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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
851
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Erzerum und der russisch-türkische Krieg in Armenien 851

schen Befehlshaber, General Popoff, die östlichen Verschanzungen zu entreißen, alleinnach einem Kampfe von 32 Stunden mußten die Türken denSturm aufBajazid auf-geben, und die Nachricht von der Niederlage des Seraskiers entschied ihren völligenRückzug am 8. Jul. Denn schon hatte Paskewitsch Khorossan und am 5. Jul. diewichtige, von dem Feinde verlassene Feste Hassan Kale, den Schlüssel von Erzerum,auf der Verbindungslinie zwischen Kars und Bajazid, besetzt, auch den GeneralBurtzoff entsendet, um sich der auf der Straße nach Trapezunt gelegenen FesteBaiburt zu bemächtigen, wahrend er selbst, nachdem er ein Corps türkischerReiterei geworfen, unaufhaltsam gegen Erzerum vorrückte. Voraus sandteer in diesen Platz einen am 1. Iul. in Gefangenschaft gerarhenen Janitscharenagamit einem Aufruf an die Einwohner und an die Besatzung. Die Armenier, dieMollahs und die Janitscharen erklarten sich für die Unterwerfung; allein der Se-raskicr und sein Anhang von fanatischen Moslems verwarf die schon verabredeteCapitulation; wenigstens suchte er Zeit zu gewinnen. Nun ließ der russische Ober-feldherr (am 8. Iul. Nachmittags 3 Uhr) seine Colonnen im Sturmmarsch dietürkische Batterie auf dem Berge Top-Dagh, welcher die Stadt und die Cita-delle beherrscht, wegnehmen. Die Türken warfen sich in die Stadt, von wo sie zwardas Feuer wieder begannen, allein ihr Geschütz wurde bald durch das auf demTop-Dagh aufgeführte russische Geschütz zum Schweigen gebracht. Unterdessen hat-ten 8000 Mann türkische Truppen, meistens Reiterei, von dem Corps des HagkiPascha, Erzerum verlassen und waren in der Richtung von Tokat entflohenDarauf erschienen am folgenden Tage Abgeordnete der Stadt vor dem Sieger undunterzeichneten die Capitulation. Auch die Arnauten, welche noch in der CitadelleWiderstand leisten wollten, öffneten, als die Russen zum Sturme heranrückten,Abends nach 0 Uhr die Thore. Der Seraskier und vier in der Stadt befindlichePaschas geriethen in Kriegsgefangenschaft. So fiel E. am 9. Jul. 1829, demJahrestage der Schlacht von Pultawa, mit betrachtlichen Magazinen und 150Stück Geschütz in die Gewalt der Russen. Paskewitsch setzte eine provisorische Ne-gierung der eroberten Provinz ein.

Unterdessen hatte General Burtzoff seinen Marsch in der Richtung nach Tra-pezunt (Tarabosan) ungehindert fortgesetzt, und am 19. Jul. Baiburt ohne Wi-derstand genommen. Als aber die Türken, durch das fanatische Bergvolk, die La-sier, unterstützt, 10,000 Mann stark, unter dem gewesenen Pascha von Anapa,diesen Platz den Russen wieder entreißen wollten, fand Burtzoff in der Hitze deSKampfes am 30. Jul. seinen Tod, und die Türken schlössen Baiburt ein. Dochjetzt zog der Oberfeldherr heran und erstürmte nach mehren blutigen Gefechten beidem Dorfe Khart am 8. und 9. August die Verschanzungen der Lasier; das feind-liche Corps wurde zersprengt und in das Gebirge geworfen. Auch der vom Sul-tan zum Seraskier von Erzerum ernannte Pascha von Trapezunt, Osman-Cha-syndar-Oglou, welcher unweit der Feste Dschumisch-Khane, westlich von Baiburr,eine feste Stellung auf dem Gebirge genommen hatte, wurde von dem GrafenEimonitsch, nach einem kurzen Gefecht am 24. August, in die Flucht geschlagen.Die Einwohner der von dem Feinde verlassenen Festung, meistens Griechen, zogendem Sieger frohlockend entgegen. General Paskewitsch überstieg nun auch diesesGebirg (Dschaur-Dagh) und befand sich auf der Halste des Weges von Erzerumnach Trapezunt, allein bei dem weitern Vorrücken nach dieser Hafenstadt stieß erauf solche Schwierigkeiten des Gebirgsmarsches, auf jähe Abhänge und mit Felsblöcken verschüttete Schluchten, daß er, als er am 3. Sept. bei dem Orte Kacakaban nur noch 40 Werst von Trapezunt entfernt war, sich am 4. Sept. zum Rückmarsch nach Erzerum entschloß und selbst den nunin hr zwecklos gewordenen Besitzvon Baiburt aufgab. Schon im Begriffe, sichere Winterquartiere zu beziehen,erfuhr er durch seine armenischen Kundschafter, daß der neuernannte Seraskier »on

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