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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Erratische Felsblöcke

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auf dem linken Ufer des Rheins, die 11 mM. mit etwa 30,000 Einwoh-nern betragen, wurde am 11. Sept. 1816 feierlich Besitz genommen. Die StadtSt.-Wendel an der Pließ wurde zum Hauptort erhoben, und der Sitz der Regie-rung dahin verlegt. 1821 wurde dieser District, welcher in drei Cantone: St.-Wen-del, Baumholder und Grumbach, eingetheilt ist, von dem Herzoge zu einem Für-stenthume, unter dem Namen Lichtenberg, nach einer alten Burg, einst der Sitzeiner rheinpfälzischen Linie, erhoben. Der Herzog vermahlte sich 1817 mitder Prinzessin Louise von Sachsen-Gotha; diese Ehe, aus welcher zwei Prin-zen, Ernst und Albrecht, entsprangen, wurde jedoch 1826 wieder geschieden,und der Herzog ist bis jetzt nicht zu einer zweiten Vermählung geschritten. Nach-dem durch den Tod des Herzogs Friedrich IV. die gothaische Speciallinie erloschen,erhielt er durch den Staatsvertrag vom ^ November 1826 das Fürstenthum Go-tha zu seinem Erbantheil und trat dagegen das Fürstenthum Saalfeld von seinemErblande an das Herzogthum Meiningen ab. Seit dieser Vergrößerung beträgtder Flächeninhalt seines Landes 48 ssjM. mit 154,000 Einwohnern. Mehreneue Landesgesetzc und Verordnungen, die unter des Herzogs unmittelbarerMitwirkung erlassen wurden, bereiten die neue, im Herzogthum Gotha allge-mein erwartete, landständische Verfassung vor. Als Regent zeichnet sich HerzogErnst durch große Umsicht, Thatigkeit und Klugheit, durch ein humanes Beneh-men gegen Vornehme und Niedere, durch weise Sparsamkeit in seinem und demStaatshaushalte und durch Beförderung der Gewerbe und des Handels aus; sei-nen hohen ausgebildeten Kunstsinn bethätigt er in den großen Bauten zu Koburg,in der Rosenau und zu Neinhartsbrunn ein Lieblingsort des Herzogs, wieeinst Ernst II. auf die erfreulichste und gemeinnützigste Weise. (29)

Erratische Felsblöcke. Mit diesem, von Brongniart sehr gut ge-wählten Namen bezeichnet man die Felsblöcke und großen Geschiebe, welche sichweit von ihrer ursprünglichen Heimath auf der Erdoberfläche vorfinden. So lie-gen z. B. auf dem, den Alpen zugekehrten AbHange des Jura eine Menge Fels-blöcke, die aus den höchsten Gegenden der Alpen stammen; so sind über Holland,Dänemark, Norddeutschland, Preußen, Liefland und Polen eine zahllose Mengevon Felsblöcken ausgestreut, von denen es erwiesen ist, daß sie im nördlichen Schwe-den und Rußland ihre Heimath haben. Die Größe solcher Blöcke ist oft außeror-dentlich; so erwähnt von Buch einen Granitblock bei Pverdun, von 50 FußLänge, 40 Fuß Höhe und 20 Fuß Breite, so Brückner einen in Mecklenburg von28 Fuß, einen andern auf Fünen von 44 Fuß Länge. Blöcke von mehren hundertja mehren taufend Centnern Gewicht sind nicht selten, und kleinere in unzähligerMenge vorhanden. Dabei sind sie nicht etwa sehr abgerundet und stumpfeckig, wieweither angerollte Geschiebe, sondern meist scharfkantig, ohne besondere Spuren vonAbschleifung. Bemerkenswerth ist, nächst ihrer Menge, Größe und Scharfkantigkeit,die regelmäßige Ablagerung dieser erratischen Blöcke. Am Jura liegen sie allemal daam häufigsten und höchsten, wo gegenüber die Ausmündung eines großen Alpenthaleszu finden ist. Von den nordischen Felsblöcken beschrieb Razumowski schon 1819 ihreVerkeilung in parallelen, von NO. nach SW. streichenden Zügen, ihre oft gänz-liche Abwesenheit in freien, flachen Landstrichen, und dagegen ihre gewaltige Auf-lhürmung auf den, nach NO. gekehrten Abhängen der Hügel- und Bergreihen; wasÄes durch Hausmann, Brongniart, Brückner und Andere bestätigt wurde. Fürdie Alpentrümmer am Jura ist es durch v. Buch's und Escher's Urttersuchungen alsmviesen anzusehen, daß solche durch eine ungeheure, aus der Mitte der Alpenkettehervorbrechende Flut fortgerissen, und von dem AbHange der Jurakette aufgefan-gen wurden: eine Katastrophe, die wahrscheinlich mit der Erhebung der Alpen-gebirge im genauesten Zusammenhange stand. Wie wenig man es auch anfangsbegreifen kann, daß bis 40,000 Centner schwere Felsblöcke von den Gipfeln der