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Erster Band (1832) A bis E
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engem Sinne von dem Unterricht gebraucht. Denn eS soll das Vorbild, das Idealeiner menschlichen Natur aus dem noch unentwickelten Stoffe hervorgerufen undim Leben dargestellt werden. Sie kann daher auch nur den Menschen, wie er nachder eigenthümlichen Organisation eines jeden zur möglichsten Vollkommenheit ge-bracht werden kann, zu ihrem Endzweck haben. Eine bestimmte Richtung für dieGesellschaft, den Stand, den künftigen Beruf in die erste Erziehung einmischen,heißt der menschlichen Natur eine Gewalt anthun, die sich, wie jede Verletzung derNatur, selbst bestraft. Die Vollkommenheit der menschlichen Natur besteht in dergrößten Harmonie der Seelenkräfte, des Geistes, des GemüthS und des Willens,und in der möglichsten Gesundheit und Tüchtigkeit des Körpers zu jenen Tätig-keiten der Seele. Wie alle diese Kräfte und Thätigkeiten nur durch die Sprache ge-schieden werden, da sie dem Wesen nach eins sind, so muß auch die Einheitund Übereinstimmung der gesammten Kräfte das Ziel und die Frucht der mensch-lichen Erziehung sein. Das Ideal der Menschheit ist in dem Christenthum amschönsten offenbart, am reinsten dargestellt worden; die wahrhaft christliche Er-ziehung wird daher auch die menschlichste sein. Den guten Menschen bezeichnenFrömmigkeit, Fleiß, Frohsinn. Die Liebe zu der Mutter, zu dem Vater, zu De-nen, die Beider Stelle vertreten, führen zu der Liebe zu Gott; Natur und Erzäh-lung bieten den ersten Religionsunterricht für Geist und Gemüth dar. Das Spiel,womit das Kind sich beschäftigt und unter guter Leitung immer bildender beschäf-tigt wird, gibt den Übergang zu geregelter Thätigkeit; die Liebe zu dieser ist derFleiß. Freundliche Umgebung, liebevolle Zuspräche und Führung, und Gesundheitdes Körpers und der Seele lassen die schönste Mitgabe der Kindheit, den Frohsinn,nicht untergehen, der auch im spätem Alter dem reinen, dem frommen und fleißi-gen Menschen bleibt. Die Übel, welche das menschliche Glück zerstören, sind derStolz, aus dem Eigensinn, Eigenwille, Sucht nach Unabhängigkeit, Egois-mus in all seinen Theilen entsteht, und unbeherrschte Sinnlichkeit, das Ver-langen nach dem Verbotenen. Die Heilmittel sind allein die genannten, innerelautere Frömmigkeit und Fleiß in guten Dingen, beide von der Liebe und demVertrauen geleitet. Jede Erziehung, die sich von diesen Grundsätzen entfernt, wirdschädlich. Äußere Frömmelei nach Zwang und strenger Regel, ohne Liebe undVertrauen, gebiert Heuchelei, geistlichen Stolz, heimliche Sünden, oft Verachtungund Haß des Heiligen; Vernachlässigung der frühen Gewöhnung an regelmäßigenFleiß erzeugt alle Früchte der Schlaffheit oder der Ungebundenheit; und je mehrman sich von dem Christenthume, der großen Menschenerziehung, entfernt hat,desto mehr Spielraum hat man dem Egoismus und der Sinnlichkeit gegeben. DieGeschichte, besonders der neuesten Zeit, liefert die traurigsten Beweise dazu. Beisehr vielem Guten, das seit Rousseau und den Philanthropen Deutschlands beson-ders für die erste naturgemäße Erziehung gewirkt worden ist wir nennen nur diefrühere Vernachlässigung oder Verkrüppelung des Körpers, den mönchischen Zwang,die Qual unverstandener und übertriebener Religionsübungen, die Überladungdes Gedächtnisses mit unbrauchbarem Wort- und Formelwesen, das Eintragenund Eintrichtern des Erlernten anstatt der Entwickelung der Kräfte und der Anlei-tung zu eignem Erkennen und Lernen: Alles Gewaltthatigkeiten gegen die Natur,deren Ausrottung oder doch Milderung jene Männer bewirkten, zeigten sich auchin den nächsten Generationen die Übeln Folgen des Jrrthums, daß man dem jun-gen Menschen anstatt der Frömmigkeit unreifes Selbstvertrauen und übel verstan-dene Selbständigkeit, anstatt des Gehorsams und des Fleißes Unabhängigkeit undgesetzlose Freiheit darbot. Die Zeit und ihre Erfahrungen führen wieder zu derrichtigem Erkenntniß. Ein für die Geschichte und die Methode der Erziehung vor-zügliches Werk ist dieErziehungslehre" von Schwarz, deren zweite Auflage, 3Bände in 4 Abtheilungen, Leipzig 1829 erschienen ist. In den zwei Abtheilungen

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