Druckschrift 
Das alte Gespenst in unsern Tagen neu aufgeführt von F. Ellendorf in der Schrift: Ist Petrus in Rom und Bischof der Römischen Kirche gewesen? Darmstadt 1841
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

Noch in neuester Zeit ist von Katholiken und Pro-testanten dieser Gegenstand so kritisch und scharfsinnigbehandelt worden, daß Ellendorfs Schrift als eineverunglückte Nachgeburt angesehen werden muß. Imvorigen Jahr (1840) lieferte die kathol. theolog.Quartalschrift zu Tübingen eine wohlgclungcnc Ab-handlung des vr. Stenglein; Ueber den Auf-enthalt des Apostels Petrus zu Nom, dieEllcndorf, wenn er als Literator auftretcn wollte,um so weniger ignoriren durfte, da sie gegen dieneuesten Behauptungen protestantischer Gelehrten an-gcht.Vor cinigen Jahren, so heißt es in derselbenS. 233, unternahm cs insbesondere l)r. Vaur inTübingen, die Hypothese, Petrus sey nie in Nomgewesen, ein noch von Velcnus und Span heimhinterlasscues Erbthcil wieder zu Ehren zu bringen.Die Kühnheit, mit welcher die geschichtlichen Zeug-nisse angegriffen und verdächtiget wurden, erregteanfänglich Aussehen, und selbst I)r. Neandcr än-derte, nur zu schnell, seine früher in der K. G. aus-gesprochene Ansicht, gab der Baurschcn Hypotheseseinen Beifall und fügte auch noch nach seiner psy-chologischen Manier anhangsweise bei, wie sich all-mälig die Sage von dem Episcopat des h. Petrusin Nom gebildet haben könne und möchte. Alleinals nach kaum 3 Jahren aus Ncanders Schule I)r.Meyerhoff*) mit Vaurs Argumenten wiederholtenVersuch machte, fand dies Unternehmen lebhaftenWiderspruch. Protestantische Theologen, die eben

*) Historisch, kritische Einleitung in die PetrinischenSchriften. Hamburg 1835.