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Eschscholtz
stützt. Der Betrag aller Ausgaben für das große Wert belief sich auf 945,264Schweizerfranken, die durch freiwillige Beitrage der Schweizer aufgebracht wur-den. Auch für die sittliche Entsumpfung des Volkes in dieser Gegend sorgte deredle Menschenfreund E. durch die Anlegung der Linthcolonie, einer Erzie-hungsanstalt für arme verlassene Kinder aus dem Canton Glarus, welche^ungefahr40 theils verwahrloste, theils arme Knaben zählt, die nebst dem Unterricht in denElementar- und Realgegenständen zugleich eine unmittelbare praktische Anleitungzum Acker- und Wiesenbau erhalten, in der Kasebereitung unterrichtet und imWinter mit Handarbeiten, Strohflechten, Stricken zc. beschäftigt werden. DieLinthcolonie hat einen Grundbesitz von mehr als 100,000 HZKlaftern, der ihr größ-tentheils geschenkt wurde. Doch bedarf sie noch immer sehr kraftiger Unterstützungzur Erreichung ihres Zwecks, die Versittlichung und Industriebildung dieser Gegendbefordern zu helfen. Fellenberg erließ darüber vor einigen Jahren eine sehr drin-gende Mahnung. (Über die Linthcolonie ist vorzüglich: „Sur le resulwt muralI'etadlissement U'eUucatmn cle In Inntll" zu vergleichen.) Auch für die Verbes-serung des Flußbettes der Glatt, welche aus dem Greifensee in nordwestlicherRichtung durch den Canton Zürich fließt und in den Rhein mündet, aber oft aus-trat und ungemeinen Schaden anrichtete, sorgte der thätige E. Gegen Ende desJahres 1812 wurde von der züricher Regierung die dazu nöthige Summe von280,000 Schweizerfranken bewilligt und das Werk begonnen. E. erlebte jedochdessen Vollendung nicht; schon ein Jahr nach Beendigung der Arbeiten an derLinth entriß ihn ein schneller Tod den Seinen und dem Vaterlande, am 9. Marz1823. Das ganze Land trauerte um den Menschenfreund; der große Rath vonZürich bestimmte einmüthig, daß seine Nachkommen zum Andenken an seine, demVaterlande geleisteten großen Dienste den Beinamen „von der Linth" führensollten, denn so wurde von dem Volke schon allgemein der edle E. bei seinem Le-ben genannr. Auch die Tagsatzung beschloß 1823, E.'s Andenken durch ein Denk-mal zu ehren; über die Ausführung desselben entstand ein ziemlich lebhafter Feder-krieg, indem die Einen ein Denkmal aus Stein und Eisen, die Andern eine mildeStiftung verlangten; die Aristokraten der Tagsatzung aber, die das Leben und denGeist eines E. kaum begriffen, ließen das Denkmal von einem Jahr zum andern»ä relerenclum fallen, bis sie selbst durch die neuesten Ereignisse in wohlverdienteVergessenheit sanken. Die ordentliche Tagsatzung von 1832 hat die Ausführungdes Denkmals einer eignen Commission übertragen; es soll einfach und großartigsein, und daS Hauptaugenmerk dahin gerichtet werden, daß die Linthcanale unddie Linthcolonie erhalten werden. E.'s Name bleibt aber unter dem dankbarenSchweizervolke gewiß auch ohne Denkmal unvergessen. (29)
Eschscholtz (Johann Friedrich), geboren am 1. Nov. 1793 zu Dor-pat, wo er sich der Arzneiwissenschaft widmete. Nach Vollendung seiner Studienward er von dem Collegienrath Ledebour zu Dorpat, der zum Naturforscher auf der,von dem russischen Lieutenant Otto von Kotzebue 1815 begonnenen Entdeckungs-reise erwählt war, zum Schisssarzt und Gehülfen bei den naturgeschichtlichen Un-tersuchungen vorgeschlagen, welchen er während jener Fahrt bis 1818 in Verbin-dung mit vr. Chamisso, der an Ledebour's Stelle trat, eifrig oblag. Die Er-gebnisse seiner Forschungen, die vorzüglich Untersuchungen über die Bildung der Ko-ralleninseln im Südmeer und die Zoologie betreffen, hatO.von Kotzebue im zweitenund dritten Bande der „Entdeckungsreise in die Südsee und nach der Beringsstraßezur Erforschung der nordwestlichen Durchfahrt" (Weimar 1821, 4.) mitgetheilt.Der zoologische Ertrag ist besonders wegen der beschriebenen neuen Affenarten undSchmetterlinge schatzbar. Eine Bai im Polarmeer, wo eine merkwürdige Eis-klippe beobachtet ward, über deren Beschaffenheit später Beechey genauere Kundegab, wurde nach E. genannt. Nach seinen Beobachtungen beschrieb Morch von Em
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