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Erster Band (1832) A bis E
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850
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850 Erzerum und der russisch-türkische Krieg in Armenien

an Rußland abgetretenen Khanate Eriwan und Naktschitschewan, welche jetzt dasrussische Armenien bilden und eine feste Basis zu den entscheidendsten Operationengegen die asiatische Türkei sind. Wahrend nun in Europa das russische Heer un-ter Wittgenstein über die Donau bis tief in die Bulgare! eindrang und den Küsten-punkt Varna (11. Oct. 1838) eroberte, beherrschte die russische Flotte, unter Ad-miral Greigh, das schwarze Meer, indem sie sowol die europaische als die asiatischeKüste des Pontus bedrohte, die Operationen der Landarmee unterstützte und inCircassi'en die Festung Anapa (Jul. 1838) eroberte. Gleichzeitig eröffnete Ge-neral Paskewitsch den Feldzug in Armenien. Schon am 15. Jul. 1838 erstürmteer die Grenzfestung Kars, hierauf die Feste Akalkalaki den bisherigen Stütz-punkt für die Rauberbanden an der Grenze von Jmirete; dann schlug er dastürkische Heer unter dem Pascha Mustapha und Mehmed Kios aus seinen Ver-schanzungen bei der Festung Akalzike *) heraus (31. August), erstürmte diesenPlatz am 34. August, nahm die Citadelle mit Capitulation und eroberte die Fe-stung Azkur. Hierauf drang er in das Paschalik Erzerum ein und bemächtigte sichdurch Wegnahme der festen Stadt Bajazid (8. Sept.), der Stadt Diadin unddes Forts Tapro-Kale, der Karawanenstraße zwischen Tauris und Erzerum. Inderselben Zeit hatte General Sipiaghin, an der Spitze des Reservecorps, die wegenihrer Lage bedeutende Festung Poti, auf einer Insel an der Mündung des Phasis,am 27. Jul. mit Capitulation genommen; dadurch beherrschte jetzt Rußland denHandel und die Schissfahrt nach Trebisonde, nach Batume und andern Küsten-platzen des schwarzen Meeres. Die armenische Bevölkerung des Landes, welchein Sultan Mahmud den fanatischen Verfolger ihrer Glaubensbrüder in Konstan-tinopel haßte, erleichterte den Fortschritt der russischen Waffen in dem unwegsa-men Gebirgslande. Die Janitscharen aber, welche ihren Unterdrücker Mahmudverfluchten, leisteten dem Feinde wenigstens keinen entschlossenen Widerstand. Diegrößten Hindernisse lagen in der Beschaffenheit der Wege und in dem Man-gel an Unterhaltungsmitteln. Endlich setzte der Winter den Fortschritten der russi-schen Waffen (Ende Oct.) ein Ziel.

Im Frühjahr 1839 eröffneten die Türken im Marz den Feldzug durch einenAngriff auf Akalzike; allein Paskewitsch ging über den Kur, kam dem Feinde inden Rücken und nöthigte ihn zum Rückzüge. Unterdessen hatte der Seraskier vonErzerum ein Heer von 30,090 Mann am Fuße des Gebügs Sangalu aufgestelltund schien, in Verbindung mit seinem Unterfeldherrn Hagki Pascha, der 30,000Mann befehligte, auf der Straße nach Kars vordringen zu wollen. Allein Paske-witsch tauschte Beide, indem er mit seinem linken Flügel das befestigte Lager desHagki bedrohte, wahrend er am 35. Jun. mit dem rechten Flügel das rauhe Ge-birge nach einem Nachtmarsche von 40 Wersten überstieg und das türkische Lageram 30. umging. Nun ward der Seraskier, welcher sich ihm entgegenwarf,durch einen kühnen Angriff am 1. Jul. von seinem Lager und von Hagki abge-schnitten, er selbst geschlagen, sein Heer ganzlich zerstreut und sein Lager mit derArtillerie erbeutet. Hierauf ^ogen die Russen ungehindert über einen fast unweg-samen Theil des Gebirgs, wodurch sie dem Heere Hagki Paschas in den Rückenkamen, dessen Batterien sie sofort am 3. Jul. erstürmten und das Lager eroberten.Der tapfere Hagki gerieth mit 1300 Mann in Gefangenschaft; sein Geschütz undgroße Vorräthe wurden erbeutet. Dieser doppelte Sieg, über den Seraskier beidem Dorfe Kainly, und über Hagki Pascha bei Milli-Djuse, entmuthigte undlähmte den Feind. Zwar gelang es um dieselbe Zeit dem Pascha von Wan,über das Gebirge Ala-Dagh bis Bajazid vorzudringen und am 1. Jul. dem russi-

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*) Akalzike, am Kur, mit 14,<XXZ Einwohnern, hat eine berühmte Hochschuleund eine im Orient sehr geschätzte Bibliothek. Dreihundert der seltensten und kost»Handschriften wurden als Beute nach Petersburg geschickt.