Druckschrift 
Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

196

Zweiges der Gewerbsamkeit zu gelangen, haben wegen der Unfruchtbarkeit ihrer Ergebnisse, nebenbitteren Beschwerden über ihre Mühseligkeit, bald wieder aufgegeben werden müssen. Es gehörteine Ausbildung der Kommunal- und Kreisverfassung, und überhaupt eine Stufe allgemeiner Bildungdazu, die bis jetzt noch nicht erreicht ist, um solche Versuche mit der wahrscheinlichen Hoffnungeines besseren Erfolges zu wiederholen. Die Zahl der Tagelöhner nach einer zu fruchtbaren Anwen-dungen brauchbaren Abtheilung auszumitteln, ist bisher von dem statistischen Bureau noch gar nichtversucht worden, weil auch hier die grofse Verschiedenheit der Verhältnisse, und die Schwierigkeit,Mifsverständnissen deshalb vorzubeugeu, unübersteigliclie Hindernisse häuft. Nur der Gesindedienstscheint durch so bestimmte Merkmale bezeichnet zu sein, dafs dieser Theil der unteren Volksklasseneiner tabellarischen Aufnahme nach allgemeinen Formularen fähig wird, deren Ergebnifs zuverlässiggenug ist, um darauf staatswirthschaftliche und polizeiliche Betrachtungen zu gründen. Die Gewerbe-tabellen enthalten seit 1819 eine Uebersicht der Anzahl des Gesindes, getrennt nach den beiden Ge-schlechtern und nach der Verwendung seiner Dienste, tlieils zur Iliilfsleistung hei Gewerben, theilsblos zur persönlichen Bequemlichkeit der Herrschaften. Hiernach hatte der preufsisclie Staat

männliches G

e s i n d e

weibliches

Gesinde

zu Emle der Jahre

zur persönlichen Bequem-lichkeit der Herrschaft

zur Aushülfehei Gewerben

zur persönlichen Bequem-lichkeit der Herrschaft

zur Anshülfebei Gewerben

1819

23958

456358

75014

478285

1822

22819

423175

70734

452013

1825

23149

419968

74278

445419

1828

22233

417742

78324

442345

1831

23431

411934

82926

443494

1S34

24897

445249

87294

471331

1837

26938

481431

94750

507374

aritlimethisches Mittel aus

diesen

sieben Zählungen 23918

436551

80474

462894

Nach diesem Durchschnitte dienten als Gesinde: Personen

männlichen Geschlechts . 460469

weiblichen Geschlechts. 543368

also von letzteren mehr 82899

oder das männliche Gesinde verhielt sich zu dem weiblichen der Zahl nach beinahe wie ei 1 f zu drei-zehn. In der That müfste noch eine gröfsere Ueberzahl weiblichen Gesindes vorhanden sein, wennnicht die Töchter seltener als die Söhne das elterliche Haus verliefsen, um Erwerb durch Diensteaufser demselben zu finden: denn neben dem Gesindedienste nimmt der Stand, der Gesellen und Lehr-linge und das Heer eine sehr grofse Anzahl junger Männer auf, deren Schwestern nur in Gesinde-dienst gehen können, wenn sie nicht im Schoofse ihrer Familien bleiben. Die Zahl des Gesindes, daszur Hülfe bei der Landwirthschaft oder anderen Gewerben gebraucht wird, ist in beiden Geschlech-tern nicht sehr verschieden; zu diesem Zw r ecke dienen nahe siebzehn Männer gegen achtzehn