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Esquirol
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rückzukehren. Die beginnenden Revolutionen in Brasilien und die Abreise der kö-niglichen Familie waren seinem Vorhaben förderlich; er erhielt einen zweijährigenUrlaub, verließ seine schönen Besitzungen in Brasilien und schiffte sich im Jul.desselben Jahres nach Lissabon ein. Von dort begab er sich abermals zu Schiffeund reifte über London und Paris nach Deutschland. Nachdem er kurze Zeit inseiner Heimath verweilt und sich darauf durch Böhmen nach Wien begeben hatte,um Briefe von der verstorbenen Kaiserin Leopoldine an ihren Vater zu überbringen,bereiste er von Wien aus Ungarns Bergwerke und kehrte durch Schlesien über Berlinund den Harz nach Weimar zurück, wo er sich vornehmlich des Wohlwollens des ver-storbenen Großherzogs zu erfreuen hatte. Im Jun. 1823 kehrte E. jedoch wiedernach Portugal zurück, wo unterdeß eine abermalige Revolution den König wiederin seine Rechte eingesetzt hatte. Bei dieser Veränderung der Umstände wurde E.durch die Gunst des Königs die Stelle eines Oberberghauptmanns des ganzenKönigreichs, mit Beibehaltung seines Ranges als Oberst beim Jngenieurcorps, zuTheil. Er ging 1824 nach Deutschland zurück, um seine Frau abzuholen, mitder er sich bei seiner letzten Anwesenheit in Deutschland vermählt hatte, und reistesodann mit ihr durch die Niederlande, Frankreich und England wieder nach Lissa-bon. Die Stelle, welche E. jetzt in Portugal bekleidete, war zu wichtig, alsdaß sie nicht den Neid der Portugiesen hätte erregen sollen, der sich besonders nachdem 1826 erfolgten Tode des Königs Johann, dessen Wohlwollen E. in hohemGrade besessen hatte, durch mancherlei Kränkungen gegen ihn geltend machte. Jn-deß auch die Regentin begünstigte ihn, und man ließ ihn im Besitze seiner Ämter,bis endlich mit der Ankunft Don Miguels die Jntriguen mehr Eingang fanden,sodaß man es plötzlich für gut erachtete, ohne auch nur einen Grund deshalb an-zuführen, E. seiner Stelle als Oberberghauptmann zu entsetzen und dieselbe einemAndern zu geben, der schon längst danach gestrebt hatte. Unter den obwaltendenVerhältnissen des Landes konnte sich E. leicht darüber trösten, und suchte bald dar-auf als Oberst um seinen Urlaub nach, um dem gefahrvollen Aufenthalte zu ent-rinnen. Nach anderthalb Jahren beständigen Ansuchens erhielt er endlich densel-ben und kehrte zu Ende 1830 mit seiner Familie über Holland nach Hessen zurück.Hier beschäftigen ihn jetzt größtentheils literarische Arbeiten, gegenwärtig aber vor-nehmlich auch die Errichtung einer Actiencompagnie für die Unternehmung derdurch ihn wieder eröffneten Goldwäschereien in dem Flußbette der Eder. Die-ser Fluß hatte schon vor mehren Jahrhunderten Goldsand getrieben, und E.fand jetzt, daß derselbe ebenso reichhaltig sei als die meisten Flüsse Brasiliens.Vergl. „Zeitgenossen", neue Reihe, Nr. 11.
Esquirol (Jean Etienne Dominique), Arzt zu Charenton bei Paris, ei-ner der größten Irrenärzte unserer Zeit, ist in Toulouse den 4. Jan. 1772 geboren.Er besuchte das de I'LscpüIIe seiner Vaterstadt und de 8t.-8ulpice zu
Paris, diente 1794 bei dem Militairlazarethe zu Narbonne, erhielt 1805 denDoctorgrad, war seit 1811 zu Paris Arzt der Wahnsinnigen an der Salpetriere,bereiste 1808 und 1814 Frankreich, um die Hospitäler für Geisteskranke zu besich-tigen, hielt seit 1817 klinische Vorlesungen über Seelenkrankheiten und Seelen-heilkunde und veranlaßt? 1818 die Ernennung einer Commission, deren Mitglieder ward, zur Abstellung der Misbräuche in den Irrenhäusern. Er wurde 1823 Ge-neralinspector der Universität Paris, 1825 erster Arzt am Umso» des edieues;schon 1814 aber hatte man ihn zum Mitglied? der Ehrenlegion und der königlichenAkademie der Medicin ernannt. E. leitet seit einer großen Reihe von Jahren einevortrefflich organisirte Privatirrenanstalt, der viele Unglückliche eine humane Be-bandlung,' und keine geringe Anzahl derselben ihre Genesung verdanken. Als einemerkwürdige Schöpfung E.'s ist das große Irrenhaus zu Roule zu nennen. Hierfindet sich Alles so eingerichtet, wie E, es nach langjähriger Erfahrung für zweck-