menhängenden Fächern sehr gründliche Kenntnisse, als auch Bekanntschaft mitden Sprachen und der Literatur der neuern Völker, namentlich verdeutschen, er-worben hatte, trat er als Advokat auf, ward nachmals wahrend des MinisteriumsFalk, in dessen Ideen er mit Eifer und Begeisterung einging, zum Secretair desCult- und Unterrichtsdepartements ernannt und zuletzt vom Könige, welcher ihnzur Auszeichnung für seine getreuen und nützlichen Dienste mit dem belgischen Lö-wenorden beschenkte, zum Generaladministrator des öffentlichen Unterrichts be-fördert. In dieser Stelle wirkte er, unterstützt von dem besondern Vertrauen desMonarchen, jedoch oft von den belgischen Ministern in seinen schönsten Planen ge-stört, bis 1831 auf die mannichfachste und thatigste Weise für Verbesserung desSchulwesens und für die Emporbringung der Universitäten. Eine Reihe der wohl-thätigsten Maßregeln und Anstalten traten auf seine Vorschlage ins Leben. Diefremden Lehrer und die von besserm Geist erfüllten einheimischen, Belgier sowolals Hollander, fanden an ihm einen treuen Freund und unwandelbaren Gönner.Mit mehren stand er in persönlichen nahern Verhaltnissen. Es konnte jedochnicht fehlen, daß das Regierungssystem im Ministerium des Innern, welches zu-mal seit 1825 von der belgischen Opposition hart angefochten ward, und dasohne Gobbelschroy's hemmende Schlaffheit ganz andere Resultate gewonnen ha-ben würde, besonders in Bezug auf den Unterricht die lebhaftesten Kampfe ver-anlaßt?, und deshalb die giftigsten Pfeile aus den Director eines Departements sichrichteten, dessen Besitz ein Hauptgegenftand der Sehnsucht für die Apostolischenwurde, da mit der Leitung des Volksunterrichts auch die Richtung des öffentli-chen Geistes und nach und nach die Beherrschung der öffentlichen Meinung ihnenzugefallen sein würde. Was der Fanatismus, die Heuchelei und die Verleumdungnur Erfinderisches aufzeigen mögen, sah man zum Theil schon von 1825, zumTheil aber, und in erhöhtem Grade, von 1828 an gegen E. sich feindlich kehren.Auch das Unschuldigste und Wohlwollendste erhielt eine schlimme Deutung. DerAdministrator, wiewol Hollander von echtem Schlage, mit neuen Ideen sehr be-freundet und van Maanen's Maßregeln in manchen Punkten nicht sehr hold,fuhr aber unverdrossen in seinen Anstrengungen für das ihm anvertraute Fach fort,und, alle Verbesserungen des allgemeinen Erziehungs- und des höhern Unterrichts-wesens in den verschiedenen europäischen Staaten genau verfolgend, nahm er allesZweckmäßige in den Bereich seiner Anordnungen auf, ohne durch das Geschreidünkelvoller Mittelmäßigkeit sich zurückschrecken oder in seinen Absichten irren zulassen. Die Rathschläge, welche er dem Monarchen gab, gehörten stets zu denbesonnensten und gediegensten. E. wurde darauf Mitglied der zum Entwürfeeiner neuen Organisation der Universitäten niedergesetzten Commission, sowie erauch schon früher, als Mitglied mehrer inländischen Akademien, des Comite fürniederländische Geschichtschceibung und als Curator für die öffentlichen Bibliothe-ken eifrig mitgewirkt hatte. Manche der 1830 erfolgten Ereignisse überraschten ihnnicht, denn er hatte mit philosophisch-patriotischem und richtig calculirendem Geistesie vorausgesehen. Er half, so viel es möglich war, kostbare Bücher, Kunst- undNaturalienschätze aus der Anarchie der belgischen Revolution retten, undgroßmü-rhig und freundlich für das Loos der durch diese Stürme verschlagenen deutschenProfessoren sorgen. Das in den letzten Zeiten eingeführte Ersparungs- und Ver-einfachungssystem hatte zur Folge, daß E.'s Stelle einging und er zum OnseMeruckvisenr mit Sitz und Stimme für scientkvische und artistische Angelegenheiten imMinisterium des Jnnem pensionirt wurde. Bald darauf jedoch erkannte derMonarch E.'s bedeutende Verdienste durch seine Ernennung zum Gouverneur derProvinz Drenthe an. Mit einem kalten, strengen und bisweilen selbst steifenÄußern verbindet E. viel Gemüth und tiefe Religiosität, und mit einem klaren Ver-stände die unerschütterlichste Rechtlichkeit. (33)
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