Es kann Keinem, der nur ein wenig in der deut-schen Literatur bewandert ist, unbekannt seyn, mitwelchem Scharfsinn, mit welchem kritischen Apparatdie Gegner der katholischen Kirche das schöne lindschlagende Zeugniß des Bischofs und Märtyrers Ire-naus angefeindet haben. Unser Ellendorf der offengesteht, daß nach Irenaus Petrus und Paulus dierömische Kirche gestiftet haben, macht sich die Sacheganz leicht, indem er bemerket, inan müsse dessen An-sehen mit Behutsamkeit gebrauchen, denn Irenausist oft unbedachtsam und leichtgläubig; viel-leicht hat er sogar diese Nachricht von Papias irriggeschöpft. Dies läßt sich wohl alten Weibern vor-lügen, aber nicht belesenen Männern. Die ältestenScribenten erkannten den h. Jrenäus als einen ge-lehrten, scharfdenkenden Philosophen; Tertullian, derungefähr gleichzeitig mit ihm lebte, nennt ihn in derSchrift gegen die Valentinianer, den sorgfältigstenForscher aller Lehren,*) Hieronymus setzt ihn unterdie gelehrtesten Männer der Kirche, und Epiphanins,der ihn einen würdigen Nachfolger der Apostel, einenmit allen Geistesgaben geschmückten Lehrer nennt,nimmt ganze Stetten aus seinen Schriften auf. —Die Reformation suchte, wie Seniler selbst erklärte,das Ansehen dieses Mannes und seiner Schriften zu
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