Druckschrift 
Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11

Ostfriesland: Geldern wurde durch ein besonderes Landes-,Administrations-Kollegium, und Tecklen-burg nebst Lingen durch eine Deputation der Kammer zu Minden verwaltet. Nach dem Verlusteder überrheinischen Besitzungen und der Erwerbung der Fürstentümer Münster und Paderborn undder Grafschaften Essen und Werden nebst der Herrschaft Niederelten, trat der ostrheinische Theilvon Kleve mit Essen, Werden und Elten unter die Aufsicht der Kammer zu Hamm: in Münsterward eine neue Kammer errichtet, wozu auch Tecklenburg und Lingen überwiesen wurden; Pader-born ward durch eine besondere Deputation derselben verwaltet. Nach der Wiederherstellung derprcufsischcn Herrschaft jenseits der Weser und des Rheins traten an die Stelle der Kammern zuMinden und Münster Regierungen daselbst, mit beträchtlicher Erweiterung der früheren Verwaltungs-bezirke: Münster erhielt zu dem Fürstenthume dieses Namens nebst Tecklenburg und Lingen nochdie Verwaltung über die beträchtlichen standesherrlichen Gebiete, welche westwärts bis zur nieder-ländischen Gränze liegen; Minden bekam zu dem früheren Verwaltungsbezirke noch Paderborn, Kor-vey und den weiter oben bezeichneten Kreis Wiedenbrück. An die Stelle der Kammer zu Hammtrat eine Regierung zu Arnsberg, welcher aufser der Grafschaft Mark mit Hohen-Limburg und nun-mehr auch Dortmund, das Herzogthum Westfalen, das Fürstenthum Siegen mit Burbach und Neun-kirchen und die Grafschaft Wittgenstein untergehen wurden. Was Preufsen aufserdem vor demKriege im westfälischen Reichskreise besessen hatte, ist, soweit es wieder unter seine Herrschaft kam,der Rheinprovinz einverleiht 'worden.

Im Jahre 1816 wurden sechs neue Regierungen in der Rheinprovinz errichtet. Die erste der-selben trat zu Kleve an die Stelle der vormaligen Kammer daselbst: ihr ward das Herzogthum Kleve,Geldern, Moers, Essen, Werden und Elten nebst dem nördlichsten Tlieile des Erzstiftes Köln unter-geordnet. Die zweite zu Düsseldorf, wo sich früher die pfälzische Verwaltung von Jülich und Berg,und nachmals unter französischem Einflüsse die Regierung des Grofsherzogthums Berg befunden hatte,erhielt die Aufsicht über den gröfseren und gewerbreicheren nördlichen Theil des Herzogthums Berg,und auf dem linken Rheinufer über einige gegenüberliegende Tlieile des Erzstifts Köln und Herzog-thums Jülich. Der dritten zu Köln wurde der südliche Theil des Herzogthums Berg nehst den Herr-schaften Homburg, Neustadt und Gimborn, die Reichsstadt Köln, und der mittlere Haupttheil des Erz-stifts Köln, worin sich die vormalige churfürstliche Residenz Bonn befindet, untergeben. Die viertezu Aachen erhielt die Verwaltung der Reichsstadt Aachen, des gröfsten Theils des Herzogthums Jü-lich, bis an dessen südliche Gränze, und der an Preufsen gekommenen Tlieile der niederländischenProvinzen Limburg und Geldern, wie auch der vormaligen reichsunmittelbaren Stifte Malmedy, Kor-nelimünster und Burtscheid. Die fünfte zu Koblenz, der vormaligen Residenz der Churfürsten vonTrier, erhielt zu ihrem Bezirke auf dem linken Rheinufer fast das ganze Departement Rhein undMosel, wovon blos der nördlichste Theil zu Köln gekommen war, und ostwärts des Rheins alle vonNassau eingetauschten Landcstheile, mit den dazu behörigen Besitzungen der Fürsten zu Wied undSolms, wie auch die Reichsstadt Wetzlar und die Herrschaft Wildenburg. Der sechsten zu Trierward endlich Alles untergeben, was von dem Saar-, Wälder- und Mosel-Departement an Preufsengekommen war. Bei der Bildung dieser Regierungsbezirke war zunächst darauf Rücksicht genom-men worden, Regierungen in denjenigen Städten anzulegen, die bisher Sitze der Verwaltung grofser

2 *