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Frauen. Anders ist es aber bei demjenigen Gesinde, das blos zur Bequemlichkeit der Herrschaft ge-halten wird: hier überwiegt das weibliche Geschlecht bei weitem, weil männliche Dienste allzu theucrsind. Gegen drei männliche Domestiken werden noch etwas mehr als zehn weibliche gehalten.
Nach den Ueberschriften des Formulars sind unter dem zur persönlichen Bequemlichkeit derHerrschaft dienenden Gesinde zu verstehen: Lakaien, Kutscher, Jäger, Gärtner und Küche, Kammer-und Stubenmädchen, Köchinnen, Wärterinnen und Ammen; unter dem zur Aushülfe bei Gewerbendienenden Gesinde dagegen: Knechte und Jungen, Mägde und Mädchen zum Betriebe der Land-wirthschaft oder anderer Gewerbe. Es darf kaum erinnert werden, dafs die hier gebrauchten Be-nennungen des als Gesinde dienenden Personals nur zur Erläuterung beispielsweise angeführt sind,und es keinesweges hat versucht werden sollen, hier alle die grofsentheils den Provinzen nach ver-schiedenen Benennungen anzugeben, womit Personen bezeichnet werden, welche nach allgemeinen Be-griffen zum Gesinde gehören. Diese Begriffe sind dermaafsen übereinstimmend in den verschiedenenTheilen des preufsischen Staats, dafs erhebliche Verschiedenheiten der Ansichten, welche das Ergeb-nifs der Aufnahmen unsicher machen könnten, wenigstens seltener Vorkommen dürften, als bei sehrvielen anderen Rubriken der Gew r erbetabelle.
Es darf gar nicht hefremden, dafs die Aufnahmen zwischen 1819 und 1831 ungeachtet der stär-keren Bevölkerung doch eine Abnahme in der Zahl des Gesindes zeigen. Dieser Zeitraum war sehrungünstig für alle diejenigen, welche von Renten leben; nicht nur der Zinsfufs fiel, sondern auchdie Bodenrente in Folge niedriger Getreidepreise und erhöhter Wirthschaftsausgaben: das konntewohl eine Verminderung des Gesindes erzeugen, das zur persönlichen Bequemlichkeit gehalten wird.Auch der Bedarf von Gesinde zum Betriebe der Landwirtschaft minderte sich durch die Ablösungen:der Bauer, welcher seine Frohndieuste abgelöst hatte, bedurfte weniger Gesinde; die Gutsherrschaftvermehrte dagegen wegen des erweiterten Bedarfs au Arbeit nicht sowohl ihr Gesinde, als vielmehrdie Ansiedelungen von Tagelöhnern. Seit den letzten sechs Jahren ist zwar der Zinsfufs fortwäh-rend im Sinken geblieben: aber die Bodenrente ist wieder gestiegen vermöge der grofsen Verbesse-rungen der Landwirtschaft, welche aus der teuer erkauften Ueberzeugung hervorgingen, dafs ge-dankenloses Verfolgen ererbter Gewohnheiten zu deren glücklichem Betriebe nicht mehr ausreicht.Ucberdies hat die Betriebsamkeit in der Fabrikation Fortschritte gemacht, deren Umfang noch nichtüberall hinreichend gewürdigt wird. In beiden Beziehungen kann wiederum mehr auf persönlicheBequemlichkeit gewendet werden, und wird auch mehr Aushülfe bei gewerblichen Verrichtungen er-fordert. Nachstehende Vergleichungen dürften zur übersichtlichen Erläuterung dieser Verhältnissedienen: es sind hierbei die Aufnahmen zu Ende der Jahre 1828 und 1837 einander gegenüber ge-stellt, weil das Jahr 1831 zu viel Aufserordentliches hat, um hier als Anhalt dienen zu können. Eswaren gezählt worden
männliches G
e s i n d e
weibliches G
esiu de
in Berlin
zur persönlichen Bequem-lichkeit der Herrschaften
zur Aushülfe beiGewerben
zur persönlichen Bequem-lichkeit der Herrschaften
zur Aushülfe beiGewerben
1837
3350
1984
12260
3156
1828
2348
1788
9917
2300
alo Vermehrung 1002
196
2343
856