keine Modifikation denkbar, als die Vernichtung, und gänzliche Aufhebung. Aber ihr Dafeyn ift IT .3 die 3io "—“ Bedingung des Lebens; was nicht lebt,'in dem Jtann kein Trieb feyu, und es kann kein Trieb des Lebenden ausgeben auf Vernichtung des Lebens.. Mithin gebt der im Ich ficli äußernde Trieb jrar nicht auf Stoff überhaupt, Ion dem auf eins gewiHe-Befiiinmung des Stoffes. (Man kann nicht lagen: verfehiedner Stoff'. Die Stoffheit, Mate- tevialitätift Ichlechtliin einfach; iondem Stoff mit verfchiqc}nen Befiinnnimgen.') 17.) Dicfe Beftimmung durch den Trieb ift es, welche gefühlt wird, als ehr Sehnen. Das Sehnen geht demnach gar glicht aus auf Hervorbringung des Stoffs, als eines laichen, fondern auf Modifikation deffelben. iß.) Das Gefühl des Selinenswar nicht möglich, ohne Reflexion auf die Beftimmung des Ich durch den aufgezeigten Trieb, wie lieh von felbft verlieht. Diele Reflexion war nicht möglich, ohne Begrenzung des Triebes, und zwar ausdrüklich des Triebes nach Beftimmung, welcher allein fleh im Sehnen äußert. Alle Begrenzung des Ich aber wird nur gefühlt. Es fragt fleh, was das für ein ■Gefühl foyn möge, durch welches der Trieb des Befiimmens , als begrenzt, gefühlt wird. 19.) Alles Befiimmen gefchielit durch ideale Tluitig- keit. Es_ müfte demnach, wenn das geforderte Gefühl möglich feyn foll, durch diele ideale Thä- tigkeit fchon ein Objekt beftimmt worden feyn, und diele Handlung des Befiimmens müfte fleh auf das Gefühl beziehen. — Hierbei entheben folgende fragen: 1.) wie foll die ideale Thätigkeit zur Zu zur Möglichkeit und Wirklichkeit diefes Beitim* mens kommen ? a) wie foll diefes Beitimmen lieh auf das Gefühl beziehen können? Auf die erfie antworten wir.; es ifi fchon ohe» eine Befiimmung der idealen Thätigkeit des Ich durch den Trieb, der befiäiulig wirken mufs, fo viel er kann, aufgezeigt worden. Durch iie mufs zufolge dreier Befiimmung zuförderfi der Grund der Begrenzung , als übrigens durch lieh felbit völlig b'eiihnmtes Objekt, gefezt worden feyn ; welches Objekt aber eben darum nicht zum Bewufst- feyn kommt, noch kommen kann. Dann ifi fo eben ein Trieb im Ich nach blofser Befiimmung angegeben worden; und ihm zufolge mufs die ideale Thätigkeit vors erfte wenigfiens ftreben , darauf ausgeheh, das gefezte Objekt zu ießimmen.— Wir können nicht lagen, wie das Ich zufolge des Triebes das Objekt befiimmen folle; aber wirwif- fen wenigfiens foviel, dafs es nach diefem im In- nerfien feines Wefens gegründeten Triebe das be- ßimmende r das im Befiimmen bloß, lediglich , und Schlechthin thiidge feyn folle. Kann nun, felbit wenn wir von dem fchon bekannten Gefühle des Sehnens abfirahiren, deifen Anwefenheit allein fchon über unfre Frage entfeheidet— kann, läge ich, dreier Befiimmungstrieb, nach reinen Gründen a priori, Kaufalität haben, befriedigt werden, oder nicht? Auf feine Begrenzung gründet lieh die Möglichkeit eines Selinens; auf deifen Möglichkeit die Möglichkeit eines Gefühls, auf diefes — Leben , Bewufstfeyn, und gcifiigesDa- U 4 feyn fcyn überhaupt. Der Beßimmungs trieb hat demnach, fo gewifs das Ich Ich iß, keine Kaufali- tät. Davon aber kann, eben fo wenig wie oben bei’in Streben überhaupt, der Gruncl nicht in ihm felbß liegen, denn dann wäre er kein Trieb: mithin in einem Gegentriebe des Nicht-Ich, fleh felbfl zu beßimmen, in einer "Wirksamkeit defSelben, die völlig unabhängig von dem Ich, und feinem Triebe iß, ihren Weg geht, und nach ihren Gefetzen lieh lichtet, wie diefer lieh nach den l'einigen lichtet. Ift demnach ein Objekt, und find Beßimnuin- gen deffelben an lieh , d. i. durch die eigne innere Wirkfamkeit der Natur hervorgebrachte (wie wir iudeffen hypothelifch annehmen, für das Ick aber Sogleich realifircn werden :) iß ferner die ideale (anfehauende) Thätigkeit des Ich durch den Trieb hinausgetrieben, wie wir erwiefen haben, So wird und mufs das Ich das Objekt beßimmen. Es wird in diefer Befiimmurig durch den Trieb geleitet, Und geht darauf aus, es nach ihm zu bestimmen; es ßeht aber zugleich unter der Einwirkung des Nicht - Ich, und wird durch daflelbe, durch die wirkliche BefchafFenlieit des Dinges begrenzt, daflelbe in hüberm oder niederem Grade nicht nach dem Triebe beßimmen zu .können. Durch diefe Beschränkung des Triebes wird das Ich begrenzt; es entlieht, wich bei jeder Begrenzung des 3trebens, und auf die gleiche Art ein Gefühl, welches hier ein Gefühl der Begrenzung des Ich, nicht durch den Stoff, Sondern durch tliirch die Befehlt ffenlieit des Stoffes ifi. Und fo iß denn auch zugleich die zweite Frage, wie dieBe- fchränkung des Befiimmens ßch auf das Gefühl beziehen möge, beantwortet. 0.) Wir erörtern weiter, und beweifen fehärfer das fo eben gefagte. a. ) Das Ich befiimmte ßch feibfl: durch abfolute Spontaneität, wie oben gezeigt worden. Diefe Thätigkeit des Beßimmens iß es, an welche der gegenwärtig zu unterfuchende Trieb ßch wendet, und ße nach außen treibt. Wollen wir die Befiimnrung der Thätigkeit durch den Trieb gründlich kennen lernen, fo muffe» wir vor allen Dingen ße Jelhß gründlich kennen. b. ) Sie war im Handeln blofs und lediglich re- ßektirend. Sie befiimmte das Ich , wie ße es fand, ohne etwas in ihm zu verändern; ße war, könnte man lagen, blofs bildend. Der Trieb kann nicht, noch foll er etwas hineinlegen, was in ihr nicht iß: er treibt ße demnach lediglich zum Nachhilden Helfen , was'da iß, fo wie es da iß; zur bluffen Anfchauung, keinesweges aber zum Modi ficiren des Dinges durch reale Wirkfam- keit. Es foll nur im Ich eine Beßimnning hervörgebraclit werden, wie ße im Nicht - Ich iß. e.) Dennoch abermufte das über ßch felbfi re- ßektirende Ich in einer BvikOcht den Maas- U 5 ßab floh des Heflektirens in fleh fdblt haben. Es ging nemlich auf dos, was (realiter) he- ßimmt und beßimmencl zugleich war, undfez- tees als Icli. Dafs ein folches da war, hing nicht von ihm ah, inwiefern wir es hlofs, als veflektirend betiachten. Aber warumVe- lielctii'to es nicht auf weniger, auf das be- ftimmte allein, oderauf das beflimmende allein ? Warum nicht auf mehr? warum dehnte es den Umfang feines Gegenftandes nicht aus? Davon konnte der Grund'auch schon darum nicht außer ihm liegen, weil die Reflexion mit absoluter Spontaneität geschah. Es mufte demnach das, was zu jeder Reflexion-gehört, die Begrenzung deflelben, lediglich in sich seihst bähen. —' Dafs cs fo war, geht auch aus einer anderen Betrachtung hervor. Das Ich sollte gefezt werden. Das „bestimmt und bestimmende zugleich,, wurde'als Ich gefezt. Dielen Maasfiabbat- te das reflektirende in sich selbst, und brachte ihn mit zur Reflexion hinzu; denn es seihst, indem es durch eibjolute Spontaneität rcßelairt , ist das bestimmende und bestimmte zugleich. , . Hat etwa das reflektirende auch für die Bestimmung des Nicht-Ich ein solches inneres Gefez der Bestimmung , und weiches ? Diese frage iß leicht zuheantworten, aus den schon oben, angeführten Gründen. Der Trieb ZlZ Trieb gellt auf das reflekl.irendelch, fo wie es iit. Er bann demfelben nichts gehen, oder nehmen, fein inneres Gefez der Be- ftimmung hleibt das gleiche. Alles, was Ge°enfland feiner Reflexion, und feines (idealen) Beltimmens feyn foll, mufs (realiter) „beftimmtund beftimmendes zugleich,, feyn; fo aüch das zu beftimmendeNicht- Ich. Das fubjektivc Gefez der Beftimmung ift daher diefes, clafs etwas lefiimmtes und heftimmendes zugleich, oder durch fielt felhfi lefiimmt fey: und der Beflimniungstrieb geht darauf aus, es fo zu Anden , und ifi. nur unter die- fer Bedingung zu befriedigen. — Er verlangt Jßeflimmtheit, vollkonmmc Totalität und Ganzheit, \velche lediglich in diefem Merkmale befleht. Was, inwiefern es lefiimmtes ift, nicht auch zugleich das lefiimmende 'i r -, iit infofern bewirktes; und diefes bewirkte wird., als etwas fremdartiges , vom Dinge ausgelchloifcn, durch die Grenze, welche die Reflexion zieht, abgefondert, und aus etwas''aHderni erklärt. Was, inwiefern es le- fiimmtnd ift, nichtzugleiclr das hefiimmte ift, ift in io fern Urfache, und das Beftimmen wird auf etwas anderes bezogen , und dadurch aus der dem Dinge durch die Reflexion gefez- t.en Sphäre ausgefchloflen. Nur , inwiefern das Ding mit fleh felhfl: in Weclifelwirkung lieht, ift es ein Ding, und dalfelbe Ding. Diefes Merkmal wird durch den Befiim- mungslrrieh aus dem Ich heraus ubergetragen 'S i py 8 Zi6 gen auf die Dinge; und diefe Bemerkung ift wichtig. (Die gemeinden Beifpiele dienen zur Erläuterung. ‘Warum ift fiifs, oder bitter, rotli, oder gelb u. f. f. eine einjache Empfindung, die nicht weiter zerlegt wird in mehrere — oder warum ift es überhaupt eine für lieh behebende Empfindung, und nicht blofs ein Befiaodthcil einer andern? Davon mufs doch offenbar im Ich, fiir welches es eine einfache Empfindung ift, der Grund liegen; in ihm mufs daher apriori ein Ge- fez der Begrenzung überhaupt feyn-,) d. ) Der Unterfchied des Ich, und Nicht-Ich, bleibt bei diefer Gleichheit des Beftimmungs- geletzes immer. Wird über das Ich reflek- tirt, fo ift auch das reflektirende, und re- flektirte gleich, eins und eben daffelbe, be- ftinnnt, und bestimmend: wird über das Nicht-Ich reflektirt, fo find fie entgegenge- i'ezt; denn das reflektirende ift, wie fielt von felbft verlieht, immer das Ich. e. ) Hier ergieht fich zugleich der Strenge Be- weifs, dafs der Befiinnnungsl rieb nicht auf reale Modifikation, Sondern lediglich auf ideales Beftinnnen, Beftimmen für das Ich, Nachbilden , ausgehe. Dasjenige , was Objekt deflelben feyn kann, mufs realiter vollkommen durch fich felbft beftimmt feyn, und da bleibt für eine reale Thätigkeit des Ich nichts übrig, vielmehr Stünde eine Solche mit der Beftimmung des Triebes in offenbarem 3i7 rem Widerfpruche. Wenn das Ich realiter xnodificirt, Io iß: nicht gegeben, wns gege- ben feyn follte. 2i.) Es fragt fich nur, wie, und auf welche Weife dein Ich das befthnmbare gegeben werden fülle; und durch die Beantwortung diefer Frage kommen wir abermals tiefer in den fyntlietifchen Zufain- menbang der hier aufzuzeigenden Handlungen hinein. Das Ich reflektirt über fich, als das befiimmte und befiimmende zugleich , und begrenzt fich infofern , (es geht gerade fo weit, als dasbefiiinmt und befiimmende geht:) aber es ift keine Begrenzung ohne ein Begrenzen* des. Diefes begrenzende, dem Ich entgegenzufetzende kann nicht etwa, wie in der Theorie pofiulirt wird, durch die ideale Thätigkeit producirt werden, fondern es mufs dem Ich gegeben feyn, in ihm liegen. So etwas findet fich nun allerdings im Ich vor, nernlich dasjenige, was in diefer Reflexion ausgefchloffen wird, wie oben gezeigt worden. — Das Ich fezt fich nur infofern als Ich, inwiefern es ifi das befiimmte , und le- fiimmende , aber es ifi beides nur in idealer Rükfichtj. Sein Streben nach realer Thätigkeit aber ifi begrenzt x ifi infofern gefezt, als innere, eingefchlofsne, fich felbft befiimmende Kraft (d. i. befiimmt und beftim- mend zugleich,) oder, da fie ohne Aeuflerung ift, in- tenfiver Stoff. Auf ihn wird reflektirt, alsfolchen; fo wird er demnach durch die Gegen fetzung nach auifen < 3 -etragen, und das an fich, und urfprünglich fuljcktise in. ein objektives verwandelt. I «.) Hiep a.) Hier wird ganz deutlich, woher das Gefez: das Ich kann lieh nicht als beftimmt fetzen, ohne fielt-ein Nicht- Ich entgegenzufetzen, entstehe. —- Nemlich wir hätten, nach jenem mm fattfam bekannten Gefetze gleich anfangs fo folgern können: foll das Ich fich bestimmen, fo maJs es fielt nothwendig etwas entgegenfetzen ; aber da wir hier im praktifchen Theila der WilTenfehaftslchre find, und daher allenthalben auf Trieb, und Gefühl aufmerken muffen, halten wir diefes Gefez felbit von einem Triebs abzuleiten.— Der Trieb, der ursprünglich nach auffen geht, wirkt wjjS er kann, uinl da er nicht auf reale Thätigkcit wirken kann, wirkt er wenigstens auf ideale, die ihrer Natur nach gar nicht eingcfchränkt werden kann , und treibt fie nach außen. Daher entsteht dis Gegenfetzung; und fo hängen durch den Trieb, und im Triebe zufammen alle Beitimmungen des Bewufstfevns, und insbesondre auch das Bewufstfejn des Ich, und Nicht- Ich. h.) Das subjektive wird in ein objektives verwandelt; und umgekehrt, alles objektive ilt ursprünglich ein subjektives. — Ein völlig paffendes Beispiel kann nicht angeführt werden; denn es ift hier von einem befiimmten überhaupt , das weiter auch gar nichts ilt, denn ein Bestimmtes , die Rede; und ein solches kann gar nicht im Eewufstfeyn Vorkommen, wovon wir den Grund bald feiten werden. Iedes beltimm- te, fo gewiss es im Bcvrufstfeyn Vorkommen foll, —— 3-9 foll, ift nothwendig ein bcfonderes. Durch Beifpiele von der leztern Art über liiist fleh, di® oben gefcliehne Behauptung ganz klar iux Be- wufstfeyn nachweifen. Es fey z. B. etwas Jiifs, fauer , roth, gelb, oder dergh Eine folche Beftimmung iß offenbar etwas lediglich fubjektives; und wir hoffen .nicht, dafs irgend jemand, der diele Worte nur verlieht, das abläugnen werde. Was füfs oder lauer, roth oder gelb fey, läfst .fich fchlechtbin. nicht befchreiben, fondern blofs fühlen, und es liifst lieh durch keine Befchreibung dein andern mittheilen, fondern ein jeder mufs den Gegcn- ftand auf fein eignes Gefühl beziehen, wenn jemals eine Kenntnifs meiner Empfindung in ihm entliehen foll. 'Blau kann nur fagen : in mir ifi die Empfindung des bittern, des fiijfen, u. £ f. und weiter nichts. — Dann aber, gefezt. auch der andre bezieht den Gegen- ftand auf fein Gefühl; woher wifst ihr denn auch, dafs ■die Kenntnifs eurer Empfindung dadurch in ihm entliehe, dafs er gleichförmig mit euch empfinde?. Woher wifst ihr, dafs z. B. der Zucker gerade denjenigen Ein- ■druk auf den Gcfchmak dcffelben -mache, den er auf ■den «urigen macht? Zwar nennt ihr dasjenige, was in euch entlieht, wenn, ihr Zucker efst, Jiifs, und er, ■ und alle eure Mitbürger nennen es mit euch auch füfs; aber diefes Einvcrffändnifs ift lediglich in den Worten. Woher wifst j ihr denn aber, dafs was ihr beide füfs nennt, ihm gerade das ilt, was es euch ift ? Darüber liifst in Ewigkeit fich nichts ausmachen; die Sache liegt im Gebiete des lediglich fubjektiven, und ili gar nicht objektiv, Erft mit der Syntheils des Zuckers, und SC Ü nnd einem beftimmteu, an ßch Jubjekduen , aber lediglich durch feine■ Befiimmtheit überhaupt objektiven Geichmacke geht die Sache über auf das Feld der Objektivität. — Von folchen lediglich fuhjektiven Beziehungen auf das Gefühl gellt alle untre Erkenntnifs aus * ohne Gefühl ift gar keine Vorstellung eines Dinges auller uns, möglich. Diele Bestimmung eurer felbfi nun übertragt ihr sogleich auf etwas auffer euch-, was eigentlich Accidens eures Ich ift, macht ihr zu einem Accidens eines Din* ges , das außer euch feyn soll, (genöthigt durch Gesetze, die in der Willenfchaftslehre zur Genüge aufgestellt worden sind) eines Stoffes , der im Raume ausgebreitet feyn , und denfelben ausfiillen foll. Dass diefer Stoff felblt wohl nur etwas in euch vorhandnes, lediglich subjektives feyn möge, darüber sollte euch wenigstens ein Verdacht schon längst entbanden feyn, daher, weil ihr ohne weiteres, ohne dals-etwa ein neues Gefühl von jenem Stoffe hinLukonnne, etwas eurem eignen Geständnisse nach lediglich subjektives darauf zu übertragen vermögt; weil ferner ein solcher Stoff, ohne ein darauf zu übertragendes subjektives für euch gar nicht da ift, und er daher für euch Weiter auch gar nichts ilt, als der Träger des aus euch heraus zu übertragenden subjektiven, defien ihr bedürfet. — Indem ihr das subjektive darauf übertraget, iß er ohne Zweifel in euch, und für euch da: Wäre er nun ursprünglich außer euch da, und von außen für die Möglichkeit der Synlhcüs, die ihr vorzunehmen habt, in euch gekommen, so müße er etwa durch die Sinne in euch gekommen l'eyn. Aber die Sinne liefern uns blols ein subjektives, tives, von der Art des oben aufgezeigten; der Stoff, alsfolcher, fällt keineswegoß in die Sinne, fontlernkann nur durcli produktive Einbildungskraft entworfen, oder gedacht werden. Gefchcn wird er doch wohl nicht, noch gehört, noch geichme.kt, noch gerochen ; aber er fällt in den Sinn dös Gefühls (tactus), möchte vielleicht ein im Abhrahiren ungeübten: einwerfen. Aber dieler Sinn kündigt lieh doch nur durch die Empfindung eines Widerftamles , eines. Nichtkönnens an, das fubjek- tiv ift; das IVidcrfiehende wird doch hoffentlich nicht gefühlt, foudorn nur gefchloffen. Er geht nur auf die Oberfläche, und diele kündigt hell immer durch irgend ein fuhjektives an, dals fle z. 11. rauh oder gelind, kalt oder warm, hart oder weich, u. dergl. ift; nicht aber in das Innere des Körpers. Warum verbreitet ihr denn zuförderlt diele Wärme, oder Kälte, die ihr fühlt (zufammt der Hand, mit welcher ihr fle fühlt) über eine ganz breite Fläche, und letzet fle nicht in einen einzigen Funkt.? Dann, wie kommt ihr denn dazu, noch ein Inneres des Körpers zwilchen den Flachen anzunehmen, das ihr doch nicht fühlt? Dies gel'chieht offenbar durch die produktive Einbildungskraft.. —- Döch haltet ihr dielen Stoff für etwas objektives» und das mit Kocht, weil ihr alle über das Vorhandenfeyn dei- felben übereinkommt, und Übereinkommen müfst, da lieh die Produktion deffelhen auf ein allgemeines Gelen aller Vernunft gründet. £ 2 .) Der Trieb war gerichtet en die über fleh felblt reüektirendd, fleh felblt als Ich hoffinnnende -Hurtigkeit deffelhen, als Julche. Es liegt demnach ausdrüklich in der Lcftiminung durch ihn, dals X das Z 2 L (las Ick cs i'eyn lulle , welches das Ding beftimmt .— demnach, dals das Ich über fleh felbft in diele in Beilimmen reflektiren lulle. Es mufs reilek- tiren, d. i. lieh als das beitiminende fetzen. — (Wir werden zu diefer Reflexion zurükkonunen. Hier betrachten wir fle blols, als ein Hiilfsmittel, um in unfrer Unterfucliung weiter vorzurücken.) 23. ) Die Thiitigkeit des Ich ifi Eine, und fle kann nicht zugleich auf mehrere Objekte gehen. Sie lullte das Nicht - Ich, das wirX. nennen wollen, heflimmen. Das Ich lull jezt in diefejn Befiimmen durch die gleiche Thiitigkeit, wie fleh verficht, auf fleh felbft reflektiren. Dies ilt nicht möglich, ohne dals die Handlung des Eefiimmens (des X.) abgebrochen werde. Die Reflexion des Ich über fleh felbfi gefchieht mit abfoluter Spontaneität, mithin auch das Abbrechen. Das Ich bricht die Handlung des Bcfiimmeus ab, durch abfolute Spontaneität. 24. ) Das Ich ifi demnach im Befiimmen befchränkt, und daraus entlieht ein Gefühl. Es ilt befchränkt , denn der Trieb des Eefiinnncns ging nach außen ohne alle Befiimmung, d. i. in das Unendliche.- 1 — Er hatte überhaupt die Regel in fleh, über das realiter durch fleh felbft befiimmte, als Eins, und eben daflelbe zu reflektiren; aber kein Gefez, dals dasselbe — dals in unierm Falle X. — gehen follte bis B. oder bis C. u. 1 . f. Iezt ifi dieses Befiimmen abgebrochen in einem bestimmten Punkte, den wir C. nennen wollen. (Was dies für 323 für eine Begrenzung fey, lalTe man indelfen au leinen Ort geltellt;. hüte lieh aber, an eine Begrenzung im Raume zu denken. Es ift von einer Begrenzung der Intenfion die Rede, z. B. von dem, was das Bille vom fauren, u. dergl. scheidet.) Allo es ift eine Bejchränkung des Beftim- mungstriebes da, als die Bedingung eines Gefühls. Es ift ferner eine Rejlexion darüber da, als die andere Bedingung deÜelben. Denn indem die freie Tliätigkeit des Ich das Beftimmen des Objekts abbricht, geht iie auf das Beftimmen, und die Begrenzung , den ganzen Umfang deffelhen, der eben dadurch ein Umfang wird. Aber diefer Freiheit, feines Handelns wird das Ich lieh nicht bewirfst; daher wird die Begrenzung dem Dinge zugefchrieben. — Es ift ein Gefühl der Begrenzung des Ich durch die Bcfiimmcheit des Dinges, oder ein Gefühl eines bejiimmten , einjachen. 25.) Wir befchreiben jezt die Reflexion, welche an die Stelle des abgebrochnen, und durch ein Gefühl als abgebrochen lieh verrathendeu Beftim- mens tritt..— In ihr foll das Ich lieh als Ich, d. i. als das in der Handlung lieh felbfi beftimmende fetzen. Es ift klar, dafs das, als Produkt des Ich gefezte nichts anders feyn könne, als eine An- fchauung von X. ein Bild deffelhen, keinesweges aber X. felbft, wie iuis theoretifcheu Grundfitzen > und felbft aus dem oben gefügten erhellet. Es wird gefezt als Produkt des Ich in feiner Freiheit, heilst: es wird als zufällig ge fezt, als ein folches, das nicht notliwendig fo feyn müfte, wie X 2 es Z2-; es ift, fondern auch anders feyn könnte. —- Würde das Ich feiner Freiheit im Bilden (dadurch dals es auf die gegenwärtige Reflexion felbft wieder reflektirte) fich bewufst, Io würde das Bild ge- fezt, als Zufällig in Beziehung auf das Ich. Eine folche Reflexion findet nicht ftatt; es mufs demnach zufällig gefczt werden in Beziehung auf ein anderes Nicht- Ich , das uns-bis jezt noch gänzlich unbekannt ift. Wir erörtern dies hier im Allgemeinen gefügte vollft findiger. X. mufste, um dem Gefetze derBeftimmung an- gemefTen zu feyn, durch lieh felbft beftinrmt (be- ftimmt und beliimmend zugleich) feyn. Dies nun ift es laut mnfers Foftulats. Nun foll X. ferner, vermöge des vorhandnen Gefühls, gehen bis C, und nicht weiter; aber auch befiimmt fo weit. (Was dies lagen wolle, wird lieh bald zeigen.) Von diefer Beftimmung liegt im idealiter beftim- menden, oder anfehauenden Ich gar kein Grund. Es hat dafür kein Gefez. (Geht etwa das fich felbft beftimmende nur fo weit ? Theils wird ficli zeigen, dafs lediglich an ficli felbft betrachtet dies weiter, d. i. bis in die Unendlichkeit hinaus gehe; theils, wenn auch etwa da, in dem Dinge, ein IJnterfcliied feyn füllte , wie kommt er in den Wirkungskreis des idealen Ich? wie wird er (liefern zugänglich, da daffelbe mit dem Nicht-Ich gar keinen Berührungspunkt hat, lediglich infofern idealiter thiitig ift, inwiefern e,s keinen fol- clien Berührungspunkt hat, und durch dasNicht- Ich nicht begrenzt wird ? — Populär ausgedrükt ; warum Z25 wafum iß fitfs etwas anderes , als faiter , demfel- ben entgegengefezt? Ueberhaupt etwas bejiimmtes ift beides. Aber auITcr diefem allgemeinen Charakter, welches ilt ihr Unterfcheidungsgi'und - Xjediglich in der idealen Thiitigkeit kann er nicht liegen, denn von beiden ift kein Begriff möglich. Dennoch mufs er wenigßens zum Theil im Ich liegen; denn es ilt ein Unterfchied für das Ich.') Demnach fclrwebt das ideale Ich mit abfoluter Freiheit über und innerhalb der Grenze. Seine Grenze ilt völlig unbcßimmt. Kann es in dreier Lage bleiben? Keinesweges ; denn es foll jezt, laut des Poftulats über lieh felbß in diefer Anfchau- ung rellektiren, lieh mithin in derfelben beßimmt fetzen; denn alleRellexion fezt Beffimmung voraus. Die Regel der Beßimmung überhaupt iß uns wohl bekannt; ,es iß etwas nur infofern beßimmt, in wiefern es durch lieh felbß beßimmt iß. Demnach müße das Ich in jenem Anfchauen des X. lieh felbß die Grenze feines Anfchauens fetzen. Es müfste lieh durch lieh felbß beßinnnen, eben den Punkt C. als Grenzpunkt zu fetzen, und X. würde demnach durch die abfolute Spontaneität des Ich beßimmt. 2 6 .) Aber — diefe Argumentation iß wuchtig. — X. iß ein folclies, das lieh nach dem Gefetze derBe- ftimmung überhaupt, durch ficli felbß beßimmt, und es ift lediglich infofern Gegenßand der poftu- lirten.Anfchauung, inwiefern es lieh durch lieh felbß beßimmt. — Wir haben zwar bis jezt nur von der innern Beftimmung des Wefens geredet.; aber die äuJJ’ere der Begrenzung folgt daraus iin- X mit- o 3 26 mittelbar. X — X. inwiefern es befiimmt, und beftimmend zugleich ift, und es geht foweit , fu- vueit cs das iß, z. B. bis C. Soll das Ich X. richtig, und der Sache angcmeflen begrenzen, io mujs es dalfelbe in C. begrenzen, und man konnte daher nicht lagen, die Begrenzung geschehe durch abfolute Spontaneität. Beides widerspricht £ch, und dürfte eine Unterscheidung nötliig machen. 27.) Aber — die Begrenzung in C. wird blofs gefühlt, und nicht angefchaut. Die frei gefezt.e ioll blofs angefchaut , und nicht gejiihlt werden. Beides aber, Anschauung und Gefühl haben keinen .Zuiammenhang. Die Anschauung ßtht, aller iie 4 ft Leer ; das Gefühl bezieht ßch auf Realität , aber es ift blind. — Doch soll X. der Wahrheit nach, und so wie es begrenzt ift, begrenzt werden. JDemnach wird eine Vereinigung, ein synthetischer Zusammenhang des Gefühls, und der Anschauung gefordert. Wir untersuchen die lezte- re noch weiter, und dadurch werden wir unvermerkt auf den Punkt kommen, den wir suchen. 2ß.) Das anschauende soll X. durch abfolute Spontaneität begrenzen, und zwar fo, dass X. als lediglich durch fich felbft begrenzt erscheine— war die Forderung. Diese wird dadurch erfüllt, wenn die ideale Thätigkeit durch ihr absolutes Produktionsvermögen, über X. hinaus (im Punkte B. C. D. u. f. w. denn den beßimmten Grenzpunkt kann die ideale Thätigkeit weder felbft fetzen, noch kann er ihr unmittelbar gegeben werden) ein Y. fezt. 327 fezt. — Diefes Y. als entgegengefezt einem innerlich bchimmten, einem Etwas, inufs 1) felbft Etwas feyn, d. i. beliiinmt, und behimmend zugleich nach dem Gefetze der Bellimmtheit überhaupt; 2) es foll X. entgegengefezt feyn oder dal- felbebegrenzet!, d. h. zuX., inwiefern es bcfiini- mend ih, verhält. lieh Y. nicht wie das befiimmte, und inwiefern es beftimmt ilt, verhält lieh Y. nicht dazu wie das bchimmende; und umgekehrt. Es foll nicht, möglich feyn,beide ^ufammenzufalfen, auf beide, zu reflektiren, als auf Eins. (Es ilt wohl zu merken , dafs hier die Rede nicht ilt von relativer Behimmung, oder Begrenzung; in dieler liehen fie allerdings; fondern von innerer, indie- fer liehen fie nicht. Ieder mögliche Punkt von X. lieht mit jedem möglichen Punkte von X inWecli- felwirkung; fo auch in Y. Nicht aber jeder Punkt von Y. hebt mit jedem von X. in Wecli lei Wirkung , und umgekehrt. Sie find beide Etwas; aber jedes ih etwas anderes; und dadurch kommen wir denn'erh zum Aufwerfen und zur Beantwortung der Frage: Was find iie ? Ohne Gegen- fetzung ilt das ganze Nicht-Ich Etwas, aber es ift kein behimmt.es , befonderes Etwas, und die Frage: Was ih dies oder jenes, hat gar keinen Sinn, denn he wird lediglich durch Gegenfetzung beantwortet.) Dies ih es, wozu der Trieb die ideale Thätig- keit beftimmt; das Gefez der geforderten Handlung ift nach der obigen Regel leicht zu deduci- ren, liemlich: X. und Y. lullen lieh wechfelfei- X 4 üg u «.Y Kl ^iTrr^tmraw 328 tig ausfchliefsen. Wir können diefen Trieb, inwiefern er, wie liier, blofs an die ideale Thätig- keit ficli riclitet, nennen den Trieb nach Wechfel- beßimmung. 2p.) Der Grenzpunl; 1: C. wird lediglich durch das Gefühl gefezt; mithin kann das über C. hinaus liegende Y, inwiefern es gerade in C. angehen feil, auch nur durch Beziehung auf das Gefühl gegeben werden. Das Gefühl allein ilt, welches beide in der Grenze vereinigt ■— Der Trieb der Yi cchlelbcfiinunung geht demnach zugleich aus auf ein Gefühl. In ihm find daher ideale Thcitis;- heit i.nd Gefühl innig vereinigt; in ihm iß das ganze Ich Eins. — Wir können ihn infofern nennen den Trieb nach IT echfcl überhaupt. — Er ilt es, der iich durch das Sehnen äußert; das Objekt des Sehnens ilt etwas anderes , dem Vorhandneu ent- gegengefeztes. Im Sehnen ilt Idealität, und Trieb nach Realität innig vereinigt. Das Sehnen gebt auf etwas anderes; dies ift nur möglich unter Vorausfetzung einer vorhergegangenen Beftimmung durch ideale Tbätigkcit. Es kommt ferner in ihm vor der Trieb nach Realität (als befchränkt) weil es gefühlt, nicht aber gedacht, oder dargefiellt wird. Hier zeigt lieh, wie in einem Gefühle eih Treiben nach Auf- fen , demnach die Ahnung 'einer Außenwelt vorkommenkönne; weil es nemlich durch ideale Thä- tigkeit, die von aller Begrenzung frei ilt, modi- ficrrt wird, liier zeigt ficli ferner, wie eine theo- retifche Funktion des Gemiiths lieh auf das praktische tifcho "V «mögen zurükbezielien könne; welches möglich feyn mufste, wenn das vernünftige Wehen jemals ein vollftändiges Ganzes werden feilte. 0. ) Das Gefühl hangt nicht von uns ah, weil cs von einer Begrenzung abhangt, und das Ich fleh nicht felbft begrenzen kann. Nun foll ein ent ge- gengefeztes Gefühl eintreten. Es ift die Frage: wird die .duffere Bedingung, unter welcher allein ein folclies Gefühl möglich ift, eintreten? Sie mufs eintreten. Tritt fie nicht ein, fo fühlt das Ich nichts bcfiiinmt.es ; es fühl t demnach gar Nichts; . er lebt daher nicht, und ift kein Ich, welches der V orausfetzung derWiffenfcliaf tslelire widerfpriclit. 1. ) Das Gefühl eines entgegengefezten ift die Bedingung der Befriedigung des Triebes, alfo der'lrieb jiach JJ'echfel der Gefühle überhaupt ift das Sch- nen. Das erfehnte ift nun beftiinmt, aber lediglich durch das Prädikat, dafs es feyn foll etwas anderes für das Gefühl. 2. ) Nun kann das Ich nicht zweierlei zugleich fühlen , de.nn cs kann nicht .begrenzt in C. und zugleich nicht begrenzt in C. feyn. Alfo der veränderte Zuftand kann als veränderter Zufland nicht gefühlt werden. Das andere müfste daher lediglich durch die ideale Thätigkeit angefchaut werden , als etwas anderes und dem gegenwärtigen Gefühle entgegengefeztes. — Es wäre demnach im Ich notlnvendig immer zugleich vorhanden Anfchauung, und Gefühl, und beide wären fyn- thetifcli vereinigt in einem und demfelben Punkte. N 5 Nun Nun känii ferner die ideale Thätigkeit keines Gefühls Stelle vertreten, oder eins erzeugen ; fie könnte demnach ihr Objekt nur dadurch beltimmen, dafs es nicht fey das gefühlte; dafs ihm alle mögliche Beflimmungen zukommen können, aulfer der im Gefühle vorhandnen. Dadurch bleibt das Ding für die ideale Thätigkeit immer nur negativ be- ftimmt; und das gefühlte wird dadurch gleichfalls nicht beflimmt- Es läfst lieh da kein Mittel der Eeltimmung erdenken, als das in’s Unendliche fortgefezte negative Beltimmen. (So ilt es allerdings. Was heilst z. B. fiifs ? Zu- förderlt etwas , das lieh nicht auf das Gefleht, das Gehör, u. f. f. fondern auf den Gefchmak bezieht. Was der Gefchmak fev, müfst ihr fchon durch Empfindung willen, und könnt es euch durch die Einbildungskraft, aber nur dunkel, und negativ (in einer Syntheiis alles (leßcn, was nicht Gefchmak iß , ) vergegenwärtigen. Ferner, unter dem, was lieh auf den Gefchmak bezieht, ilt es nicht J'auer , bitter, u. f. f. fo viele befondre Be- ltimmangen des Gefchmaks ihr etwa aufzuzählen wilst. Wenn ihr aber auch die euch bekannten Gefclnnnksempfindungen alle aufgezählt hättet, fo können euch doch immer neue, bis jezt euch unbekannte, gegeben werden, von denen ihr dann urlheilen werdet: fie find nicht fiijs. Mithin bleibt dieGrenze zwilchen füfs, und allen euch bekannten Gefchmaksempfindungen noch immer unendlich.) Die einzige noch zu beantwortende Frage wäre folgende: Wie gelangt es an die ideale 33i ale Tliätigkeit, dafs der Zufinnd des fühlenden fich verändert hat ? — Vorläufig: dies entd ekt (ich durch die Befriedigung des Sehnens, durch ein Gefühl; — aus welchem Umfiande viel wichtiges erfolgen wird. §. IG Die Gefühle felbfi muffen entgegengefezt Werden können. 1. ) Das Ich foll durch ideale Tliätigkeit ein Objekt Y. dem Objekt X. entgegenfetzen ; es foll lieh fetzen, als verändert. Aber es leztY. nur aufVe.r- anlalfung eines Gefühls, und zwar eines and ern Gefühls. — Die ideale Tliätigkeit ift lediglich von lieh felbft abhängig, und.nicht vom Gefühl. Es ift im Ich ein Gefühl X. vorhanden, und in d.ie- fem Falle kann, wie gezeigt worden, die ideale Tliätigkeit das Objekt X. nicht begrenzen, nich I aiigeben was es ift. Nun foll im Ich ein anderes Gefühl — Y. entliehen , laut unfers Poftulats ; und jezt foll die ideale Tliätigkeit das Objekt X. beftimmen, d. i. ihm ein beftimmtes Y. entgegen 1- fetzen können. Die Veränderung , und derWcc.r- fel im Gefühl foll daher auf die ideale Tliätigkeit Einflufs haben können. Es fragt liehwie das gefchehen möge. 2. ) Die Gefühle felbft find verfchiedcn , für irgend einen Znfchauer ander dem Ich , aber fie feilen für das Ich felbft verfchieden feyn, d. li. fie feilen als entgegengefezte gefezt werden. Dies kommt nur der idealen Tliätigkeit zu. Es müfien demnach beide Gefühle gefezt, damit fie leide ‘ gefezt wer. « SZL weiden können, fyntlietifchvereinigt, aber auch cntg'egengefezt werden. Wir Laben dalier folgende drei Fragen zu beantworten a.) wie wird ein Gefühl gefezt? b.) wie werden Gefühle durch Setzen fynthetifch vereinigt? c.) wie werden fie entgegengefezt ? 5.) Ein Gefühl wird durch ideale Tliätigkeit gefezt: dies läfst fich nur folgendermaafsen denken: das Ich reflektirt ohne alles Selbflbewufstfeyn über eine Beichriinkuug feines Triebes. Daraus enthebt zuförderft ein Selbftgefühl. Es reflektirt wieder über diefe^-Reflexion, oder fezt fleh in derfelben , als das befiimmte und beflimmende zugleich. Dadurch wird nun das Fühlen felbfl eine ideale Handlung, indem die ideale Tliätigkeit darauf übertragen wird. Das Ich fühlt, oder richtiger, empfindet etwas, den Stoff. — Eine Reflexion , von der fcliön oben die Rede gewefen, durch welche X. erft Objekt wird. Durch die Reflexion über das Gefühl wird AafTelhe Empfindung. ■ 4.) Es werden Gefühle durch ideales Setzen fynthetifch vereinigt. Ihr Beziehungsgrund kann kein anderer feyn, als der Grund der Reflexion über beide Gefühle. Diefer Grund der Reflexion war der: weil außerdem der Trieb nach Wechfelbe- flimnumg nicht befriedigt würde, nicht gefezt werden konnte, als befriedigt, und Weil, wenn dies nicht gefchieht, kein Gefühl, und dann überhaupt kein Ich ilt. — Allo der fynthetifche "V ereinigungsgrund der Reflexion über beide ifl der, dais ohne Reflexion über leide, über keins von hei- beiden , als über ein Gefühl, reflektirt werden könnte. Unter welcher Bedingung die Reflexion über das einzelne Gefühl nicht fiatt.haben werde, lälst fleh bald einfehen. — Iedes Gefühl ift nothwen- dig eine Begrenzung des Ich; ift demnach das Ich nicht begrenzt, fo fühlt es nicht; und kann es nicht als begrenzt gefezt werden, fo kann es nicht als fühlend gefezt werden. Wenn demnach zwilchen zwei Gefühlen das Verhültnifs wäre , dafs das eine nur durch das andere Begrenzt, und beflimmt würde , fo könnte — da auf nichts reflektirt werden kann, ohne dafs auf feine Grenze reflektirt werde , aber hier jedesmal das andre Gefühl die Grenze des einen ift — weder auf das eine noch auf das andre reflektirt werden, ohne dafs auf beide reflektirt würde. .) Sollen Gefühle in diefem Verhältnifle flehen, fo mufs in jedem etwas feyn, das auf das andre hinweife. — Eine folclie Beziehung haben wir denn auch wirklich gefunden. Wir haben ein Gefühl aufgezeigt, das nüt einem Sehnen verbunden war-; demnach mit einem Triebe nach Veränderung:. Soll diefes Sehnen vollkommen beflimmt werden, fo mufs das andre^ erfehnte aufgezeigt werden. Nun ift auch wirklich ein folches anderes Gefühl po- flulirt worden. Daflelbe mag an fleh das Ich be- liimmen, wie es wolle: inwiefern es ein erfehn- tes, und das erfehnte ift, mufs es fleh auf das er- liere beziehen, und in llükftcht deflelben begleitet feyn von einem Gefühle der Befriedigung. 334 Düs Gefühl fies Sehnens läfst fleh nicht letzen, ohne eine Befriedigung, auf die daffelbe ausgeht; und die Befriedigung nicht, ohne Vorausfetzung eines Selinens, das befriedigt wird. Da wo das Sehnen aufhört, und die Befriedigung angeht, da geht die Grenze. 6 .) Es fragt lieh nur noch, wie die Befriedigung lieh im Gefühl offenbare? — Das Sehnen entfland aus einer Unmöglichkeit des Beßimmens, weil es an der Begrenzung fehlte; es war daher in ihm ideale,. Thätigkeit, und Trieb nach Realität vereinigt. So bald ein anderes Gefühl entsteht, wird r.) die geforderte B,efiinuuung, die vollkommne Begrenzung des X. möglich, und geschieht wirklich, da der Trieb, und di&Kraft dazu da iß ; 2.) eben daraus , dass he geschieht, folgt, dals ein anderes Gefühl da fey. Im. Gefühle an sich, als Begrenzung, iß gar kein Unterschied, und kann keiner ieyn. Aber daraus', dals etwas möglich wird, was ohne Veränderung des Gefühls nicht möglich war, folgt, dafs der Zuftand des Fühlenden verändert worden. 3.) Trieb und Handlung find jezt Eins , und ebön ‘ daffelbe ; die Befiimmung, die der erlicre verlangt, iß möglich, und geschieht. Das Ich reflektirt über dies Gefühl und fielt felbfi in demselben, als das bestimmende und bestimmte zugleich, als völlig einig mit lieh felbß; und eine solche Bestimmung des Gefühls kann man nennen Beifall. Das Gefühl iß von Beifall begleitet. 17.) Das Ich kann diele Uebereinßi'mmung des Triebes, und der Handlung nicht fetzen, ohne beide Z!1 zu unt.erfcheiden ' es kann aber beide nichtunter- fcheidcn, olme etwas zu fetzen, in welchem fie ent- gegengefeztßnd. Ein lolclies ilt nun das vorher- gegangne Gefühl, welches daher nolhwendig mit einem Misjallen (dem Gegentheile des Lei falls, der Aeufferung der Disharmonie zwifchen dem Triebe, und der Handlung) begleitet iß. — Nicht jedes Sehnen ift nofbvyendig von Misfallen begleitet, aber wenn daffelbe befriedigt wird, fo entlieht Misfallen am vorigen; es wird fchaal, abge- Iclimskt. g.) Die Objekte X. und Y. welche durch die ideale Thätigkeit g\efezt werden, find jezt nicht, mehr blofs durch Gegenfaz, fondern auch durch die. Prädikate, misj allend, und gefallend beßimmt. I.Tnd fo wird fortbeftimmt ins Ehrendliche, und die innern Beliimmungen der Dinge (die lieh auf das Gefühl beziehen) find nichts weiter, als Grade des Misfallenden, oder Gefallenden. p.) Bis jezt iß jene Harmonie, oder Disharmonie, der Beifall oder das Misfallen (als Zufammentref- fen, oder Nicht-Zufammentrelfen zweier ver- fehiednen, nicht aber als Gefühl) nur für einen möglichen Zufchauer da , nicht, für das Ich fclbft. Aber es foll beides auch für das leztere da feyn, und durch daüelbe gefc.zt werden — oh blofs ideal ifch durch Anlchauung, oder durch eine Beziehung auf das Gefühl, wißen wir hier noch nicht. 10.) Was entweder idealifch gefezt, oder gefühlt werden foll, dafür mufs ßch ein Trieb aufzeigen lallen- CO lallen. Nichts ift ohne Trieb im Ich, was in ihm iß. Esmüfste ßch daher ein Trieb, der auf jene Harmonie ausginge, aufzeigen lallen. 11. ) Hannonirend ift, was ßch gegenseitig als das befiimmte, und beßimmende betrachten läfst. — Doch foll das havmoniren.de nicht Eins, sondern ein harmonirendes Zwiefaches feyn; mithin warn das Ycrhiilt.nifs folgendes : A. nmfs in ßch fclblt überhaupt bestimmt, und bestimmend zugleich feyn, fo auch B. Nun muss aber noch eine bc- fondre Bestimmung (die Bestimmung des Wie weit) in beiden feyn, in IVukßcht welcher A. ’ das bestimmende iß, wenn B. gefezt wird als das bestimmte, und umgekehrt. 12. ) Ein solcher Trieb liegt im Triebe der TVechfcl- befi 'umnitng. — Das Ich bestimmt X. durch Y. und umgekehrt. Alan sehe auf sein Handeln in beiden Bestimmungen. ledo dieser Handlungen iß offenbar bestimmt durch die andere, weil das Objekt, jeder bestimmt iß durch das Objekt der andern. — Alan kann diesen Trieb nennen den Trieb nach JVechfdbefiimmung des Ich durch ßch leihst, oder den Trieb nach absoluter Einheit , und Vollendung des Ich in ßch selbst. — (Dur Umkreis iß jezt durchlaufen : Trieb zur Bestimmung , zu forderst des Ich; dann durch dasselbe des Nicht-Ich ; — da das Nicht-Ich ein Mannigfaltiges iß, und' darum kein besonderes in ßch, und durch ßch felbß vollkommen bestimmt werden kann — Trieb nach Bestimmung desselben durch Wechic.l; "rieb nach IVcehfelbeßhnmung des des Ich durch fich felbft, vermitteln jenes Wech- fels. Es ift demnach eine Wechfelbefiimmun«- des Ich, und des Nicht-Ich, die, vermöge der Einheit des Subjekts, zu einer Weclifclbeltim- mung des Ich durch fleh felblt werden mufs. So find, nach dem fchon ehemals aufgeftellten Schema die Handlungsweifen des Ich durchlaufen und erfchüpft, und das verbürgt die Vollitändigkeifc unfrer Deduktion der Haupttriebe des Ich, weil es das Syftem der Triebe abrundet, und bs- Ichliefst. 13.) Dasharmonirende , gegen feilig durch fich felbft boftinnnte, foll feyn Trieb und Handlung, a.) Beides foll lieh betrachten halfen, als an fich beiiimmt, und beftimmenrl zugleich. Ein Trieb von der Art wäre ein Trieb , der fleh abfednt felblt liervorbiächte, ein abfoluter Trieb, ein Trieb um des Triebes Willen. (Driikt man es als Ge- fea aus, wie es gerade um diefer Beflimmung- willen auf einem gewiffen Reflexionspunkle aus- gedrükt werden mufs, fo ift ein Gelee um des Ge» fetzes willen, ein abfolutes-Gefez, oder der ka* tegorifclie Imperativ — Dujollfi Jchleckthin .) Wo bei einem folchen Triebe das unbeßimmte liege, läfst ficli leicht einfehen; nemlich er treibt uns in's unbeftimmte hinaus, olme Zweck, (der kate» gorifclie Imperativ ift blofs formal ohne allen Gc- genftand.) 1 ).) Eine iLmdlitng ift beftinnnt, und. beftimmend zugleich, licifst: es wird gebandelt, weil gehandelt wird, und um zu handeln, oder mit abfoluter Selbilbeftimmung lind Freiheit. Y Der 338 Der ganze Grund, und alle Bedingungen des Handelns liegen im Handeln. —- Wo liier das un- beftimmte liege, zeigt lieh ebenfalls fogleicli: es ift keine Handlung, ohne ein Objekt; demnach mrifste die Handlung zugleich ihr felblt das Objekt geben , welches unmöglich ifi. r4-) Nun foll zwilchen beiden, dem Triebe, und dem Handeln, das Verhältnifs feyn, dafs Ire lieh wecbfelfeitig beitimmen. li,in folches Verhältnifs erfordert zuförderfi', dafs das Handeln fich betrachten lafifie, als hervorgebracht durch den Trieb. — — Das Handeln foll abfolut frei feyn, alfo durch gar nichts unwiderftehlich beltimmt, alfo auch nicht durch den Trieb. Es kann aber doch fo befchalFen feyn , dafs es lieh betrachten lalle, als durch ihn beltimmt, oder auch nicht. TVie nun aber diele Harmonie oder Disharmonie fich ändere, das iß eben die zu beantwortende Frage, deren Beantwortung fich fogleich von felblt finden wird. Dann erfordert diefes Verhältnifs, dafs der Tiieb fich fetzen lalle, als beltimmt durch die Handlung. — Tm Ich kann nichts entgegenge- feztes zugleich feyn. Trieb aber und Handlung find hier entgegengefezt. -So gewifs demnach eine Handlung einrritt, ift der Trieb abgebrochen, oder begrenzt. Dadurch entlieht ein Gefühl. Auf den möglichen Grund diefes Gefühls geht die Handlung, fezt, realifirt ihn. Ift 339 Ift nun nach obiger Forcierung das Handeln be- ftimmt durch den Trieb , fo ift durch ihn auch das Objekt beftimmt; es ift dem Triebe angemeffen, und das durch ihn geforderte. Der Trieb iß jezt (idealiter) beftimmbar durch die Handlung; es ift ihm das Prädikat beizulegen, dafs er ein folcher fey, der auf diefe Handlung ausging. Die Harmonie iß da, und es entfielit ein Gefühl des Beifalls , das hier ein Gefühl der Zufriedenheit ift, der Ausfüllung, völligen Vollendung, (das aber nur einen Moment, wegen des notliwen- dig zurülckehrenden Sehnens, dauert) — Iß die ' Handlung nicht durch den Trieb beßimmt, fo iß das Objekt, gegen den Trieb, und es entfielit ein Gefühl des Mifsfallens, der Unzufriedenheit, der Entzweiung des Subjekts mit. lieh felbft. — Auch jezt iß der Trieb durch die Handlung beßimmbar; aber nur negativ; es war nicht ein folcher, der auf diefe Handlung ausging. 15.) Das Handeln, von welchem liier die Rede iß, iß wie immer ein blofs ideales , durch Vorfiellung. Auch unfre finnliclie Wirkfanikeit in der Sinnenwelt, die wir glauben, kommt uns nicht anders zu, als mittelbar durch die Vorßellung. f- ( Folgende Felder littet man zu lerichti 2,cn, s. 12 Z. 15- zu denken, hat t denken. . s. 41 Z. 5 - von unten, der der ant. ft. der aut; • s. 49 Z. 7. von unten in ft. au. s. 58 z. 3 - dcrielben, hatt delfelben. s. 59 z. 9 - nach fel.bjt fetze man hinzu: in das Nicht-Ich. s. 59 z. 5 - v. u. und ließimmt, h. unbeßimmt. s. 60 z. 4 - Nichtigkeit, ft. Dichtigkeit. s. öi z. 12. Krinnei’Unp:, ft. Krinnerungen. s. 62 z. 5 - foll na'ch Begriffe kein Konnna heben. s. 63 z. 8-