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Ewald (Georg Heinrich August), einer der ausgezeichnetsten Orienta-listen, geboren zu Göttingen am 16. Nov. 1803. Schon früh mit rastlosemEifer zu den Wissenschaften hingezogen, wurde er durch Unterstützung edlerMenschen in den Stand gesetzt, 1820 die Universität seiner Vaterstadt zu beziehen.Er fühlte eine so entschiedene Neigung zu dem Studium der orientalischen Spra-chen, daß er sich noch wahrend der Universitätszeit mit verschiedenen Seiten diesesumfassenden Studiums vertraut machte und sich auch in eignen Ansichten undArbeiten schon versuchte. Die „Composition der Genesis, kritisch untersucht"(Braunschweig 1823) war eine Frucht dieser Studien. Nachdem er am 16.Jan. 1823 Doctor der Philosophie geworden war, ging er als Lehrer am Gym-nasium nach Wolfenbüttel und ergriff die erwünschte Gelegenheit, in der dor-tigen Bibliothek orientalische Handschriften benutzen zu können. Aber schonum Ostern 1824 kehrte er unter Eichhorn's freundlicher Mitwirkung als Repetentder theologischen Facultät auf die Universität Göttingen zurück, wo er bald in ei-nen umfassenden Lehrkreis trat und mit großem Beifall gehört wird. Die Re-gierung ernannte ihn im Mai 1827 zum außerordentlichen, im Jul. 1831 zumordentlichen Professor der orientalischen Literatur. Um die handschriftlichen Schätzegroßer Bibliotheken zu benutzen, verweilte er 1826 drei Monate zu Berlin, und1829 vier Monate zu Paris. Sein Hauptstreben war bisher dahin gerichtet, dieErklärung der Bibel und vorzüglich der Bücher des Alten Testaments fester zu be-gründen. In diesem Sinne arbeitete er die „Kritische Grammatik der hebräischenSprache" (Leipzig 1827), welche zuerst die Aufmerksamkeit des gelehrten Publi-kums auf den jugendlichen Verfasser lenkte. Ihr folgte 1828 eine kürzere, teil-weise neue Bearbeitung der vorigen. 1826 erschien ein Commentar über dasHohelied und 1828 über die Apokalypse. Mit den biblischen Studien verbander aber stets die der übrigen orientalischen Sprachen. Schon 1825 suchte erin der kleinen Schrift: „I)e metris carminnm uradicorum", einen sehr schwerscheinenden Gegenstand auf die festen Grundsätze des Rhythmus zu bauen. Einehistorische Schrift über die Eroberung Mesopotamiens nach Wakidi erschien1827, und der erste Theil einer arabischen Grammatik 1831. Die „Abhand-lungen zur orientalischen und biblischen Literatur" (erster Theil, Göttingen 1832)enthalten unter Anderm Aufsätze zur syrischen Literatur. Die Sanskritsprache lehrteer seit 1827 in ununterbrochenen Vorlesungen. Eine Probe seiner Studiendes Sanskrit enthält der Versuch über einige ältere Sanftritmetra. Kritische Beur-theilungen über diese Gegenstände hat er besonders in den „Göttinger gelehrtenAnzeigen" und in den „Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik" niedergelegt.In allen seinen Arbeiten zeigt sich eine reiche und gründliche Gelehrsamkeit, mitScharfsinn und Streben nach wahrer Wissenschaftlichkeit verbunden. In derBehandlung der Elementarlehre befolgt er vornehmlich die von Grimm in Be-zug auf das Deutsche, und von Bopp in Bezug auf das Sanskrit gebrauchtehistorisch-genetische Methode, welche sich bestrebt, die Art der Entstehung der einzelnen grammatischen Formen recht anschaulich zu machen, durch Berücksichtigungdes in der Sprache allmälig eintretenden Erhärtens, Erweichens, Verhauchens undUmbildens einzelner Laute oder Buchstaben. Er sucht überall in der Sprachbildungdie Gesetze nachzuweisen, nach-welchen sie erfolgte, und so viel möglich die erste Ge-stalt der Sprachformen aufzuspüren. Er hat hierin viel Verdienstliches geleistet,obgleich auf diesem Felde der Sprachforschung natürlich Manches hypothetischbleiben muß. Eigm ist ihm eine scharfe Polemik gegen frühere Grammatiker.
Ewyck (I. D. van). Dieser in der Culturgeschichte des neuern Niederlandeshochverdiente Mann ist um das Jahr 1790 zu Utrecht geboren, wo er, so vielwir wissen, auch seine Studien gemacht hat. Nachdem er sich in der Rechtswis-senschaft ausgebildet und sich sowol in den alten Sprachen und den damit zusam-<?onv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 55