Druckschrift 
Bemerkungen über die Geschichte und den Betrieb der Liverpool - Manchester Eisenbahn
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

--. 5

gegeben. Während dieser Zeit wurden noch drei Parlamentsakten erlangt, wovon zwei dieAutorisation zur Aendcrung der Bahnlinie ertheiltcn, und die dritte zur Creirung von 5100neuen Viertclakticn berechtigte, so daß jetzt 6375 Aktien ausgegeben waren. Im Jahr 1829stellte man eine doppelte Anzahl von Arbeitern an, so daß Tag und Nacht fortgearbcitet wer-den konnte. In diesem Jahr wurden vorzugsweise die Brücken gebaut. Am 31. Mai 1830hatte man 739,165 Liv. 5 Schill, ausgegeben, und zwar darum viel mehr, als man vorherberechnet hatte, weil das Unternehmen während der Arbeit immer mehr an Ausdehnung undGroßartigkeit gewann. Das Werk war nun vollendet; die Bahn wurde am 15. September1830 feierlich eröffnet.

Und dieselben Männer, welche das große Nationalwerk durch viele Schwierigkeit hindurchmit Ausdauer und Geschick zum Ziel geführt haben, leiten es noch fortwährend mit eben sovieler Aufmerksamkeit als Umsicht. Es gebührt ihnen der volle Dank des ganzen Landes, under wird ihnen gezollt. Joseph Sanders in Liverpool, der die Bahn zuerst zur Sprache brachte,und dem Unternehmen bis jetzt getreu blieb, heißt in England allgemein der Vater der Eisen-bahnen. Stephen son wird überall in England zu Rakhe gezogen, wo größere Eisenbahn-untcrnchmungcn betrieben werden; bei dem Bau der großen London-Birmingham-Bahn führter wieder als Haupt-Engineer die Leitung. Do. Lardner hat sich selbst dadurch herabgesetzt,daß er das große Verdienst von Männern hcrabwürdigt, die jahrelang einer großen und schwie-rigen Unternehmung ihre Kräfte widmeten.

Die zweite Anschuldigung ist eben so unbegründet, als die erste. Es ist schon oben ge-sagt worden, daß Georg Stephenson zum Haupt-Engineer der Kompagnie gewählt wurde;er hat das in ihn gesetzte Vertrauen vollkommen gerechtfertigt. Mit George und John Ren-u ie hatte man früher unterhandelt; sie stellten Bedingungen, die man nicht annehmbar fand.Stephenson stellte zwei Hülfs-Enginccrs an, die schon früher beim Bau der Darlington-Dahn in feinen Diensten waren. Wer kann es ihm verargen, daß er dazu Männer nahm, dieer kannte? Mochten sie auch der Gegend fremd sein, wenn sie nur ihrem Werk nicht fremdwaren. Die übrigen Arbeiter bei der Anlage wurden von den einzelnen Unternehmern ange-worbcn, und sie behielten dabei völlig freie Hand. Die meisten Arbeiter waren entweder Ir-länder, oder aus der Gegend von Liverpool und Manchester. Zu Aufsehern wurden freilichLeute gewählt, welche bei der Eiscnbahnaulage zwischen Stockton und Darlington gearbeitethatten. Unter den jetzt auf der Bahn beschäftigten 600 Menschen sind nur noch gegen 60 ausden Grafschaften Durham und Northumbcrland, besonders diejenigen, welche an der Reparaturder Maschinen und der Bahn arbeiten. Alle übrigen stehen mit Stephenson nicht in dergeringsten Beziehung, und sind meistens Eingcborne von Lancashire. Namentlich ist kein ein-ziger Uoliocmau oder 6nleiiimi von Stephenson angestellt.

Um die dritte Anschuldigung zu widerlegen, bedarf cs nur der Geschichtserzählung überdie zwischen Liverpool und Manchester angewcndetcn Transportmittel und die Bemühungen, siezu vervollkommnen. Im Anfang des Jahrs 1821 reiste eine Deputation von 1 Mitgliederndes Eisenbahn-Comitös nach Darlington, Sunderland und Newcastle, um den Transport aufden dortigen Eisenbahnen durch bewegliche und stehende Dampfmaschinen genau kennen zu ler-

1 *