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Fallversuche über die Umdrehung der Erde
Entstehung
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wurde zuvörderst der Lothpunct angegeben, indem an einem übersil-berten Kupferdrahte ein genau gedrehtes Lotli von oben herab so ein-gehängt wurde, dass die Spitze nahe über dem Stocke schwebte,worauf eine mit concentrischen Ringen und ihrem Mittelpuncte verse-hene Messingplatte untergeschoben, und so lange hin und her gerücktwurde, bis die Spitze des Lothes Anfangs auf je zwei gegenüberste-henden Seiten gleich weit ausschlug und endlich, wenn ja nicht völ-lig ruhig über dem Mittelpuncte stehen blieb, doch um selbigen nurinnerhalb des engsten Kreises, in scheinbar gleicher Entfernung, sichbewegte. Sobald dieser Zustand einigemal eingetreten war denn dasLoth blieb kaum eine Minute lang auf dem wahrscheinlichen Mittel-puncte, sondern nahm stets wieder Bewegung an und schwang perio-denweise in geraden Linien, Kreisen, Ellipsen und Epicykelnschmelzte man Inselt am Rande der Platte auf, um sie einstweilen aufdem Stocke zu befestigen. Es zeigte sich, dass man ziemlich langewarten musste, ehe das Loth hinlänglich kleine Schwingungen machte,vorzüglich aber, dass alle ungleiche Erwärmung der Luft zu vermeidenwar, weil der dadurch entstehende Luftzug das Loth sogleich merk-lich aus seiner Lage brachte, und, wie zu erwarten, nach dem wär-mern Theile hin.

Um den Stock herum lag das aus 4 Balken gebildete Geviere,ivx Figur 1 und 2 Tafel II ., mit horizontaler, wenig über den Stockhervorspringender Oberfläche. Uiber dieses wurden zwei feine Mes-singdrähte dergestalt angespannt, dass sie sich über dem bestimmtenLothpuncte schnitten, und mittelst langer Richtscheite und eines Mark-scheiderzulegeinstrumentes in die Mittags- und Winkelkreuzlinien ge-bracht. Da man bei dieser Bestimmung nicht alles Eisen, namentlichnicht die eisernen Ringe um den Stock selbst, entfernen konnte, sonahm man das Streichen jedesmal an beiden Seiten des Stocks ingleichen Entfernungen ab, und aus beiden Angaben das Mittel, wel-ches um so weniger irrig sein dürfte, da die beiden Angaben immernur geringe Differenz zeigten. Auf solche Weise gab man dem einender Kreuzfäden das Streichen 7. Ä o. o. und zog den andern auf diesennormal 1/' o. o. Während dieser Arbeit war am Wernerstolln die De-clination mit einem andern, mit dem gebrauchten verglichenen Zulege-