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Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
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waarcn gewöhnt, als die ländliche: und Schlesien hat wohl auch deshalb im Verhältnisse seiner Ein-wohnerzahl so viel weniger Materialläden als die Provinzen Brandenburg und Sachsen, weil ein sehrviel jrröfserer Theil seiner Bevölkerung auf dem Lande lebt.

Die grofse Zahl der Ausschnitthandlungen in der Provinz Brandenburg beruht hauptsächlich aufdem Ucbergcwichte Berlins, welches allein 361 Handlungen mit Schnittwaaren enthält, das ist bei-nahe zwei Fünftheile sämmtlicher solcher Handlungen in der Provinz Brandenburg.

In den Verhältnissen des Handels, welcher hier als Handel mit kurzen Waaren bezeichnet wird,ist Vieles, was sich auf besondere Eigenthümlichkeiten einzelner Landestheile bezieht. In dicht be-völkerten und wohlhabenden Gegenden kann Manches in offenen Läden feil gehalten werden, wasan anderen Orten nur aus den Fabriken verschrieben, oder bei Handwerkern besonders bestellt wer-den mufs, weil die Nachfrage danach nicht stark genug ist, um es dafür vorräthig zu halten. In vie-len Fällen wird der Handel mit kurzen Waaren das Geschäft von Krämern, die tlieils noch einenfesten Wohnsitz haben, tlieils auch ihr Gewerbe im Umherziehen betreiben. Nach der zu Ende desdahres 1837 aufgenommenen Gewerbetabelle befanden sich Krämer mit kurzen Waaren, Nürnbergerund Nadlerkram, welche damit ein stehendes Gewerbe betrieben,

in den Provinzen in

den Städten

auf dem Lande

überhaupt

also auf 100000 Einwohnerdurchschnittlich

Preufsen ....

925

155

1080

50

Posen.

3325

149

3474

297

Brandenburg .

904

234

1138

65

Pommern ....

470

106

576

58

Schlesien ....

2163

3852

6015

224

Sachsen ....

798

840

1638

105

Westfalen . .

1300

1810

3110

234

Rheinprovinz . .

3403

6173

9576

387

im ganzen Staate

13288

13319

26607

189

Die verhältnifsmäfsig geringe Anzahl dieser Handelsleute in den Provinzen Preufsen, Pommern, Bran-denburg und Sachsen deutet auf frühere Verhältnisse, deren Spuren noch nicht ganz erloschen sind;die Kaufmannsgilden suchten sich von dem hier betrachteten Handel soviel vorzubehalten, dafs denKrämern nur eine kleine Anzahl geringfügiger Artikel übrig blieb; und auch die Steuerverfassung warder Zersplitterung des Handels mit kurzen Waaren sehr entgegen, weil die Aufsicht auf den Schleich-handel dadurch erschwert wurde. In Schlesien fanden diese Verhältnisse weniger Beachtung;; in denStädten bildeten die Krämer besondere Gilden, welche sich neben den Kaufleuten zu behaupten wufs-ten; auf dem Lande setzten sich besonders viele solche Krämer an, welches überhaupt schon vorderpreufsischen Besitznahme bevölkerter und gewerbreiclier war, als in irgend einem anderen Theile deröstlichen und mittleren Provinzen. In der Provinz Posen befindet sich dieser Kramhandel fast ganzin den Händen der zahlreichen Judenschaft, und ist eben deshalb unter so viele Theilnehmer zersplit-tert; er hat gröfstentlieils auf die Städte beschränkt bleiben müssen, weil der Landmann noch zuwenig von denjenigen Bedürfnissen hat, welche dadurch befriedigt werden. In der Provinz West-falen hatte insbesondere Krämer der hier betrachteten Art