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lieg. Bez. Münster. Der Reg. Bez. Minden ist aus zwei ganz verschiedenartigen Landestheilen zu-sammengesetzt: die fünf nördlichen Kreise enthalten die schon im 17ten Jahrhunderte zum preufsi-schen Staate gekommenen Landestheile, nämlich das Fürstenthum Minden und die Grafschaft Ravens-berg; die fünf südlichen Kreise enthalten dagegen die vormaligen Bistlmmer Paderborn und Korvey,welche erst im Jahre 1802 säkularisirt wurden, und einige kleine Landestheile, welche erst im Jahre1815 unter preufsische Hoheit kamen. Am Ende des Jahres 1837 hatten mit Einschlufs des Militärsdie fünf nördlichen Kreise .... 236907 Einwohner
und .... 508 Schankwirthscliaften,
folglich eine auf 466 Einwohner;
die fünf südlichen Kreise. 180369 Einwohner
und 568 Schankwirthscliaften,
folglich eine auf 318 Einwohner.
Hier ist also die gröfscrc Zahl der Schankwirthscliaften in dem bei weitem minder gewerbreichen süd-lichen Thcile.
Ucberhaupt wirken zwei ganz verschiedene Ursachen auf die Anzahl der Schankwirthscliaften.Die Wohlhabenheit vermehrt die Verzehrung auch an Getränken, und selbst da, wo die Sittlichkeitden Mifsbrauch derselben mindert: der mäfsige tägliche Genufs von Bier und Branntwein erzeugteinen bei weitem grüfseren Verbrauch dieser Getränke, als die ausschweifende Völlerei an einzelnenMarkt- und Festtagen, worauf eine gänzliche Entbehrung in der gröfseren Zahl der Arbeitstage folgt.In sofern scheint die Wohlhabenheit auch geeignet, die Zahl der Schankstätten zu vermehren: abersie vermindert dieselbe auch, indem sie die Fortschritte der Sittlichkeit und öffentlichen Ordnung be-fördert, und dadurch veranlafst, dafs statt vieler elenden Kneipen, worin sich das Schankgewerbezersplittert, wenigere, aber gröfsere und anständigere Schankwirthscliaften entstehen. So haben Lan-destheile, -worin die Wohlhabenheit mit ihren guten Folgen geringere Fortschritte gemacht hat, beiverhältnifsmäfsig weniger starkem Verbrauche von Getränken doch mehr Schankwirthscliaften, alswohlhabendere Gegenden bei wirklich gröfserem. Der Reg. Bez. Stettin hatte erst auf 582, der of-fenbar minder wohlhabende Reg. Bez. Köslin doch schon auf 453 Einwohner e i n e Schankwirthschaft.Wenn der Reg. Bez. Frankfurt verhältnifsmäfsig mehr Schankstätten hat, als der Reg. Bez. Köslin,nämlich eine auf 30S Eimvohner: so wird dieses wohl nur als Folge der gröfseren Wohlhabenheitin Städten wie Frankfurt, Landsberg, Guben, Kottbus und deren Umgebungen angesehen w r erdenkönnen. Wenn dagegen der Reg. Bez. Marienwerder schon auf 279, der Reg. Bez. Bromberg auf243, und der Reg. Bez. Posen auf 254 Einwohner eine Scliankstätte hat: so wird diese Mehrzahl derSchankstätten offenbar nicht die Folge gröfserer Wohlhabenheit, sondern nur geringerer Fortschrittein Sittlichkeit und öffentlicher Ordnung sein können. Die Verhältnisse der einzelnen Regierungs-Bezirke sind in dieser Rücksicht allzu merkwürdig, um sie nicht übersichtlich zusammen zu stellen.Es geschieht dies nachstehend in Verbindung mit einem verwandten Gegenstände, nämlich mit derAnzahl der sogenannten Ausspannungen für das Frachtfuhrwerk und die zu Markte kommenden Land-leute, welche doch auch mit dem Verkaufe von Getränken verbunden sind. Es kamen hiernach Ein-wohner.
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