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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
867
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Eylert

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Eylert (Nulemann Friedrich), Bischof der evangelischen Kirche in denpreußischen Staaten, wurde den 5. April 1770 zu Hamm in der GrafschaftMark geboren, wo sein Vater, ein gelehrter und frommer Mann, Prediger derdortigen reformirten Gemeinde und Professor an dem damaligen ^>mnusiiunACÄtleioicum war. Auf demselben gebildet, studirte er auf der Universität zuHalle unter Semler, Nösselt, Mucst'nna, Knapp, Niemeyer, Eberhard und Maaß,Theologie und Philosophie und wurde, nach beendigten akademischen Studien,dritter und bald darauf zweiter Prediger und Nachfolger seines Vaters zu Hamm.Von seiner Vaterstadt und Gemeinde geachtet und geliebt, zog er es vor, bei der-selben zu bleiben, und lehnte den Ruf zum Consistorialrath nach Münster und spa-ter zum Prediger nach Bremen ab. Empfohlen von dem damaligen Oberprasi-denten der Grafschaft Mark, dem nachherigen Minister von Stein, unter dem erin Kirchen- und Schulsachen arbeitete, und von dem verewigten Bischof Sack zuBerlin vorgeschlagen, erhielt er im Jahre 1806 den Ruf als Hof-, Garde- undGarnisonprediger zu Potsdam, dem er folgte. So unglücklich die damaligen Zeit-umstande waren, unter welchen er sein Amt bei dieser großen Gemeinde antrat, sogünstig waren sie zur Erzeugung eines christlich-kirchlichen Sinnes. Durch Her-ausgabe ascetischer Schriften zum Besten der Armen, und von allen Seiten, auchaus entfernten Gegenden, unterstützt, gelang es ihm, eine Speiseanftalt zu stiftenund zu leiten, der viele Tausende durch zwei drangsalvolle Jahre, wahrend desKrieges, die Erhaltung ihrer kümmerlichen Existenz verdankten. Als er später-hin Hof- und Domprediger in Berlin werden sollte, bat die Bürgerschaft derStadt Potsdam, daß er ihr erhalten werden möchte. Zum Consistorialrath undMitglied der geistlichen und Schuldeputation der kurmarkischen Regierung aufden Antrag des Oberprasidenten von Vincke ernannt, war er in der Bearbeitungder Kirchen- und Schulsachen in dieser Sphäre so lange thatig, bis dieses Collegiumvon Potsdam nach Berlin verlegt wurde. Zum Andenken der verewigten KöniginLouise von Preußen gab er 1811 eine Schrift heraus, aus der eine milde Stiftungzur jahrlichen Ausstattung armer tugendhafter Brautpaare am Todestage der Kö-nigin hervorging, die wohlthatig auf die Volksclasse wirkt, für welche sie gestiftetwurde und die jetzt ansehnlich fundirt ist. Nach dem Tode des Bischofs v. Sack,1818, wurde er auf dessen Wunsch Bischof der evangelischen Kirche in den preußi-schen Staaten, Mitglied des Staatsraths, und auf den Antrag des Ministers vonAltenstein Mitglied des Ministeriums der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten.Bei der Jubelfeier der Reformation ertheilte ihm die theologische Facultat zu Halledie theologische, und die philosophische Facultat daselbst die philosophische Doctor-würde. Seine zahlreichen ascetischen Schriften sind mit Beifall aufgenommenund mehre von ihnen, wie z. B. seineBetrachtung bei der letzten Trennung vonden Unsrigen" und seineHomilien über die Parabeln Jesu", haben mehre Auflagenerlebt. Mit Hanstein und Draseckc gab er für Prediger ein Magazin heraus, wel-ches mit dem Tode Hanstein's geschlossen ist. Als einen Beitrag zur Feier desJubelfestes der Übergabe der augsburgischen Confession gab er seine vielbesprocheneSchrift:Über den Werth und die Wirkung der für die evangelische Kirche inden königlich preußischen Staaten bestimmten Liturgie und Agende" (zweite AuflagePotsdam 1830) heraus, wodurch er zur richtigen und unbefangenen Würdigungdieses verschiedenfach aufgefaßten Gegenstandes sehr wesentlich wirkte.

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