Druckschrift 
Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre : als Handschrift fuer seine Zuhoerer
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

i'V,"

Darin befteht nun das Wefen der kritifchen Phi-lofophie, da5s ein absolutes leb als schlechthin un-bedingt und durch, nichts höheres bestimmbar aus-gestellt werde und wenn diese Philosophie aus die-sem Grund ratze konfequent folgert, fo wird fieWiffenfchaftslehre. Im Gegentheil ist dieienigePhilofophie dogmatifch , die dem Ich an sich etwasgleich und entgegenfezt und dieses geschieht indem höher feyn füllenden Begriffe des Dinges(Ens) der zugleich völlig willkührlich als derschlechthin höchße ausgestellt wird. Im kritifchenSyftem ift das Ding, das im Ich gefezte; im dog-matischen dasjenige , worinne das Ich felbft gefeztift: der Kriticism ift darum immanent, weil eralles in das Ich fezt; der Dogmatism transfcendent,weil er noch über das Ich hinausgeht. In sofernder Dogmatism konfequent feyn kann, ift derSpinocism das konsequentes!« Produkt desselben.Verfährt man nun mit dem Dogmatism nach feineneigenen Grundsätzen, wie man allerdings soll, fofragt man ihn, warum er doch fein Ding an sichohne einem hohem Grund annehme, da er beydem Ich nach einem hohem Grunde fragte; wa-rum denn üicfs als abfolut gelte, da das Ich nichtab fohlt feyn tollte. Dafür kann er nun keine Be-fugnifs aufweilen und wir verlangen demnach mitRecht, dafs er nach feinem eigenen Grundsätze,nichts ohne Grund anzunehmen, wieder einen ho-hem Gattungsbegriff für den Begriff des Dinges ansieh anführe und wieder einen hohem für diesenund fo ins Unendliche fort. Ein durchgeführterDogmatism läugnet demnach entweder, dafs unser

Wif-

v-V